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Veröffentlicht: 08.05.2010



Grenzen durch

Vernetzung überwinden


KH IT-Frühjahrstagung 2010 in Konstanz



IT-Anwendungen und weniger IT-lastige Technik bestimmten die Themen auf der Frühjahrstagung des Bundesverbandes der Krankenhaus-IT-Leiter/-Leiterinnen KH-IT am 5. und 6. Mai 2010 im Klinikum Konstanz. Dabei ermöglicht die IT-Vernetzung der Leistungserbringer neue Impulse - intern wie extern. Die Frage im Motto der Veranstaltung „Vernetzung ohne Grenzen?“ konnten die Referenten positiv beantworten.


  
Eröffnung der Veranstaltung durch Heiko Ries, Vorsitzender KH-IT
(Hören Sie dazu das exklusive Interview)



Begrüßung durch Rainer Ott, Geschäftsführer des Klinikums Konstanz

Dass Vernetzung kein rein technisches Thema ist, machte Prof. Dr. Peter Haas schon im Auftakt klar. Beispiel Mega-Projekt „eGK“.  Noch sind bei dem wohl größten deutschen Vernetzungsprojekt „eGK“ Herausforderungen ungelöst.



Prof. Dr. Peter Haas, FH Dortmund: Praxisanforderungen an die Telematik im Krankenhaus

Zur Telematikinfrastruktur gehören eine „verteilt-offene / geschlossene“ Plattform und Interoperabilität. Hinzukommen Bausteine wie ein flexibles Import/Export-Modul für das KIS zur Informationsverteilung oder ein Event-getriggertes Messaging-System, zudem plausible Signaturregeln. Soweit die Technologie. Ebenso wichtig ist es jedoch, gab der Branchenexperte und Wissenschaftler mit auf den Weg, gleichzeitig Vertrauenswürdigkeit zu schaffen und aufrecht zu erhalten. „Für Anbieter eine Menge zu tun, für Krankenhäuser eine Menge umzusetzen.“ (Hören Sie dazu das exklusive Interview)

Die IT in Krankenhäusern steht vor neuen Herausforderungen: Eine Vielzahl neuer Verfahren muss in die bestehende IT-Landschaft integriert werden. Im Hause bereits etablierte Standards bleiben oft unzureichend berücksichtigt, die Zahl der unterschiedlichen Software-Anwendungen wächst weiter an, alle Verfahren sind in den IT-Support mit aufzunehmen, oft ohne Berücksichtigung des Mehr-Bedarfs an Service-Personal und dessen Qualifizierung. Zudem sind die hiermit verbundenen Prozesse aufeinander abzustimmen und zu optimieren. Mit jedem neuen Verfahren sind auch die Erfordernisse der IT-Sicherheit zu organisieren. Diese Thematiken erörterten 140 IT-Verantwortliche auf der KH-IT-Frühjahrstagung in Konstanz. Tele-Services im Krankenhaus, Praxistauglichkeit der Tele-Radiologie sowie der Tele-Medizin standen im Mittelpunkt zusammen mit Perspektiven zur optimalen Einbindung in die Prozesse des Krankenhauses. Die Industrie-Ausstellung schlug dabei die Brücke zu Produkten und Services.



Gottfried Antpöhler, KVHB, KV-SafeNet: Sichere Kommunikation zwischen Einrichtungen im Gesundheitswesen

Vielerlei Grenzen sind in der Tele-Medizin zu überwinden, etwa bei der IT-Einbindung von niedergelassenen Ärzten. „Die Technik ist unverständlich“, begründete Gottfried Antpöhler, KVHB, KV-SafeNet, deren häufige Skepsis. Zudem lebt der einzelne Arzt in dem kleinen Kosmos seines Praxisverwaltungssystems. Davon sind über 150 Produkte verbreitet. Daher vernetzt das KV-SafeNet in einem vom Internet getrennten Netzwerk Vertragsärzte, Teilnehmer  und KVen.

Marktmachtstrategische Aktivitäten der Industrie



Frank Oemig, AGFA HealthCare: Standards für die Integration von Praxis VS Plug&Play – Anspruch oder Wirklichkeit?

Technik-Standards eröffnen jedoch noch lange keinen geradlinigen Weg. Vielfach schaffen Anbieter eigene Schleichpfade, „marktmachtstrategische Aktivitäten der Industrie“, wie Prof. Haas pointierte, weg vom offenen Gelände. „Man kämpft mangels Standards an vielen Ecken, meist unnötig“, bekannte daher Interfaces + Standards-Experte Frank Oemig von AGFA HealthCare. Doch auch die oft unzureichend genutzten Potenziale von Standards durch die Anwender tragen hierzu bei.



