Video Tipp
Aktuelle News
Weitere News
Vor-Ort-Reportagen
Verlagsprodukte
Service
Termine     [Weitere...]
RSS-Feed Aktuelle News
Multimedia
 
  

Veröffentlicht: 26.09.2015


Digitalisierung als

Überlebensstrategie


KH-IT-Herbsttagung 2015: Ein

Zukunftspanorama der Krankenhaus-IT




Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz – das ist der Wunsch nicht weniger IT-Manager in wohl allen Branchen. Wie daraus bei Healthcare Wirklichkeit werden kann, zeigten Experten auf der Herbsttagung des KH-IT – Bundesverband der Krankenhaus-IT - Leiterinnen / Leiter e. V. (KH-IT). Der strategische Rundflug mit praktischen Beispielen der Krankenhaus-IT unter dem Motto „Das digitale Krankenhaus“ fand vom 23. und 24.9.2015 beim Gastgeber Universitätsklinikum Düsseldorf vor über 200 Teilnehmern statt.




Heiko Ries, Vorsitzender des Bundesverbandes der Krankenhaus-IT Leiterinnen/Leiter e. V. (KH-IT): Er eröffnete die Herbsttagung und begrüßte die zirka 200 Teilnehmer.

„Wir leben zurzeit in einer Revolution – und die Tragweite können wir kaum abschätzen“, stellte Dr. Stefan Walther, CIO vom Universitätsklinikum Düsseldorf, programmatisch fest.



Dr. Stefan Walther, CIO Uni-Klinikum Düsseldorf
Zunehmende Digitalisierung: Beispiel einer Überlebensstrategie


Das magische Dreieck markieren dabei Digitalisierung, Marktmacht und Eingriffe in etablierte Wirtschaftsfelder. Disruptive Technologien von Innovatoren wie etwa Google, Amazon oder Facebook krempeln ganze Branchen um. Nur wenige Traditionalisten haben ein Rezept für den plötzlichen Erdrutsch parat. Auf die absehbaren Auswirkungen für den Healthcare-Bereich gilt es, sich jetzt vorzubereiten. Denn Krankenhäuser stellen nur eine geringe Verhandlungsmacht dar gegenüber einer wirtschaftlichen Außenwelt, die die IT immer stärker bestimmt. Intern befindet sich die IT-Leitung mit ihrer Technikwelt in einer Metaebene unter dem Vorstand. Um Aufmerksamkeit und Verständnis des Führungszirkels für die IT und ihre künftige Rolle als „Enabler“ zu erhalten, ist nicht selten eine Expertenstimme von außen hilfreich. Denn: „Wir müssen aufpassen, nicht plötzlich der Hausmeister vom Rechenzentrum zu sein“, mahnte CIO Stefan Walther. Das Spannungsfeld der Healthcare IT lässt sich kaum besser auf den Punkt bringen. (Lesen Sie mehr dazu im Interview des Krankenhaus IT Journals)



Prof. Dr. Peter Haas, Fachhochschule Dortmund, Lehrgebiet, Medizinische Informatik
Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz


IT im Spannungsfeld und Zwiespalt: Prof. Dr. Peter Haas, Fachhochschule Dortmund, Lehrgebiet Medizinische Informatik, erörterte das Thema „Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz“. Dass sich Erfolg vielschichtig zusammensetzt, korrespondiert zu den vielfältigen Zielen der IT im Krankenhaus: ökonomische Aspekte, Patientenwohl und Mitarbeiterzufriedenheit gehören vor allem dazu. Doch IT ist keinesfalls Selbstzweck, sondern ein „Enabler“ für die richtigen medizinischen Informationen für den Arzt zu richtigen Zeit. Erfolgsdimensionen mit IT-Unterstützung sind Behandlungs- und Prozessmanagement, zusammen mit Wissensmanagement. Schließlich sollen diese Komponenten zu Patientensicherheit, Qualität und Effektivität führen.

Bremsklotz sektorenbezogene Denkweise

Doch womit die IT-Verantwortlichen in einer Welt der IT-Transformation vordringlich zu kämpfen haben, ist die digitale Technikkommunikation im Gesundheitswesen.



