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Veröffentlicht: 18.08.2005


Eindeutige Patientenidentifikation und Elektronische Kommunikation  

Der VHitG (Verband der Hersteller von Informationstechnologie für das Gesundheitswesen) e. V. hat im Mai eine Projektgruppe ins Leben gerufen, deren Aufgabe es ist, den intersektoralen Austausch von Nachrichten und strukturierten Dokumenten im medizinischen Kontext zu ermöglichen. Ziel ist, ausgewählte Behandlungsprozesse zu bearbeiten und im Sinne der integrierten Versorgung den Austausch von Daten und Prozessinformationen sowie deren Weiterverarbeitung zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor zu ermöglichen. Die Lösungen werden auf Basis der Rahmen- und Lösungsarchitektur erarbeitet und sollen den Kommunikationsaustausch zwischen den am Markt etablierten Produkten erlauben. Dabei konzentriert sich die Initiative in diesem Jahr auf zwei Kernbereiche:

1. Die eindeutige Zuordnung der elektronisch übermittelten medizinischen Informationen zu einem Patienten in einem IT-System (eindeutige Patientenidentifikation);

2. die elektronische Kommunikation von medizinischen Dokumenten am Beispiel Arztbrief.  

Diese beiden Arbeitspakete stellen die Basis für zukünftige Entwicklungen dar und werden als so genannte "Profile" in einem technischen Framework als Implementierungsleitfaden für Anwender und Entwickler neben weiteren Profilen beschrieben. Die Arbeiten basieren auf bestehenden Standards (HL7 Version 3, CDA Release 2), die entsprechend weiterentwickelt und in internationale Standards zurückgeführt werden. Die Ergebnisse werden letztendlich öffentlich publiziert und stehen allen Marktteilnehmern zur Verfügung.    

Die Arbeitspakete
Die Initiative wird sich im ersten Jahr auf zwei zentrale Bereiche beim intersektoralen Austausch der Daten konzentrieren: 

a. Die eindeutige Patientenidentifikation

In Deutschland verfügen Patienten zur Administration ihrer medizinischen Daten über keine eindeutige Identifikation ihrer Person in Form einer eindeutigen Nummer. Dies kann zur Erzeugung von Dubletten und/oder Fehlzuordnungen in der medizinischen Dokumentation führen. Hieraus entstehen nicht nur erhebliche Kosten, sondern auch die Gefahr von falsch zugeordneten Diagnosen und Behandlungen mit den entsprechenden Risiken für den Patienten. Diese Probleme werden mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte nicht von allein gelöst: Nicht berücksichtigt werden beispielsweise Selbstzahler oder Patienten, die zur Behandlung ihre Karte vergessen haben. Auch die IT-seitige Zuordnung von Behandlungsdaten deutscher Patienten im Ausland sowie ausländischer Patienten in Deutschland können von der elektronischen Gesundheitskarte nicht erfasst werden. Die VHitG-Initiative erarbeitet in dem Arbeitspaket für diese Fragestellungen eine generelle Lösung. Ziel der eindeutigen Patientenidentifikation ist, zukünftig patientenbezogene Informationen - wie Teile der elektronischen Patientenakte - organisationsübergreifend auszutauschen und fehlerfrei einem Patienten zuzuordnen. Dadurch wird das Klinik- und Praxispersonal nachhaltig von unnötigen bürokratischen Aufgaben entlastet und kann sich stärker seiner eigentlichen Aufgabe - der Behandlung der Patienten - widmen. Für die technische Umsetzung kommen HL7 Version 3 und die internationalen Erfahrungen und Vorarbeiten der IHE-Initiative mit ihrem Profil "Patient Identifier Cross-referencing" (PIX) zur Anwendung. 

b. Der Arztbrief
Mit der elektronischen Übermittlung des Arztbriefes soll eine schnelle und sichere Kommunikation von medizinischen Informationen unter Klinik- und niedergelassenen Haus- und Fachärzten realisiert werden. Vorteil eines solchen elektronischen Arztbriefes für den Patienten ist eine einheitliche, zwischen den Sektoren abgestimmte und auf vollständigen Informationen basierende Dokumentation. Auf einer fehlerhaften Kommunikation beruhende Behandlungs- und Medikationsfehler sowie teure und belastende Doppeluntersuchungen werden so erheblich reduziert. Alle Informationen der Voruntersuchungen des Patienten können strukturiert in das IT-System der Leistungserbringer übernommen werden, so dass die behandelnden Ärzte einen direkten Zugriff auf den im Arztbrief beschriebenen Behandlungsprozess und -status ihrer Patienten erhalten.Mit der Entwicklung des Arztbriefes auf Basis HL7 Version 3 sowie CDA Release 2 wird neben dem eRezept in Deutschland erstmals flächendeckend HL7 Version 3 zum Einsatz kommen. Die Arbeiten dienen zudem als Grundlage zur künftigen Entwicklung fachspezifischer Fragestellungen, wie z. B. der elektronischen Übermittlung von DMPs oder bestimmten medizinischen Schwerpunkten.Neben diesen ersten beiden Profilen werden weitere Geschäftsvorfälle bearbeitet, in denen die Schaffung interoperabler Lösungen einen nachhaltigen Beitrag zur Prozessoptimierung, Kostenreduktion und Entbürokratisierung im Gesundheitswesen darstellt.

Die Teilnehmer
Das Team der Initiative setzt sich aus Experten von 14 VHitG-Mitgliedsunternehmen zusammen: Cymed, DOCexpert, fliegeldata, GSD, GWI, Health-Comm, ID, InterComponentWare, iSOFT, ITB, MCS, Medos, RZV und Siemens. Seitens des VHitG-Vorstands betreut Jens Naumann, Geschäftsführer von DOCexpert, die Initiative. Weiterhin konnte Dr. Jörg Haas, Agfa-GWI, für die strategische Leitung gewonnen werden. Mit der operativen Führung wurde Andreas Kassner, VHitG-Fachreferent für Technologie und Interoperabilität, beauftragt. Die Initiative ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und verfügt für Projektmanagement, Labortests und weitere Aufgaben über ein Budget von 500.000 Euro.
 
www.vhitg.de
info@vhitg.de
   

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