Standardisierte Lösungen für das vernetzte Krankenhaus

Datum 13.01.2010 14:52:27 | Thema: News/Newsarchiv

Gesundheitseinrichtungen benötigen dringend Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen. Das setzt den Einsatz von interoperablen Informationssystemen voraus, die auf Standards basieren. Nur so können die vorhandenen Daten einrichtungsübergreifend und patientenorientiert entlang des Behandlungsprozesses bereitgestellt werden, d.h. über ein „IHE-Backbone“ in einer elektronischen Patientenakte (EPA).

Hierauf zielt die Kooperation zwischen dem Essener IT-Dienstleister März AG, Tiani SPIRIT und Cisco ab. Die Tiani Software repräsentiert einen „IHE-Backbone“, der als Cisco MDES – Cisco Medical Data Exchange Solution vertrieben wird und auf dem die unterschiedlichsten „Präsentationsebenen / Electronic Health Record Applications“ interoperabel arbeiten. Die Ziele der drei Unternehmen beschreiben Harald März, Vorstandsvorsitzender der März AG, Till Osswald, Cisco Business Development Manager für Europa und Martin Tiani, Gründer und Hauptgesellschafter von Tiani SPIRIT.

Herr März, warum haben Sie sich für eine weitere Kooperation entschieden?

Harald März:
Die März AG ist bereits geprüfter Dienstleister und Partner von Cisco, Dräger, Intel, Vamed und weiteren Technologieführern. Wir bauen unsere Marktposition in der Vernetzung unterschiedlichster Applikationen und Modalitäten stetig aus. Grundsätzlich steht für uns im Vordergrund, den Anwendern Investitionssicherheit bei technologischer und serviceorientierter Zukunftsfähigkeit zu bieten. Das geht nur mit offenen, auf Standards basierenden Systemen. Genau deshalb setzen wir  bei unseren Lösungen auf die Cisco MDES – Cisco Medical Data Exchange Solution auf Basis des Tiani „IHE-Backbone“.

Welche Gründe sprachen für Cisco und somit auch Tiani als Partner?

H. März: Wir sind einer der ersten Cisco Partner Deutschlands gewesen und haben bereits früh eine Kooperation mit TianiSPIRIT angestrebt. Besonders die Fähigkeiten der zugrunde liegenden Softwaretechnologie hinsichtlich Trennung von „IHE-/Systemebene“ und „Präsentationsebene“ haben nicht nur Cisco, sondern auch uns beeindruckt. So lässt sich beispielsweise eine Kollaboration zwischen Kliniken in einem Konzern leicht realisieren, auch wenn sie unterschiedliche KIS einsetzen. Die seit der HIMSS 2009 veröffentlichte „Plug-In-Integration“ auf Cisco AXP Network Router hilft uns umso mehr, die Cisco MDES – Cisco Medical Data Exchange Solution zu vermarkten.

Wo sehen Sie weitere Gemeinsamkeiten?

H. März:
Wir haben die gleiche Einstellung zur Kundenorientierung, wir lassen den Kunden nicht alleine mit seinen Herausforderungen und wir haben eine nahezu identische technische Vision, mit dem kleinen Unterschied, dass ich immer die Brille des IT-Dienstleisters aufhabe.

Herr Tiani, welche Lösungen bringt Ihr Unternehmen in die Partnerschaft ein?

Martin Tiani:
Zuerst einmal bringen wir das bereits angesprochene über den Zeitraum von 10 Jahren und zahlreichen IHE Connecthatons erworbene IHE-Know-how mit. Damit stehen wir, wie auch Cisco und März, für die Abkehr von proprietären und langfristig Kapital vernichtenden Lösungen. Auch wenn manche Hersteller mit hoch integrierten Lösungen werben oder gar alles aus einer Hand bieten, ist es bei Verwendung proprietärer Verfahren nur eine Frage der Zeit, bis die Kosten den Nutzen übersteigen. Nehmen Sie nur die Kollaboration zwischen Kliniken in einem Konzern mit unterschiedlichen KIS. Was bleibt sind Standards. Denn nur diese bieten Zukunftssicherheit und wirklichen Investitionsschutz.
Basis der künftigen IT-Betreiberlösungen wird die Cisco MDES – Cisco Medical Data Exchange Solution mit der Trennung von „IHE-/Systemebene“ und „Präsentationsebene“ sein und so den Weg zu einer Vielzahl bzw. einem Variantenreichtum von Electronic Health Records bereiten, egal ob diese nun eine EFA, EGA, EPA, etc. werden.

