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Veröffentlicht: 14.11.2008


 
 
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Die MEDICA ist und bleibt

der "Leuchtturm"


Interview mit Horst Giesen, Projektleiter der MEDICA



Entwicklungen im Gesundheitswesen (wie die eGK) ebenso wie in der Messelandschaft (Berlin, Frankfurt am Main) geben für Veranstalter neue Impulse. Horst Giesen, MEDICA-Projektleiter der Messe Düsseldorf GmbH, bezieht Stellung.
 


Horst Giesen: „Nirgendwo sonst erreichen Aussteller im Übrigen ein so internationales Publikum.“


KH-IT Journal: Wie spiegelt sich die aktuelle gesundheitspolitische Entwicklung (EPA, eGK etc.) bei den Themen der Messe und Aussteller wider?

Horst Giesen: Die Themen eGK und EPA werden durch die zahlreichen Angebote der Aussteller aufgegriffen. Zugleich thematisiert das Telemedizinforum MEDICA MEDIA alle aktuellen Aspekte dazu. Wenngleich die eGK erst einmal nur in sehr "abgespeckter" Form kommt, steht ihr "Roll-out" kurz bevor. Damit dürfte das Interesse der Anwender an entsprechender Hard- und Software zu diesem Thema sehr hoch sein. Unser Themenpark MEDICA MEDIA wird sich auch in diesem Jahr wieder ausführlich mit diesem Themenkomplex befassen und eine Fülle von Vorträgen dazu bieten. 
 
KH-IT Journal: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch gleich zwei neue Medizin-IT-Fachmessen (conHIT und HealthCareManagement 2009) auf den IT-Bereich der MEDICA?

Horst Giesen: Es gibt eine Fülle von etablierten und auch neuen Veranstaltungen gerade im IT-Sektor.  Die MEDICA ist und bleibt der "Leuchtturm" auch für den Bereich der medizinischen IT. Dafür sprechen die äußerst konstante Entwicklung der Ausstellerbeteiligung in den letzten Jahren sowie das anhaltend hohe Besucherinteresse für medizinische IT im Rahmen der MEDICA. 
 
KH-IT Journal: Mit welchem Alleinstellungsmerkmal mit Blick auf die Medizin-IT positioniert sich die MEDICA in der Messelandschaft?

Horst Giesen: Die MEDICA erreicht sowohl Entscheider aus dem stationären als auch ambulanten Bereich - und zwar gleichermaßen Ärzte und Vertreter des Managements. In diesem Zusammenhang kann auf die für die Fachmesse positive Wirkung des parallelen Krankenhaustages sowie des MEDICA Kongress verwiesen werden. Nirgendwo sonst erreichen Aussteller im Übrigen ein so internationales Publikum. Hervorzuheben ist auch, dass die MEDICA alle relevanten Schnittstellenbereiche medizinischer IT thematisiert wie zum Beispiel Elektromedizin/ Medizintechnik oder Labortechnik. Wie wichtig dieser Schnittstellen-Aspekt ist, zeigen die aktuellen Trends z. B. hinsichtlich Telepathologie, Teleradiologie oder der so genannten PACS-Systeme (Bildspeicherung).

Nur noch wenige Tage bis zur MEDICA



Die weltgrößte Medizinmesse MEDICA 2008 in Düsseldorf (19. bis 22. November) mit mehr als 4.200 Ausstellern aus 65 Nationen zeigt auf, welche Trends sich auch im Medizin-IT-Bereich abzeichnen. Zu den Highlights der Messe zählt die Vernetzung der Akteure, die elektronischen Patientenakten, der telemedizinische Austausch zwischen Arzt und Patient und natürlich das IT-Großprojekt „elektronische Gesundheitskarte“.


Ein Top-Thema ist die mit schnellen Schritten voranschreitende Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen durch entsprechende neue Applikationen insbesondere der medizinischen IT. Seit langer Zeit wartet Deutschland auf die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) für alle Krankenversicherten. Nun wird die Karte zwar in Kürze ausgegeben, jedoch vorerst nur mit sehr eingeschränktem Funktionsumfang. Auf eine zentrale Speicherung von Patientendaten realisiert durch den „Zugangsschlüssel“ eGK konnten sich die relevanten in das Projekt eingebundenen Vertreter aus Ärzteschaft, Politik, Krankenkassen oder seitens der Apotheker allerdings bislang nicht einigen. Ungeachtet dessen demonstriert die Industrie bereits, was technisch möglich ist im Sinne einer effizienten Steuerung von Behandlungsprozessen. Im Rahmen der MEDICA 2008 werden zahlreiche Unternehmen aus dem IT-Bereich ihre aktuellen Lösungen zur Ausgestaltung elektronischer Patientenakten vorstellen. Schon jetzt gibt es etliche Projekte der erfolgreichen intersektoralen Zusammenarbeit von Kliniken etwa mit zuweisenden Ärzten mittels des Zugriffes auf Daten aus elektronischen Patientenakten.

