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Veröffentlicht: 24.01.2017


Therapieerfolg mit dem Human

Robot

Mensch-Maschine-Schnittstelle für

querschnittgelähmte Patienten

Ein Human Robot-System-Skelett zeigt die Verzahnung von Robotik, Medizininformatik und klinischer Expertise. Rückenmarkverletzte, die ein regelmäßiges Bewegungstraining mit dem Robot-System durchführen, können ihre autonome Bewegungsfähigkeit deutlich verbessern. Ergebnisse stellte der Berliner Health IT Talk in der ausgebuchten Veranstaltung im Januar 2017 vor. Gastgeber waren die DRK Kliniken Berlin – Westend.





Ein Physiotherapeut demonstriert das Human Robot-System-Skelett

Interaktive Medizintechnologien helfen Menschen nach einer Krankheit, einem Unfall oder im hohen Alter dabei, wieder ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen. Das meinen 84 Prozent der Bundesbürger in einer Umfrage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Vom Wunsch zur Wirklichkeit: Eine Mensch-Maschine-Schnittstelle zeigt die veränderten künftigen Therapiemöglichkeiten durch den klinischen Einsatz von Robotersystemen. Beispiel dafür liefert die neuromuskuläre Feedbacktherapie mit der „HAL Robot Suit“. Sie weist die Richtung für die Entwicklung zum „Krankenhaus 4.0“ und demonstriert eine Mensch-Maschine-Schnittstelle und die veränderten künftigen Therapiemöglichkeiten durch den klinischen Einsatz von Robotersystemen.
Der Befehl zur Bewegungsausführung wird vom Gehirn über das Rückenmark an den Muskel des Patienten weitergegeben, was dazu führt, dass sich der Muskel anspannt und die Bewegung ausgeführt wird.
Bei Patienten mit neurogenen Gangstörungen ist diese Signalkette teilweise beeinträchtigt, so dass die eigenständige Bewegungsinitiierung nur bedingt möglich ist. Die aber noch verbliebenen neurouskulären Restimpulse des Patienten werden über Sensoren aufgenommen und an das HAL-System weitergeleitet. Dieses erkennt die Impulse und gibt dem Patienten die erforderliche Kraftunterstützung für die gewünschte Bewegung. Das Therapieziel ist die zunehmende Aktivierung der Muskelimpulse und damit einhergehend die neuronale Rückkopplung. Auf diesen Feedbackeffekt sind die therapeutischen Erfolge zurückzuführen. Im Laufe des Trainings verbessert sich das Gehvermögen, da die Bewegungsmuster durch die regelmäßige Wiederholung zurückerlangt werden.

Erstaunliches Ergebnis


Mit dem System kann bei 20-30% der querschnittgelähmten Patienten ein neuronaler Normalisierungsprozess initiiert werden. Das ist ein erstaunliches Ergebnis verglichen mit den ausgereizten konventionellen Therapieansätzen.
Inzwischen sind mehr als 100 querschnittgelähmte Patienten (Stand 2016) in mehreren Forschungsprojekten behandelt worden. Die Ergebnisse der Forschungsprojekte zeigen: Die Eigenständigkeit, besonders das Gehvermögen, hat sich bei den Patienten deutlich verbessert. Weitere Effekte – unterschiedlich ausgeprägt – waren: Rückgang der neuropathischen Schmerzen, positive Veränderungen in der Spastik, Vergrößerung der Bereiche mit Hauptempfindlichkeit und hierdurch ein verringertes Dekubitus-Risiko. Nach Abschluss der neuromuskulären Feedbacktherapie bleiben die erreichten Erfolge erhalten, soweit die Patienten im Alltag aktiv Bewegungsmöglichkeiten nutzen.

Angebot für das Bewegungstraining

Das ZNB – Zentrum für neurorobotales Bewegungstraining – bietet gemeinsam mit dem Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum ein Bewegungstraining mit dem HAL-System an, mit dem die neuromuskuläre Feedbacktherapie durchgeführt wird.
Verläuft das Probetraining erfolgreich, wird eine dreimonatige täglich stattfindende Bewegungstherapie mit dem System empfohlen. Eine Therapieeinheit dauert etwa zwei Stunden (inkl. Vorbereitung und Nachbereitung des Patienten). Die Kosten für ein dreimonatiges Training im ZNB betragen 25.000 Euro.

Health IT Talk: 3 Netzwerke - 1 Veranstaltungsreihe

Die Verbände BVMI (Bundesverband Medizinischer Informatiker e.V.), KH-IT (Verband der Krankenhaus IT-Leiter) und das Netzwerk Gesundheit des SIBB (IKT Branchenverband Berlin/Brandenburg) führen ihre Veranstaltungsaktivitäten gemeinsam durch. Hierbei gehen Konsolidierung und Netzwerken für Health-IT und Gesundheitswirtschaft in der Region Berlin-Brandenburg über Verbandsgrenzen hinweg Hand in Hand.

Nächste Veranstaltung
Cybersecurity (mit einem Experten des LKA-Berlin)
13.2.2017, 18:00 Uhr
BVMI Berlin-Mitte


www.health-it-talk.de



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