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Veröffentlicht: 21.07.2005


Siemens Medical Solutions und das Commissariat à l’Energie Atomique (CEA) planen Kooperation bei medizinischer Bildgebung, Diagnostik und Therapie
 
„Memorandum of Understanding“ wurde jetzt in Erlangen unterzeichnet


Das Commissariat à l’Energie Atomique (CEA) mit Sitz in Paris und Siemens Medical Solutions (Med) mit Sitz in Erlangen wollen ihre gemeinsamen Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet innovativer Bildgebungs- und Therapieverfahren ausweiten und intensivieren.

Eine entsprechende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) haben beide Organisationen jetzt unterzeichnet, erste Projekte sollen im Herbst 2005 starten.
Ziel ist die Weiterentwicklung bestehender Technologien wie Magnetresonanz- oder Computertomographie, aber auch die Suche nach neuen Wegen frühzeitigerer Diagnose- und Therapiemöglichkeiten vor allem neurologischer und onkologischer Krankheiten durch weitere Forschung auf dem Gebiet der Molekularmedizin.

Das Memorandum umfasst dabei verschiedene Kernfelder, innerhalb derer in den kommenden Monaten Projekte abgesteckt werden sollen: ·

- Auf dem Gebiet der Ultrahochfeld-Magnetresonanztomographie (MRT) soll die Entwicklung von 11,7 Tesla-Systemen für die Humananwendung sowie von 17 Tesla-Systemen für die Kleintierforschung einen Durchbruch bei der Diagnose und Therapie neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson ermöglichen. Die Kleinststrukturen von Nervenbahnen sowie die funktionelle MRT (Analyse von Gehirnaktivität) erfordern eine Auflösung, wie sie nur Hochfeld-Systeme bieten. Obere Grenze für Humanwendungen sind derzeit 7 Tesla-Systeme. ·

- Im Bereich der Molekularbildgebung soll die Weiterentwicklung von Radiopharmaka (Biomarkern) die Diagnose verschiedener Krankheiten und insbesondere Krebs verbessern. Die Substanzen reichern sich insbesondere in stoffwechselaktiven Geweben wie Tumoren und Metastasen an und können durch PET- oder SPECT-Systeme zielsicher geortet werden. Dies erlaubt die genaue Detektion beispielsweise von Krebsherden sowie eine effektive Therapie und Erfolgskontrolle. Eine Weiterentwicklung der Marker und der entsprechenden Bildgebungssysteme soll derartige Krankheiten noch früher erkennbar machen, als dies heute bereits der Fall ist. Behandlungsqualität und Heilungsaussichten für betroffene Patienten steigen.

- So genannte optische Marker können beim Auftreffen auf Zielmoleküle – wie Krebszellen oder krankheitsspezifische Proteine – zu fluoreszieren beginnen. Tumore oder Metastasen können dadurch schwach leuchten. Gegenwärtig sind derartige Tracer jedoch noch reine Forschungsobjekte, außerdem lassen sich bisher nur Anreicherungen knapp unterhalb der Hautoberfläche erkennen. Das CEA arbeitet bereits engagiert an der Verbesserung der optischen Tomographen, gemeinsam mit Siemens soll dieses Projekt vorangetrieben und das kommerzielle Potenzial ausgelotet werden.

- Geplant ist auch eine gemeinsame Weiterentwicklung der jeweiligen Biochip- Aktivitäten von Siemens und dem CEA: Diese scheckkartengroßen, so genannten Lab-on-a-chip-Systeme werden sowohl in der medizinischen Forschung als auch in der klinischen Routine (Krankenhaus, Praxis etc.) schon bald die genaue Analyse von Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel ermöglichen. Viren, Bakterien oder genetische Erkrankungen können dann innerhalb weniger Minuten sicher erkannt werden, heute sind hierfür teilweise noch Tage, große Labore und ein entsprechender Kostenaufwand notwendig. Das Biochip-System „Quicklab“ von Siemens wurde zuletzt mit dem Zukunftspreis des Deutschen Bundespräsidenten ausgezeichnet. Umfangreiche Datenbanken werden künftig auch eine Risikobestimmung bestimmter Genkombinationen für die Entstehung spezifischer Krankheiten (Präsdisposition) zulassen, indem beispielsweise die Erbinformationen von Krebspatienten auf Übereinstimmungen hin untersucht werden. Dieses Wissen ermöglicht eine mehr auf das persönliche Profil eines Menschen zugeschnittene Vorsorge.

- Im Bereich der Computertomographie, wo beide Partner schon seit längerem kooperieren, soll eine Intensivierung der Forschung die Entwicklung von neuartigen Detektortechnologien beschleunigen, die neben CT-Systemen auch in SPECT- oder PET-Systemen zum Einsatz kommen.

- Zuletzt wollen beide Partner auch ihr Wissen und ihre Erfahrung bei der Entwicklung von Partikeltherapieanlagen bündeln. Diese Therapie mit Schwerionen und Protonen gilt als fortschrittlichstes und viel versprechendstes Mittel im Kampf gegen den Krebs, weil sie deutlich zielsicherer und feiner arbeitet als herkömmliche Verfahren. Dies ermöglicht eine effektive Zerstörung selbst schwer zugänglicher Tumore, ohne umliegendes Gewebe zu schädigen.

Im Rahmen des Memorandums wird den beteiligten Partnern auch die Möglichkeit eingeräumt, wissenschaftliches und technisches Personal auszutauschen oder in den geplanten Projekten zu bündeln. Partnerschaft ist Innovationsfaktor „Unser Ziel ist es, die Qualität der medizinischen Versorgung zu steigern und gleichzeitig die Kosten zu senken. Technologische Innovationen sind ein wichtiger Schlüssel hierzu“, erläutert Prof. Dr. Erich R. Reinhardt, Mitglied des Vorstandes der Siemens AG und Vorsitzender des Bereichsvorstandes von Siemens Medical Solutions, den Stellenwert der geplanten Kooperation mit dem Commissariat à l’Energie Atomique: „Partnerschaften mit führenden Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt ermöglichen eine stimulierende und kreative Atmosphäre sowie einen umfassenden Austausch von Knowhow. Beides ist für Innovationen im medizinischen Bereich und weit darüber hinaus unabdingbar.“

„Siemens ist für uns der ideale Partner, um unser reichhaltiges Wissen und unsere langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der medizinischen Bildgebung, Diagnostik und Therapie von der Forschung in die klinische Routine zu übertragen“, so Alain Bugat, Administrateur Général des CEA. „Gemeinsam wird es uns zweifellos gelingen, dem Forschritt in der Medizin einen weiteren, gewaltigen Schub nach vorne zu geben.“


Mehr unter http://www.siemens.de/medical

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