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Veröffentlicht: 05.03.2012


IT kann Herausforderungen im

Gesundheitswesen meistern

8. Führungskräfte-Meeting am Meer 2012

Aktuelle strategische Themen für das Gesundheitswesen standen am 23. und 24. Februar 2012 auf der Agenda des 8. Führungskräfte-Meetings 2012 in Heiligendamm. Experten aus Theorie und Praxis gaben zur IT-Optimierung im Gesundheitswesen Trendaussagen und Handlungsempfehlungen.



Burg Hohenzollern
Mit der Burg Hohenzollern hatte einst Großherzog Paul Friedrich sich und seiner Gemahlin einen Traum erfüllt. Heute residiert man unter Zinnen und Giebeln in neun luxuriösen Doppelzimmern sowie neun Suiten.

Mehr als eine Antwort lässt sich auf die Frage finden, welche Themen derzeit den IT-Healthcare Bereich beherrschen. Beim Meeting am Meer 2012 gehörten für die rund 70 Verantwortlichen aus Krankenhaus und Industrie finanzielle Probleme in vielen Kliniken, unklare Mobile Computing-Konzepte oder auch die unausgereifte Prozessoptimierung beim Einsatz digitaler Archivierung von Patientenakten und Verwaltungsakten dazu. Veranstalter Prof. Dr. Wolfgang Riedel bot dem entsprechend für IT-Verantwortlichen vielfältige Themen-Anreize mit Akutwirkung: Business Intelligence im Krankenhaus als Instrument für die operative und strategische Unternehmenssteuerung, mobile Computing Healthcare mit mobilen Anwendungen im Klinikbereich und dabei der Einsatz vom iPad im Klinikalltag. Nicht zuletzt geht es um Antworten darauf, wie IT und Medizintechnik zusammenwachsen und was bei der Healthcare-Software nun als Medizinprodukt gilt.

Veranstalter Prof. Wolfgang Riedel, IfK Institut für Krankenhauswesen: „Krankenhäuser sollen ihre aktuellen Themen zur Prozessoptimierung und dem IKT-Umfeld zur Diskussion stellen und Anregungen für die zukünftige Strategie mitnehmen können."

Einen besonderen Kernpunkt im Programm für Investitionen und Innovationen markierte Business Intelligence. „BI“ sollte im Krankenhaus als Instrument für die operative und strategische Unternehmenssteuerung eingesetzt werden, betonte Andreas Münch vom Klinikum Ingolstadt. Derzeit klaffen Kosten und Erlöse auseinander, die Budgetsteigerung reicht nicht aus, Differenzen gehen nicht selten in die Millionen. Daher sei die Konzentration auf vorhandene Daten und deren Interpretation nötig, um operative und strategische Fragen zu beantworten. Wie Andreas Münch am Beispiel Ingolstadt zeigte, muss nicht jedes Krankenhaus dabei das Rad neu erfinden.

Mobile Visite, Medizin-IT und Cloud

Papierloses Arbeiten im Intensivbereich stellte beispielhaft Dr. Jacob Steen Andersen, State University Hospital, Kopenhagen, vor und zeigte, wie sich Leistung und Qualität steigern lassen. Die Digitale Visite verlangt zuvor klare konzeptionelle Kriterien, nicht allein für die Hardwareauswahl, zu der Stromversorgung und LAN / WLAN-Anschluss gehören. Auch ist nicht jedes Gerät für jeden Prozess geeignet. Ein ortsunabhängiger Zugriff auf die Online-Akte, Datenerfassung am Point-of-Care und möglichst großer Verzicht auf Papier machen Prozessoptimierungen erforderlich.

Dr. Jacob Steen Andersen, State University Hospital, Copenhagen: Papierloses Arbeiten mit CIS im Intensivbereich - Electronic patient record in intensive care – improving healthcare performance and quality management



Jörn Hamdorf, die Firma Daintel ApS, Kopenhagen ist IT-Dienstleister der State University Kopenhagen

Elektronische Fieberkurven sind im Stationsalltag in zahlreiche Prozesse eingebunden. Die größte Herausforderung für eine elektronische Fieberkurve stellt derzeit jedoch die ärztliche Visite dar. Eine Weiterentwicklung als mobile elektronische Patientenkurve stellte Bastian Bleisinger mit der VMobile-Lösung vor.

