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Veröffentlicht: 17.11.2014

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Medica Halle 15: Erfolg durch

optimalen IT-Einsatz


Kompletter „Workflow“ zeigt einige Lücken




Die ganze Welt der Health-IT und Vernetzung kündigten die Messemacher der MEDICA 2014 auf dem Messeprogramm der Halle 15 in Düsseldorf an. Allerdings bescherte die Abwanderung großer Player inhaltliche Lücken für den kompletten „Workflow“ der Patientenbehandlung. Ein bunter Strauß von Ausstellern unterschiedlicher Provenienz wartete mit neuen Aspekten auf.
IT ist ein wichtiger Erfolgsfaktor auch im Gesundheitsbereich in vielerlei Hinsicht, bei Kliniksteuerung und Verbesserung der Versorgungsprozesse, ebenso wie bei der Optimierung der Verfügbarkeit und der Sicherheit von Daten oder auch hinsichtlich der Vernetzung mit vor- und nachgelagerten Akteuren im ambulanten Bereich.
Auf die zunehmend kritischen Fragen der klinischen Anwender nach Zukunftsfähigkeit der IT, der Vernetzung von Geräten, von Systemen oder der Perspektiven der Akteure im Gesundheitsbereich gab die Medica in Halle 15 mit einem bunten Strauß von Ausstellern unterschiedliche Antworten.

Hier wollten die (einer tiefgreifenden „Frischzellenkur“ unterzogenen) Veranstaltungsreihen wie „Medizintechnik meets IT – Integration Challenge 2014“ eine Bühne für den praktischen Einsatz von IT-Lösungen im klinischen Alltag bieten. Anbieter konnten dort die Funktionalität ihrer Produkte zu festgelegten Ablaufvorgaben demonstrieren. Dieses Jahr waren Vertreter von Unternehmen wie GE Healthcare, Philips und Dräger mit Vorträgen dabei, in denen sie ihre Monitoring-Lösungen samt Integrations-Szenarien vorstellten. Das Fachpublikum sollte sowohl einen Überblick über das Thema als auch für den
Entscheidungsfindungsprozess hinsichtlich bevorstehender Investments erhalten. Dabei wurde die Internationalisierung der Programmpunkte mit vielen englischsprachigen Vorträgen vorangetrieben und den veränderten Erfordernissen der Fachbesucher angepasst. Mehr als die Hälfte der Besucher und drei Viertel der Aussteller kommen laut Messeangaben aus dem Ausland.

Konvergenz-Trend bei Innovationen

Als Konvergenz-Trend im Hinblick auf die Innovationen der MEDICA-Aussteller lässt sich beispielsweise das Voranschreiten der Digitalisierung und Automation im OP-Saal beobachten: Informations- und Medizintechnik verschmelzen immer stärker miteinander. Dabei können Chirurgen in modern ausgestatteten Hightech-OP-Räumen sowie in so genannten Hybrid-OP-Sälen (mit Geräten für die medizinische Bildgebung „an Ort und Stelle“) auf eine stetig wachsende Zahl von Systemen zurückgreifen, die den Eingriff und die Patientenüberwachung erleichtern und dabei sogar assistieren können. Zunehmend sind die medizintechnischen Geräte im OP auch miteinander vernetzt und können für den Eingriff oder die Dokumentation benötigte Daten untereinander oder mit dem Krankenhausinformationssystem (KIS) austauschen. Auch lassen sich die verschiedenen Geräte über einfach zu bedienende (Touchscreen)-Panels zentral steuern.

Einen völlig anderen Trend signalisieren Mikrosystemtechnik-Lösungen für mobile Diagnostik, Monitoring- und Therapiesysteme durch „Wearables“. So zeigten spezialisierte Anbieter u.a., wie die benötigte Technik bestmöglich in Kleidung integriert werden kann. Zu lösen sind dabei zahlreiche Herausforderungen: So müssen etwa die Trägertextilien weit dehnbar sein, ohne dass Kontakte abreißen, und sie sollten auch hinreichend robust für die Pflege bleiben.