Niedergelassene Ärzte folgen digitalem Trend

Auch immer mehr Arztnetze entdecken den Nutzen der elektronischen Patientenakten. Die Ärzte in den Netzen wollen nicht mehr ständig auf Papier angewiesen sein, wenn sie Patienten innerhalb des Netzwerks weiter überweisen. Und das nicht nur in Deutschland. So hat das Walldorfer Unternehmen ICW kürzlich 400 Haus- und Fachärzte im Großraum Los Angeles mit seiner Netzakte „Professional Exchange Server“ vernetzt. In Deutschland kommt diese Lösung im Raum Heidelberg zum Einsatz.

Wenngleich es in den USA bereits von großen Softwareunternehmen erste Lösungsansätze gibt von Gesundheitsakten, die durch den Patienten selbst über das Internet gepflegt und genutzt werden können, werden sich derartige Angebote wohl nicht so schnell in Deutschland etablieren. Diese Einschätzung vermittelt Prof. Dr. Frank Ückert vom Universitätsklinikum Münster. „Der Web 2.0-Gedanke befindet sich bezogen auf die Interaktion von Patienten und Versorgern hierzulande noch in der Frühphase. Und bis jetzt scheinen viele Patienten auch noch nicht den konkreten Nutzen für sich zu sehen, der sich aus der eigenen Ausgestaltung einer Gesundheitsakte ergeben könnte. Das sieht natürlich hinsichtlich der Kommunikation von professionellen Anbietern untereinander ganz anders aus“, so Ückert in Anspielung auf die in Kliniknetzen bereits im Einsatz befindlichen elektronischen Patientenakten.

Dauer-Messethema eGK

Auf die eine oder andere Weise ist die elektronische Gesundheitskarte (eGK) seit Jahren ein Thema auch bei der MEDICA. Kurz nach der Messe 2008 soll in der Region Nordrhein der „Rollout“ der neuen Karten starten. Es ist freilich eher ein vorsichtiges Herantasten an die neue digitale Welt, das da stattfinden wird. Ab Ende des Jahres, spätestens im ersten Quartal 2009, erhalten alle niedergelassenen Ärzte in der Region Nordrhein neue Kartenlesegeräte, „eHealth-BCS-Kartenterminals“ genannt. Diese Geräte kommen sowohl mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte als auch mit der alten Krankenversichertenkarte klar. Mehrere Hersteller haben entsprechende Geräte entwickelt und befinden sich derzeit im Zulassungsprozess. Bei der MEDICA 2008 können sich die Besucher über die Funktionsweise informieren.
Herzstück für die Online-Anbindung der Praxen ist ein spezieller Router, der ein sicheres Kommunikationsnetzwerk aufbaut und ankommende Daten analysiert, ein so genanntes Hardware-VPN (VPN = Virtual Private Network). Unter dem Namen „Konnektor“ werden solche Router auch für die elektronische Gesundheitskarte entwickelt. Dabei sorgen die Konnektoren auch dafür, dass Daten verschlüsselt übertragen werden.

Telemedizin bindet Patienten ein

Wie ein telemedizinischer Austausch zwischen Arzt und Patient sinnvoll vonstatten gehen könnte, zeigen Mess- und Überwachungssysteme zur persönlichen Gesundheitsvorsorge. So sollen Patienten ohne spezielle technische und medizinische Fachkenntnisse verschiedene Körperparameter (Blutdruck, Blutzucker, Herzratenvariabilität, Körperfettwerte) ermitteln und Langzeit-Risiken für bestimmte Krankheiten abschätzen können.
Ein weiteres Beispiel für Vernetzung von Akteuren in der Gesundheitsversorgung stellt der private Klinikbetreiber Asklepios vor. Im Klinik-Konzept „Future Hospital“ unter dem Schlagwort „One-IT“ integriert Asklepios seine an verschiedenen Klinikstandorten sitzenden medizinischen Spezialisten (mit ihren Computerarbeitsplätzen) in ein IT-Netzwerk. Auf Basis dieser standardisierten Infrastruktur können Ärzte, gleich an welchem Standort sie sich befinden, sich mit ihren Kollegen austauschen, Diagnose und Therapie eines Patienten besprechen und sich zum Beispiel gemeinsam Röntgen- und Ultraschallbilder am Bildschirm ansehen.

