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Veröffentlicht: 25.07.2005


Von Schnittstellenerpressung, Abzockerpreisen und Lippenbekenntnissen ( mit TV-Beitrag )

Offene Worte auf dem 5. Vepro PACS-Meeting


Parkhotel in Schlangenbad
Austragungsort des 5.PACS Meetings



Harald Roth, GF Vepro AG
"Schließen Sie einen PACS-Ehevertrag"


Zirka 35 Besucher waren
zum PACS-Meeting nach
Schlangenbad gereist


Gerd Birnbaum, Vepro AG
"Es ist eigentlich eine
Frechheit"





Nikolai Böhme, Franz von
Prümmer Klinik,
Bad Brückenau
"Preis war höher als die Anfangsinvestition"
Auf dem PACS-Markt liegt noch so einiges im Argen, sowohl bei der Technik als auch beim Pricing und Vertragausgestaltungen. Diesen Eindruck mussten die 35 Besucher vom 5. Vepro-PACS Meetings am 21. bis 23. Juli 2005 im Parkhotel im hessischen Schlangenbad mit nach Hause nehmen.

Gerd Birnbaum von der Vepro AG (www.vepro.com) konnte einiges aus dem Nähkästchen plaudern. Er berichtete von einem 1000 Bettenhaus, das sich über ein Jahr lang auf die Suche nach einem geeigneten PACS begeben hatte und dazu eine Ausschreibungen durchführte. Doch immer dann, wenn es zur Schlussverhandlung kam, wurden die PACS-Anbieter mit einem Veto des KIS/RIS-Anbieters konfrontiert. Jedesmal, so berichtete Vepro-Experte Birnbaum, wenn ein PACS-Anbieter vorstellig wurde und er fragte: „Was kostet eine Schnittstelle zu Euerem System“, tauchten Zahlen jenseits von 200.000 Euro auf. Eine „Frechheit“ nennt es Birnbaum. „Wenn man eine Schnittstelle zu einem RIS/KIS haben will, fallen zunächst einmal 10.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie an, am Ende kommt dabei sogar ein sechsstelliger Eurobetrag heraus“, stellte er verbittert fest. „Wir haben die Schnittstelle am Ende trotzdem realisiert – ohne auch nur einen Euro für den RIS/KIS-Hersteller“, bemerkte Gerd Birnbaum hintergründig und nicht ohne eine gewisse Portion Stolz.

PACS-Aufrüstung teurer als Erstinvestition


Doch Zoff gibt es offenbar nicht nur mit RIS/KIS-Lieferanten. Auch PACS-Anbieter überraschen nicht selten mit saftigen Preisvorstellungen. Hiervon konnte Nikolai Böhme, IT-Manager der Franz von Prümmer Klinik in Bad Brückenau (www.franz-von-pruemmer-klinik.de), berichten.

Die Akutklinik für Rheumatologie und Allgemeinkrankenhaus hatte sich 1999 das erste PACS angeschafft. Dabei fiel die Wahl auf einen international agierenden Anbieter, der auch die Modalitäten (RIS, PACS, Speicherfoliensystem und Laserkamera) lieferte. „Alles aus einer Hand“ und „Investitionssicherheit“ lautete das Motto. Allerdings musste Böhme diesen Wahlspruch einige Jahre später bitter bereuen. Denn schon bald stand eine Umrüstung an. „Der Grund war, dass das Archiv mit seiner Speicherkapazität einfach erschöpft war“, berichtet der IT-Manager aus Bad Brückenau.

Eigentlich wollte man bei seinem alten Lieferanten bleiben und versuchte, mit der Einholung weiterer Angebote seinen Lieferanten „in seinen seltsamen Preisvorstellungen“ nur zu drücken“. Doch was als Angebot am Ende auf dem Tisch lag, verschlug Böhme förmlich die Sprache. Sein PACS-Partner gab sich ungerührt. Der Preis sollte höher sein als die kompletten damaligen Investitionskosten und das – kommentierte Nikolai Böhme bissig – „trotz laufender Wartungs- und Serviceverträge“. Ein Wechsel war also unvermeintlich. „Wir haben jetzt nur noch ein Fünftel der bisherigen Wartungskosten“, freut sich Böhme. Und noch einem weiteren Hieb erhielt der Altanbieter. Trotz zugesagter DICOM-Fähigkeit der Daten stellte sich später bei der Migration nämlich heraus, dass es genau dabei klemmte.

Daher rät auch Harald Roth, Chef des Pfungstädter PACS-Anbieters „Beim Einstieg gleich an den Ausstieg denken.“. Der charismatische und engagierte PACS-Spezialist wird nicht müde, auf die vielfältigen Fallstricke hinzuweisen, die heute noch anscheinend untrennbar mit der PACS-Einführung verbunden sind. „Schließen Sie mit einem Herstellern einen PACS-Ehevertrag“, lautete seine Empfehlung.

Das 5. Vepro PACS-Meeting war erfrischend offen und kritisch. Es bot ein reichhaltiges Angebot an Vorträgen, auch zu speziellen technischen Fragen und Anwendungen.

Experten gaben ihr Fachwissen in Vorträgen und Praxisbeispielen weiter:
Russell Emrick – USA (Consultant – Denver CO)
Dipl.med. Dietmar Handrow (Klinikum Mansfelder Land)
Harald Reher (Mediplan GmbH)
Lutz Brandt (HELIOS Klinkum Müllheim)
Henning Baldauf (Richard Wolf GmbH)
Nikolai Böhme (IT-Leiter, Franz v.Prümmer Klinik)
Annette Seeger (Unternehmensberatung)

Die Besucher - in erster Linie bestehend aus Beratern und IT-Entscheider, die kurz vor der PACS-Einführung stehen -, zeigten sich allesamt äußerst zufrieden. „Die drei Tage haben mir wirklich etwas gebracht“, war der fast einhellige Kommentar.

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(ca 3 Minuten)

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