Ob mobile Visite, IT und Medizin oder Cloud - Sicherheit der sensiblen Daten ist ein äußerst wichtiger Aspekt, bei dem Authentifizierung und Single-Sign-On, verschlüsselte Datenübertragung und kein Verbleib von Daten auf dem Endgerät einige entscheidende Stichpunkte darstellen. Im Krankenhausbereich sollte kein „work around“ möglich sein. Bei Outtasking, Managed Services und Cloud tun sich Krankenhäuser noch schwer, Prioritäten zu setzen und vor allem den Benefit zu formulieren. Erfolg damit konnte der IT Leiter Christian Lesching beim Betrieb einer privaten Cloud für 28 angeschlossene Standorte der RNR AG – P vermelden.

Wolf-Dietrich Lorenz, Chefredakteur, Krankenhaus IT-Journal: Moderierte beim Meeting am Meer 2012 die Diskussion zwischen den Teilnehmern, die etwa zur Hälfte aus Industrie sowie aus Kliniken kamen.

Mobile Computing kann die Krankenhaus-IT-Landschaft drastisch wandeln. Der Desktop-PC wird zunehmend durch mobile Geräte ergänzt oder ersetzt. Immer mehr Fachkräfte im Krankenhaus wollen ihren eigenen Computer als Mobilgerät einsetzen – Buzzword „Bring Your Own Device“ BYOD. Allerdings ist zwischen Fiktion und Realität zu trennen, besonders was den Einsatz vom iPad im Klinikalltag betrifft, wie Dr. Armin Will vom Uniklinikum Schleswig-Holstein aufzeigte.

eHealth, Telecare und Vernetzung

In der Session „eHealth und Telecare“ präsentierte Prof. Dr. Gero Strauss, IRDC, das „Surgical Deck“ und klinische Erfahrungen mit einem vollintegrierten spezialchirurgischen OP-Saal. Neue Mensch-Maschine-Schnittstellen durch Gestensteuerung kennzeichnen dieses Assistenzsystem ebenso wie ein digitales Patientenmodell. Qualität und Performace gelten als Maximen für den OP, in dem eine Belegungsminute 40 Euro kostet.

rechts: Prof. Dr. Gero Strauss, IRDC, Leipzig: Das Surgical Deck: Erste klinische Erfahrungen mit einem vollintegrierten spezialchirurgischen OP-Saal, links Wolf-Dietrich Lorenz, Krankenhaus-IT Journal

Kommunikation und Vernetzung im Gesundheitswesen sind strategische Faktoren für Kliniken. „Das Einweiserportal ist der Grundstock für eine sektorenübergreifende Kommunikations-Infrastruktur“, meinten Stefan A. Rösch und Dr. Martin Krajci. In ihrem Erfahrungsbericht über die Projektumsetzung eines Zuweiserportals zeigten sie, wie eine komplexe Thematik anwenderfreundlich umgesetzt wurde und die notwendige Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung gefördert wird. Das workflowintegrierte Einweiserbeziehungsmanagement soll Grundlage für bestehende und künftige Anforderungen bilden wie GEO-Marketing, Telemedizin, Belegungsmanagement oder auch Patientenportal.

Vernetzung im Gesundheitswesen kennzeichnen teleradiologische Verfahren, die die Stabilisierung der medizinischen Versorgung vor Ort sicherstellen können, wie Felix Katt, Leiter Informationstechnologie, Unfallkrankenhaus Berlin, erklärte.

Tipps für weitere Herausforderungen

"Innovative Kommunikationslösungen zählen im Gesundheitswesen zu den Schlüsselkomponenten, durch die sich künftige zentrale Challenges im Gesundheitswesen meistern lassen", postulierte Prof. Dr. Wolfgang Riedel. Hierher gehört Unified Communications und Collaboration (UCC), wie auch Volkmar Rudat betonte. Der Leiter Consultant Relations Siemens Enterprise Communications gab den führenden Branchenvertretern zu weiteren Herausforderungen einige Tipps: der allgegenwärtige Kostendruck kann sich durch Prozessoptimierung via UCC, die Optimierung von Infrastrukturen sowie Managed und Cloud Services lindern lassen. Ebenso im kritischen Blick stand die Wettbewerbssituation der Kliniken, wobei eine Steigerung des Patientenkomforts am Bett und die Optimierung der Kommunikation zu Patienten und Einweisern einen Vorsprung bringen können. Nicht zuletzt ist „Patientensicherheit“ durch Hochverfügbarkeit im Katastrophenfall, automatische Alarmierungen sowie sichere Identifizierung und Lokalisierung festzuschreiben. Ein künftiger Treiber ist zweifellos die demografische Entwicklung. Sie fordert Effizienzsteigerung durch Mobilisierung von Prozessen sowie Aufbau und Betrieb von Präventionsnetzwerken.

