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20.06.2016

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Am digitalen Krankenhaus

führt kein Weg vorbei


Kongress 2016 "Mobilität im

Gesundheitswesen"



Hotel Maritim in Fulda


Der 4. Kongress "Mobilität im Gesundheitswesen" am 14. und 15. Juni 2016 in Fulda nahm für das digitale Krankenhaus Hintergründe und Lösungsansätze unter die Lupe. Sichtbar wurde: Wirtschaftlichkeit durch mHealth-Projekte sowie Verschlankung und Beschleunigung der Prozesse rund um den Patienten. Namhafte Keynote-Speaker und Experten setzten dazu die Akzente. Den Kongress begleitete eine Ausstellung marktprägender Lösungen nach dem Best-Practice-Ansatz.




„Die deutschen Kliniken arbeiten immer noch wie vor 30 Jahren: papierbasiert, telefonorientiert und mit Prozessen aus der Steinzeit der Kliniken“, rüttelte Kongress-Veranstalter Prof. Wolfgang Riedel das Kongress-Plenum bereits in den ersten Minuten drastisch auf.



Prof. Dr. Wolfgang Riedel, IfK: Mobile Kommunikation in Kliniken – Trends und Lösungen


Der Leiter des Instituts für Krankenhauswesen (IfK) provozierte weiter: „Rationalisierung klinischer Prozesse durch IT und IP-Kommunikation wird nur unwillig wenn überhaupt angenommen. In den meisten Kliniken dominiert die administrative IT, von der Aufnahme bis Abrechnung. Dazwischen ist der Veränderungswille in Deutschland eher gering.“

Mobility zum Null-Tarif

Bis jetzt noch: Denn durch zunehmend gut geplante und erfolgreich umgesetzte mHealth-Projekte ist Licht am dunklen Horizont zu sehen. Durch den Fortfall klassischer Telefonie- und Patientenlösungen kann die Health-Mobility-Umgebung meist rentabel mit kurzem Return on Invest (RoI) geschaffen werden – nahezu zum Null-Tarif. „Projekte zu mHealth ziehen sich durch alle Bereiche eines Krankenhauses, bei der Pflege, bei Ärzten, bei der Medikation, bei der Speisenversorgung, aber auch in der Technik, der Lagerverwaltung usw. gehören Mobilprojekte künftig zur Standardausstattung in Krankenhäusern“, kann Insider Prof. Riedel beobachten. Dadurch sind viele Berufsgruppen betroffen, und es erfordert ein hohes Maß an Organisation, um diese Projekte erfolgreich umzusetzen. Tatsächlich möchten Anwender wie Pflegekräfte, Ärzte und Funktionsdienste die Patientendaten möglichst aktuell und zeitnah direkt am Patienten verwenden. Daher beschäftigen sich die Nutzer mit der Suche nach geeigneten IT-Anwendungen.



Moderierten die Veranstaltung: (li) Wolf-Dietrich Lorenz, Chefredakteur Krankenhaus-IT Journal, (re) Prof. Wolfgang Riedel

Der Fortschritt in der Healthcare-Technologie verändert alles. Sie schafft die technologischen Grundlagen, das Patientenwohl zu verbessern. Für die IT mit der elektronischen Patientenakte, der Medizintechnik sowie Kommunikation und Kollaboration steht eins im Zentrum: die Mobile IT. Dort, wo der Mensch zum Teil des Betriebssystems wird, agiert er auf gleicher Hierarchiestufe mit der Technik. Er ist Sensor, Handlanger und Entscheider bei Konflikten konkurrierender IT-Systeme. Den verantwortlichen Ansprechpartnern von mHealth-Projekten im Krankenhaus rät Prof. Riedel: „Gerade der breite Einsatz und die möglichst gleichzeitige und zeitnahe Einführung von mHealth in vielen Bereichen eines Krankenhauses tragen nachweisbar zum Erfolg bei. mHealth wird in Zukunft ein Wettbewerbsfaktor für Kliniken werden, da Patienten sich an derartiger Ausstattung von Kliniken orientieren werden. Denn Patienten profitieren entscheidend von guten Daten und ihrem schnellen Zugriff.“

Patienten ins Behandlungszentrum stellen



C. Peter Waegemann – Independent Expert in Health Informatics: Mobility und Krankenhaus IT: Eine notwendige, aber schwierige Aufgabe - Welche Apps sind gut für Ihr Krankenhaus? Ein Überblick über digitale Helfer

