Video Tipp
Aktuelle News
Weitere News
Vor-Ort-Reportagen
Verlagsprodukte
Service
Termine     [Weitere...]
RSS-Feed Aktuelle News
Multimedia
 
  







Veröffentlicht: 01.12.2005


Weitere KH-IT Online-Ausgaben                   Aktuelle  News

 

Krankenhausmanager:

Viel Verantwortung, wenig Geld  



Studien-Projektleiter Christian Näser: „Für ihr Engagement und ihre Leistungsfähigkeit erwarten diese Führungskräfte eine angemessene, leistungsgerechte Vergütung.“  

Führungskräfte in Krankenhäusern verbuchen deutlich weniger auf ihrem Gehaltskonto als vergleichbare Kollegen in Wirtschaftsunternehmen. Dies ist ein Ergebnis der Studie „Führungskräfte in Krankenhäusern 2005“ der Kienbaum Management Consultants GmbH. Dabei sind die Gehälter im vergangenen Jahr um durchschnittlich 1,8 Prozent gestiegen. Während der Geschäftsführer eines Krankenhauses durchschnittlich 128.000 Euro Jahresgesamtgehalt bezieht, bringt es ein Manager in vergleichbarer Position in einem Dienstleistungsunternehmen auf fast 100.000 Euro mehr. Dabei liegen die Bezüge der Chefärzte mit 278.000 Euro deutlich über den Einkommen der nicht ärztlichen Führungskräfte. Eher in den hinteren Reihen finden sich IT-Leiter/IT-Führungskräfte im Krankenhaus wieder. Die Jahresgesamtbezüge der Abteilungsleiter insgesamt betragen im Schnitt 59000 Euro, die der Abteilungsleiter IT/EDV 61000 Euro p.a.  

„Die dramatischen Veränderungen im Gesundheitswesen erfordern eine Neuausrichtung der Krankenhäuser. Denn auch wenn der Kostendruck wächst, muss die optimale Versorgung der Patienten gewährleistet werden. Nur modern geführte, ertragsstarke und von daher wettbewerbsfähige Kliniken werden mittelfristig am Markt bestehen. Dieser Herausforderung können die Krankenhäuser nur mit hoch qualifizierten und engagierten Führungskräften begegnen. Für ihr Engagement und ihre Leistungsfähigkeit erwarten diese Führungskräfte eine angemessene, leistungsgerechte Vergütung“, sagt Christian Näser, Projektleiter der Studie bei Kienbaum.  

Frauen: bessere Chancen als in der Wirtschaft  

An der Kienbaum-Studie beteiligten sich insgesamt 172 Krankenhäuser, die 804 nicht ärztliche Führungspositionen und 564 Chefarzt und 410 Oberarzt-Positionen meldeten. Lediglich 305 Positionen sind von Frauen besetzt. Dies entspricht einem Anteil von 17 Prozent. Allerdings sind mit diesem Wert die beruflichen Chancen der Frauen in Krankenhäusern immer noch besser als in Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, wo der Anteil weiblicher Führungskräfte zehn Prozent beträgt. Eine Ausnahme bildet die Pflegedienstleitung in Krankenhäusern: Diese Position wird in 69 Prozent aller Fälle von Frauen wahr genommen Während ein männlicher Geschäftsführer eines Krankenhauses durchschnittlich 131.000 Euro verdient, erreicht seine Kollegin ein Jahreseinkommen von 100.000 Euro.  

Mehr Geld im Westen   

Im Ost-West-Vergleich fällt auf, dass nicht ärztliche Führungskräfte im Westen im Mittel ca. 15 Prozent höhere Gesamtbezüge als im Osten Deutschlands erzielen. Noch deutlicher ist das Gefälle bei den ärztlichen Positionsgruppen: Verdient ein Chefarzt im Westen durchschnittlich 286.000 Euro pro Jahr, so muss sich sein Kollege im Osten mit durchschnittlich 141.000 Euro begnügen. „In vielen Fällen werden in Ostdeutschland vergleichbare Grundgehälter gezahlt. Die deutlich niedrigeren Gesamteinkommen sind darin begründet, dass im Osten den Chefärzten seltener ein Liquidationsrecht vertraglich eingeräumt wird und das Liquidationsvolumen im Durchschnitt geringer ausfällt. Ähnliches gilt in abgeschwächter Form auch für die Vergütung der Oberärzte“, kommentiert Christian Näser.  

Variable Vergütung als Wettbewerbs-Motivator  

In Industrie und Handel erhalten über 90 Prozent aller Geschäftsführer einen Teil ihres Einkommens in erfolgsabhängiger Form. Durchschnittlich liegt der variable Anteil bei 30 Prozent der Jahresgesamtbezüge. In Krankenhäusern haben leistungsabhängige Zusatzvergütungen bei weitem noch nicht diese Bedeutung. Fast zwei Drittel der Geschäftsführer (63 Prozent) und 51 Prozent der Verwaltungsdirektoren/ Kaufmännischen Direktoren sowie 35 Prozent der Verwaltungsleiter erhalten Teile ihres Einkommens in variabler Form. „Im Zusammenhang mit der neuen Wettbewerbssituation kommt der variablen Vergütung auch in Krankenhäusern eine immer stärkere Bedeutung zu. Die Verbindung von individueller Leistungsfähigkeit und Erfolg der Krankenhausbetriebe mit der Vergütung der Führungskräfte steigert die Identifikation der Führungskräfte mit ihrem Krankenhaus und honoriert besondere Leistungen“, meint Näser.  

Abgespeckte Zusatzleistungen   

Die betriebliche Altersversorgung ist die mit Abstand wichtigste Zusatzleistung für Führungskräfte in Krankenhäusern, deren gesetzliche Sozialversicherungsrente bei weitem nicht ausreicht, um ihnen nach der Pensionierung den gewohnten Lebensstandard zu sichern. 92 Prozent der Ärzte und 84 Prozent der nicht ärztlichen Führungskräfte haben Anspruch auf eine zusätzliche Altersversorgung.   

Der Dienstwagen gehört in Industrie und Handel zu den am weitesten verbreiteten Zusatzleistungen. Geschäftsführer und Vorstände verfügen durchweg über dieses Extra; auf der ersten und zweiten Führungsebene liegt die Verbreitung bei 78 bzw. 47 Prozent. In Krankenhäusern haben Dienstwagen eine weit geringere Verbreitung. Während 56 Prozent der Geschäftsführer einen Dienstwagen fahren, steht nur noch gut einem Viertel der Verwaltungsleiter ein PKW zur Verfügung. Abteilungsleiter erhalten nur in Ausnahmefällen einen Dienstwagen.  

www.kienbaum.de    

Weitere KH-IT Online-Ausgaben
Medienpartner


 
                                             
  

Drucker geeignete Seite Sende diesen Artikel einem Freund


Aktuelle Ausgabe