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Veröffentlicht: 12.08.2014


Zur Übernahme der Siemens KIS-Sparte durch Cerner Corporation

Stellungnahmen von Cerner

und Siemens Healthcare IT

Die Cerner Corporation und Siemens wollen die Weichen für die Zukunft ihrer Unternehmen stellen: Dazu wollen sie ihre Stärken bündeln und in Forschung und Entwicklung investieren. Vor allem sollen die gemeinsamen Kunden von den Vorteilen profitieren können. Holger Cordes, Geschäftsführer, Cerner Deutschland GmbH, im exklusiven Redaktionsgespräch mit dem Krankenhaus IT Journal. Die Siemens AG gibt sich bei diesem Anlass eher wortkarg.





Holger Cordes, Geschäftsführer, Cerner Deutschland GmbH: „Auch Cerner wird daher alle Lösungen bis zum Ende der Lebenszyklen supporten, das ist eine ausdrückliche Verpflichtung.“

Welche Marktziele im DACH-Raum verfolgt Cerner durch die Übernahme?

Holger Cordes: Zunächst einmal ist klar, dass sich Cerners Ziele - unseren Beitrag zu leisten für eine immer bessere Gesundheitsversorgung, eine Steigerung der Ergebnisqualität damit der Kosteneffizienz und nicht zuletzt zu mehr Gesundheit - sich nicht geändert haben. Im Gegenteil. Cerner war und ist auf Wachstum ausgerichtet. Gerade in diesem Sinne sehen wir das strategische Potential dieser Transaktion. Die immer komplexer werdenden Herausforderungen des Gesundheitswesens können, und davon sind wir zutiefst überzeugt, nur durch Innovation und auf keinen Fall durch "Weiter-so!" gelöst werden. Wir wollen nunmehr zwei sehr entwicklungsintensive Organisationen zusammenbringen und damit in der Lage sein, über $650 Millionen im Jahr für die Entwicklung neuer Lösungen zu investieren. Und das schließt noch gar nicht ein, dass wir auch zwei der innovationsfreudigsten Kundenbasen und zwei sehr fähige Teams zusammenschließen.

Bis zum Abschluss der Transaktion, der für Anfang nächsten Jahres erwartet wird, werden wir natürlich intensiv an der Umsetzung der vielen sich nun bietenden Möglichkeiten arbeiten.

Welche Veränderungen sind geplant?

Holger Cordes: Wenn Sie nach Veränderungen fragen, so ist jedoch klar, dass wir Veränderungen durch Wachstum und Innovation erwarten. Mehr klinische IT, breitere und tiefere Anwendungen, mehr Integration. Gesundheit ist zu wichtig, als dass sich nichts mehr ändern sollte. Wir sind durch den Zusammenschluss von Cerner und Siemens in der Lage, existierenden und neuen Kunden noch bessere Produkte und Services anbieten zu können. Dafür sehen wir im Markt noch erhebliches Potential.



Wie weit besteht Investitionsschutz für die Siemens-Anwender?

Holger Cordes: Wie beschrieben gehen Cerner und Siemens mit dieser Transaktion eine strategische Allianz ein. Es ging vor allem auch darum, sicherzustellen, allen Siemens-Kunden, die auch im deutschsprachigen Markt zu den innovativen und vorausdenkenden Kunden gehören, eine klare Perspektive für die Zukunft zu geben. Wie Siemens steht auch Cerner klar zur Unterstützung und zum Support aller Kunden. Auch Cerner wird daher alle Lösungen bis zum Ende der Lebenszyklen supporten, das ist eine ausdrückliche Verpflichtung. Cerner wird ganz klar auf Evolution nicht Revolution setzen.

Wie sieht die Weiterentwicklung der Soarian-Plattform aus?



Holger Cordes: Die Soarian Plattform wird für mindestens zehn Jahre weiterentwickelt und unterstützt werden. Wie oben ausgeführt ist eine der großen Chancen dieser Transaktion die Verfügbarkeit des branchenführenden Entwicklungsbudgets. Davon werden alle Lösungen und Kunden profitieren.



Wie sollen für die KIS von Cerner und Siemens die Ressourcen verteilt werden?

Holger Cordes: Nach allen notwendigen behördlichen Prüfungen und den üblichen Bestimmungen soll die Übernahme im 1. Quartal 2015 abgeschlossen sein. Die Aufsichtsräte von Cerner und Siemens haben dem Geschäft bereits zugestimmt. Bis dahin laufen beide Geschäftsbereiche parallel. Wir halten alle bestehenden KIS-Systeme bis zum Ende ihres Lebenszyklus‘ aufrecht. Aktuelle Implementierungen werden fortgesetzt und Cerner plant den Support für die Soarian-Plattform noch mindestens zehn Jahre aufrechterhalten und die Plattform weiterentwickeln.

Wie gestaltet sich der Support für welche Siemens Krankenhausinformationssysteme?



Holger Cordes:
Der Support der zentralen Plattformen von Siemens Health Services bleibt bestehen. Aktuelle Implementierungen werden fortgesetzt. Cerner wird mit allen Kunden zusammenarbeiten, um deren spezifische Ziele zu unterstützen.



Welche Synergien zwischen den Technologien von Siemens und Cerner lassen sich nutzen?



