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Veröffentlicht: 22.10.2014


Medica 2014

Health-IT und Vernetzung wichtige Themen auch in diesem Jahr



Internationaler, pragmatischer und diskussionsfreudiger – das sind die Eigenschaften, die hier das in der Fachszene fest etablierte MEDICA HEALTH IT FORUM auszeichnen werden, teilte kürzlich die Messe Düsseldorf mit. Dabei seien die Zeiten reiner Verwaltungssoftware passé. Die Fragen der klinischen Anwender würden kritischer, z. B. hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit der IT-Lösungen – gleich ob es um die Vernetzung von Geräten, Systemen oder der Akteure im Gesundheitsbereich gehe.


Gleich zwei neue Veranstaltungsreihen starten 2014. Dazu zählt die „Medizintechnik meets IT – Integration Challenge 2014“. Sie bietet eine Bühne für den praktischen Einsatz von IT-Lösungen im klinischen Alltag. Anbieter erhalten die Möglichkeit, die Funktionalität ihrer Produkte zu jährlich wechselnden Themen und festgelegten Ablaufvorgaben zu demonstrieren. Dieses Jahr halten Vertreter von Unternehmen wie GE Healthcare, Philips und Dräger Vorträge, in denen sie ihre Monitoring-Lösungen samt Integrations-Szenarien vorstellen. Sie sollen damit dem Fachpublikum sowohl einen Überblick über das Thema an sich gewähren als auch den Entscheidungsfindungsprozess hinsichtlich bevorstehender Investments erleichtern. Die Moderation liegt bei Prof. Björn Bergh, Medizinische Informationssysteme an der Medizinischen Fakultät/ Universitätsklinikum Heidelberg.

Mehr als 25 junge Unternehmen haben sich unterdessen für den „eHealth Venture Summit & Innovation Award“ beworben. Der Preis bietet ihnen die Möglichkeit, sich der kritischen Begutachtung eines Komitees aus international renommierten klinischen sowie ökonomischen Experten zu stellen und so einen Kontakt zu potenziellen Investoren herzustellen. Die Finalteilnehmer treffen im Rahmen des MEDICA HEALTH IT FORUM die Experten persönlich, um den Wert ihrer Idee zu hinterfragen und wichtige Ratschläge sowie Hilfestellungen zu bekommen. Organisiert wird dies von Prof. Talya Miron-Shatz, CEO von CureMyWay, und Dr. Stefan Becker, Universitätsklinikum Essen. Keynote Speaker ist Ram Fish, VP Digital Health/ Samsung Electronics.

Mobile Health, Tele-Health, sichere Vernetzung in Kliniken und OP, Healthcare in the Age of IOTS (Internet of Things and Services) bilden thematische Schwerpunkte des gesamten MEDICA HEALTH IT FORUM. So geht es um „das Internet der Dinge“ am Donnerstag, 13. November, ab 13 Uhr. Christina Rode-Schubert, Robert Bosch Healthcare GmbH, moderiert das englischsprachige Symposium in dem Vertreter von Microsoft, IBM, SAP und Accenture diskutieren. So hat Microsoft erst kürzlich in Amerika einen Vertrag mit TracFone geschlossen, um mHealth-Technologien unterversorgten und Hochrisiko-Gruppen vor allem bei Diabetes anzubieten. Mit Thomas Norgall von der Fraunhofer Alliance AAL wird auch ein Vertreter der Continua Health Alliance teilnehmen, der nach eigenen Angaben mehr als 200 Unternehmen angehören. Hier werden beispielsweise Standards entwickelt, damit sich die Vielzahl der Geräte untereinander verstehen und Tests, mit denen man dies prüfen kann.

Big Data – „Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts“

Wenn es um Telemedizin geht, dann darf die Diskussion um Apps heutzutage nicht fehlen. So wird sich beispielsweise Dr. Urs-Vito Albrecht, Leiter des „MedAppLab“ an der Medizinische Hochschule Hannover, der Diskussion stellen. Seine Forschergruppe beschäftigt sich unter anderem mit den ethischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen, der Analyse von Sicherheitsaspekten und der Wirtschaftlichkeit von Mobilgeräten und Applikationen (Apps). Er erläutert ebenfalls am Donnerstag die Anforderungen an vertrauenswürdige Gesundheits-Apps. Moderiert wird das Symposium zum Thema „mHealth und Prävention“ von Prof. Silke Schmidt, Heinz-Nixdorf Lehrstuhl für Gesundheit und Prävention der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald.

