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Veröffentlicht: 17.03.2014



Die aktuellen Probleme im
Gesundheitswesen lösen


Führungskräfte-Meeting in Heiligendamm feierte 10jähriges Jubiläum




Auch in diesem Jahr trafen sich Führungskräfte aus Krankenhäusern und Lösungsanbieter im ältesten deutschen Seebad Heiligendamm an der Ostsee. Sie diskutierten aktuelle Themen und strategische Aspekte für modernes Klinikmanagement und tauschten praxisbezogen ihre Erfahrungen aus. Der Veranstalter Prof. Dr. Wolfgang Riedel, IfK, und seine Gäste feierten das 10jährige Jubiläum des renommierten Events.


„Das Chaos wird automatisiert – immer noch“, kritisierte Prof. Heinz Lohmann in seiner Keynote vor handverlesenen Führungskräften die aktuelle Situation im Gesundheitswesen.



Prof. Heinz Lohmann, Lohmann konzept: Vom Handbetrieb zur Automatik – mit strukturierter Medizin zum Erfolg.

Dabei sei es höchste Zeit, vom Handbetrieb zur Automatik und mit strukturierter Medizin zum Erfolg zu kommen, so der Berater in der Gesundheitswirtschaft. (Schauen Sie dazu das Interview über Markt- oder Planwirtschaft bei Healthcare sowie die Balance zwischen Medizinanbietern und „Konsumenten“) Kliniken müssten modernisiert werden. Treiber des Wandels dabei sind begrenzte Mittel, zunehmende Transferleistungen und erheblicher Kostendruck. Neue Strategien, Geschäftsmodelle und Marktkräfte werden daher an Bedeutung gewinnen. „Wichtig sind vor allem mündige Patienten, die als Kunden und Konsumenten aktiv ihre Anforderungen anmelden“, resümierte Prof. Heinz Lohmann.





Der große Ballsaal des Grandhotels Heiligendamm bot wieder den würdigen Rahmen diese Meetings.



Moderation der Diskussionen: (v. l.)Veranstalter Prof. Dr. Wolfgang Riedel und Wolf-Dietrich Lorenz, Chefredaktion Krankenhaus-IT-Journal

Zum Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen gehören vernetzte Strukturen, messbare Qualität und neue Anwendungsfelder, etwa die personalisierte Medizin. Dafür sind Informationen im Krankenhaus mit geeigneter Logistik zu transportieren. Allerdings tut sich die IT heute noch schwer, den „Zoo von Anwendungen“ in den Häusern zu beherrschen. Doch auch die Industrie hat Klimmzüge vor sich, um ihre Marktposition zu halten. „Die KIS-Anbieter müssen für 2020 gewappnet sein“, so meinte Timo Baumann, Telekom Healthcare Solutions. Die Konzentration der KH-IT bezieht sich dabei darauf, dass Anwender die IT in einem zeitgemäßen Ordnungs-Rahmen nutzen können. „Gefragt sind passende Darreichungsformen der Technologiepartner“, stellten Teilnehmer einer Diskussionsrunde heraus. „Hierbei geht es darum, Standards zu nutzen und Gesundheitsdaten von den Anwendungen zu abstrahieren.“





KIS-Diskussionsrunde: oben (v. l.) Holger Cordes, Cerner Deutschland, Dr. Bernhard Thibaut, SAP Deutschland
unten: Timo Baumann, Telekom Healthcare Solutions, Christoph Becker, CGM Systema


Metamorphose des KIS

Hinter diesem Szenarium kündigt sich eine Metamorphose des bisher bekannten KIS an. In den letzten Jahren entwickelte sich die Diskussion weg von den zentralen Krankenhaus-Informationssystemen hin zu einer größeren Breite von medizinischen Anwendungssystemen. Nicht mehr das zentrale KIS mit proprietärer Datenbank steht im Fokus, die Strategie ist heute auf eine ganzheitliche elektronische Patientenakte mit Daten und Bildern aus diversen (Sub-) Systemen ausgerichtet.
„Krankenhäuser müssen erkennen, dass sie sich Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern schaffen müssen, bei gleichzeitiger Umsetzung eines hohen Digitalisierungsgrads ihrer klinischen Prozesse“, waren sich die Teilnehmer einig. Anbieter von Integrationslösungen für alle Arten von Systemen könnten dabei an Bedeutung gewinnen. Dabei ist das universelle Patientendossier Kernstück zukunftskompatibler Gesundheitsversorgung. „Die Daten- und Prozesshoheit liegen bei den Kliniken“, unterstrich Bernd Bischof von den Main-Kinzig-Kliniken den Selbstbestimmungsgedanken. Effektive Datenlogistik führe über eine Integrationsplattform, die Unabhängigkeit von der Fachapplikationsebene herstelle.

