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Veröffentlicht: 14.09.2005


Die „Mittelstands-Initiative Arztpraxis-EDV“ sieht den freien Wettbewerb in der Branche durch KV-eigene Softwarelösungen gefährdet. Anlass ist das jüngste Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), der Gmünder Ersatzkasse (GEK) und der AOK Bayern. Die Prüfung von Krankenversichertenkarten findet hierbei komplett ohne Einbeziehung der Praxissoftwareanbieter und unter Einsatz KV-eigener Software statt. Die Initiative Praxis-EDV bietet ihre Unterstützung an – „im Sinne von Qualität und minimalem Zeitaufwand für die Ärzte“, wie ihr Sprecher Jens Naumann erklärt.    

Mehr Licht ins Dunkel eines besonders sensiblen Bereiches des Gesundheitswesens, nämlich den Einsatz von Krankenversichertenkarten, zu bringen – so lautet der Anspruch eines Modellvorhabens, das die Gmünder ErsatzKasse GEK, die AOK Bayern und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) in München vorstellten. "Im Gegensatz zu ähnlichen Vorhaben, die eine Prüfungspflicht auf Arztpraxen verlagern und zudem relativ ungenau sind, wird dabei anhand tagesaktueller Daten online in den Praxen geprüft, ob die vorgelegte Chipkarte des Patienten gültig ist." Die Projektpartner erwarten dadurch empirisch fundierte Informationen über mögliche Betrugsfälle, um für die im Jahr 2006 geplante Einführung  der elektronische Gesundheitskarte gerüstet zu sein. Weitere Beteiligte bei der Realisation des Projekts sind die Unternehmen TeleCash, InterCard, Ingenico, Deutsche Apotheker- und Ärztebank sowie DGN Deutsches Gesundheitsnetz.  

KVB-Software läuft in den Praxen parallel zur Praxissoftware

Zum Einsatz kommt dabei eine von der KVB entwickelte Software, die in den Praxen der teilnehmenden Ärzte parallel zur Praxissoftware läuft. „Die Branche wurde weder bei der Planung noch bei der Umsetzung des Modellprojektes einbezogen, beklagt die Initiative Arztpraxis-EDV“, moniert Jens Naumann. „Wir begrüßen alle Anstrengungen zur Eindämmung des Krankenversichertenkarten-Missbrauchs“, erklärt er weiter und verweist darauf, dass bereits viele Teilnehmer der Initiative die sog. Verax-Liste einsetzen. Ein Verfahren, das mittlerweile in über 50.000 Praxen effizient und unter enger Integration in die Praxissoftware abgelaufene oder erschwindelte Krankenversichertenkarten erkennt.  

In einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der KVB, Dr. Axel Munte, äußerte die Initiative Arztpraxis-EDV nun in mehrfacher Hinsicht ihre Bedenken. Naumann sieht „mit Sorge, dass unser profundes und langjähriges Wissen um die Anforderungen an IT in einer Arztpraxis nicht einbezogen wird“. Die Unternehmen am Markt verstehen sich als „Praktiker vor Ort“. Durch engen Kontakt und enge Zusammenarbeit mit den Ärzten seien innerhalb von vielen Jahren „gewachsene und optimale Software-Angebote für jeden Anspruch entstanden“, erklärt der Sprecher der Initiative.
  

KVB: Durch Teilnahme der AOK Bayern wird die Aussagekraft erhöht

Die Initiatoren des KV-Modellprojektes merken an: Durch die zusätzliche Teilnahme der AOK, die in Bayern rund 4,3 Millionen Versicherte hat, wird die Datenbasis erhöht und damit auch die Aussagekraft der gewonnen Zahlen wesentlich gesteigert. „Der Aufwand steht in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen“, so Dr. Helmut Platzer, der Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Inzwischen haben weitere Krankenkassen ebenfalls ihr Interesse an einer Mitwirkung an dem Modellvorhaben signalisiert.
  

Auf der Strecke: praxisnahe Lösungen sowie Arbeitsplätze in der freien Industrie


Die Branche der Praxissoftwareanbieter befürchtet, dass der Weg der KV Bayerns „im Kleinen“ beginne, um dann bei der elektronischen Gesundheitskarte „im Großen zu enden“. „Auf der Strecke blieben dann die praxisnahen Lösungen, die den Erfolg der Gesundheitskarte ausmachen“, mahnt Naumann. Würde das Schreckgespenst der Branche leibhaftig stünden eine Vielzahl von Arbeitsplätzen in der freien Industrie auf dem Spiel.
Auch unter diesem Aspekt werben die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Initiative für eine Zusammenarbeit bei den Planungen zur Umsetzung der elektronischen Gesundheitskarte mit KVen und Kassen.

So wendet sich die Mittelstands-Initiative Arztpraxis-EDV nun per Brief an die Initiatoren des Modellprojektes und bietet ihre Mitarbeit an mit dem Ziel, „gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die sich ohne nennenswerten Mehraufwand für den Arzt mit der eingesetzten Praxis-Software umsetzen lassen“.  


www.initiative-praxis-edv.de
www.kvb.de

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