Natürlich wird es auch um das Stichwort „Big Data in der Medizin“ gehen. „Is it wise to expose personal data in the cloud?“ Das fragt Dr. Stefan Rüping, Fraunhofer Institute for Intelligent Analysis and Information Systems IAIS (tbc.) am Freitag, 14. November, im Rahmen des MEDICA HEALTH IT FORUM. Rund um die personalisierte (p)Medizin entwickelt das Fraunhofer IAIS Big-Data-Verfahren für die Analyse komplexer medizinischer Daten, zum Beispiel zum Beispiel zur klinischen Meinungsfindung und der Überwachung der Qualität. Datenschutz und Privatsphäre sollen dabei gewährleistet sein – aber wie? Die Antwort darauf wird sicher spannend.

Die Chancen von Big Data werden in einer Diskussion am Donnerstag, 11. November, erläutert. Moderiert wird dies von Dr. Peter Langkafel, SAP. Der Buchautor von „Big Data in Medizin und Gesundheitswirtschaft“ (Med Hoch Zwei Verlag, 2014, ISBN 978-3-86216-182-9) prognostiziert, dass hier die Teilnehmer vom Expert Circle des Medica Health IT Forums, von T-Systems, Accenture, Hasso-Plattner-Institut und Oracle unterschiedliche Sichtweisen darlegen werden. Langkafel selbst glaubt zwar, dass Big Data eines der wichtigen Zukunftsthemen sei: „Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts.“ Auf der anderen Seite sieht er durchaus Gefahren und Parallelen zur Nukleartechnologie, die teilweise erwünscht und gefördert werde (u. a. in Bereichen der Medizin), andererseits aber auch gefürchtet sei – etwa bei Atomwaffen. In einigen Bereichen, die unter den Begriff „Big Data“ fallen, sieht er durchaus Regelungs- und insgesamt einen breiten Diskussions-Bedarf. Ein Beispiel sei der Datenschutz: „Wie bei allen Prozessen in der Medizin – ob mit IT oder ohne – muss der Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben.“ Wenn Datenschutz oder manchmal auch der Vorwand „Datenschutz“ wichtige Einsichten verhinderten, dann stünde er jedoch auf dem Prüfstand. Denn die Gefahr sei gegeben, dass „Datenschutz zum Täterschutz“ werde und „damit ein gemeiner Vorwand, dringend benötigte Transparenz zu verhindern.“

IT-„Landschaft“ der Kliniken ist sehr heterogen

Die deutschen Kliniken gehen dabei unterschiedlich mit dem Thema um. Es gebe einige Vorreiter, so genannte Early Adopters, wie die Charité Berlin und das DKFZ Heidelberg, die hervorragende Projekte verwirklichten. Aber viele Krankenhäuser sähen das Thema nicht so weit vorn. Langkafel nennt drei Gründe dafür: Zum einen fehle oft das Verständnis, dass man über das „Nervensystem der Einrichtung“ rede. Zudem sei die Systemlandschaft sehr heterogen. Die Vielfalt der Systeme stünde einer einheitlichen Datenverarbeitung im Weg. Zum Dritten seien die Ziele der Digitalisierung oft nicht definiert und werde vieles noch auf Papier erledigt. Trotz solcher Herausforderungen steht für Langkafel fest: „Es ist ein großes Thema, das wir uns anschauen.“ Und es sei eine Diskussion, die alle angehe – auch die Industrie.

Premiere für das MEDICA CONNECTED HEALTHCARE FORUM

Premiere feiert bei der MEDICA in diesem Jahr das MEDICA CONNECTED HEALTHCARE FORUM (ebenfalls in Halle 15). Hier werden neue Erkenntnisse, Technologien und Lösungen für die vernetzte und mobile Gesundheitsversorgung vorgestellt. Das Programm startet am Mittwochvormittag mit den Themen „Big Data und Health Systems“ mit Firmenbeteiligungen wie Intel, Stanley Healthcare, Unify, Swisscom und Qualcomm Live. So wird Thomas Olesen, Commercial Director, Qualcomm Live, die Vision von “Frictionless Health Care” erläutern – eine Gesundheitsversorgung ohne Reibungsverluste! Im „HealthyCircles“ will jedenfalls Qualcomm alle Gesundheitsdaten zusammenbringen und allen Mitgliedern des Behandlungsteams einfach zur Verfügung stellen. Das auf einer „Cloud“ basierende System soll mit unterschiedlichsten medizinischen Geräten und Anwendungen zusammenarbeiten können – und alle „Big Data“ zusammengefasst ermöglichen dem Behandlungsteam gemeinsam mit dem Patienten, die optimale individuelle Therapie und Lebensbegleitung umzusetzen. Sieht so die Zukunft des Gesundheitswesens aus?

www.medica.de

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