Mobilität im Gesundheitswesen

Zugleich verändert das Thema „Mobilität im Gesundheitswesen“ die Abläufe in den Kliniken sowie Ambulanzen und damit den Einsatz von IT-Lösungen einschneidend. Ein Beispiel ist die Zentralklinik Bad Berka. Sie wies eine Gesamtfallzahl 2012 von 43.706 auf, 778 aufgestellte Betten und rund 1.700 Mitarbeiter. Eine Prozessanalyse förderte zu Tage: Anwender, die eine Vielzahl an Dokumentation mehrfach betreiben, frustrierte Anwender, die mit ihren Forderungen wenig unterstützt werden, und ein papierreiches Krankenhaus mit hohem Aufwand für Archivierung. „Prozesse mit sollten Eigenschaften haben wie: Schlank und effizient, transparent und standardisiert“, beschrieb Robert Kette die Perspektiven für eine übergreifende Service-Organisation. Als Ziel nannte der Leiter Technische Dienste und Projektmanagement: „Möglichst eine elektronische Ablage aller Informationen und damit jederzeitige dezentrale Verfügbarkeit.“ Sie sehen Licht am Ende des Tunnels: die WLAN - Infrastruktur erfolgt gerade, ebenso wie die Festlegung von Prioritäten. Prozessverbesserung und Standardisierung kann schlummernde Potentiale heben. „In diesem Projekt werden Anwender nicht zum Getriebenen, sondern zum Treiber“, so das optimistische Fazit von Robert Kette.





Die Referenten der zweitägigen Veranstaltung (Namen siehe unten)

IT-Konzepte integrativ gestalten


Torsten Emmerich, Leiter Kommunikationstechnik, Katholische St. Johannes Gesellschaft Dortmund, hat im Krankenhausverbund seit 2004 das Visus PACS, seit 2006 Orbis sowie ein „fast“ flächendeckendes WLAN in allen Krankenhäusern mit ca. 1200 Endgeräten in Betrieb. „Der Weg zur Mobilität führt über das mobile Endgerät, wobei sich KIS- oder andere Anwendungen auf das Gerät laden lassen und alles an jedem Platz möglich ist.“ Dafür sind Aspekte nötig wie Sicherheit und Management, WLAN-Verschlüsselung, Vorhaltung der Daten, Zugriffssicherheit und MDM. Über bisherige Umsetzung der mobilen Anwendung berichtete Torsten Emmerich: „Beim KIS ist dies bisher schwierig, beim PACS Viewer erzielen wir eine gute Resonanz.“

IT-Konzepte im Healthcarebereich sind wohl nicht immer so integrativ zu gestalten wie in der Immanuel Klinik Rüdersdorf. In dem 402 Betten-Haus war für Geschäftsführer Alexander Mommert und sein Team durch einen Neubau die Realisierung der Unternehmensziele wie höchstmöglicher Gesundheitsgewinn, Prozessoptimierung und Qualitätsmanagement sowie Ressourcen und Vernetzung, aber auch gesundheitsfördernde Unternehmenskultur möglich.




Diskussionsrunde: Stand und Ausblick der IP-Kommunikation und Patientenlösungen: (v.l.) Ralf Uhlemann, Regional Manager Healthcare MicrosoftHermann Kamp, Clinicall, Bernd Jaskotka, Unify

Lösungen für IP-Kommunikation


KIS, Integration und Mobilität sowie Arzneimitteltherapiesicherheit ebenso wie IP-Kommunikation für Kliniken waren Kernpunkte in der intensiven Diskussion. Lösungen, Technologiereports und Marktübersichten gaben den Klinikmanagern in Heiligendamm fachliche Orientierung. Zum Themenbogen zählte auch „Rechnungswesen und Business Intelligence“, die für Kliniken nach wie vor wichtig sind. SAP ist dabei eine Option. Wie David-Ruben Thies, Geschäftsführer und Knut Hüneke, Projekt- und Prozessmanagement, beide „Rudolf Elle“ Waldkrankenhaus Eisenberg GmbH, betonten, seien Aufwände der jeweiligen Moduleinführung geringer als befürchtet, aber dennoch aufwändig. Unterstützung bei der Bewältigung bringen können vordefinierte, krankenhausspezifische (und ÖD-spezifische) Lösungen.
Doch auch die Frage nach Finanzierungsunterstützung für öffentliche sowie private Häuser führte zum Disput. Anlass: der „Fall Calw: Wettbewerbsverzerrung oder erlaubte Hilfe?“, wie ihn Bernhard Ziegler, Geschäftsführer des Klinikums Itzehoe und IVKK, engagiert vorstellte.





