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Veröffentlicht: 13.08.2015


IT-Trends für die Medizin von

Morgen


e-Health und Big Data revolutionieren das

Gesundheitswesen



Die Digitalisierung hat bereits weite Teile der Gesellschaft erfasst und wird zukünftig auch das Gesundheitswesen nicht auslassen. Viele Prozesse und Systeme in Krankenhäusern oder Arztpraxen sind veraltet, unflexibel und dadurch teuer. Die IT-Branche hat dies erkannt und arbeitet an neuen Anwendungen, um die Datenkoordination und Behandlung zu verbessern. Profiteure sind die Patienten: Unnötige Doppeluntersuchungen entfallen, Behandlungsfehler werden reduziert und mobile Geräte mausern sich zum wahren Alleskönner in Sachen Gesundheit. Die folgenden fünf E-Health-Trends sollte die Gesundheitsbranche auf keinen Fall verschlafen.
Autor: Peter Goldbrunner, Country Manager Deutschland bei Citrix





Peter Goldbrunner, Country Manager Deutschland bei Citrix



1. Die Machtverteilung verschiebt sich zugunsten des Patienten
In den kommenden Jahren werden Menschen mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen als heute. Für die Generationen Y und Z gehört es zum Selbstverständnis, sich fundiert im Internet zu informieren und dann zwischen einer Vielzahl von Angeboten das individuell passende auszuwählen. Dies werden die Vertreter der Jahrgänge ab 1990 zunehmend auch für die eigene Gesundheitsversorgung fordern. In Zukunft erwarten Patienten deshalb eine kollaborative Versorgung, in der sie mit den Ärzten als Berater gemeinsam über die beste Behandlung entscheiden. Der Patient der Zukunft teilt darüber hinaus seine Erfahrungen und Eindrücke, bewertet und kommentiert diese und wird so selbst zu einem wichtigen Bestandteil des Gesundheitssystems. Als Folge nimmt der Wettbewerb unter den Medizinern zu und die Behandlungsqualität steigt.

2. Selbstoptimierung durch Big Data

Gesundheits- und Fitness-Apps auf mobilen Endgeräten sind auf dem Vormarsch und der Trend nimmt weiter an Fahrt auf. Laut einem aktuellen Report von Citrix stieg in den vergangenen fünf Jahren allein die Zahl der Nutzer von Fitness-Apps von 39 auf 78 Prozent. Beliebt sind beispielsweise Programme, die den Anwender beim Training unterstützen, ihm helfen, Gewicht zu verlieren oder die nächste Periode von Frauen errechnen. Im nächsten Schritt werden solche Anwendungen mit Sensoren am Körper vernetzt. Außerdem werden Apps für ihre Empfehlungen bald auch nicht-biologische Informationen, wie Umweltdaten, Wetter oder Pollenflug mit einbeziehen. Die Herausforderung für Programmierer besteht zukünftig darin, Anwendungen zu entwickeln, die mehr als ein Gadget sind und einen nachhaltigen Beitrag zur Gesunderhaltung der Patienten leisten.

3. Die digitale Vermessung unseres Körpers
Schon heute gibt es zhlreiche Apps und Geräte, die täglich zurückgelegten Schritte erfassen. Mobiles Internet und hohe Datenübertragungsraten haben die technische Voraussetzung für ein Gesundheits-Monitoring rund um die Uhr geschaffen. Mit Hilfe moderner Kommunikationstechnik werden zukünftig Vitalfunktionen – etwa Pulsfrequenz, Körpertemperatur oder Blutdruck – gemessen, übertragen und auf einem beliebigen Server gespeichert und verarbeitet. Intelligente Analyseprogramme registrieren Abweichungen vom Sollwert und informieren automatisch den zuständigen Arzt. Diese Technologie bietet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten und ist besonders für die Behandlung chronisch Kranker, die Frühdiagnose eines Herzinfarkts oder Kontrolle möglicher unerwünschter Nebenwirkungen von Medikamenten sinnvoll.

4. Ergebnisorientierte Medizin
Am Bezahlmodell hat sich in der Medizin in den vergangen Jahrhunderten wenig geändert. Mediziner behandeln einen Patienten nach bestem Wissen und Gewissen und verlangen für die erbrachte Dienstleistung eine Gebühr – unabhängig vom Ausgang oder Erfolg der Prozedur. Ein solches „Fee-for-Service-Modell“ ist in anderen Wirtschaftsbereichen hingegen unüblich. Ein Mechaniker wird beispielsweise in der Regel nur dann den vollständigen Rechnungsbetrag erhalten, wenn das defekte Auto wieder fahrtüchtig ist. Eine erfolgsabhängige Bezahlung im Gesundheitswesen ist bisher wenig verbreitet und gesellschaftlich umstritten. Ein solches Vergütungsprinzip könnte in der Zukunft eine Option für das Gesundheitswesen werden, um die Qualität und Effizienz zu verbessern.

Zur Messung des Behandlungserfolgs sind Dokumentation und umfassende Behandlungspläne unerlässlich. Die manuelle Bearbeitung und Kontrolle von Medikation, Ernährung, Bewegung und anderen Faktoren ist jedoch zeitaufwändig und fehlerbehaftet. Intelligente Sensoren und Automatisierung können medizinisches Fachpersonal entlasten. Ein Werkzeug ist die elektronische Patientenakte in Kombination mit den entsprechenden Schnittstellen.

5. Einheitliche Qualitäts- und IT-Standards
Geprüfte klinische Apparate stehen einem wachsenden Markt medizinischer Konsumgeräten gegenüber. Damit Gesundheits-Apps, Fitnessgeräte, Schrittzähler, Pulsmesser & Co. einen Mehrwert zur traditionellen Medizin leisten können, sind einheitliche Mindestanforderungen bei der Qualität und vor allem gemeinsame IT-Standards nötig. Nur so stehen den zuständigen Personal zuverlässig alle verfügbaren Informationen für die Beurteilung des Krankheitsverlaufs zur Verfügung. Auch für die Vernetzung von klinischen Geräten wie Blutzuckermessegeräte, Insulinpumpe oder Herzschrittmacher mit Fitnessgeräten sind kompatible Protokolle unerlässlich. Gleichzeitig müssen Zugriffsrechte und der Schutz von sensiblen Patientendaten genau geregelt sein.

Der drohende Ärztemangel und eine alternde Gesellschaft sind die kommenden großen Herausforderungen in der Medizin. Die digitale Transformation und moderne Kommunikationstechnologien helfen, die medizinische Versorgung sicherzustellen und Qualität sowie Effizienz weiter zu verbessern. Mobile Endgeräte und ein verändertes Gesundheitsbewusstsein stärken die Rolle des Patienten und machen ihn und seine Daten zu einem wichtigen Bestandteil des Gesundheitssystems.

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