Prof. Dr. Ing. Martin Staemmler, Medizininformatik, Fachhochschule Stralsund, KH-IT-Beirat: Digitale Kommunikation gemäß E-Health-Gesetz

Sie wirft nach wie vor die Frage auf: Wie kommen wir zu mehr Interoperabilität? Prof. Martin Staemmler, Medizininformatik Fachhochschule Stralsund, KH-IT-Beirat, und Referent auf der Herbsttagung des KH-IT („Digitale Kommunikation gemäß E-Health-Gesetz“) meinte: „Interoperabilität kann einerseits durch Initiativen, Einsicht und Nutzen am Markt (Musterbeispiel Standard DICOM) oder andererseits durch Verordnung (wie xDT, §301) entstehen. Leider hat die sektorenbezogene Denkweise in den letzten 20 Jahren den ersten Weg verhindert, so dass nur noch der Weg der Verordnung bleibt, der aber im E-Health Gesetz nicht ausreichend genutzt wird (sektorbezogen, Begrenzung auf Archivierung und Systemwechsel).“ Martin Staemmler appellierte: „Warum wird nicht für jedes in Deutschland genutzte Informationssystem eine einheitliche offene Schnittstelle vorgeschrieben, die einen Austausch von Patientendaten in einer festgelegten Repräsentation und einfache Grundfunktionen wie Speichern, Suche und Bereitstellen möglichst auf Basis internationaler Standards (z.B. IHE-Profile) bereitstellen muss?“



Die EFA in der Telematikinfrastruktur


Was konnte besser anschließen als das Thema „Die EFA in der Telematikinfrastruktur“? Referent Dipl. Inform. Jan Neuhaus, DKG, Geschäftsführer, rückte die Implementierungsaspekte in den Blick.



Dipl. Inform. Jan Neuhaus, DKG, Geschäftsführer Dezernat III – IT, Datenaustausch und eHealth: Die EFA in der Telematikinfrastruktur

Im Projekt „Migration von Gesundheitsdatendiensten in die Telematikinfrastruktur am Beispiel der elektronischen Fallakte“ (kurz GDD/EFA) soll untersucht und exemplarisch umgesetzt werden, wie bereits heute bestehende Dienste in die Telematikinfrastruktur (TI) überführt werden können. Dabei ist der Hauptpunkt die Nutzung der Sicherheits- und Transportmechanismen. Bei allen Anwendungen sollen die Funktion, die grundlegenden Datenschutzkonzepte und auch die bestehenden Client-Module so wenig wie möglich geändert werden. Jan Neuhaus: „Bei der EFA ist die Hauptfrage die Identifikation der Zugriffsberechtigten. Hier sollen die Zertifikate der TI, also insbesondere die SMC-B als Institutionenkarte genutzt werden. Des Weiteren basiert die Sicherheitstechnik der EFA auf Sicherheitstoken, die Zusicherungen über Identitäten und Zugriffsrechte zwischen den Partnern transportierbaren.“ Der Konnektor könne genutzt werden, um solche Token im Sicherheitskontext der TI zu erstellen. Weitere Anpassungen der EFA seien für die Migration nicht vorgesehen.

Entwarnung für Krankenhäuser, die sich bei der Nutzung der EFA eines Providers bedienen: Sie müssen wenig tun, da die Client-Module vom Provider aktualisiert werden. An den Oberflächen und den Arbeitsabläufen wird es keine Änderungen geben.
Jan Neuhaus weiter: „Wer allerdings eine EFA als Provider anbietet, muss seinen Dienst migrieren und dazu insbesondere die Fragen der Anbindung der Verzeichnisdienste und der Berechtigungen auf bestehenden FallAkten lösen. Der migrierte EFA-Dienst muss dann von der gematik zugelassen werden, bevor er in der TI genutzt werden kann. Diese Verfahren werden im Rahmen des Projektes GDD/EFA beschrieben und erprobt.“



Dr. Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KV Telematik GmbH, Berlin: Entlassbriefübermittlung mittels KV Connect

Aber die Telematikinfrastruktur ist immer noch nicht bundesdeutsche Realität. Dagegen hält die KBV mit „KV Connect“ bereits jahrelang eine Kommunikationslösung am Laufen – für rund 70000 niedergelassene Ärzte. Dr. Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KV Telematik GmbH, Berlin, stellte in diesem Rahmen die Entlassbriefübermittlung mittels KV Connect vor.