Management erkennt Potenziale der IT

Die technische Entwicklung wird in der Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen und zahlreiche Prozess- und Produktinnovationen in den Kliniken hervorbringen. Damit sind hohe Erwartungen verbunden, wie eine Vereinfachung der integrierten fachübergreifenden Versorgung, die Senkung des Verwaltungsaufwands oder eine Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten für die Patienten. Dass das Thema IT im Krankenhaus in all seinen Facetten immer stärker in die Aufmerksamkeit auch des Krankenhausmanagements rückt, zeigte der 37. Deutscher Krankenhaustag, Leitveranstaltung für die Direktoren und das Management deutscher Kliniken mit rund 1800 Besucher aus allen Bereichen des Gesundheitswesens. Unter dem Motto „Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz“ beleuchteten Referenten aus Klinik und Industrie Chancen und Herausforderungen für Krankenhäuser und Patienten. Themen wie digitale Patientenaufklärung, klinische Apps, IT-Controlling oder webbasierte Kliniknetzwerke standen dabei im Mittelpunkt der Debatten. Zunehmend im Zentrum der Diskussionen zeigten sich auch die Überlegungen zu „Pay for Performance“. Im Ergebnis soll damit ein finanzieller Anreiz zur Erbringung von hochwertiger medizinischer und pflegerischer Leistung gesetzt werden. (Der 38. Deutsche Krankenhaustag wird vom 16. bis 19. November 2015 - mit geänderter Medica-Laufzeit von Montag bis Donnerstag - erneut in Düsseldorf im Rahmen der MEDICA stattfinden.)

Workflow ohne Big Player

An einem Ort und zu einem Zeitpunkt nicht nur Lösungen für einzelne medizinische Fachdisziplinen zu thematisieren, sondern für den kompletten „Workflow“ der Patientenbehandlung – das ist Anspruch der Medica-Macher. Dazu muss sich mit Blick auf IT die Halle 15 allerdings noch neu finden. Dabei gilt es zunächst, inhaltliche Lücken zu füllen. In diesem Jahr fehlten – nach dem Ausstieg aus dem Düsseldorfer Messegeschehen von nahezu allen Healthcare-IT-Marktgrößen - nun auch die Messestände des Branchen-Konzerns „CompuGroup Medical AG“. CGM war in den letzten Jahren mit Abstand der größte Aussteller der Halle 15 (geschätzt über 1000 qm).

Business-„Vitalparamater“ stimmen

Sei´s drum. Die „Vitalparamater“ stimmen offenbar für das Messebusiness in Düsseldorf. Geschäftsführer Joachim Schäfer akzentuierte bereits in der Vorschau auf die MEDICA 2014 das eigentliche Kerngeschäft: „Medizintechnik ist und bleibt ein Exportschlager.“ So rechnen 85 Prozent der befragten Medizintechnikunternehmen im Bundesverband Medizintechnologien BVMed mit einem Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr, vor allem getragen durch ein dynamisches Exportgeschäft. Für das Messegeschäft der Düsseldorfer heißt das: „So behauptet sich die MEDICA in Düsseldorf seit vielen Jahren schon unumstritten als weltgrößte Medizinmesse.“
In diesem Jahr trafen sich 4.831 Medica-Aussteller sowie 724 Aussteller der COMPAMED und insgesamt fast 130.000 Besucher (2013: 132.000) auf der Markt- und Informationsplattform. Rund 84.000 waren internationale Besucher, die aus 120 Ländern nach Düsseldorf anreisten. Mehr als 70 Prozent der Besucher sind "maßgeblich oder sogar ausschlaggebend an Einkaufsentscheidungen beteiligt", weitere knapp 10 Prozent "mit beratendem Einfluss".




Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf: „So behauptet sich die MEDICA in Düsseldorf seit vielen Jahren schon als weltgrößte Medizinmesse.“




MEDICA und COMPAMED 2015


MEDICA: 16. – 19.11.2015
COMPAMED: 16. – 19.11.2015
MEDICA und COMPAMED werden ab kommendem Jahr im November immer an den Lauftagen Montag bis Donnerstag und allen Veranstaltungstagen parallel zueinander in Düsseldorf stattfinden. Die Messe erwartet durch die Konzentration auf die „normalen“ Wochenarbeitstage Montag bis Donnerstag (statt wie bisher Mittwoch bis Samstag) „eine noch bessere Verteilung des Fachpublikums über alle vier Tage und eine gleichmäßigere Ausnutzung der Aussteller-Präsentationen und ihrer Standinfrastruktur“.

von Wolf-Dietrich Lorenz

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