Holger Cordes: Ein wichtiger strategischer Aspekt dieser Transaktion ist die Gründung einer strategischen Allianz zwischen Cerner und der Siemens AG: Beide Organisationen werden ihre Stärken bündeln und gemeinsam in Forschung und Entwicklung investieren. Insbesondere werden sie von der Schaffung eines gemeinsamen Wissenspools sowie von ihrer nunmehr globalen Präsenz profitieren. Die strategische Allianz verbindet Cerners weltweit führendes Know-how in Healthcare IT mit Siemens‘ Kompetenz in Medizintechnik und Bildverarbeitung und legt somit den Grundstein für neue Lösungsansätze im Gesundheitsbereich.



Welche Schwerpunkte zeichnen sich ab?

Holger Cordes: Diese strategische Allianz wird gemeinsam in innovative Projekte zu investieren. Einer der großen Zukunftsbereiche, in denen IT noch größeren Mehrwert schaffen kann, ist die immer tiefere Integration zwischen Medizintechnik und klinischen Informationssystemen. Medizingeräte liefern heute immer mehr digitale Daten, die einen erheblich größeren Beitrag zu klinischer Effizienz und Patientensicherheit leisten könnten - wenn dieses Datenvolumen kontextgesteuert und relevant aufbereitet zur Verfügung gestellt würde. Das ist die Aufgabe von klinischer IT. Diese beiden Kompetenzen integriert zu bündeln ist das Ziel dieser strategischen Allianz. Beide Partner werden bis zu 50 Millionen US-Dollar zur Finanzierung der Projekte beisteuern. Da medizinische Bildverarbeitung eine zentrale Rolle bei Diagnostik und therapeutischen Entscheidungen spielt, wird der Schwerpunkt der Zusammenarbeit zunächst auf der Verbesserung von Arbeitsabläufen in diesem Bereich liegen.

Auch Siemens meldet sich zu Wort

"Allen vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Kunden nachkommen"

Kontinuierlich in den Ausbau des Krankenhausinformationssystem (HS)-Portfolios investiert, technologisch große Fortschritte gemacht – und doch konnte der Geschäftserfolg der Krankenhausinformationssysteme nicht immer mit dem der Wettbewerber Schritt halten. Jetzt kaufte die Cerner Corporation Siemens Healthcare IT. Die Siemens AG gibt sich wortkarg.

Welches sind die Kernpunkte der strategischen Partnerschaft im Bereich der Next Generation Healthcare IT von Siemens Healthcare und Cerner?

Siemens AG: Im Rahmen der strategischen Kooperation mit Cerner im Bereich der Next-Generation-Healthcare-IT sollen abteilungsspezifische Lösungen, beispielsweise in der Kardiologie oder Bioinformatik entwickelt werden. Innerhalb dieser Kooperation wird Siemens Healthcare auf seine Expertise bei patienten- und modalitätsspezifischen IT-Lösungen setzen und sich auf die intelligente Analyse und Bereitstellung diagnostischer Daten für klinische Applikationen fokussieren.



Welche Kernpunkte markieren den Ausbau und die technologisch großen Fortschritte des HS-Portfolios von Siemens in den vergangenen Jahren?

Siemens AG: Das HS-Portfolio umfasst Krankenhausinformationssysteme, Vernetzungs- und Archivierungs¬lösungen, die dank des medizinischen Know-hows von Siemens Healthcare auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind und ein umfassendes Management von Patientendaten ermöglichen. Ein Beispiel ist das KIS Soarian, das selbst hochkomplexe Abläufe in Krankenhäusern unterstützen und damit effizienter gestalten kann. Zahlreiche Module u.a. für die Intensivmedizin oder Ambulanz können flexibel ergänzt und vollständig in das KIS eingebunden werden. So konnte beispielsweise das UKE auf Basis von Soarian als erstes Krankenhaus in Europa mit Stage 7 des EMRAM Awards für papierloses Arbeiten ausgezeichnet werden. Für das Vorantreiben effizienzsteigernde IT-Lösungen spielt neben der Unterstützung effizienter Prozesse im Krankenhaus die Vernetzung von Leistungserbringern eine wichtige Rolle: In den vergangenen Jahre hat HS mit Vernetzungslösungen wie beispielsweise in Dänemark den Austausch von Daten auf Basis von internationalen IHE-Standards weiter vorangetrieben.



Welche Synergien zwischen den KIS-Technologien von Siemens und Cerner bestehen und wie lassen sie sich nutzen?

Siemens AG: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt dazu keine Aussagen treffen möchten.



Wie weit besteht Investitionsschutz für die Siemens-Anwender?

Siemens AG: Wir werden selbstverständlich allen vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden nachkommen. Auch Cerner hat sich klar für die Erfüllung dieser Kundenverpflichtungen ausgesprochen.



Welche aktuellen Installationszahlen (in DACH) weisen auf: i.s.h.med, medico/s sowie Soarian Clinicals, Soarian Health Archive, syngo.share und Soarian Integrated Care?

Siemens AG: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Zahlen zur installierten Basis in diesen drei Ländern veröffentlichen.

Lesen Sie hier in Kürze:

Was der Anwender meint: Signale bei

Turbulenzen im KIS-Markt



Interoperabilität und Schnittstellenstandardisierung bestimmen die Produkt-Orientierung

Mal wieder wechselt Software im Gesundheitswesen den Eigentümer. Der Aufkauf der Siemens KIS-Sparte durch den US-Konzern Cerner Corporation und die Übernahme von iSOFT Health GmbH durch Radiomed sind Signale für Anwender und nicht zuletzt für die Anbieter. Welche genau, erörtert Michael Thoss, Leiter Informationstechnik der DRK Kliniken Berlin und Vorstandsmitglied/Pressereferent im Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter e.V., in der nächsten Folge des Krankenhaus IT Journals über den „KIS-Deal Cerner Corporation / Siemens Healthcare IT”.









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