Die Liste mit den To Do-Punkten

Effizienzreserven bei der Ressourcenplanung schlummern vielerorts, nur sind sie bisher noch längst nicht überall mobilisiert. IT-gestütztes Ressourcenmanagement greift an jenen Stellen gut, wo es darum geht, aus dem klinischen Informationssystem einen Auftrag auszulösen,
Gedanken wie dieser spiegelte sich bei der IT-gestützten Termin- und Ressourcenplanung für die Abläufe in Krankenhäusern wider, wie Dr. med. Christian Otte, Raphaels Klinik Münster GmbH, erläuterte.



Dr. med. Christian Otte, Raphaels Klinik Münster GmbH: Welchen messbaren Nutzen bringt eine IT-gestützte Termin- und Ressourcenplanung für die Abläufe in Krankenhäusern?

Allerdings scheitert die Integration des Behandlungsplanungs- und Prozesssteuerungssystems an der Integrationsfähigkeit des KIS – ein in der Branche allseits beklagtes Phänomen. So ist die Liste mit To Do-Punkten daher auch in Münster beträchtlich. Anforderungen bleiben jahrelang unerfüllt, es herrscht bei den Anwendern Leidensdruck und Handlungsbedarf. Dennoch: „Es lässt sich immer noch besser arbeiten als zuvor mit Stift und Papier“, meinte Christian Otte.

Erfolg ist messbar

Dass Erfolg messbar ist und Sicherheit bringt, davon sind Lars Forchheim, Abteilungsleiter Informationstechnik MSG GmbH/edi.con, und Andreas Schneider, Leiter ServiceZentrum-IT/Organisation Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal, überzeugt.


Lars Forchheim, Abteilungsleiter Informationstechnik MSG GmbH / edia.con



Andreas Schneider, Leiter Service Zentrum-IT/Organisation Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal: Erfolg ist messbar und bringt Sicherheit - MediCockpit


Der Erfolg kommt durch die Aufbereitung der Daten zu Informationen, die den entsprechenden Anwendern zur richtigen Zeit und Güte zur Verfügung gestellt wird. Diese Informationen müssen mobil verarbeitet werden und zu Entscheidungen führen. Allerdings: Beim Datentransfer müssen KIS-Systeme und die eingesetzten KIS-Datenbanken mitspielen. „Die KIS-Systeme sind in der Regel nicht als Auskunftssysteme ausgerichtet. Die Informationen sind in Menüs und Masken versteckt. In den Datenbanken sind die Daten auch nicht immer „einfach“ abgelegt. Somit müssen wir auf Auswertesysteme zurückgreifen, diese benötigen jedoch das Datenmodell des KIS-Systems“, meinte Lars Forchheim und gab zu bedenken: „Weiterhin ist kein Krankenhaus mit dem gleichen KIS-System gleich eingerichtet, somit sind immer Abweichungen zu konfigurieren. Der Zugriff ist bei den KIS-Datenbanken meist eine Lizenzfrage.“

Die Rolle der IT

Über die Rolle der IT wird seit Jahren in allen Branchen heftig diskutiert: sowohl als Innovationstreiber, wie auch als der Bremser vom Dienst. Der Blick auf Unternehmen, die durch ihre IT erfolgreich unterstützt werden, zeigt, dass es keine Schwarz-Weiß-Lösung gibt.
„In der Krankenhaus-IT-Landschaft hat sich in den letzten Jahren viel getan. Es fehlt lediglich an Personal und Geld, um die Prozesse im Krankenhaus wesentlich effizienter unterstützen zu können“, pointierte Jürgen Flemming, IT-Leiter, Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH.



v. l. Jürgen Flemming, KH-IT, Reimar Engelhardt, KH-IT: Einführung ins Tagungsthema

Zunehmender wirtschaftlicher Druck, gepaart mit Wettbewerb um Patienten, hat in deutschen Krankenhäusern den Fokus auf Effizienz und Qualität fixiert. Dies setzt strukturierte Prozesse voraus, deren Umsetzung wiederum der Nutzung moderner Informations-Technologiekonzepte bedarf. IT-Abteilungen nehmen zweifellos eine immer wichtigere Stellung für den Erfolg des „Unternehmens Krankenhaus“ ein – so ein Tenor der Düsseldorfer Tagung -, können sie doch dessen Leistungsoptimierung fördern.

