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4. Berliner Klinik-IT-Forum

Zu den Messeständen
Praxis ohne Umwege: Offen und auf Augenhöhe über IT sprechen

Tischgespräch zum Thema: "Das vollständige KIS - Illusion oder nahe Zukunft"?
Das 4. Berliner Klinik-IT-Forum stand unter dem Motto „Praxisbezug“. Die Teilnehmer analysieren Themen wie KIS, Serviceorientierte Architekturen, Investitionsentscheidungen und IT-Dienstleistungen kritisch. Krankenhaus-IT-Manager, Verwaltungsmanager, Berater und Lösungs-Anbieter gaben und erhielten umsetzbare Impulse auf IT-Management-Niveau.
Beim Berliner Klinik-IT-Forum halten die Sprecher keine klassischen Vorträge, sondern stellen ihre Themen jeweils in kurzen Statements vor. Hochkarätige Fachteilnehmer – diesmal u. a. aus Klinikum Magdeburg, Johannes Wesling Mühlenkreiskliniken (AöR), Evangelisches Krankenhaus 'Königin Elisabeth Herzberge gGmbH Berlin, Klinikum Stuttgart Klinikum Itzehoe und HELIOS Klinik Hüls – brachten in der überschaubaren limitierten Gruppe ihr Know-how in die moderierte Diskussion ein. So konnte auch die vierte Forumsveranstaltung im September 2008 Wissenstransfer, nützliche Synergien und ein wachsendes Kompetenz-Netzwerk fördern.

Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender und Gründer der MEIERHOFER AG
Prof. Dr. Wolfgang Riedel, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Krankenhauswesen IfK, Braunschweig
Forums-Sponsor Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender der MEIERHOFER AG, griff das Thema auf: „Das vollständige KIS - Illusion oder nahe Zukunft?“. Selbstredend sollte das KIS in erster Linie ein einheitliches Patientenmanagement unterstützen. „Dazu muss die Integration in die ERP-Verfahren gewährleistet sein“, betont der Münchner AG-Chef. „Neben der Integration ist eine leistungsstarke Workflow-Unterstützung wohl das wichtigste Kriterium, das ein KIS erfüllen sollte.“ Zu weiteren Merkmalen, die ein vollständiges KIS ausmachen, zählt Meierhofer Interoperabilität, Benutzerfreundlichkeit und eine innovative Plattformen.
„Wir lassen uns nicht kaufen“
Das technologische Potenzial für viele vorwärts weisende Anwendungen sei vorhanden. Die taktische Technologie-Politik der Industrie steckt jedoch - im eigenen Marktinteresse - klare Grenzen ab. Auswirkungen für den Anwender sind allzu bekannt. „Die Investitionsbereitschaft der Einrichtungen im Gesundheitswesen steckt die Grenzen ab, nicht die Technologie-Politik der Industrie“, meinte Matthias Meierhofer. „Dabei bewegen sich im Gegenteil die Anbieter immer stärker aufeinander zu und definieren gemeinsam die Eigenschaften, die eine fortschrittliche IT-Lösung kennzeichnen.“

Gerhard Härdter, Leiter Servicecenter IT, Klinikum Stuttgart
Thorsten Schütz, Abteilungsleiter EDV im Klinikum Itzehoe
Vorstandsvorsitzender und Gründer Matthias Meierhofer gab auch Einblicke in sein Unternehmen. 1987 erfolgte die Gründung der MEIERHOFER EDV-Beratung, 2000 die Umfirmierung in die MEIERHOFER AG. 2003 war das Jahr der technologischen Neuausrichtung auf Basis von Microsoft .NET. 2004 ging MCC.NET an den Markt und die Münchner erhielten die Zertifizierung nach „SAP Certified Integration“. Ab 2005 begann mit der Übernahme der „Centricity EPR“-Sparte der GE Healthcare eine Erfolgsstory. Wollen sich Mittelständler gegenüber Global Player behaupten, müssen sie Erfolgsfaktoren besitzen. Matthias Meierhofer zählt konsequente Kundenorientierung dazu ebenso wie Unternehmenskompetenz und Mitarbeiter-Motivation für hohen Einsatz. Zu Konsolidierungstendenzen im Markt meinte er: „Wir lassen uns nicht kaufen.“
SOA für das Krankenhaus
Gesprächspunkt war ebenfalls SOA. Eine „serviceorientierte Architektur“ stellt eine flexible, anpassbare IT-Architektur dar, die eine verteilte Datenverarbeitung unterstützt. SOA hat sich in verschiedenen Branchen bereits bewährt. Prof. Dr. Wolfgang Riedel, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Krankenhauswesen IfK in Braunschweig stieß die Diskussion an, ob SOA nur Mogelpackung aus dem Marketing oder gelebte Produktstrategie in der Klinik-IT-Welt iat. Fazit: Für das Krankenhaus kann die serviceorientierte Architektur eine Erleichterung darstellen, für Anbieter ein Wettbewerbsmerkmal.
Wie Krankenhäuser einmal getroffene Produktentscheidungen korrigieren können, ist eine vieldiskutierte Frage. Eine Einführung in die Problematik gab Exclusiv Circle Member Thorsten Schütz, Abteilungsleiter EDV im Klinikum Itzehoe. Rechtzeitig die Trennung vorbereiten gehört ebenso dazu wie die Prüfung, ob eine Trennung – besonders mit Blick auf den Aufwand, aber auch die Qualität alternativer Angebote – tatsächlich gerechtfertigt ist.
Beratungsangebote – nicht von der Stange
Wenn Beratungsangebote nur von der Stange kommen und zudem lediglich monetäre Aspekte enthalten, ist Gerhard Härdter, Leiter Servicecenter IT, Klinikum Stuttgart, äußerst skeptisch. Er stieß das Thema an, welche operativen und strategischen IT-Dienstleistungen Krankenhäuser benötigen und ob diese so marktverfügbar sind. „Um nutzbringende Services zu erhalten, kommt es auch auf die ausgebildete Struktur der IT an. Nicht zuletzt müssen Verhandlungen zwischen Verwaltungsmanagement, IT und Serviceanbieter offen und auf Augenhöhe geführt werden.“
Der fast schon private Kreis beim 4. Berliner Klinik-IT-Forum aus Krankenhaus-IT-Manager, Verwaltungsmanager, Berater und Lösungs-Anbieter war passender Rahmen für ungezwungene Gespräche, angeregt durch den Roof Club Brunch, Live-Cooking, Funky Food und schmackhaft leichte Weine. Beim Berliner Klinik-IT-Forum steht der offene Austausch der Teilnehmer untereinander sowie mit den Sprechern im Vordergrund. Ziele sind ein praxisbezogener, neutraler und kompetenter Überblick über IT-Schwerpunkte ebenso wie wertvolle Entscheidungshilfen bei der Einführung neuer oder der Optimierung bestehender Lösungen. Moderator des Forum war Wolf-Dietrich Lorenz, Chefredakteur des Krankenhaus IT Journals.
Das 5. Berliner Klinik-IT-Forum findet am 4. und 5. Dezember 2008 im Berliner Private Roof Club statt. Teilnehmen wird die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Frau Marion Caspers-Merck.












