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Veröffentlicht: 26.10.2016


Der fünfzehnte Europäische Gesundheitskongress am 20. und 21. Oktober 2016 in München stand unter dem Motto: „Innovationsjahr 2016 – Neue Chancen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Patientennutzen!“ Zwei Fragen bildeten für die über 950 Teilnehmer den Mittelpunkt: Was stärkt die Wettbewerbsposition von Leistungserbringern nachhaltig? Und: Welche Bedeutung kommt dabei dem Patientennutzen zu?

Rund 140 Referenten haben auf dem Europäischen Gesundheitskongress eine Vielzahl von gesundheitspolitischen Themen präsentiert: So ging es beispielsweise um die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Arzt-Patienten-Verhältnis oder auch um Digitalisierung als Kostenbremse bei den Krankenkassen.

Big Data und Super-Computer

Der Biotech-Pionier und Neurobiologe Friedrich von Bohlen und Halbach prognostiziert, Patienten würden künftig besser und länger leben, die Kosten würden gleichwohl sinken. Nach der Sequenzierung des individuellen Genoms eines Patienten mit 20.000 Genen werde die Analyse des Proteoms, also der individuellen Protein-Konstellation, und schließlich des eine Million Substanzen umfassenden Metaboloms, also der individuellen Zusammensetzung der Stoffwechselprodukte im Körper, zum medizinischen Standard werden. Diese Daten würden zudem kontinuierlich ermittelt und in so genannten longitudinalen Datenbanken gespeichert, so dass Veränderungen im Zeitverlauf nachweisbar würden. Damit stünden künftig extrem umfangreiche diagnostisch verwertbare Daten zur Verfügung.

Der Vorstandsvorsitzende des Rostocker Universitätsklinikums, Christian Schmidt, warnte vor Fatalismus in der Ärzteschaft in Bezug auf die Digitalisierung. Computer würden Ärzte nicht ersetzen, auch nicht der Super-Computer Watson von IBM. „Watson hat 400 Chefarztjahre auf dem Buckel – dennoch brauchen wir den einzelnen Arzt“, so Schmidt.

Gesundheitswesen im Umfragetief

Das innovative Gesundheitswesen hat offenbar noch einen weiten Weg vor sich, will es mehr Akzeptanz seiner „Kunden“ – den Patienten – erreichen. Die Deutschen sind nämlich äußerst skeptisch, ob sie im deutschen Gesundheitswesen die bestmögliche Versorgung erhielten, so das Ergebnis einer Umfrage in achtzehn europäischen Ländern, das Reinhard Busse, Lehrstuhlinhaber für Management im Gesundheitswesen der TU Berlin, auf dem Kongress präsentierte. In der Befragung, die in einkommensstarken Ländern der EU durchgeführt worden ist, landete Deutschland auf Platz siebzehn der achtzehn Länder.

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