Dipl. Wirt. Ing. (FH) Martin Klingler: Vernetzung von Sprache und Daten im Krankenhaus - Aktuelle Mobilitätskonzepte
im Überblick


Zur Vernetzung gehören Mobilitätskonzepte. Beim Überblick über DECT, WLAN und GSM/UMTS kristallisierte sich heraus: der zukunftsweisenden Technik für Vernetzung von Sprache und Daten im Krankenhaus mangelt es an Sicherheit, wenn Anwender, wie Berater Martin Klingler feststellen muss, viel zu häufig Kompromisse wählen. Multi-Services wie GSM/UMTS bieten zwar die zukunftsorientierte Kombination von Sprache, Daten und Alarmdiensten, jedoch steigt bei bislang nur wenigen Providern die Gefahr der Abhängigkeit. (Hören Sie dazu das exklusive Interview)

Praxisimpulse durch erprobte Lösungen




Horst-Dieter Beha, IT-Leiter Klinikum Konstanz: Teledienste im Klinikum Konstanz





Florian Steiger, Spital Davos: Erfahrungen aus der Organisation eines Radiologieverbundes in der Schweiz

Praxisimpulse gaben Lösungen wie „Teledienste im Klinikum Konstanz“, Horst-Dieter Beha, IT-Leiter Klinikum Konstanz. „Erfahrungen aus der Organisation eines Radiologieverbundes in der Schweiz“ teilte IT-Reliability-Experte Florian Steiger, Spital Davos, mit. Details über die „Entwicklung eines strukturierten Konzepts für die Vernetzung von Telediensten“ im Klinikum Braunschweig stellte Rüdiger Gruetz vor. Spannungsfelder bei „Anforderungen an die teleradiologische Vernetzung von KH-Einrichtungen“ markierte Dr. Wolfram Dölken, Chefarzt in der Radiologie MK Siegen, nach dem Motto „Regularien versus IT“. (Hören Sie dazu das exklusive Interview)



Rüdiger Gruetz, Klinikum Braunschweig: Entwicklung eines strukturierten Konzepts für die Vernetzung von Telediensten im Krankenhaus



Dr. Wolfram Dölken, CA Radiologie MK Siegen: Anforderungen an die teleradiologische Vernetzung von Krankenhaus-Einrichtungen

Zunehmend Anwendungen und weniger IT-lastige Themen bestimmen die Diskussion, wie der Programminhalt erkennen ließ. „Partnership for the Heart“ ist ein Beispiel neuer „Patientenzentriertheit“ in der Telemedizin. In diesem Forschungs- und Entwicklungsprojekt haben Partner aus Medizin und Industrie ein mobiles System zur telemedizinischen Betreuung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ("Herzschwäche") entworfen.



Dr. Michael Schieber, Robert-Bosch-Krankenhaus
Martin Bräcklein, Robert Bosch Healthcare GmbH: Telemedizin für Patienten - Partnership for the Heart


Derzeit noch ein Prototyp, haben die Akteure Dr. Michael Schieber, Robert-Bosch-Krankenhaus, und Martin Bräcklein, Robert Bosch Healthcare GmbH, als Perspektive die „Serienreife“ für „Telemedizin auf Rezept“.

Strategie: Lobbying und Benchmarking

Vernetzung mit Meinungsbildnern stabilisiert den Wertfaktor IT im Krankenhaus. Helmut Schlegel, Leiter Informationsverarbeitung des Klinikums Nürnberg, ist im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft als Vertreter des Deutschen Städtetages in den Fachausschuss für Daten-Information und Kommunikation aktiv.



Helmut Schlegel, Klinikum Nürnberg: Lobbyarbeit zur IT im Krankenhaus über die Deutsche Krankenhausgesellschaft im Dt. Städtetag, Fachausschuss IT und Kommunikation

Zu den bekannten Themen gehören die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte innerhalb der Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen, die Datenübertragung zu den Kostenträgern und die IT-technische Unterstützung der DRG-Abrechnung. Angesprochen sind vor allem die Kostenträger, die Industrie (BITKOM, VHitG usw.), die Organisationen der ambulanten Versorgung und die Politik. „Meine Zielsetzung in dem Gremium „Fachausschuss für Daten-Information und Kommunikation“ ist es Themen einzubringen, die uns IT-Leiter im Krankenhaus betreffen und bei denen uns eine zentrale Meinung sowie die Entwicklung eines Standards helfen würde“, erläuterte „Lobbyist Schlegel“.  Er ruft seine IT-Kollegen auf, mitzuwirken und ihm weitere übergreifende Themen (per Mail: Helmut.Schlegel@klinikum-nuernberg.de ) vorzuschlagen.