Wunscherfüllung

Zurück und zugleich voraus auf das Panorama der Healthcare-IT blickte Dr. Stefan Walther bei der Herbsttagung des KH-IT. Der CIO vom Universitätsklinikum Düsseldorf resümierte kritisch: „Wir wollten immer eine bessere IT anbieten, jetzt können wir diese einkaufen – wir werden sie aber nicht mehr vollständig beherrschen. Und das in einer Zeit, in der wir zu wenig Geld für eine gute IT haben, in der wir im Tagesgeschäft nicht genug Zeit zum Erlernen der neuen Technologien (die kein Hype sind) haben, in der wir über Tarifverträge und Mitbestimmungsgesetze nicht die Flexibilität aufbringen können, die wir für das Fortbilden, Rekrutieren und Halten von gutem Personal brauchen.“

Impulse sind gefragt, von denen wohl einige der nächste große KH-IT-Event bringen kann, die Frühjahrstagung am 6. und 7.4.2016 in Leipzig. Das Motto lautet dann „Komplexität beherrschen – neue Konzepte und Rezepte“. Programmaspekte sind vor allem IHE, IT-Betrieb und Rahmenbedingungen. Ideen für Vorträge nehmen die Programmgestalter Thorsten Schütz (KH-IT-Vorstand, t.schuetz@kh-itzehoe.de) und Prof. Dr. Martin Staemmler (Wissenschaftlicher KH-IT-Beirat, staemmler@kh-it.de) gern entgegen.

Akteure und Themen der KH-IT-Herbsttagung 2015



Dr. Frank Reddig, Medizincontrolling Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH, Stuttgart: 3M 360 Encompass



Michael Kreuzer, Leiter IT/ Organisation, Gemeinschaftskrankenhaus Bonn: Mobile Prozessunterstützung - iPad statt Aktenordner, mobile Lösungen am Beispiel iMedOne



Michael Schösser, Leiter Produktmarketing Nexus AG: Mobile Lösungen mit NEXUS / KIS



Prof. Michael Reiher, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen: Ergebnis der Befragung zum Fortbildungsbedarf im IT-Bereich der Kliniken




v.l.: Thorsten Schütz und Prof. Dr. Ing. Martin Staemmler: Ausblick auf die Frühjahrstagung am 6.und 7.4.2016 in Leipzig

Podcasts Kurz-Interviews: Impulse vom Anwender

• Horst-Dieter Beha, Klinikum Konstanz, Stellvertretender Vorsitzender KH-IT, spricht über Entwicklung, Aktivitäten und Perspektiven des Verbandes, über personelle, technische und organisatorische Herausforderungen für IT-Leiter als Führungskraft und wie weit die Industrie ihrer Aufgabe als Geschäfts-„Partner“ gerecht wird.

zum Beitrag



• Jürgen Flemming, IT-Leiter, Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH, und Programmverantwortlicher der Herbsttagung 2015 erörtert, welches Anliegen die Veranstaltung mit Blick auf den „optimalen IT-Einsatz“ für Kliniken hat, welche besonderen Spannungsfelder für die Krankenhaus-IT in den kommenden Jahren das Programm KH IT-Herbsttagung 2015 adressiert und auf welche neuen Schwerpunkte bei der zu erwartenden digitalen Umgestaltung sich die IT vorbereiten sollte.

zum Beitrag



• Dr. med. Christian Otte, Raphaelsklinik Münster GmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster, skizziert, was ein Krankenhaus durch effizientes Ressourcenmanagement vor allem einsparen kann und welche Verbesserungsvorschläge seitens des Krankenhaus-Anwenders die Software-Hersteller beherzigen sollten.

zum Beitrag



• Ist Erfolg messbar? Ja, und er bringt Sicherheit, meint Lars Forchheim, Abteilungsleiter Informationstechnik, MSG Management- und Servicegesellschaft für soziale Einrichtungen mbH - Ein Unternehmen der edia.con-Gruppe. Im Interview skizziert er, wie rund das Produkt dazu ist und weist auf Anwendungen und Funktionen, ebenso auf den Einsatz und auch darauf hin, ob zum Lesen auch ein Rückschreiben in das KIS möglich ist. Er erklärt außerdem, wie die Akzeptanz der Nutzer aus Medizin sowie Pflege zu erreichen ist und wie er den Erfolg im Haus kommuniziert.

zum Beitrag

Drucker geeignete Seite Sende diesen Artikel einem Freund


Aktuelle Ausgabe