
Marcus Gerstmann, Enterprise Account Manager Healthcare und Industries, Adobe Systems
Die Anforderungen an den Umgang mit Informationen in Krankenhäusern und Arztpraxen steigen aus unterschiedlichen Gründen und stellen IT-Verantwortliche wie Anwender vor neue Herausforderungen. Einerseits verlangen Patienten zunehmend Einsicht in die Dokumentationen von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen. Andererseits ist die Einführung der elektronischen Patientenakte sowie digitaler Patientenarchive zunächst ein komplexer Prozess, der das Datenaufkommen und die Sicherheitsanforderungen in dem Zusammenhang weiter erhöht. Zudem verlangt der Gesetzgeber eine revisionssichere Archivierung. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass sich für das klinische Personal typische Abläufe im Umgang mit Dokumenten und Formularen ändern. Hier sind Lösungen gefragt, die einfach, kostengünstig und intuitiv zu bedienen sind.
Ein komplexer Prozess, der in vielen Krankenhäusern einfacher und effizienter gestaltet werden könnte, ist die Dokumentation aller klinischen Behandlungsschritte. Die derzeit noch gängige Praxis, viele Behandlungsschritte auf Papier zu dokumentieren, ist inneffizient, fehleranfällig und birgt Risiken für Patienten, Ärzte und Kliniken. Warum aber ist trotz der augenfälligen Vorteile eines elektronischen Dokumentenmanagements die Umsetzung in den Kliniken oft so schwierig? Marcus Gerstmann, Enterprise Account Manager Healthcare und Industries, von Adobe Systems, sieht das Hauptproblem in der fehlenden Anwenderakzeptanz: „Ob und wie schnell eine neue Lösung akzeptiert und eingesetzt wird, steht und fällt mit dem Schwierigkeitsgrad der Bedienbarkeit. Viele IT-Lösungen schrecken die Anwender aufgrund der Komplexität erstmal ab, weil sie Mehrarbeit statt Entlastung bedeuten. Eine für Ärzte und Schwestern undenkbare Situation, da der Klinikalltag ohnehin schon stressig genug ist. Ergo ist eine intuitive Bedienbarkeit ein ganz wichtiges Kriterium, das eine solche Lösung erfüllen muss.“
Automatisierung schafft Arbeitserleichterung
Die Automatisierung der Prozesse in den Kliniken darf nicht mit einer aufwändigen Umstrukturierung verbunden sein. Demzufolge ist die reibungslose Integration einer Dokumentenmanagement-Lösung ein weiteres entscheidendes Auswahlkriterium. Voraussetzung hierfür ist, dass die neue Technologie Schnittstellen zu allen gängigen Kliniksystemen besitzt. Adobe-Lösungen wie LiveCycle, Acrobat oder Connect erleichtern medizinischem Personal in Krankenhäusern die Kommunikation und Abstimmung und unterstützen bei Austausch, Verwaltung und Archivierung der Patientenakten. Die Lösungen reduzieren Medienbrüche, helfen, Abläufe effizienter zu gestalten und erfüllen gleichzeitig Anforderungen an Sicherheit, Archivierung sowie Barrierefreiheit. Mit LiveCycle lässt sich der Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten reduzieren und der Zugriff auf elektronische Patientendaten sowie auf Rechnungen und Personaldaten deutlich beschleunigen. Die Lösungen bewirken eine sofort messbare Erleichterung bei Standardaufgaben, indem zuvor langwierige Prozesse zum Beispiel bei der Aufnahme der Patienten automatisiert werden und nun viel schneller und effizienter ablaufen. Das spart Zeit und senkt die Kosten.
Ein weiteres Plus bieten die Adobe-Technologien, wenn es um die Bündelung der medizinischen Informationen und die Erstellung von Arztbriefen geht. Möchte der Arzt sämtliche relevanten Patienteninformationen aus verschiedenen Krankenhaussystemen zusammenstellen, erledigt LiveCycle das automatisch und bildet sie in einem PDF ab. Hier kann der behandelnde Arzt anschließend seine Instruktionen, beispielsweise zur Medikation und weiteren Behandlung, anfügen. Der Patient hat später sämtliche Informationen gebündelt und übersichtlich vor sich. So lassen sich wachsendes Papieraufkommen, steigende Kosten und gesetzliche Vorgaben hinsichtlich revisionssicherer Archivierung mühelos in den Griff bekommen.