Thorsten Schütz, IT-Leiter im Klinikum Itzehoe, unterstützt die Interessensvernetzung der Anwendervereine in Deutschland

Der Vorstand des KHIT hat Thorsten Schütz, IT-Leiter im Klinikum Itzehoe, berufen, sich um die Interessensvernetzung der Anwendervereine in Deutschland zu kümmern und als zentraler Ansprechpartner des Verbandes zur Verfügung zu stehen. Seine Aufgabe besteht darin, diesen  Bereich neu aufzubauen, gemeinsame Interessen der Anwendervereine herauszuarbeiten, zu bündeln und daraus praktische Impulse für die alle Beteiligten und die Mitglieder des Verbandes abzuleiten.



Prof. Anke Simon, KH-IT-Beirätin: AK Benchmarking – erste Ergebnisse

Neben „Lobbying“ bot das Programm als weiteres strategisches Thema „Benchmarking“. Ein Arbeitskreis aus 14 Krankenhäusern erarbeitet auf vertraulicher Basis Kosten- und Leistungskennzahlen, Status quo bei IT Service/ITIL oder auch Anwenderzufriedenheit. AK-Leiterin Anke Simon gibt der Selbstbewertung des IT Managements für den Dialog mit der Klinikführung einen hohen Stellenwert. Die ehemalige IT-Leiterin und heutige Professorin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart regt zum Mitmachen an (simon@kh-it.de ): Deadline für die nächste Runde ist am 30.7.2010. (Hören Sie dazu das exklusive Interview)

Anwender-Interessen unter einem gemeinsamen Dach



(vlnr) Vernetzung der Interessenvertretungen: Dr. Wolfram Dölken, IG Software e.V.; Eva-Luise Ruckriegel, DSAG Krankenhaus; Robert Dworschak, Siemens-Anwenderkreis; Kai Metelmann, ORBIS-Anwendergruppe e.V.; Jürg Lindenmann, Verein Gesundheits-Informatik,Schweiz.

Einen besonderen Aspekt des Programms bildete der Meinungsaustausch von IT-Anwenderverbänden über ihre Vernetzung. „Zur Bewältigung der Aufgaben ist der Austausch über die Anforderungen,  die an die IT gestellt werden, und damit verbunden die Diskussion optimaler Lösungsmöglichkeiten ebenso wichtig wie inhaltliche Aspekte“, meinte Heiko Ries, Vorsitzender des KH IT, Verein Gesundheits-Informatik. Technikbezogene Anwenderverbände (Siemens, Agfa) fanden mit neutralen Verbänden (IG Soft, KH IT, Verein Gesundheits-Informatik aus der Schweiz) ins Gespräch und zum Resümee: eine Zusammenarbeit bei herstellerübergreifenden Themen unter einem gemeinsamen Dach macht Sinn.
 


Kaffeepause: Industrieausstellung, Erfahrungsaustausch und informelle Gespräche. Die 17 Aussteller konnten sich über rege Ansprache mit Fachdiskussionen freuen.




Offener Erfahrungsaustausch zwischen Kollegen bei der gemeinsamen Abendveranstaltung auf der Insel Mainau. Gemütlicher Rahmen war der bekannte „Comturey-Keller“ mit Spezialitäten rund ums schwäbische Meer

Referenten im Überblick



Bernd Behrend, stellvertretender Vorsitzender KH-IT erläuterte in seinem Vortrag die "Ziele der Vernetzung"


Andreas Barchfeld, Altonaer Kinderkrankenhaus, sein Vortrag: "Organisation heterogener Kommunikationsverbindungen im Krankenhaus"



Günter Gartner, KH-IT, er stellte die Industrie-Ausstellung vor




Prof. Dr. Martin Staemmler, Beirat KH-IT, er fasste die "Take-Home-Points der Tagung" zusammen



Michael Thoss, Vorstand KH-IT, er gab die Vorschau auf die Herbsttagung 2010 in Erfurt

Was an KH IT-Tagungen gelobt und genutzt wird, ist die Gelegenheit zum offenen Erfahrungsaustausch unter Kollegen. Raum dazu bot die Frühjahrstagung 2010 im Klinikum Konstanz reichlich – bei Diskussionen, in Pausengesprächen und nicht zuletzt bei der gemeinsamen Abendveranstaltung. Die Herbsttagung 2010 findet vom 22. bis 23. 9. 2010 in Erfurt statt. Schwerpunkt ist IT-Qualifizierung: Konzepte, Methoden und Lösungen für Weiter- sowie Fortbildung bei Medizin, Pflege und der IT selbst.

Wolf-Dietrich Lorenz

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