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Veröffentlicht: 10.09.2014


Meinungsbilder

Roadmap zur Weiterentwicklung

vom medico-KIS



Unterstützung der Kunden hat dabei oberste Priorität

Die Übernahme der Siemens Healthcare IT durch die Cerner Corporation rüttelt Kunden auf. Siemens-Anwender denken über den Bestandsschutz seitens der Cerner Corporation nach und formulieren aktuelle Anforderungen an die medico-Technologie. Robert Dworschak, EDV-Leiter, Vorsitzender Siemens Anwenderkreis Süd (AWK Süd), Andreas Meier, EDV-Leiter, und Stefan Schramm, EDV-Leiter, beide ebenfalls Mitglieder im AWK Süd-Vorstand, haben das Wort.

Welches sind aus Sicht des Anwenders Kernpunkte eines angemessenen Bestandsschutzes seitens Cerner?

Robert Dworschak: Eine Vielzahl der Siemens-Kunden setzen medico bereits seit mehr als 10 Jahren ein. Viele mussten aufgrund der Jahr-Zweitausend-Problematik auf ein neues KIS umstellen. Gerade durch diese lange Laufzeit des Produktes, und der gesetzlichen Änderungen, insbesondere durch die Einführung der DRG ab dem Jahr 2003, erfolgte in den Kliniken eine starke Durchdringung der medizinischen Prozesse mit IT. Die medico-Krankenhäuser haben in das KIS sehr viel Geld investiert, um die Anforderungen in die neuen Prozesse in den Kliniken umzusetzen. Teilweise wurde auch mit dem Einsatz von Drittprodukten (z.B. Datanetsolutions, usw.) das Ziel erreicht, komplexe Schnittstellen in heterogenen Informationssysteme zu verbinden, insbesondere durch die Verzahnung der medizinischen Informatik mit der Medizintechnik.

All dies wurde mit dem Einsatz von immensen personellen und finanziellen Ressourcen durchgeführt. KIS-Engineering ist ein dynamischer Prozess, der mit dem Prozesswissen in den Kliniken und der technischen Kompetenz des KIS-Herstellers umgesetzt werden muss. Für die Anwender bedeutet das, dass eine kontinuierliche Weiterentwicklung vom KIS ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. Siemens bzw. jetzt Cerner muss eine definitive Zusage für medico geben. Stand heute hat der Kunde die Aussage, von einem Bestandsschutz von 10 Jahren. Dies muss auch für die Zukunft gelten. Es geht nicht nur darum, den Betrieb für die nächsten 10 Jahre (+ x) zu garantieren, sondern auch darum, eine Roadmap der technologischen und inhaltlichen Weiterentwicklung zu geben.

Robert Dworschak, EDV-Leiter, Vorsitzender Siemens Anwenderkreis Süd (AWK Süd): „Für die Anwender bedeutet das, dass eine kontinuierliche Weiterentwicklung vom KIS ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist.“

Bestandsschutz und Perspektiven



• Produktweiterentwicklung: Anpassung an gesetzliche Vorgaben, Technische Weiterentwicklung (Datenbank, Architektur), Weiterentwicklung der mobilen Datenerfassung, Berücksichtigung von Kundenwünschen



• Support muss mit schneller Reaktionszeit und in guter Qualität gewährleistet sein, Customizing mit ausreichenden Ressourcen und guter Qualität abrufbar sein



• Eindeutige und klare Positionierung zu medico, um das Produkt zu stärken und um keine Kunden zu verlieren.

Welche aktuellen Anforderungen haben die Anwender an die medico-Technologie? Welcher Optimierungsbedarf besteht für eine Weiterentwicklung vor allem?

Andreas Meier: Nachdem im letzten Release 21 das Patientendatenmanagement (PDM) classic durch das neue GUI ersetzt wurde, stehen nun in den Kliniken die Vorbereitungen für die Umstellung auf die neue Oberfläche der anderen Module (WIWA, OP, etc.) an. Gerade der Bereich der Pflegedokumentation, der derzeit neu entwickelt wird, ist für die Krankenhäuser ein wesentlicher Meilenstein. Hier ist es wichtig, die Kliniken an der Weiterentwicklung wesentlich zu beteiligen. In diesen Bereich spielt Mobilität eine wesentliche Rolle. In deutschen Kliniken kann mit der umfassenden Pflegedokumentation (incl. ärztlicher Anordnung) die Ablösung der traditionellen Fieberkurve erfolgen. Gerade in diesen Bereich besteht auch an Cerner die Anforderung, medico in diesen Bereich auszubauen. Außerdem ist die Umsetzung bzw. Unterstützung von IHE-Profilen und einer verbesserten Interoperabilität ein sehr wichtiger Punkt. Dies sollte ebenfalls wie die Unterstützung der Kunden bei der Verbesserung des EMRAM-Score mit oberster Priorität behandelt werden.

Andreas Meier, EDV-Leiter, Mitglied im AWK Süd-Vorstand: „Außerdem ist die Umsetzung bzw. Unterstützung von IHE-Profilen und einer verbesserten Interoperabilität ein sehr wichtiger Punkt.“

Investitionen



• Optimierung des Ambulanzsystems, Thema „neutraler Patient“. Der ambulante Bereich, Sprechstunden, MVZs gewinnen eine immer größere Bedeutung in den Krankenhäusern. Medico kann „klassischen“ Praxisprogrammen kaum das Wasser reichen (Behandlungsfall statt Abrechnungsfall, Optimierung der Leistungserfassung und Dokumentation).

Welche Kernpunkte gehören bei einer Migration zu einem stabilen und praxistauglichen KIS?

Stefan Schramm: Der wesentliche Punkt ist eine sanfte Migration. Dabei stehen die vollständige Datenübernahme und ein standardisiertes, erprobtes Migrationskonzept im Vordergrund. Der Fokus muss auch auf die Komplexität der Schnittstellen gelegt werden. Eine KIS-Umstellung heute ist ein umfangreiches Projekt, das nicht mehr auf der grünen Wiese stattfindet.

Stefan Schramm, EDV-Leiter, Mitglied im AWK Süd-Vorstand: „Der wesentliche Punkt ist eine sanfte Migration. Dabei stehen die vollständige Datenübernahme und ein standardisiertes, erprobtes Migrationskonzept im Vordergrund.“

Migration



• Bereitstellung von zusätzlichen qualifizierten Ressourcen in der IT und im Anwenderbereich



• Sicherstellung der Patientensicherheit während der Migrationsphase



• Sicherstellung der Erlöse während und nach der Migrationsphase



• Stufenweise Migration der verschiedenen Module setzt eine stabile und effiziente Schnittstellenkommunikation voraus.

Strategische Kernpunkte bei einer KIS-Neu-Orientierung

• Sollten die Medico-Kunden gezwungen werden, ihr KIS abzulösen, so gibt es zwei Alternativen. Entweder es wird ein anders KIS aus der Fa. Cerner eingesetzt, oder der Kunde wechselt zu einen anderen KIS-Anbieter. In beiden Fällen ist zu hinterfragen welche strategische Ausrichtung das Produkt hat. Die Fragen der technologischen Plattform (Webtechnologie, etc), Mobilität, die Unterstützung von IHE-Profilen und wann das Produkt „End of Life“ ist, sind einige der wesentlichen Punkte.

• Eine Produktgarantie von mehr als 10 Jahren wird kaum ein KIS-Hersteller geben. Eine Konsolidierung des Marktes hängt sicherlich ab von: der Marktpräsenz und der Marktentwicklung der letzten Jahre sowie der Innovation eines Produktes.

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