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Veröffentlicht: 16.06.2015


Für Healthcare-Mobility

die Weichen stellen


3. Mobile eHealth Kongress 2015 gab Direktiven



Der Kongress „Mobilität im Gesundheitswesen 2015“ am 10. und 11. Juni 2015 in Fulda fokussierte auf eHealth Mobility in der Krankenhauspraxis. Healthcare-Experten erörterten wichtige Weichenstellungen, die für Mobilitätslösungen erforderlich sind. Veranstalter war Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Riedel, IfK Institut für Krankenhauswesen.




Veranstalter Prof. Dr. Wolfgang Riedel (IfK): Faktoren, die die Wirtschaftlichkeit von mHealth beeinflussen

Krankenhausverantwortliche sollten über den Tellerrand blicken. Christian Eckert, Director im Bereich Strategy Consulting bei Deloitte, verwies in seiner Keynote „Healthcare und Life Sciences Prognosen 2020“ nämlich auf Entwicklungen in anderen Branchen: Dazu gehören Virtualisierung, also die Entkoppelung von Service/ Leistung vom Ort des Dienstleisters, ebenso wie Flexibilisierung mit „24/7, on demand” oder auch „@Home: Remote / Tele / Online /Smart, z.B. Ambient assisted living“. Im Zeitalter der digitalisierten Medizin entstehen neue Geschäftsmodelle. Was sich beispielsweise abzeichnet: Wearables verändern Lebensqualität und Gesundheitsversorgung, Behandlungspläne sehen ihre Benutzung zum Monitoring und zur Kostenkontrolle vor.





Rund 90 Teilnehmer besuchten den 3. Mobility Kongress in Fulda

Die digitale Evolution kennzeichnet die Integration durch zunehmende Vernetzung digitaler Gesundheitsmodule, dabei sind die Konsumenten die Treiber. „Den derzeitigen Rückenwind aus dem Consumer Bereich mit den richtigen Weichenstellungen gezielt nutzen“, empfahl der Deloitte-Manager nicht nur den Anbietern.



Christian Eckert, Deloitte, Director Strategy Consulting: Healthcare und Life Sciences Prognosen 2020

Denn: „mHealth verändert die Interaktion zwischen Patient und Health Professional“, postulierte Dr. Eberhard Scheuer, eHealth Consulting GmbH in Zürich, in seiner Keynote „Zukunft von mHealth in einem sich verändernden Markt“. Über handelsübliche Geräte können alle Schichten und Altersklassen erreicht werden. Eine Skalierung von medizinischen Services sowie eine engmaschigere Betreuung von Patienten sind möglich. Der Datenfluss erfolgt direkt vom Patienten zum Health Professional und künftig auch zurück. Behandlungsrelevante und kontextsensitive Informationen sowie Expertenwissen stehen am POC zur Verfügung. Und am Anfang der Behandlungskette muss nicht immer ein Arzt oder eine Ärztin stehen.



Dr. Eberhard Scheuer (eHealth Consulting): Die Zukunft von mHealth in einem sich verändernden Markt

Die vieldiskutierte Bezeichnung „Industrie 4.0“ markiert die vierte industrielle Revolution. Gibt es das „Gesundheitswesen 4.0“? „Hier sind Anwendungen einfach zu benutzen, am Konsumenten orientiert und sie funktionieren“, merkte Eberhard Scheuer kritisch an. Er verwies auf die Zusammenführung der realen und virtuellen Welt und die kontinuierliche Zunahme der Daten durch Mobile Devices. „Der Mensch kann die Menge und Komplexität der Daten nicht mehr bewältigen“, folgerte er. Daher stehen Intelligence Everywhere, also behandlungsrelevante und kontextsensitive Informationen sowie Expertenwissen am POC zur Verfügung.

