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Veröffentlicht: 11.07.2014

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Mobility: Schub für die
Healthcare-Zukunft


Kongress stellt wichtige Mobilitätskonzepte vor


Das Maritim Hotel am Schlossgarten Fulda war der Veranstaltungsort des 2. Mobility-Kongresses in Fulda

Der Kongress „Die IT im Gesundheitswesen wird mobil“ am 2. und 3. Juli 2014 in Fulda griff wichtige Themen auf, die für Mobilitätskonzepte erforderlich sind. Zu Anwendungen, Prozessen und Sicherheit sowie Investitionsperspektiven erörterten Referenten aus Krankenhaus und Industrie Kernpunkte zur professionellen Mobilität im Gesundheitswesen. Veranstalter war Prof. Wolfgang Riedel, Institut für Krankenhauswesen – IfK.



Rund 100 Teilnehmer waren zum 2.Mobility Kongress nach Fulda gereist

Die rasante Verbreitung von Smartphones und Tablets und den zugehörigen Anwendungen (Apps) im privaten Bereich hat den Durchbruch für mobile Applikationen im Gesundheitswesen gebracht. Ärzte und Pflegekräfte werden die Daten ihrer Patienten künftig immer öfter an beliebigen Orten erfassen und aufrufen und sich von den Zwängen stationärer Computer lösen wollen. Prognosen gehen dahin, dass zunehmend stationäre PCs von Mobilgeräten verdrängt werden und die Anwender im Gesundheitswesen damit schneller und zeitnäher wichtige Daten erfassen und abrufen können.



Prof. Dr. Wolfgang Riedel, Institut für Krankenhauswesen – IfK.: Aktueller Stand und Vorgehensweise bei der Umsetzung einer Mobility-Strategie im Mobilen Gesundheitswesen

Mit solchen Thesen bringt Prof. Wolfgang Riedel die Diskussion um Healthcare-Mobility in Schwung. „Die klassischen IT-Systeme werden sich massiv wandeln (müssen), Cloud und Mobile Computing werden den Healthcarebereich massiv verändern“, heißt es von dem Leiter des Instituts für Krankenhauswesen da. Oder noch pointierter: „Prozesse am und um den Patienten werden sich verändern (müssen), daraus folgt: Die Medizintechnik wird sich bezüglich IT weiterentwickeln und die klassischen IT-Aufgaben ergänzen bzw. ersetzen.“ Und: „IP-Kommunikation: neue Prozesse bedeuten neue Kommunikationsformen Collaboration. Neue Konzepte für Netzwerke sind erforderlich.“



Moderierten den Kongress: Wolf-Dietrich Lorenz, Chefredakteur Krankenhaus-IT Journal und Prof. Dr. Wolfgang Rieder vom ifK Braunschweig




Rege Diskussion: Heiko Ries (links) , IT-Leiter Vinzentius-Krankenhaus Landau und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes der Krankenhaus-IT Leiterinnen/Leiter e.v.



Mehrere Podiumsdiskussionen vertieften die Themen

Zukunft der Mobility in der Medizin


Damit war an beiden Tage beim Kongress „Die IT im Gesundheitswesen wird mobil“ für Gesprächsstoff gesorgt. Es drehte sich um das richtige persönliche Mobilgerät, die richtigen Anwendungen und die Frameworks als Integrationsplattform.

Im Mittelpunkt stand dabei die Prozessoptimierung für mobile Geräte. Sie zielt auf Prozesse, die relevant für den Erfolg eines Krankenhauses sind. Dazu gehören Patientendurchlauf, Leistungsanforderung/Befundrückmeldung und Qualitätssicherung (QS). Außerdem zählen dazu Medikation und Arzneimittelsicherheit, online-Dokumentation statt Papierdokumentation sowie Arztbriefschreibung, Einweisermanagement und Zuweiserkommunikation, aber auch Terminmanagement, Medizin-Controlling, Integration der Medizintechnik oder Authentifizierung der Nutzer (Single-Sign-On).

