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Veröffentlicht: 20.12.2013


T-Systems kauft das Healthcare-
IT-Geschäft der BrightOne GmbH


„In diesem Jahr der wichtigste Schritt für unser Geschäftsfeld“

Die T-Systems International GmbH, die IT-Tochter der Deutschen Telekom AG, baut ihre Position im Gesundheitswesen weiter aus und erwirbt dazu von der Aurelius AG das Healthcare IT-Geschäft der BrightOne GmbH (ehemals Tieto). 200 Tieto-Mitarbeiter aus Deutschland, den Niederlanden und dem Entwicklungsstandort Indien wechseln im Rahmen der Akquisition zur Telekom. Die Kartellbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen. Hiermit wird bis Ende Januar 2014 gerechnet.



Dr. Axel Wehmeier, Leiter des Konzerngeschäftsfeldes Gesundheit: „Die Übernahme ist in diesem Jahr der wichtigste Schritt für unser Geschäftsfeld. Damit werden wir in diesem umsatzstarken Bereich einer der führenden Anbieter.“

„Die Anwender wären froh, wenn ein strategischer Investor ins Bild treten würde“, meinte zur MEDICA 2013 ein IT-Verantwortlicher gegenüber Krankenhaus IT Journal. Gerüchte über einen erneuten Verkauf waren seit einiger Zeit im Markt zu hören. Dann sei auch zu hoffen, dass das BrightOne-KIS „iMedOne“ weiterentwickelt werde - auch wenn es ein schwieriger Markt sei. Nach Eindruck von Anwendern sei hier noch einiges nachzuholen. Der Münchner AURELIUS Konzern hatte die Tieto Deutschland GmbH, Eschborn, Anfang 2013 übernommen getreu dem Motto: „Wir übernehmen Unternehmen, deren Zukunftsfähigkeit, Arbeitsplätze und Marktposition wir durch aktive operative und finanzielle Unterstützung sichern und langfristig weiterentwickeln.“




Dr. Dirk Markus, Vorstandsvorsitzender der AURELIUS AG: „Selbstverständlich verkaufen wir auch immer wieder mal ein Unternehmen, wenn sich dafür eine gute Gelegenheit ergibt. Hier haben wir aber keinen Zeitdruck.“

Jetzt ist der BrightOne-Weiterverkauf von AURELIUS an T-Systems amtlich. Die BrightOne GmbH ist Hersteller des Krankenhausinformationssystems (KIS) „iMedOne“ und gehört mit 200 Kunden und über 100.000 Nutzern zu den fünf größten Anbietern in Deutschland, so T-Systems. In diesem Markt betreiben der KIS-Hersteller und T-Systems bereits seit Jahren eine Vertriebskooperation. T-Systems besitzt kein KIS-Konkurrenzprodukt, für „iMedOne“-Kunden besteht offenbar kaum eine Gefahr eines unfreiwilligen Systemwechsels.
Darüber hinaus versorgt das Unternehmen über 550 Krankenhäuser mit Software für Hygiene-Management und ist hiermit in Deutschland Marktführer. Die T-Systems übernimmt auch das Healthcare-Geschäft der BrightOne in den Niederlanden mit Labor-Fachsystemen für die Pathologie sowie Lösungen für nationale Datenregister der niederländischen Gesundheitsorganisationen.



Reinhard Clemens, Vorstand Deutsche Telekom T-Systems: „Mit der Übernahme stellen wir uns in diesem Markt stark auf.“

„Die Digitalisierung schreitet im Gesundheitsmarkt immer weiter voran. Für T-Systems ist das ein vielversprechendes strategisches Zukunftsfeld. Der Bedarf an IT-Leistungen aus der Cloud wird weiter wachsen. Mit der Übernahme stellen wir uns in diesem Markt stark auf“, erklärt Reinhard Clemens, Vorstand Deutsche Telekom T-Systems. „Die Übernahme ist in diesem Jahr der wichtigste Schritt für unser Geschäftsfeld. Damit werden wir in diesem umsatzstarken Bereich einer der führenden Anbieter“, ergänzt Dr. Axel Wehmeier, Leiter des Konzerngeschäftsfeldes Gesundheit.