Scharfe Einschnitte

Für Krankenhäuser zeichnen sich scharfe Einschnitte ab. Die erforderliche Infrastruktur kann nicht mehr von den einzelnen Häusern getragen werden. Vernetzung und gemeinsame Nutzung von Infrastruktur schreitet voran. mHealth verändert die Prozesse, etwa weil Health Professionals nicht mehr an einen Ort gebunden sind. Eine Nachbetreuung von Patienten wird zunehmend über handelsübliche Geräte abgewickelt werden, wobei die Anwendungen einen Zertifizierungsprozess durchlaufen. Die ständige Verfügbarkeit von Informationen und Entscheidungsunterstützung für Health Professionals und Patienten ist unabdingbar, wer als Health Professional diese Informationen nicht nutzt, für den wird es haftungs- und kostenrelevant. „Der Health Professional wird zum sozialen Interface des Patienten“, so Eberhard Scheuer, „Systeme bereiten jene Entscheidung und Therapieoptionen vor, die vom Menschen dann kommuniziert werden.“



Podiumsdiskussion zur aktuellen Bedeutung und Zukunft von mHealth

Digitalisierung verschlafen


Die Anwendungslösungen im Gesundheitswesen sind der Realität in den Kliniken meist weit voraus. Die Industrie hat für viele Prozesse und Anwendungen im Klinikbereich digitale Lösungen entwickelt, aber gerade im Bereich Medizin und Pflege ist der Durchdringungsgrad digital basierter Workflows in der Praxis hierzulande erschreckend gering. Daher forderte Wolfgang Riedel mehr Engagement der Kliniken, denn nur so könne die Industrie auch Lösungen dem Bedarf entsprechend weiterentwickeln. Die Situation 2015: „Unser Gesundheitswesen hat die Digitalisierung verschlafen“, provozierte Wolfgang Riedel mit Hinweis auf den allerorten noch stark papierbasierten Workflow. Dann kam für die rund 90 Kongressteilnehmer jedoch ein Signal zur Entwarnung. Sie können aus Fulda mit profunden Handlungsempfehlungen in ihre Mobility-Projekte zurückkehren. Wolfgang Riedel markierte dazu die Ziele: Alte Prozesse analysieren, neu definieren, dann die Architektur der Systemumgebung prüfen sowie anpassen, Schaffung einer systemunabhängigen Integrationsplattform, weiterhin das Gerätekonzept festzulegen. Hinzu kommt die WLAN-Infrastruktur aufzusetzen, die MDM-Lösung auszuwählen und Sicherheitskonzept samt Sicherheitsregeln (etwa für BYOD) festzuzurren.
Für Wirtschaftlichkeit von Mobility gab Wolfgang Riedel klare Direktiven aus. Es ist die Papierakte zu digitalisieren (EPA / EMR, APA), sind Kern-Prozesse auszuwählen und neu zu definieren, aber auch die Zahl der Desktops/LAN-Ports zu reduzieren zugunsten von WLAN und Mobilgeräten. In der Kommunikationslösung mobil gibt es Telefonie (VoWLAN) auf LAN/WLAN, die alte TK-Anlage dagegen ist abzulösen.



Würdigung der Referenten des ersten Tages



Referenten des zweiten Tages

Entwicklung und Umsetzung


Die Themenblöcke des 3. Mobile eHealth Kongresses enthielten Direktiven für Weichenstellungen bei Mobilitätslösungen, u.a.: Anwendungen für Mobilgeräte, Geräteauswahl für Mobillösungen, mobile Lösungen als Medizinprodukte, Sicherheitsaspekte, Mobile Device Management (MDM), Änderungen von Prozessen durch Mobilität, Prozessoptimierung, Unterstützung mobiler Prozesse durch Kollaboration und Webkonferenzen, Infrastruktur für mobile Lösungen, Erfahrungsberichte zu Mobillösungen in Kliniken sowie Pflege. Zusätzlich zeigte ein Überblick von marktbestimmenden Anbietern aktuelle Lösungen am Markt auf.
Experten aus Krankenhäusern ebenso wie aus der Healthcare-Industrie erörterten Problemlösungen, Praxiserfahrungen sowie aktuelle Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung und deren Umsetzung. Die teilweise kontroverse Diskussion dieser brisanten Punkte lief zwischen Nutzern, Experten, Geschäftsführern und Verantwortlichen über das Thema Mobility im Gesundheitswesen auf Hochtouren. Sie tauschten Erfahrungen aus, erweiterten ihr Netzwerk und sammelten Impulse für künftige Entwicklungen und Projekte.