Markus Dietrich, Netcetera AG, fügte mit Blick auf geräteunabhängige Lösungen an: „Elektronische Patientendossiers werden über mobile Visiten optimal für den mobilen Einsatz aufbereitet. Administrative Daten, Laborberichte und weitere Informationen stehen dem Arzt online zur Verfügung. Beobachtungen und Notizen lassen sich mobil gleich während der Visite erfassen.“



Markus Dietrich, Netcetera AG: „Elektronische Patientendossiers werden über mobile Visiten optimal für den mobilen Einsatz aufbereitet"



Was Ärzte sich wünschen, ist BYOD. Unterstützt ein Unternehmen das Prinzip „Bring Your Own Device“ kann dies bares Geld sparen, zugleich jedoch Risiken wie Sicherheitslücken und Kontrollverlust der zentralen IT enthalten. Zur Integration der Geräte von Mitarbeitern sind Container für die Firmendaten und –anwendungen eine praktikable Lösung. Prof. Riedel gibt bei Investitionsplänen zu bedenken: „Das Angebot von Verwaltungswerkzeugen ist beinahe so schnelllebig wie die mobilen Systeme selbst.“



Benjamin Bastians (Deutsche Telekom): Sichere mobile Datenübertragung im Netz der Deutschen Telekom

Netzausbau ist für den breiten Einsatz von Mobility Voraussetzung. „Die Basis ist die Kombination der Technologien aus Festnetz, Mobilfunk und WLAN auf Basis des Internet Protokolls (IP)“, meinte Benjamin Bastians, Telekom Deutschland GmbH. In den integrierten Netz- und Technologieausbau nimmt die Telekom nach eigenen Angaben 23,5 Milliarden Euro in die Hand.

Neuer Fachtitel erscheint im August 2014

Die Krankenhaus-IT wird mobil. Die Zahl der IT-Lösungen im Krankenhaus wächst rasant. Immer mehr Anbieter

halten mobile Lösungen für ihre Klinikkunden bereit. Über die Entwicklungen auf dem Gebiet des Mobile Computing hält Krankenhausverantwortliche

aus IT, Medizin und Verwaltung ab sofort ein neuer Titel auf dem Laufenden.

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Mobility-Erfolge im Gesundheitswesen


Erfolge bei Mobility im Gesundheitswesen lassen sich bereits sehen. Dr. Marcus Hahn überraschte in seinem Praxisbericht über den Einsatz der mobilen Patientenakte in den Krankenhäusern der Knappschaft-Bahn-See. Derzeit sind 430 Geräte im Einsatz, davon 75% iPad Mini und 25% iPod/iPhone. Seit 2011 gab es 7 defekte Geräte (3 Sturzschäden; 4 Garantiefälle), keinen Verlust durch Diebstahl, dafür hohe Akzeptanz gerade auch bei „IT-Phobikern“. Der Supportaufwand bei Soft- und Hardware ist gering. Bis Ende 2015 sieht die flächendeckende Einführung rund 1500 Mobile Devices vor.



Dr. Marcus Hahn (Knappschaft IT-Services) et. al.: Einsatz der mobilen Akte in den Krankenhäusern der Knappschaft-Bahn-See auf Basis der mobilen Lösungen von JiveX und iMedOne Mobile

Seine Erfahrungen über die mobile Patientenakte im Universitätsspital Basel gab Dr. med. Jens Jakscha aus Sicht des Arztes weiter. Alexander Toffol erklärte die IT-Motive für die Schweizer „Best of Breed“-Lösung: „Wir koppeln uns aus der Abhängigkeit eines KIS-Anbieters ab“, merkte der IT-Experte an.