Abendessen mit Programm und Networking im Skyrestaurant Hotel Neptun in Warnemünde - "Krankenschwester Salmonella" sorgte für lustige Sketche.



Orientierung für das Management


In den vergangenen zehn Jahren vermittelten die Führungskräfte-Meetings in Heiligendamm Beispiele und Lösungsansätze sowie Strategien zu Klinikorganisation, Prozessoptimierung sowie Informations- und Kommunikationstechnik. An ihnen konnten sich Anwender wie auch Anbieter im Gesundheitswesen zielgerichtet orientieren. Wie die Teilnehmer der zehn Führungskräfte-Meetings in Heiligendamm unisono über die Jahre zufrieden betonten: „Diskussion und Austausch neuer Lösungsansätze unterstützen uns nachhaltig bei unseren Aufgaben.“

Die Referenten und ihre Vorträge



Timo Baumann, Telekom Healthcare Solutions: Warum die Krankenhäuser mit dem heutigen KIS nicht leben können - Trends und Rahmenbedingungen, Zukunft der Krankenhaus-Informationssysteme?


Bernhard Ziegler, Klinikum Itzehoe und IVKK: Der Fall Calw: Wettbewerbsverzerrung oder erlaubte Hilfe?


Robert Kette, Zentralklinik Bad Berka: Mobile Prozesse verändern den Klinikalltag – Ergebnisse einer Prozessanalyse


Torsten Emmerich, Kath. St.-Johannes-Gesellschaft, Dortmund:Mobiler Viewer – reicht das? Aspekte eines Mobile Clients – Infrastruktur, Management, Integration


Bernd Bischof, Main-Kinzig-Kliniken, und Hendrik Riedel, CSC: health engine: der Weg zum vernetzten und prozessgesteuerten Krankenhaus


Alexander Mommert, Immanuel Klinik Rüdersdorf: Integratives und innovatives IT-Konzept
– mehr Zeit und Qualität für Patienten

Achim Klesen, Marcus Vog, LVR-InfoKom: Cloud aber sicher! Lösungen für sensible Daten aus Klinik und Verwaltung


David-Ruben Thies, „Rudolf Elle“ Waldkrankenhaus
Eisenberg: Rechnungswesen und Business Intelligence für Kliniken mit oder ohne SAP? Pflichterfüllung oder strategisches Element moderner Klinikführung?


Knut Hüneke, „Rudolf Elle“ Waldkrankenhaus
Eisenberg: Rechnungswesen und Business Intelligence für Kliniken mit oder ohne SAP? Pflichterfüllung oder strategisches Element moderner Klinikführung?


Jochen Müdsam, Extreme Networks: Multiservice Netzwerkinfrastrukturen im Klinikbetrieb – Technologiereport


Thomas Pettinger, Thieme Compliance: Digitale Patientenaufklärung und Archivierung:
Überblick und Lösungsansätze

Alexander Berger (TILAK): IT-gestützte Ersteinschätzung von Patienten in der Notaufnahme
Anwenderbericht zum Triage-System


Dr. Marcus Hahn, Bochum: Arzneimitteltherapiesicherheit – AMTS: Sicherheit für den Patienten, aber wie? Technologiereport und Anwenderbericht

Jens Kaltschmidt, Dosing GmbH
Qualitätssicherung der Arzneimittel-Therapie durch ein Expertensystem


Dr. Michael Hübschen, Telekom Healthcare Solutions: Vernetztes Gesundheitswesen und eHealth – Lösungsreport

Das nächste Führungskräfte-Meeting ist für 19. und 20. Februar 2015 in Heiligendamm geplant.

von Wolf-Dietrich Lorenz

www.meeting-am-meer.de


Im TV-Interview



Prof. Heinz Lohmann, Lohmann konzept



Führungskräfte-Meeting-Gast Lothar Hoheisel, ITZ Medicom, über zehn Jahre in der Healthcare-Branche.



Im Interview Führungskräfte-Meeting-Gast Thorsten Schütz, Leiter IT/BO, Klinikum Itzehoe: gelungener Informationstransfer



Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Riedel über zehn Jahre „Meeting am Meer“

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