Diese und weitere aufwändige manuelle Prozesse werden mit LiveCycle erheblich beschleunigt. In der Konsequenz bleibt Ärzten und Schwestern so mehr Zeit für den Patienten. Nur wenn die anwendenden Ärzte, Pfleger und Verwaltungsmitarbeiter direkt eine deutliche Vereinfachung und Arbeitsentlastung spüren, kann sich eine IT-Lösung auch durchsetzen. Ein gutes Beispiel hierfür ist St. Vincent’s Health System, eine US-amerikanische Gesundheitsorganisation, die bereits seit 1993 mit elektronischen Krankenblättern arbeitet. Hier stellt die LiveCycle Dokumentenplatform die Schnittstelle zwischen komplexen KISS Systemen, vorhandenen IT-Kernsystemen und dem eigentlichen Benutzer her. Mit LiveCycle wurden bei St. Vincent’s unter anderem die Abläufe bei der Patientenregistrierung verschlankt. Auf Basis von automatisch generierten PDF-Formularen können alle beteiligten Mitarbeiter und auch die Patienten ohne Schulungen an vollständig elektronischen Prozessen teilnehmen und damit Self-Service Szenarien realisieren.
Sensible medizinische Daten intelligent gesichert
Da es sich bei medizinischen Daten um äußerst sensible Informationen handelt, spielt das Thema Datenschutz in Kliniken wie auch im gesamten Gesundheitswesen eine wichtige Rolle. Einerseits müssen die Patientendaten mindestens 10 Jahre, in Ausnahmefällen sogar bis zu 30 Jahre vorgehalten und gegen unberechtigte Zugriffe geschützt werden, andererseits werden medizinische Daten wie Arztbriefe mittlerweile elektronisch verschickt und sind somit vielen Gefahren in punkto Sicherheit ausgesetzt. Es muss deshalb gewährleistet sein, dass nur bestimmte Personen zu bestimmten Zeiten auf spezifische Patientendaten zugreifen können, beispielsweise der jeweils behandelnde Facharzt. Welchen Stellenwert das Thema hat, zeigt unter anderem die Tatsache, dass sich der Europäische Datenschutztag in diesem Jahr mit der Informationssicherheit im Gesundheitswesen befasst hat. Die zentrale Frage dabei war, ob Patientendaten im Krankenhaus tatsächlich effektiv geschützt sind.
Die LiveCycle-Technologie von Adobe bietet mit dem Modul Rights Management eine Lösung zur Absicherung sämtlicher Patienteninformationen während des gesamten Zyklus. Die Daten werden auf Dokumentenebene gesichert; außerdem lassen sich bereits verteilte Dokumente nachträglich für einzelne Anwender sperren oder nur für eine bestimmte Zeit öffnen. Durch den weit verbreiteten Adobe Reader ist zudem sicher gestellt, dass jeder Empfänger unabhängig von seinem Betriebssystem öffnen kann, wenn er berechtigt ist, beispielsweise bei fachübergreifenden Arztbriefen aus verschiedenen Kliniken oder von niedergelassenen Ärzten. Das ist auf dem Markt momentan einmalig. Auch zum Thema elektronische Signatur hat Adobe optimale Lösungen parat: Mit Acrobat, Adobe Reader und LiveCycle lässt sich die digitale Signatur innerhalb eines Prozesses abbilden. Von der einfachen über die fortgeschrittene bis hin zur qualifizierten Signatur sind alle Prozesse mittels PDF realisierbar und machen damit den Einsatz von Papier an vielen Stellen überflüssig.

Weniger Papierkram und mehr Zeit für Patienten
Janus Health, ein US-amerikanische Anbieter von mobilen Lösungen für die Patientenversorgung, nutzt LiveCycle-Lösungen für die vollständige Automatisierung seiner Dokumentationsprozesse. Mit der Adobe-Technologie kann Janus Health schnell und einfach sichere Online-Formulare und Patienteninformationen generieren und den behandelnden Ärzten unabhängig von Zeit und Ort zur Verfügung stellen. Die elektronische Lösung ersetzt den ehemals 26 Papierseiten umfassenden Dokumentationsprozess für jeden neuen Patienten. Im Frontend der voll integrierten, papierlosen Lösung für die Bearbeitung und Archivierung von Patientendaten setzt Janus Health auf eine sogennnte Rich Internet Applikation (RIA). Die Backend-Lösung besteht aus Adobe LiveCycle Forms ES, LiveCycle Process Management ES, LiveCycle Reader Extensions ES, and Adobe Acrobat Pro. Die neue Lösung ermöglichte es, Patientendaten wesentlich einfacher und effizienter zu verwalten sowie schnell und unkompliziert Laboruntersuchungen und andere Leistungen zu ordern – ein großes Plus für das medizinische Personal, das dadurch mehr Zeit für die Patientenversorgung gewonnen hat.
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