Wodurch zeichnen sich Ihre Lösungen aus?

M. Tiani:
Die Tiani Lösung der Trennung von „IHE-/Systemebene“ und „Präsentationsebene“ unterstützt neben den meisten IT-Integrationsprofilen die klinikweite Umsetzung Wir verbinden die Umsetzung und Vermittlung der IHE-Inhalte mit performanten Cisco-Infrastruktur-Komponenten, die Investitionssicherheit bieten und die Produktivität erhöhen.
Der föderale Ansatz unserer Lösung belässt die Daten am Ort, wo sie erzeugt wurden. Da die Daten zu einem großen Prozentsatz nur am Ort des Patienten benötigt werden, macht es wenig Sinn, alle Daten in nationale Zentralarchive zu laden. Für Cisco MDES bedeutet dies, dass in der jeweiligen Lokation ein patientenzentrierter EHR-Zugriff unabhängig von der Netzverfügbarkeit zwischen den Standorten möglich ist und sich die Daten asynchron miteinander updaten. Das heißt, alle Endknoten ‚wissen’ über sämtliche Patientendaten Bescheid und können auf diese zugreifen - falls möglich bzw. erwünscht. Im Falle eines Systemfehlers einer Cisco MDES BOX kann diese einfach mit einer ‚leeren’ Einheit ausgetauscht werden, da diese sich mit dem Gesamtsystem automatisch und asynchron updatet!

Was sind die nächsten Schritte in Ihrer Kooperation, Herr März?

H. März: Wir haben ausgewählte Klinikgruppen in eine „Leuchtturmkunden-Community“ zu Workshops in Frankfurt und Wien eingeladen. Derzeit prüfen wir auf Basis der Ergebnisse dieser Treffen unsere Konzepte und starten Testszenarien. Nachdem diese Schritte abgeschlossen sind, gehen wir dann in den Echtbetrieb und werden die Erfahrungen der Leuchtturmkunden-Community in entsprechenden Veranstaltungen allen Interessenten zugänglich machen.

Gibt es bereits erste Kunden, die die neue Lösung einsetzen?
T. Osswald:
Den Markteintritt in Deutschland treiben wir, wie von Herrn März beschrieben, über die Community und Aktionen weiterer Cisco Partner voran. In Österreich setzen beispielsweise die Kliniken Wels und Greiskirchen, die Niederösterreichische Landeskliniken Holding und bald auch Oberösterreich unsere Lösung bzw. die Cisco MDES ein. In der Schweiz wird Ciscos MDES von der Schweizer Post im Projekt ETOILE des Kantons Genf derzeit implementiert. Wir freuen uns auch schon darauf, die AKU Gruppe der GMDS bei ihrer Exkursion zu unserer Lösung in Österreich zu begleiten. Die „Take Aways“ für die deutschen Fachleute werden sicher vielfältig sein. Darüber hinaus sind wir natürlich darüber stolz, dass das derzeit größte Projekt dieser Art, das nationale EHR-Projekt Südafrika, auf die Cisco MDES setzt.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr März, Herr Osswald und Herr Tiani.


Ansprechpartner März Internetwork Services AG
Vertrieb
Dr. Pierre-Michael Meier
Geschäftsbereichsleiter Gesundheitswirtschaft
E-Mail: P_Meier@Maerz-Network.de
Marketing
Dr. Stefan Beckmann
Marketingleiter
E-Mail: S_Beckmann@Maerz-Network.de






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