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Veröffentlicht: 14.09.2016


Start-up ist Marathon

Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg:

Digital Health in der Praxis




Gut besuchter Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg, der die Beziehung zwischen App, Digital Health und Erfolgschancen für Gründer als Thema aufgriff

Der Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg am 12.9.2016 beleuchtete die Beziehung zwischen App, Digital Health und Erfolgschancen für Gründer. Erfahrungen und ausgewählte Use Cases brachten Licht in das ebenso unklare wie vielversprechende Boomsegment E-Health in der Start-up-Welt.

„Start-up ist Marathon“, erklärte Christian Lautner auf der Veranstaltung „App auf Rezept – Digital Health in der Praxis“ des Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg. „Es ist kein Sprint“, gab der der Co-Founder des Flying Heath Incubator mit Blick auf unternehmerisches Durchhaltevermögen zu bedenken. Startups wie Caterna Vision und der Online-Videosprechstunde Patientus verhalfen Founder Dr. Müschenich und er zu Verträgen mit Krankenkassen. Basierend auf den Learnings der letzten Jahre konzipierten sie das Flying Heath Incubator-Programm, um Startups strukturiert beim Markteintritt in den ersten Gesundheitsmarkt zu unterstützen.




Christian Lautner, Co-Founder des Flying Heath Incubator: „Start-up ist Marathon. Es ist kein Sprint.“


Auf der Strecke zum unternehmerischen Erfolg tauchen kräftezehrende Steigungen auf, besonders Finanzierungsrunden, Gründer-Wettbewerbe, Produkt Launch und Markteintritt. Dann folgen Vertrieb, klinische Studien für Wirkweisen als Patienten-Referenzen. Ebenso sind lange Strecken aus ernüchternden und wenig innovativen Routinetätigkeiten auf dem Weg nach oben zu bewältigen.

Vor mittlerweile zwei Jahren lieferte die digitale Sehschule Caterna Vision, als erste „App-auf-Rezept“ den Proof-of-Concept für die Kostenerstattung einer Digital Health Anwendung.

Dieser Meilenstein hat viel Bewegung in die Entwicklung der deutschen und internationalen Digital Health Szene gebracht. Während zunehmend mehr Startups mit digitalen Medizinprodukten eine Erstattung durch die Krankenkassen und Krankenversicherungen anstreben, wird es Zeit, sich zu fragen was diese Entwicklung für die Startups, das Gesundheitswesen und die medizinische Versorgung bedeutet.

Gemeinsam bis zum Markteintritt

Der Flying Heath Incubator bringt gezielt Partner aus der Industrie und der
Gesundheitswirtschaft mit hochinnovativen Startups zusammen, um neue digitale
Technologien und Geschäftsmodelle im Bereich Serious Digital Health zu entwickeln.

So ist ein Raum entstanden, in dem Digital Health Produkte nah am Markt entwickelt werden. „Im Fokus unserer Arbeit steht der medizinische Nutzen für die Patienten“, stellt Christian Lautner heraus. „Uns überzeugt ein Startup, wenn es einen digitalen Diagnose- oder Therapieansatz bietet, der zu einer besseren medizinischen Versorgung führt. Hat uns ein Startup von seiner Produktidee begeistert sehen wir uns als professional Co-Founder und wollen gemeinsam den Weg bis zum Markteintritt gehen.“

Immer wieder taucht die Frage nach dem passenden Monetarisierungsmodell auf. Krankenkassen sind aufgewacht. Sie stellen mittlerweile für immer mehr Apps und digitale Healthcare-Anwendungen Rezepte aus. CardioSecur gehört dazu. Mit Hilfe von CardioSecur können Smartphone-Besitzer an jedem Ort ihren Herzrhythmus überwachen und bekommen danach Feedback, falls weitere Maßnahmen erforderlich sind. Oder auch Tinnitracks. Das App soll Beschwerden von Menschen mit Tinnitus verringern. Ein interdisziplinäres Team aus Toningenieuren, Informatikern und Psychologen arbeitet an der Weiterentwicklung und dem Vertrieb des Medizinprodukts. Wie allerdings zu beobachten ist, engagieren sich Krankenkassen für Apps und digitale Anwendungen eher nach Gutdünken. Offenbar ist die Motivation unklar: Marketing für sich? Teil der medizinischen Versorgung? Oder beides?

Nur zirka jedes hunderste Start-up wird im Gesundheitswesen gegründet, weisen Statistiken aus. Kompliziert, reguliert und änderungsresistent zeigt sich das deutsche Gesundheitssystem. Nicht zuletzt tauchen technische Herausforderungen auf wegen proprietärer Technologien der Anbieter und Hersteller. Erst noch zu bewältigen per Standards ist etwa die Integration der Patientendaten aus Start-up-Produkten in die IT vom niedergelassenen Arzt und dem Krankenhaus.

Besonders die Positionierung von Patient, Leistungserbringer und Kostenträger sowie die sektorale Trennung machen Innovationen schwierig. Bei einer Finanzierungsrunde bewerben sich über 100 Interessenten aus der Healthcare-Gründerszene. „Investoren freuen sich, wenn eins von zehn Start-ups am Markt unternehmerisch mit Return performt“, meint Christian Lautner optimistisch.


App-Analyse

Die Bertelsmann Stiftung hat mit Digital-Health-Experten eine systematische Analyse digitaler Gesundheitsanwendungen vor. Ein Überblick über Gesundheits-Apps zeigt folgende Anwendungen:
1. Apps, durch die eine Stärkung der Gesundheitskompetenz der Patienten erfolgt
2. Apps, die analysieren und im Ergebnis Erkenntnisse schaffen
3. Apps, die Selbstwirksamkeit, Adhärenz und Sicherheit fördern (indirekte Intervention)
4. Apps, die durch direkte Intervention Fähigkeiten und Verhaltensweisen verändern
5. Apps, durch die eine Dokumentation der Gesundheits- und Krankengeschichte erfolgt
6. Apps, die eine Organisation und Verwaltung im Gesundheitswesen ermöglichen
7. Apps, die sich mit den Themen Einkauf und Versorgung befassen

von Wolf-Dietrich Lorenz

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