Dr. med. Jens Jakscha und Alexander Toffol, Universitätsspital Basel: Die mobile Patientenakte im Universitätsspital Basel – ein Erfahrungsbericht

Pionierposition telemedizinische Gesundheitsprojekte

Das medizinische Leistungsspektrum verändert sich in vielen Kliniken und wird durch Erweiterung oder Spezialisierung an wirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet. Um den veränderten Anforderungen begegnen zu können, müssen die Kliniken Strategien zur Zukunftssicherung entwickeln. Jede vierte Klinik strebt entsprechend aktuellen Studien zufolge eine medizinische Pionierposition an. Im Fokus stehen dabei auch telemedizinische Gesundheitsprojekte, wie sie Prof. Dr. Bodo Kress vorstellte.




Prof. Dr. Bodo Kress, Krankenhaus Nordwest Frankfurt/Main: Telemedizinische Gesundheitsprojekte: sind sie ohne mobilen Zugang zu Bilddaten möglich?

Der Chefarzt des Instituts für Diagnostische und interventionelle Neuroradiologie, Krankenhaus Frankfurt Nordwest, Frankfurt am Main: „Sie sind nur durch mobilen Zugang zu Bilddaten möglich.“ Brunei Neuroscience Stroke and Rehabilitation Centre (BNSRC) im Sultanat Brunei ist ein Beispiel für ein integriertes internationales telemedizinisches Projekt. Die Akteure sitzen in Frankfurt und im Staat auf der Insel Borneo im Südchinesischen Meer.





Beispiel für ein integriertes internationales telemedizinisches Projekt

In diesen internationalen Projekten können sowohl die technischen als auch organisatorischen Vorgaben für Teleradiologie in Deutschland eingehalten werden. Ebenso kann bei internationalen telemedizinischen Projekten höchste europäische Qualität erreicht werden.

Mobile Zugänge ermöglichen interaktive Befundbesprechungen plattformunabhängig auch in Notfallsituationen, eine elementare Voraussetzung für hochqualitative, lukrative Teleradiologieprojekte. „Second opinion ist mit nur geringem technischen Aufwand innerhalb kurzer Zeit möglich.“

Desinfektion per App

Das Thema wird derzeit groß geschrieben: Hygiene richtet sich an alle klinisch Tätigen im Krankenhaus. Sie können die standardisierte Desinfektion vom Tablet-PC mit der "deBac- App" nutzen.



Dr. med. Urs-Vito Albrecht, Med. Hochschule Hannover – MHH: Standardisierte Desinfektion von Tablet-PC mit der "deBac-App"

Diese App stellte Dr. med. Urs-Vito Albrecht vor, PLRI MedAppLab, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover. Wenige Handhabungschritte, einfache Struktur sowie Bild und erläuternder Text sorgen für Akzeptanz der App. Hinzu kommt die Dokumentation als Beleg über Akkreditierung und Maßnahmen zur Patientensicherheit.

Ergebnisse: KBE pro Position, vor und nach Desinfektion von 6 iPads



Das Thema wird derzeit groß geschrieben: Hygiene richtet sich an alle klinisch Tätigen im Krankenhaus.

Nicht allein die Desinfektionsergebnisse von mobilen Geräten sprechen für sich. Auch die „Sorgfaltspflichtverletzung als Haftungsrisiko“ ist bedeutendes Anwendungsmotiv: „Wenn ein Hygienemangel in einem hygienisch beherrschbaren Bereich vorliegt, der die tatsächlich eingetretene Infektion verursacht und hierdurch ein Schaden entsteht kann dies einen Anspruch des Patienten auf Schadensersatz begründen.“




Thorsten Schütz, Klinikum Itzehoe: Online-Dokumentation von Narkosen - mobile Endgeräte in der Anästhesie/PDMS