Die Vorträge



Business Intelligence im Krankenhaus als Instrument für die operative und strategische Unternehmenssteuerung, links: Andreas Münch, Klinikum Ingolstadt, rechts: Berhard Rawein, Leiter Geschäftsfeld Gesundheitswirtschaft, Datalog



Bastian Bleisinger, Vmobile, Erlangen: Die praxiserprobte mobile elektronische Patientenkurve ‚VMobile‘



Dr. Armin Will, Uniklinikum Schleswig-Holstein: Zwischen Fiktion & Realität - der Einsatz vom iPad im Klinikalltag



Dieter Lüders, Geschäftsbereich IT - Klinische Systeme, Universitätsklinikum Münster: Papierlose Patientendokumentation durch mobile IT


Gregor Kern, Rubbermaid Medical Solutions: Mehr als "Mobile Visite! Was Mobile Computing noch so alles ins Rollen bringen kann



John Ovali, Evidian: Authentifizierung und Single Sign On (SSO) im Krankenhausbereich

Der Betrieb einer privaten Cloud für 28 angeschlossene Standorte der RNR AG - P, Christian Lesching, Leiter IT der RNR AG, Leverkusen




Der Betrieb einer privaten Cloud für 28 angeschlossene Standorte der RNR AG - P, Carsten Kramschneider, HP Account Manager Healthcare, Hewlett Packard storage networks



Wolfgang Loos, Dt. Gesellschaft für Telemedizin: Telemedizin auf dem Weg in die Regelversorgung


Felix Katt, Leiter Informationstechnologie, Unfallkrankenhaus Berlin: Telemedizin am Unfallkrankenhaus Berlin




Citrix: Aktuelle Version der Citrix-Lösung für mobile Geräte, Sven Schmidt, Citrix




rechts: Stefan A. Rösch, Kath. Krankenhaus St. Johann Nepomuk, Erfurt: Workflowintegriertes Einweiserbeziehungsmanagement: Erfahrungsbericht über die Projektumsetzung eines Zuweiserportals links: Dr. Martin Krajci, Kath. Krankenhaus St. Johann Nepomuk, Erfurt: Workflowintegriertes Einweiserbeziehungsmanagement: Erfahrungsbericht über die Projektumsetzung eines Zuweiserportals



Volkmar Rudat, Leiter Consultant Relations Siemens Enterprise Communications, München: Innovative Kommunikationslösungen im Gesundheitswesen


Sven Winter, QualiLife AG, CH Opfikon, Nils F. Wittig, Unternehmensentwicklung, Verbundklinikum Landkreis Ansbach: Eine neue Generation von Bedside-Terminals - ein Praxisbericht



Eine neue Generation von Bedside-Terminals - ein Praxisbericht: Christian Jordan, Microsoft Deutschland



Eine neue Generation von Bedside-Terminals - ein Praxisbericht: Niels F. Wittig, Verbundklinikum Landkreis Ansbach


2013 wieder in Heiligendamm

Beim Meeting am Meer 2012 fand eine ausgewogene Diskussion zwischen den Teilnehmern statt, die etwa zur Hälfte aus Industrie sowie aus Kliniken kamen. „Krankenhäuser sollen ihre aktuellen Themen zur Prozessoptimierung und dem IKT-Umfeld zur Diskussion stellen und Anregungen für die zukünftige Strategie mitnehmen können“, gibt Prof. Riedel auch für das 9. Führungskräfte-Meeting 2013 am 14. und 15. Februar 2013 in Heiligendamm bekannt. Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben, daher empfiehlt er eine schnelle Anmeldung.

Außenansicht Hotel Heiligendamm

Abendveranstaltung - Networking

www.Meeting-am-Meer.de
www.ifk-braunschweig.de

von Wolf-Dietrich Lorenz

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