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Veröffentlicht: 14.09.2007

 

Wie viel Personal braucht




die Klinik-IT



Personelle Verschlankung: Angstformel für IT-Chefs




Ein gefährlicher Hype grassiert: Personelle Verschlankung zur Kostenreduktion. Auf die Frage „Wie viel Personal braucht eine gute Klinik-IT?“ steht jedoch eine praktikable Antwort aus. Experten aus Unternehmensberatung und IT-Management nehmen in der neuen Titelstory den brisanten Aspekt unter die Lupe.


Nach den erheblichen Investitionen in die IT lässt sich eine deutliche Verbesserung der IT-Leistung bislang nicht wahrnehmen. „Es stellt sich heraus, dass der Leistungsbeitrag der IT deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist“, meint Armin van Harten.



Armin van Harten, Geschäftsführer der IfmD – consulting GmbH

Der Geschäftsführer der IfmD-consulting GmbH nennt Gründe. „Nicht selten wandelte sich die erwartete Arbeitsentlastung des Stationspersonals in Mehrbelastung durch den IT-Einsatz. Neue, zusätzliche und sinnlose Verwaltungsprozesse haben sich durch den IT Einsatz in die Kliniken eingeschlichen.“ Zusammen mit der gestiegenen Total Cost of Ownership (TCO) und vor dem Hintergrund sinkender Erträge kommen daher die IT-Kosten unter die Lupe.
Interne politische Auseinandersetzungen zwischen IT-Befürwortern und IT-Gegnern erhöhen hierbei die Spannung. „Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Geschäftsführung eines  Krankenhauses mit den bestehenden und zu erwartenden Anforderungen an eine IT-Unterstützung auseinandersetzt, dies ist in vielen Krankenhäusern auch weiterhin die Ausnahme“, stellt Unternehmensberater Jean-Pierre Deckert, skeptisch fest.


Jean-Pierre Deckert, Unternehmensberatung


Informationsmanagement und Prozessgestaltung

Beobachtungen wie von Dr. Uwe A. Gansert unterstreichen das akute Defizit. „Offensichtlich ist die Führung nicht über Leistung und Leistungsfähigkeit der eigenen Mannschaft informiert, und der IT-Chef ist bereits in der Defensive.“ Der Leiter Informationstechnologie & Medizinische Dokumentation (IT Management) Klinikum der Stadt Ludwigshafen hält es daher für die wichtigste Aufgabe eines IT- Managers, das Portfolio und die Zielerreichung jederzeit in der Führung transparent zu halten sowie die Bedeutung des Informationsmanagements und seinen Einfluss auf die Prozessgestaltung zu erklären.



Dr. Uwe A. Gansert, Leiter Informationstechnologie & Medizinische Dokumentation des  Klinikums der Stadt Ludwigshafen

Diesen Impuls greift Willy Bieling auf. „Sinnvoll ist es deshalb, allgemein bestimmte Regeln und  Prämissen zu formulieren, die bei der Findung der konkreten Antwort(en) hilfreich sein können und deren Richtigkeit sich in der Praxis hinreichend bestätigt hat.“ In der Praxis erkennt Clinic-Plan Geschäftsführer Bieleing eine Reihe typischer Denk- und Verhaltensmuster. Zum einen bestünden deutliche Defizite in der Wahrnehmung und der Darstellung der mit und nur durch die IT–Anwendung erreichten Ergebnisse. Zum anderen mangele es noch immer – aber oftmals auch nur scheinbar - an der Erkenntnis über Alternativen der IT–Anwendung und ihres Ausbaus. „Nicht selten wird die Tätigkeit der IT–Mitarbeiter auf Service und „Pannenhilfe“ reduziert, auch durch IT-Mitarbeiter selbst“, gibt Bieling zu bedenken.




Willy Bieling, Geschäftsführer der Clinic-Plan GmbH


Rationalisierungspotenziale durch den unterschiedlichen Umfang des Outsourcings sieht Hanns A. Michel, Geschäftsführer der mgm – Gesellschaft für Organisationsberatung, Information und Datenverarbeitung im Gesundheitswesen, als nachgewiesen an, in Abhängigkeit der Anzahl unterschiedlicher IT-Lösungen und damit einhergehender vertraglicher Bindungen „Hierbei bietet die ASP-Lösung (Application Service Providing) den Vorteil, dass Kapitalbindung durch den Erwerb von Lizenzen entfällt. Aber auch die Erweiterung der Pflege-, Service-, Support- und Betreuungsverträge und die Übertragung ganzer Aufgabenbereiche an externe Dienstleister dienen der eigenen personellen Verschlankung.“

Hanns A. Michel, mgm-Geschäftsführer

IT verliert ihre Existenzberechtigung

Stellenabbau in deutschen Krankenhäusern ist kein isoliertes Problem eines einzelnen Bereiches. „Mittlerweile setzt sich der Personalabbau in den Krankenhäusern bei fast allen Berufsgruppen im vierten Jahr in Folge fort“, kommentierte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, die schwierige finanzielle Lage der Krankenhäuser.
Dr. Uwe A. Gansert stuft personelles Cost-Cutting als ein mögliches, aber nicht unbedingt in jedem Falle sinnvolles Instrument ein. „Im Interesse sowohl des Unternehmens als auch der Mitarbeiter liegt es viel eher, kreativ mit der Leistungsfähigkeit und den Erfordernissen umzugehen und bessere Wege zu suchen, die das Unternehmen stärken.
Rollen IT-Köpfe, kann Armin van Harten die Folgen realistisch formulieren. „Die IT verliert zuerst diskret und danach in fortschreitendem Maß ihre Existenzberechtigung. Entsprechende Untersuchungen aus anderen Unternehmen belegen dies. Irgendwann verkommt die klinische IT dann zu einer Art Schreibtischdekoration.“

Sie haben zuviel IT-Personal

Lesen Sie mehr in der neuen Titelstory über Konter-Argumenten für IT-Leiter, Rezepte zu personeller „IT-Verschlankung, Aufgaben und Ressourcen der IT sowie Folgen des personellen IT-Cost Cutting.


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