Über Online-Dokumentation von Narkosen und mobile Endgeräte in der Anästhesie / PDMS berichtete Thorsten Schütz, Leiter IT und Betriebsorganisation, Klinikum Itzehoe. Das Haus der Schwerpunktversorgung mit 708 Betten, davon 29 Intensivbetten, und 1.800 Mitarbeiter erwirtschaftet 110 Millionen Euro Jahresumsatz. High end-Technologie ist auch hier entscheidend, jedoch nicht allein. Vielmehr kommt es ebenso auf einfache Themen wie Anforderungen an Hygiene an. In Itzehoe kommen mobile Endgeräte in der Anästhesie durch ein ToughPac zum Einsatz. Diese Schutzhülle schirmt das iPAD gegen Keime zuverlässig ab. Die Kombination iPad mit Schutzhülle hat sich bewährt. Als Mobility-Bilanz listete Schütz auf: 12000 Anästhesien in 15 Monaten, große Akzeptanz bei Ärzten und Pflege, Handling in der IT dank Mobile Device Management (MDM) einfach, kein Schwund an iPads. Im Aufbau sei der iPad-Einsatz für weitere Bereiche.

Hindernisse und Potenziale

Ein großes Optimierungs- und Einsparungspotential bestätigte mit Studienergebnissen Prof. Dr. Christian Thiel, Institut für Informations- und Prozessmanagement, Fachhochschule St.Gallen.




Prof. Dr. Christian Thiel, Institut für Informations- und Prozessmanagement, Fachhochschule St.Gallen: Ergebnisse einer Studie zum Einsatz mobiler Technologien im Krankenhausumfeld

Erkennbar ist beim Einsatz mobiler Technologien im Krankenhausumfeld eine Qualitätssteigerung sowohl im Bereich der Daten als auch der Prozessdurchführung. Zudem lassen sich Ärzte und Pflegende durch den Einsatz mobiler Geräte von administrativen Tätigkeiten entlasten. Allerdings sind Schnittstellen zur KIS-Integration ein Kernproblem: „Tatsächlich ist die unter Compliance-Aspekten angemessene Anbindung eines mobilen Systems an die bestehenden (stationären) Anwendungen und die damit verbundenen Aufwände das größte Hindernis für den umfassenden Einsatz mobiler Geräte im Spitalalltag.“



Dominik Franke, ComConsult: Mobile Device Management und Security – Kein Segen ohne Fluch




Prof. Dr. Jürgen Stettin, ProSystem: Wann ist ein Medical App ein Medizinprodukt? (aktueller Stand)



Jochen Müdsam, Extreme Networks: Healthcare Mobility – neue Anforderungen & Trends für konvergente Netzwerkinfrastrukturen




Volker Leitzgen, Microsoft: Was liefert Microsoft heute als Standard im Bereich Mobilität (Live Demonstration)



Thomas Pettinger, Thieme Compliance: Mobile Lösung für die Patientenaufklärung



Matthias Meunier, xonion: Die mobile digitale Patientenakte für iPad, iPhone und ipod



Sven Goldbeck, PlanOrg: Implementierung einer systemübergreifenden elektronischen Patientenakte auf Basis der SAP EMR unwired




Juri A. Toffol, Universitätsspital Basel, Informations- und Kommunikationstechnologie, Teamtleiter med./pfleg. Applikationen: Architektur SAP EMR / Health Engine

Wie sich einige der Hindernisse beseitigen und Potenziale erschließen lassen, zeigte der 2. Mobilitätskongress im Gesundheitswesen 2014 in Fulda. Er war eine Plattform für Anbieter und Anwender mobiler Lösungen im Gesundheitswesen. Die Industrieexperten konnten aktuelle Lösungen zeigen, andererseits berichteten Anwender über ihre Erfahrungen aus der Praxis zum Thema Mobilität. Praxisbezogener Informationswert war für die über 100 Teilnehmer vorhanden: Die Industrie konnte von Anwendern Impulse dazu erhalten, wie Lösungen praxisgerecht weiterzuentwickeln sind, die Anwender wiederum lernten den aktuellen Stand der Technik kennen und konnten Anregungen für ihre Mobility-Projekte mitnehmen.

von Wolf-Dietrich Lorenz



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