Der renommierte eHealth-Experte und Keynote Speaker Peter Waegemann postulierte: „Digitalisieren Sie die Klinikprozesse und stellen Sie den Patienten ins Zentrum der Behandlungsabläufe.“ Das Gesundheitssystem der Zukunft fordert die digitale Kommunikation, die den „isolierten Arzt des letzten Jahrhunderts“ - den Alleinentscheider – ersetzt - eine notwendige, aber schwierige Aufgabe. Peter Waegemann: „Das Silodenken von Chefarzt oder Oberarzt wird ersetzt durch Teamwork und digitalen Informationsaustausch, der alle einschließt, die mit der Behandlung eines Patienten zu tun haben. Der zukünftige Arzt ist mit dem Dirigenten eines großen Orchesters vergleichbar: Er gibt den Ton an, ist aber auf das Zusammenspiel angewiesen.“ (Sehen Sie in Kürze das Interview mit eHealth-Experten und Keynote Speaker Peter Waegemann.)



Karl-Heinz Land (neuland), Köln: Digitalisierung – Dematerialisierung – Die Neuverteilung der Welt in Zeiten des digitalen Darwinismus

Entscheidende Impulse zur Digitalisierung auch im Gesundheitswesen gab Keynote Speaker Karl-Heinz Land. Er stuft sich als „Digitaler Darwinist und digitaler Evangelist“ ein. Der Gründer der Strategie- und Transformationsberatung neuland, Köln, proklamierte die „Dematerialisierung – Die Neuverteilung der Welt“. Dabei wandelt sich das „Internet der Dinge“ zum „Internet der Services“. Auch in der Medizin gilt: In Zeiten des digitalen Darwinismus haben nur jene Unternehmen gute Chancen, die das Bewusstsein für das sich rasant verändernde Marktgeschehen und die Dringlichkeit der Veränderung besitzen. Die Indikatoren für hohe digitale Reife von erfolgreichen Playern lauten: Umsatz, Profit, Marktwert. „Neue Player brechen mit innovativen Geschäftsmodellen in traditionelle Branchen ein und hebeln etablierte Marken und Unternehmen aus. Und dies ist nur der Anfang!“. Der digitale Vordenker Land inspirierte die über 100 Teilnehmer aus Krankenhausmanagement und Industrieführung zur regen Diskussion: „Sie können dem digitalen Darwinismus offensiv begegnen und die enormen Chancen in der Dematerialisierung durch die richtigen Konzepte und Handlungen erschließen.“ (Sehen Sie in Kürze das Interview mit Impulsgeber und Vordenker Karl-Heinz Land.)

Wolf-Dietrich Lorenz, Chefredakteur Krankenhaus-IT Journal


Den digitalen Wandel starten


Für das Krankenhaus deutscher Fasson ist der digitale Weg noch ziemlich weit. Doch die innovative Richtung stimmt, wie auf dem Mobility-Kongress erfolgreiche Projekte und profunde Lösungen zeigten.

Dazu zählen etwa Dr. med. Gesa Stöhr und Michael Kreuzer vom Gemeinschaftskrankenhaus Bonn. Sie gaben einen Erfahrungsbericht über das „mobile KIS“, seine arbeitsintensiven Umsetzung und den optimierten Workflow. Ärztin und IT-Experte stellten zudem fest: „Eine neue Geräteplattform ruft auch innovative Anwendungs-Ideen hervor.“



Dr. med. Gesa Stöhr und Michael Kreuzer, Gemeinschaftskrankenhaus Bonn: Das mobile KIS: Einführung und Betrieb – ein Erfahrungsbericht


Doch zur „Einführung der mobilen Patientenakte“ gehört, wie Olaf Abraham, Pflegedirektor im AGAPLESION Diakonieklinikum Rotenburg, die Motivation von Management, IT und Ärzten gleichermaßen. Unternehmenskultur und Engagement sind also Schlüssel für Erfolg.



Olaf Abraham, Pflegedirektor: Einführung der mobilen Patientenakte im AGAPLESION Diakonieklinikum Rotenburg - Anwenderbericht über Mobility aus einem Klinikum

Für WLAN und Smartphones als Basis aller Dienste ist ein wichtiger Schlüssel die entsprechende Infrastruktur. Ein Beispiel gab Michael Knall, Klinikum Starnberg, in seinem Anwenderbericht über „Mobile Daten und IP-Telefonie“. Dazu gehören ein redundantes LAN, ein flächendeckendes WLAN, eine redundante Telefonanlage, redundante Alarmserver, 230 Smartphones, 70 WiFi-Telefone und gut 10 Tablets.




