
MIRUS-Vorstand Günter Hilgers: will "den praktischen
Erfahrungsaustausch zum Datenschutz fördern"
Das Netzwerk „Datenschutz in der Medizin“
Wie finden Datenschutz-Verantwortliche in Einrichtungen des Gesundheitswesens die geeignete Lösung für eine spezifische Anforderung auf dem Gebiet des Datenschutzes? Welche Erfahrungen haben Branchenkollegen gesammelt? Ein neu gegründetes Netzwerk will hier den Austausch fördern und Wissen vermitteln - www.mirus-ag.de/html/netzwerk.html: Michael Reiter im Gespräch mit Günter Hilgers, Vorstand der Unternehmensberatung MIRUS AG.
Krankenhaus-IT Journal:Was ist das Ziel des Netzwerkes?
Günter Hilgers: Ziel ist, den praktischen Erfahrungsaustausch zum Thema zwischen Kliniken, Ärzten, Apotheken und weiteren Einrichtungen der medizinischen Versorgung zu ermöglichen. ‚Datenschutz’ ist vielfach zu theoretisch; Erfahrungsaustausch kann hier eine Möglichkeit darstellen, bereits praktizierte Umsetzungsmöglichkeiten zu verbessern und so Standards zu schaffen, die sich als praktisch umsetzbar bewiesen haben.
An wen richtet sich das Netzwerk?
Hilgers: Es wendet sich an die erwähnten Dienstleister im Gesundheitswesen – insbesondere Kliniken, MVZs, Arztpraxe und Apotheken. Es können auch Einzelpersonen (Datenschutzbeauftragte, Unternehmensberater u. a. m.) Mitglieder des Netzwerkes werden.
Das Netzwerk soll bei der Lösung und Umsetzung der Anforderungen des Datenschutzes wertvolle Hilfestellung geben. Dabei steht neben dem praxisorientierten Erfahrensaustausch auch ein Datenpool zur Verfügung. Dieser unterteilt sich in a. einen öffentlichen Datenpool, der allgemeine Dokumente zur Verfügung stellt, die sich mit Fragen des Datenschutzes beschäftigen und b. einen Mitgliederbereich, der sich in verschiedenen Arbeitsgruppen mit aktuellen Themen des Datenschutzes beschäftigt und die Arbeitsergebnisse dann z. B. auch den KIS-Herstellern bzw. Arbeitsgruppen bei den Datenschutzbeauftragten der Länder oder des Bundes zur weiteren Verwendung zur Verfügung stellt.
Welche Vorteile bringt das Netzwerk den Teilnehmern?
Hilgers: Durch eine Vielzahl von Teilnehmern ist die Basis für praxisorientierte Lösungsansätze zu Themen des Datenschutzes und deren wirtschaftlicher Umsetzung sehr viel höher, als wenn nur ein oder zwei Häuser sich in diesen Themen austauschen. Ein Beispiel dafür hat die Arbeitsgruppe 2 geliefert, die sich mit dem Einsatz von KIS und den damit verbundenen Risiken beschäftigt. Hier haben die Teilnehmer untereinander bereits erheblich voneinander profitiert. Organisatorische technische Maßnahmen spiegeln daher ein ineinander greifendes System wieder, das insgesamt die Datensicherheit und den Datenschutz zu gewähren hat. Praktische Ansätze wurden dabei bereits miteinander ausgetauscht.
Wie ist das Portal strukturiert?
Hilgers: Das Portal hat einen öffentlichen – für jeden zugänglichen – Bereich und einen Bereich für Mitglieder. Im öffentlich zugänglichen Bereich bietet das Netzwerk zu den Themen Datenschutz allgemein, Datenschutz in Kliniken, Datenschutz in Arztpraxen, Datenschutz in Apotheken Dokumente an, die sich mit Fragen zum Thema Datenschutz in allgemeiner Form beschäftigen. Es können Arbeitshilfen, Leitfäden und Arbeitsrichtlinien zu Fragen des Datenschutzes angesehen und heruntergeladen werden.
Über den Mitgliederbereich werden Online-Schulungen und praxisorientierte Arbeitsgruppen angeboten. Online-Schulungen haben folgende Vorteile: keine zeitliche Bindung der Mitarbeiter an den Kursablauf; Kurse stets auf dem aktuellen Stand; Kostenkontrolle, da eine Abrechnung nur nach gebuchten Teilnehmern erfolgt; Kurse sind individuell an Betriebsvereinbarungen und Richtlinien anpassbar; Kurse werden anonym (über laufende Nummern oder Personalnummern) von den Mitarbeitern durchgeführt, anonymisierte Teilnehmer erhalten nach Abschluss des Kurses eine Teilnahmebescheinigung; Kurse und pseudonymisierte Teilnehmer werden revisionssicher archiviert.
Im Mitgliedsbereich stehen weitere Leistungen zur Verfügung: Mitglieder haben Zugang zu einzelnen Foren, die sich mit aktuellen Fragen des Datenschutzes beschäftigen. Mitgliedern wird die Mitarbeit in Arbeitsgruppen geboten – a. Arbeitsgruppe 1 (Berechtigungskonzepte in KIS und damit verbundene Probleme und Risiken); b. Arbeitsgruppe 2 (Anforderungen des Datenschutzes an prozessorientierte Abläufe im KIS); c. Arbeitsgruppe 3 (Datenschutz in Arztpraxen und Apotheken); d. Arbeitsgruppe 4 (Spezielle bereits vollständig besetzte Arbeitsgruppe).
Daneben haben die Mitglieder die Möglichkeit, Anfragen an das Netzwerk zu stellen, die vom Netzwerk beantwortet werden. Das Ergebnis kann - je nach Wunsch des Anfragenden - nur ihm zur Verfügung gestellt werden oder allgemein zugänglich gemacht werden.
Welche Integrationsmöglichkeiten werden angeboten?
Hilgers: Alle angemeldeten Mitglieder erhalten sämtliche Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen in Info-Mails laufend automatisch zugestellt. Veröffentliche Anfragen und deren Ergebnisse werden kontinuierlich per Info-Mail an den Kreis der angemeldeten Teilnehmer versandt. Eigene Aktivitäten sind nur bei eigenen Anfragen oder bei Mitarbeit in einem Arbeitskreis erforderlich. Ansonsten erfolgen die Benachrichtigungen automatisch.
Mit welchen Kosten ist die Teilnahme am Netzwerk verbunden?
Hilgers: Die Firmenmitgliedschaft beläuft sich auf € 300, die Mitgliedschaft einer Einzelperson auf € 150,00, die Mitarbeiterschulung auf € 25 je Teilnehmer.