Neue Anwendungen  durch Telemonitoring
Ein Geschäftsfeld von wachsender Bedeutung ist „Ambient Assisted Living“ (AAL), für das der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE, Frankfurt a.M.) ein rasantes Wachstum mit großen Potenzialen für Deutschland erwartet. Dank der guten Position bei IT-Systemen, Mikrosystemtechnik und Robotik könnte Deutschland AAL zu einem Exportschlager machen, denn vom demographischen Wandel sind alle Industrieländer gleichermaßen betroffen. Mit dieser Entwicklung steigt der Bedarf an medizinischer und pflegerischer Versorgung. Das Spektrum der Anwendungen reicht vom Tele-EKG und RFID-Teppichen zur Kontrolle der Lebensfunktionen über die zentrale Kommunikations-Steuerkonsole am Bett bis hin zu automatisierten Sicherungs- und Notfallsystemen. Gleich um welche Komponenten es für derartige Systeme geht, kann die COMPAMED – Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizinischen Fertigung im Rahmen der MEDICA – das passende Know-how anbieten.
Eine Zunahme der Krebsfälle und der Trend zur Spezialisierung stellen die ohnehin kleiner werdende Gruppe der Fachärzte für Pathologie vor erhebliche Probleme. Patienten müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen, bis sie ihre Diagnose bekommen. Digitalisierung und Online-Versand von Pathologiedaten können aus diesem diagnostischen Dilemma durch die Telemedizin in Form der so genannten „virtuellen Mikroskopie“ bieten.

Mitmach-Web für Internet-Nutzer

Die Mitwirkung der Internet-Nutzer ist – unter dem Begriff „Web 2.0“ zusammengefasst – bereits zum Modewort geworden. Diese Form der elektronischen Einflussnahme hat zumindest in der deutschen Medizin noch Seltenheitswert. Deshalb verwundert es auch nicht, dass der neuartige Service „Google-Health“, als eine für das breite Publikum bestimmte internetbasierte Gesundheitsakte, von vielen Ärzten lapidar als „StudiVZ für Kranke“ verspottet wird. Doch eine vorschnelle Verurteilung derartiger Dienste scheint nicht geboten. Denn mit Microsoft springt noch ein weiterer Software- und Internetgigant auf den Zug auf und hat mit Partnern ein ähnliches Angebot gestartet. Hauptziel: Es sollen internationale Standards gesetzt werden. Geschieht dies, dann dürfte kaum noch interessant sein, welche Anforderungen Patienten, Ärzte, Krankenkassen und Datenschützer an die elektronische Gesundheitskarte hier zu Lande stellen. Sie drohte dann veraltet zu sein, bevor sie überhaupt irgendwann eingeführt ist.
Elektronische Gesundheitsakten sollen Patienten die sichere Ablage, Verwaltung und Weitergabe ihrer medizinischen Daten über das Internet ermöglichen. Dass in Ländern wie den USA medizinische Projekte im Sinne des Web 2.0 weiter fortgeschritten sind, hängt nach Expertenansicht damit zusammen, dass dort die Versicherten eine größere Selbstverantwortung trügen. Aber auch für Deutschland gilt: Der Druck zu mehr Selbstverantwortung wächst – und damit das Bedürfnis, die eigenen Daten selbst zu verwalten und zu überwachen. Zudem altern jetzt Generationen, deren technische Kenntnisse größer sind als diejenigen der heutigen Alten.

Spielekonsolen in therapeutischer Mission

Es ist unstrittig: Exzessiv genossen, stellen Computerspiele ein Risiko für Gesundheit und psychische Entwicklung dar. Neuerdings geht der Trend bei Computerspielen allerdings in die andere Richtung – sie werden therapeutisch wertvoll. Wohldosiert und unter therapeutischer Aufsicht lassen sich damit auch einige medizinisch ausgesprochen nützliche Dinge tun. Aus diesen Gründen rücken derartige PC-Applikationen verstärkt in den Fokus des Fach-Interesses auch auf der MEDICA. Weniger auf die Psyche als eher auf die motorischen Steuersysteme von Patienten (und Messebesucher) zielen Computerspiele, die eine gesunde Lebensweise unterstützen wollen unter dem Motto „Mobile Fitness“.
www.medica.de


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