Cloud-Angebote für Krankenhäuser

Durch die Akquisition will die Telekom ihr Portfolio um ein eigenes KIS-Angebot erweitern und dadurch im Gesundheitswesen weiter zulegen. Mit anderen Kliniken oder Fachärzten verbundene Krankenhäuser sind ein Eckpfeiler für das vernetzte Gesundheitswesen der Zukunft. Krankenhausinformationssysteme haben bei Gesundheitsdaten eine zentrale Rolle.

Wachstum will die Telekom auch über die im Rahmen der Transaktion gewonnenen Kunden erzielen. Diese sollen aus einer Hand Telekommunikations- und E-Health-Leistungen erhalten. Dabei setzt die Telekom langfristig auf Cloud-Lösungen. Die Kunden sollen künftig etwa ihr Krankenhausinformationssystem aus der Wolke beziehen und beispielsweise ihre Langzeitarchive über die Telekom-Netze aus den hochsicheren Rechenzentren des Konzerns nutzen. Auch mit Telemedizin-Leistungen will die Telekom künftig bei den Krankenhäusern wachsen, ebenso mit Molbilgeräten, zum Beispiel für die Visite am Krankenbett. Hierfür steht den Kunden die mobile App „iMedOne Mobile“ zur Verfügung.

Entertainment für Patienten

Auch mit Patienten-Entertain, einer Krankenhausvariante ihres Internet-Fernsehangebotes will die Telekom punkten. Moderne TV-Unterhaltung am Krankenbett hat sich zu einem Wettbewerbsfaktor im Klinikmarkt entwickelt. Mehrere Krankenhäuser hat T-Systems bereits mit der Technik erfolgreich ausgestattet, etwa das Klinikum Schwarzwald-Baar oder die Asklepios-Klinik in Stadtroda. Über das Telekom-Fernsehen können die Patienten zeitversetzt Programme und Videos schauen, im Internet surfen, ihr Essen bestellen oder wichtige Behandlungstermine im Blick behalten.

Deutsche Telekom baut Gesundheits-Engagement aus

Die Deutsche Telekom baut ihr Engagement im Gesundheitswesen kontinuierlich aus und hat dazu 2010 im Rahmen ihrer Intelligente-Netze-Strategie das Geschäftsfeld Gesundheit ins Leben gerufen. Themen in diesem Bereich sind neben der Betreuung von Patienten aus der Ferne digitale Messgeräte für Smartphones, Tablet-PCs für die Arztvisite im Krankenhaus, Klinik-IT, Assistenz- und Notfallsysteme für das Leben im Alter und die elektronische Gesundheitskarte. Erst kürzlich hatte die Telekom Ausschreibungen der Gematik für die elektronische Gesundheitskarte gewonnen. Als Generalunternehmer wird die Telekom in Sachsen und Bayern groß angelegte Online-Feldtests durchführen. Diese gelten als Generalprobe für den bundesweiten Start der vernetzten elektronischen Gesundheitskarte.

Gute Gelegenheit

Offenbar hat sich für die Akteure eine gute Gelegenheit ergeben. Welche Meilensteine für einen Wiederverkauf von „Tieto Healthcare“ erreicht sein müssten, erklärte Anfang 2013 Dr. Dirk Markus, Vorstandsvorsitzender der AURELIUS AG, gegenüber dem Krankenhaus IT Journal: „Uns geht es zunächst darum, unsere Geschäftsbereiche aktiv weiter auszubauen und das Unternehmen weiterzuentwickeln. AURELIUS versteht sich dabei als langfristiges Good Home für seine Tochtergesellschaften. Im Vordergrund stehen zunächst das Bündeln von Kompetenzen und damit auch die Wertsteigerung des Unternehmens. Wir sind grundsätzlich daran interessiert, unsere Tochterunternehmen über mehrere Jahre im Portfolio zu halten. Selbstverständlich verkaufen wir auch immer wieder mal ein Unternehmen, wenn sich dafür eine gute Gelegenheit ergibt. Hier haben wir aber keinen Zeitdruck.“

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