Diskussion mit Wolf-Dietrich Lorenz, Chefredakteur Krankenhaus-IT Journal

Der Mensch im digitalen System


Die Reihe „Mobile eHealth Kongress“ thematisiert, wie neue Technologien das Gesundheitswesen verändern. Welche Rolle der Mensch im digitalen System spielt, ist dabei erst noch verantwortlich zu definieren. Gerade deutsche Kliniken tun sich schwer in der Veränderung von menschlichen Prozessen im Bereich Medizin und Pflege. Kommunikation (über Patienten) findet meist in klassischen Team-Besprechungen oder Einzelgesprächen „von Mensch zu Mensch“ statt. Der gemeinsame digitale Zugriff auf alle Daten der Patienten ortsunabhängig gehört heute leider noch eher zur Ausnahme, ebenso wie „digitale Kommunikation“ durch Videokonferenzen bzw. Unified Communication and Collaboration (UCC). Wolfgang Riedel gab den Teilnehmern aus Krankenhäusern ebenso wie aus der Healthcare-Industrie zu bedenken: „Dort, wo der Mensch zum Teil des Betriebssystems wird, agiert er auf gleicher Hierarchiestufe mit der Technik. Er ist Sensor, Handlanger und Entscheider bei Konflikten konkurrierender IT-Systeme.“

Weitere Referenten beim 3. Mobile eHealth Kongress



Juri Toffol (IT USB): Ausbau des mobilen Angebots am Unispital Basel – ein Erfahrungsbericht



oben: Udo Purwin (Klinikum Neuss), Thorsten Schütz (u.) (Klinikum Itzehoe): „Visite 2.0“: Der Einsatz von iPads bei Ärzten und in der Pflege - ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum weitestgehend papierlosen Krankenhaus



Thorsten Schütz (Klinikum Itzehoe): Visite 2.0: Der Einsatz von iPads bei Ärzten und in der Pflege



Dr. Rüdiger Lohmann (Lohmann & Birkner Software Solutions GmbH): Checkpad MED – Patientendaten direkt erfassen und immer und überall abrufen



Matthias Meunier (xonion): Mobility - Next Generation: Smartphone – Tablet - Apple Watch



Arne Lehmann (Swisscom): Beyond the Desktop – Mobile Health




Stephan Löwemann (Bechtle): Der 5-Punkte-Mobility-Plan



Dr. Marten Neubauer (Dell): Der 5-Punkte-Mobility-Plan (zusammen mit Stephan Löwemann)



Harald Trautwein (Ascom): Integrated Workflow Intelligence im Krankenhaus mit Ascom Myco



Markus Roßkothen (XiTrust Secure Technologies): Rechtsgültige elektronische Unterschrift im mobilen Gesundheitswesen mit der qualifizierten Signatur von XiTrust Moxis



Thomas Pettinger (Thieme Compliance): Mobile Lösungen für die Patientenaufklärung



Dr. Maria Ines Cartes von der Medizinischen Hochschule Hannover, hielt zusammen mit Thomas Pettinger den Vortrag Mobile Lösungen für die Patientenaufklärung



Manfred Schmitz (Synmedico): Digitale mobile Patientenaufklärung und Dokumentation



Nedred Akcaoglu (Bewatec): Der Patient 2.0 - Neue Herausforderungen und Erwartungen am Point of Care



Milko Jovanoski (Nuance Communications Healthcare): Laptops, Tablets, Smartwatches, mobile Visite PCs – Fluch oder Segen für Ärzte?



Thorsten Schütz (Klinikum Itzehoe): Mobile Device Management und Security – neue Aufgaben für die Klinik-IT



Stephan Krock (Extreme Networks): Mobile Infrastruktur für Kliniken – neueste Ansätze für WLAN

von Wolf-Dietrich Lorenz

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