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Veröffentlicht: 22.09.2014



Kompass für Verantwortliche

in IT und Medizin


VISUS Symposium 2014: Healthcare-IT

auf Konsolidierungskurs



„Mit der Healthcare-IT auf Konsolidierungskurs“ – unter diesem Motto präsentierte VISUS beim diesjährigen Symposium in den Ruhrfestspielen Recklinghausen spannende Vorträge, Kurzreferate und Diskussionsrunden namhafter Referenten aus Kliniken, Wissenschaft und Industrie. Für die rund 300 Besucher stellte das VISUS Symposium 2014 eine informative Kreuzfahrt entlang der Konsolidierungsroute dar.


Die deutsche Krankenhausflotte navigiert mehrheitlich hart am Wind. Ausgehend von Budgetierungen und gesetzlichen Änderungen hat der Kosten- und Investitionsdruck viele Einrichtungen ökonomisch in raue See getrieben. Um nicht Schlagseite oder gar Schiffbruch zu erleiden, wurden vielerorts umfangreiche Turnarounds zum Rettungsanker stilisiert.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen stand das VISUS Symposium 2014 diesmal ganz im Zeichen der Konsolidierung. Unter dem Motto „Mit der Healthcare-IT auf Konsolidierungskurs“ hissten die Teilnehmer aus den Bereichen IT und Medizin die Segel und erörterten Beispiele sowie Szenarien nachhaltiger Kostenreduktionen und Effizienzsteigerung.

Rege Diskussion zum Thema Konsolidierung

Konsolidierung: Dabei geht es vor allem um Vereinheitlichung und Zusammenführung von Systemen, Datenbeständen und Anwendungen mit dem Ziel, die IT-Infrastruktur zu vereinfachen und skalierbarer zu machen. Mit sinkender Komplexität der vorhandenen IT-Strukturen gehen auch Aufwände etwa für Wartung und Administration zurück. So weit die Theorie.

Die neun geladenen Industrievertreter hissten mit ihren Impulsreferaten die Segel für den Konsolidierungstörn und für eine rege Diskussion (vlnr): Timo Baumann, (Telekom Healthcare Solutions), Bernhard Calmer (Siemens Healthcare), Dr. Gero Lurz (SAP), Holger Cordes (Cerner Deutschland GmbH), Dr. Stefan Wolf (RZV GmbH), Matthias Meierhofer (MEIERHOFER), Christoph Becker (CGM SYTEMA), Jörg Dittrich (medavis), Peter Herrmann (iSOFT); Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Moderator des Symposiums

Die Praxis beleuchteten die pointierten Kurzreferate und regen Diskussionen zum Thema Konsolidierung der Healthcare-IT. Sie zeigten erhöhten praktischen Lernbedarf, besonders mit Blick auf Strategie, Organisation und Architektur. Professor Dr. Wilfried von Eiff, Krankenhausmanagement an der Universität Münster und Leiter des Centrums für Krankenhaus-Mangement, hielt als Moderator den Kurs.

Die Industrie muss die Prozesse und Probleme des Krankenhauses verstehen lernen, um solche Lösungen anbieten zu können, die zu Kostensenkungen führen ebenso wie zu gesteigerter Qualität für das Patientenwohl. Dabei steht das Zusammenspiel von IT-Systemen untereinander unter dem Motto „Interoperabilität“. IHE wird nach Ansicht der Referenten an Bedeutung gewinnen: „Es gibt eine Welt oberhalb des KIS“ intonierte ein Experte. Künftig werden sich die Unternehmen im Wettbewerb durch den Grad ihrer Vernetzung maßgeblich unterscheiden. Allerdings genügen Leuchtturm-Projekte der technischen Machbarkeit nicht mehr. Nötig sind die entsprechenden Geschäftsmodelle.

Der wachsende Kostendruck schränkt IT-Investitionsmöglichkeiten des Krankenhauses weiterhin ein, so die Referenten einstimmig. Daher ist die Industrie gefordert, zusammen mit IT-Lösungen den Krankenhäusern innovative Finanzierungsmodelle anzubieten. Ob genügend Geld im System ist, war ein strittiger Diskussionspunkt, zumal künftig Signale der öffentlichen Hand auf eine Mittelreduzierung hindeuten. Umso mehr ist die Politik bei der Frage der Vergütungssysteme gefordert. „Zur Vernetzung und den entstehenden Anwendungen muss die entsprechende Vergütung kommen“, kommentierten die Experten unisono.

Guido Bötticher, Geschäftsführer Vertrieb bei VISUS, überreicht Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff die Kapitänsmütze für die Moderation des Symposiums.

