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Veröffentlicht: 20.09.2016



Lesen Sie hier den Gesamttext aus: Krankenhaus-IT Journal, Ausgabe 5/2016, S. 72-73.


FHIR: enorme Vorteile bei geringem

Aufwand

Neuer Standard ermöglicht nachhaltige

Interoperabilität für informationsbasierte

Prozesse




In Fachkreisen wird viel über ihn gesprochen, doch wenig Genaues ist bekannt: Wo steht die Entwicklung des neuen „Fast Healthcare Interoperability Resource“-Standards (FHIR) der Organisation Health Level Seven (HL7), welche
Vorteile wird er bringen? Seine Stärken sind erhöhte Interoperabilität und bessere Möglichkeiten der Datennutzung, so Russell Leftwich, M.D., Medizininformatiker und HL7-Board-Mitglied.


Neu entstehende Technologien und neue Formate führen dazu, dass auch bei Standards Anpassungen stattfinden müssen, betont der Experte. Früher bedeutete Interoperabilität, dass jeweils zwei Systeme miteinander kommunizieren konnten. In einer Zeit, in der das Wissen und die Daten explosionsartig zunehmen, ist ein anderer Ansatz gefordert: Zwischen unterschiedlichen Standards muss eine Übersetzung möglich sein, damit viele Systeme untereinander kommunizieren können. So bedeutet Interoperabilität im heutigen Sinne die komplette und zeitgleiche Datenverfügbarkeit für die gesamte einrichtungsübergreifende Versorgungsgemeinschaft.
FHIR, so die Informatiker in den HL7-Gremien, lässt dies Wirklichkeit werden. Parallel entwickeln sich HL7-Versionen weiter, die beispielsweise kaum mobile Endgeräte unterstützen.

Der neue Standard bezieht aktuelle Technologien ein und soll in zwei bis drei Jahren Einsatzreife erreichen; Anwendungen im Kontext elektronischer Patientenakten und erste Apps befinden sich bereits in Verwendung. Während das Handling von Patienteninformationen, Erkrankungen und Laborergebnissen inzwischen weitgehend ausgearbeitet ist, stehen für die nächste Zeit komplexe klinische Daten wie Genetik und Subdisziplinen im Fokus der Standardisierungs- Community rund um FHIR.

Interoperabilität wird bequem


Der Wechsel zu FHIR und der Einsatz von Web-Technologien zur Nutzung von Daten im Rahmen dieses Standards, läutet eine völlig neue Ära für Leistungserbringer ein: „Es wird für sie künftig deutlich einfacher sein, Patienteninformationen auszutauschen“, erläutert der Experte. „Mit der Durchsetzung von FHIR erhält der Gesundheitssektor endlich Anschluss an die Technologien, die bei Facebook, Google und Amazon schon lange größten Komfort bringen.“
In den nächsten zehn bis 20 Jahren werden wir laut Leftwich in einer Hybrid-Welt mit Standards wie etwa verschiedenen HL7-Versionen und CDA leben. Dies ist bedingt durch bestehende Systeme, die zu diesen Standards konform sind und auch weiterhin Verwendung finden werden – wie im Fall des Standards HL7-V2, der heute beispielsweise den Austausch zwischen Laborsystemen und Patientenakten ermöglicht.

Zwischen den Standards übersetzen

Einer der großen Vorteile ist, dass FHIR zwischen verschiedenen Standards „übersetzen“ kann. So hat InterSystems eine HIE-Plattform (Health Information Exchange, regionale Austauschplattform von Patienteninformationen) entwickelt, die in beiden Richtungen zwischen HL7 V2- und C-CDA-Dokumenten übersetzt.
Dies erlaubt es, in den USA wie andernorts, Informationen zu Patienten zusammenzustellen und die resultierenden
Daten innerhalb von FHIR bequemer zu handhaben. Zur Entscheidungsfindung am Ort der Behandlung, zum Monitoring auf mobilen Geräten und durch die Einbindung von Medizingeräten schafft FHIR so das „Internet of Things“.

„Informationen zu Patienten bequemer auswerten und nutzen – zur Entscheidungsfindung am Ort der Behandlung, zum Monitoring auf mobilen Geräten und durch die Einbindung von Medizingeräten: FHIR schafft das „Internet of Things“. Russell Leftwich, M.D., Medizininformatiker, außerplanmäßiger Dozent für biomedizinische Informatik an der Vanderbilt University, HL7-Board-Mitglied und Senior Clinical Adviser für Interoperabilität bei InterSystems (Twitter: @DocOnFHIR)


Was sollten IT-Leiter tun?


Immer mehr IT-Leiter werden nach dem Beitrag gefragt, den ihre Systeme im Rahmen des wirtschaftlichen und qualitativen Drucks auf die Krankenhäuser leisten. Auch die Vernetzung bestimmt in Deutschland zunehmend die Leistungserbringung. In diesem Kontext macht die Vorbereitung auf FHIR Krankenhäuser nachhaltig zukunftssicher: „IT-Leiter sollten ihre Informationsarchitektur auf diesen Standard einstellen. Sie profitieren auch selbst maßgeblich: Betrug beispielsweise der Aufwand für eine Schnittstelle zwischen Systemen, die HL7 V2 bzw. CDA sprachen, zwei Wochen, so reduziert er sich im Zusammenhang mit FHIR auf wenige Tage oder sogar nur Stunden“, betont Leftwich. Als Web-basierter Standard ist FHIR für Entwickler und IT-Mitarbeiter äußerst leicht und rasch zu erlernen und anzuwenden.

Perspektiven: Einbindung (des/der) Patienten und (der) Verwandten

Neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Kontext vernetzter Medizin zählen zu den Fortschrittszielen von FHIR. Der neue Standard bietet ungeahnte Perspektiven für die „virtuellen Behandlungs-Teams“,die künftig auch Sozialdienstleister und den Patienten selbst sowie seine Nächsten einbeziehen: Alle Beteiligten sowie der
Patient und sein Umfeld können künftig bequem und sicher über HIE-Plattformen auf wichtige Patienteninformationen
zugreifen. Und dies dank FHIR ohne aufwendig umgesetzte systemindividuelle Schnittstellen und mit der Perspektive, dass kostengünstige iOS- und Androidbasierte Apps in App-Stores genau die Zugriffsfunktionen bieten, die die Anforderungen der jeweiligen Nutzergruppen erfüllen.

Schluss mit den Daten-Silos

„Während also derzeitige Projekte noch meist unter der Zielsetzung Proof-of-Concept laufen“, so Leftwich, „wird sich FHIR in den beiden kommenden Jahren als der praxistaugliche Standard herauskristallisieren, der sein Versprechen einlöst: FHIR vernetzt datenführende Systeme und ermöglicht die sichere, anwenderspezifische, auch mobile Nutzung von Patienteninformationen.“ Patienten sind besser informiert, Behandler und Krankenhausführung profitieren von schlanken und schnellen informationsbasierten Prozessen, und IT-Abteilungen schaffen Interoperabilität mit geringerem Aufwand – dank FHIR.




„Wir freuen uns bei InterSystems sehr, einen
ausgewiesenen FHIR- und HL7-Experten wie
Russell Leftwich als Senior Clinical Adviser für
Interoperabilität an Bord zu haben. Dank seines
Engagements steht unser Unternehmen bei aktuellen
Entwicklungen immer an der Spitze des
Fortschritts. So testen wir FHIR-Profile derzeit
erfolgreich weltweit und auch in Deutschland, wie
auf dem IHE Connectathon 2016 in Bochum.“

Volker Hofmann, Manager Healthcare,
InterSystems GmbH


von Michael Reiter

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