Michael Knall, Klinikum Starnberg: Anwenderbericht Klinikum Starnberg: Mobile Daten und IP-Telefonie



Mobility räumt mit alten Prozessen auf


Die richtigen Konzepte für den Einsatz von Mobilgeräten, mobile Anwendungen für Kliniken und ambulante Dienste sowie Unterstützung mobiler Prozesse durch Kollaboration markierten beim diesjährigen Mobility-Kongress Programm-Highlights ebenso wie die Optimierung mobiler Prozesse, weiterhin Gerätekonzepte, Softwarearchitektur und Sicherheitsaspekte. Als Fazit der beiden Mobility-Tage konnten die Teilnehmer aus Fulda mit in die Krankenhäuser nehmen: die Inhaus-Infrastruktur mit WLAN aufbauen, sich mit Partnern vernetzten und medizinische Daten der Patienten auswertbar speichern (Stichwort „Big Data“). Weiterhin gehörten zu den Take Home Points: die Patienten mobil einbinden sowie Patientenportale erstellen und auch nutzen. Vor allem sind jedoch zunächst die bestehenden Prozesse in Frage zu stellen und neue digitale Prozesse einzuführen. Worum es letztendlich geht, brachte Prof. Riedel auf den Punkt: „Das digitale Krankenhaus zu definieren.“


mHealth-Umfrage

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des IfK Instituts für Krankenhauswesen über „Mobilität im Gesundheitswesen“ zeigten eine Krankenhauslandschaft im Wandel. Ebenso wie Visitenwagen sind Notebooks und Smartphones im Einsatz, vor allem Ärzte sowie die Pflegeschaft sind Nutzer. Hemmschwellen stellen fehlende Lösungen dar, vor allem die für Tablets optimierte KIS-Lösung. Als Betriebssystem dominiert Android das iOS und Windows. Zur mobilen IP-Telefonie über WLAN sagt mehr als Hälfte bisher „Nein“. Ein spezielles Sicherheitskonzept für mHealth besitzt lediglich etwas mehr als ein Drittel; auf keinen Fall ist bei der Mehrzahl „Bring Your Own Device“ vorgesehen. Digitale Dokumentation, zeitnahe Erfassung, Einsicht für EPA und Patientendaten-Zugriff an beliebigen Orten sind hauptsächliche Vorteile der Mobilität im Gesundheitswesen. Mobilgeräte flächendeckend einzusetzen, ist für die nächsten zwei bis vier Jahre mehrheitlich geplant.
www.ehealthmobile.de


Weitere Referenten beim Mobility Kongress in Fulda




Christoph Becker (Foto oben), Sven Strakeljahn (Foto unten), CGM: Mobile Strategien der der CGM CompuGroup Medical






Sebastian Mühle, chimpplus AG Schweiz: Mobile ICT im Operationsbereich – Notwendig und alternativlos



Manfred Schmitz, synmedico: Wirtschaftlichkeitsbetrachtung „Digitale multimediale Kommunikation vs. Papier am Beispiel Aufklärung




Juri Toffol, Universitätsspital Basel: Formularerstellung für die mobile Dokumentation im klinischen Testbetrieb – ein Erfahrungsbericht




Michael Ernst, Solution Architect Healthcare Consulting, CSC: Hospital Aide eine Patienten-App zur Vorbereitung und Begleitung von Krankenhausaufenthalten



Thomas Pettinger, Thieme Compliance: Mobile Lösungen für die Patientenaufklärung





Jonas Endler, Cortado: Wenn Mobility mehr Arbeit für Sie bedeutet, haben Sie den falschen Ansatz gewählt



Philipp E. Kröncke, HP/Aruba: Mobile Infrastruktur – Gestaltung einer zukunftssicheren Netzumgebung in Kliniken




Christian Heintze, CMS: Sicherheitslösungen beim Einsatz mobiler medizinischer Geräte



Chrysanth Sulzberger, CEO and Co-Founder, und Manuel Studer, CTO and Co-Founder, imito: Mobile Bildgebungsplattform für Krankenhäuser




Oliver P. Christ, prosystem: Prozess-Normen für Medizingeräte und deren mobile Plattformen – DIN EN 62304





Lorean Noteboom, Ayton: Asist App. Optimale Selbstregie – Personaleinsatzplanung



Esther Zwijnenberg, Logis.P: Mobile Anmeldung und/oder Patientenbeteiligung



Sebastian Schreiber, Syss GmbH: Mobile Sicherheit: Live Hacking – so brechen Hacker in IT-Netze ein


von Wolf-Dietrich Lorenz



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