Auch die Krankenhäuser müssen ihre Hausaufgaben machen. Dazu gehört, ihre medizinischen Prozesse optimiert zu organisieren. Hierbei hat IT die Aufgabe eines Organisationsmanagements wahrzunehmen. So könnte IT auch einen höheren Stellenwert erhalten. Noch ist nicht in allen Köpfen verankert: „Wenn IT nicht im Spiel ist, geht gar nichts.“ Um interdisziplinär aufeinander zugehen und Entscheidungsvorbereitungsprozesse organisieren zu können, ist das bestmögliche Wissen zu mobilisieren und zusammenzubringen. Allerdings fehlt das gegenseitige Verständnis der Domäne, so ein Statement: Der Anwender erkennt zu selten Untiefen und Grenzen der Technologie, umgekehrt muss der Technologe die Profession der Mediziner und Pflege verstehen. Lassen sich auf diese Weise zentrale Konzepte zusammenbringen, sind auch zukunftsweisende Lösungen in Sicht.

Standardisierung – mehr als Technik

Standardisierung“ ist einer der meistdiskutierten Kernbegriffe bei wertschöpfender Healthcare IT, so auch beim VISUS Symposium 2014. Experte Professor von Eiff gab zu bedenken: „Wer seine Prozesse nicht kennt und nicht definiert, der neigt offenbar zu monolithischen Lösungen. Er glaubt da die Sicherheit zu finden, die er sich nicht selbst geben kann oder nicht zu geben bereit ist.“

Standardisierung betrifft indes nicht allein Technik-Schnittstellen. Vielmehr setzt sie zunächst am Prozess und daran an, was der klinische Nutzer tatsächlich benötigt. „Es gilt der Grundsatz: Organisation vor IT“, rief Professor von Eiff in Erinnerung.

Der Blick auf andere Branchen kann bei Konsolidierung helfen. Doch die Kunst in der Klinik ist es, Standardisierung so zu betreiben, dass sie strategisch gezielt die Vielfalt im medizinischen Aufgabenfeld trifft. In diesem Sinn war die Mahnung zu verstehen: „Medizin kann in vielen Bereichen so ticken wie andere Branchen, am Ende jedoch geht es um Menschen und da gehört noch etwas mehr dazu.“

Krankenhausführung in der Pflicht

Eine besondere Rolle muss die Krankenhausführung beim Konsolidierungskurs übernehmen. Akzeptanz und Engagement des obersten Managements sind unerlässlich, soll sich etwas verändern und die optimierten Prozesse auf dem Papier auch Realität werden. Das betrifft Bettenmanagement, zentrale Notaufnahme oder Wartezeitenreduzierung gleichermaßen.

Ein besonders wichtiger Erfolgsfaktor ist der Umgang mit dem geplanten Wandel. Bei jeder Veränderung durch IT – also neue Abläufe und Prozesse – sind die Mitarbeiter rechtzeitig zu informieren und mitzunehmen auf dieser Reise. Das intersektorale Fazit der Experten aus Anwendung und Industrie lautete: „Wir müssen nicht nur den Chief Information Officer (CIO), sondern vor allem den Chief Executive Officer (CEO) fordern.“

Podiumsdiskussion mit Referenten: Vor Anker gehen

(vlnr): Oliver Seebass, Prof. Dr. Peter Haas, Ulrike Hoffmann, Prof. Dr. Arno Elmer, Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff

Für die Besucher stellte das VISUS Symposium 2014 eine informative Kreuzfahrt entlang der Konsolidierungsroute dar. Wie sich zeigte, besteht erheblicher Informationsbedarf zum Change Management ebenso wie über den Durchdringungsgrad der Healthcare-IT. Dafür konnten die Vorträge und Diskussionen als Kompass für die kommenden Jahre die Richtung weisen. Begleitet wurde das Symposium von einem Ausstellungsparcours, in dem Netzwerkpartner des Veranstalters ihre aktuellen Leistungen präsentierten.



Alle Mann an Deck – wir setzen die Segel in Richtung Zukunft: Prof. Dr. Arno Elmer, Geschäftsführer, gematik



Inseln der Anwender: Oliver Seebass, Geschäftsführer, FAC´T IT GmbH, Münster

Besser navigieren im Meer der Gesundheitswirtschaft:

Ulrike Hoffmann, Leiterin Strategischer Einkauf, Sana Kliniken


Gezielt Segel setzen:

Prof. Dr. Peter Haas, Lehrgebiet Medizinische Informatik, Fachhochschule Dortmund

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