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Veröffentlicht: 24.07.2017


Sichere Digitalstrategie:


Kliniken fehlen finanzielle Mittel

Zwei Drittel der deutschen Kliniken waren bereits Opfer von Cyber-Angriffen. Jetzt sind bessere IT-Infrastruktur und mehr Fachpersonal notwendig, um eine sichere Digitalisierung der Prozesse umzusetzen. Doch Investitionsmittel fehlen.


"Fehlen Krankenhäusern die notwendigen Investitionsmittel für eine digitale Verbesserung der Prozesse, so werden viele Maßnahmen, die zur Kostensenkung führen, nicht implementiert. Dazu gehören etwa neue digitale Medizinkonzepte und ein effizienterer Umgang mit Patientenakten", erläutert Oliver Rong, Partner von Roland Berger und Leiter der Healthcare Practice in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Außerdem leidet die IT-Sicherheit darunter, wenn IT-Systeme durch Hackerangriffe gefährdet werden. Denn schließlich geht es hier um den Schutz sensibler Patientendaten und im Extremfall um den Erhalt des Gesamtbetriebs einer Klinik."

Schwächen bei IT-Infrastruktur und Fachpersonal

Auch die Digitalisierung der deutschen Kliniken kommt nur schleppend voran. Zwar haben 90 Prozent der Einrichtungen inzwischen eine eigene Digitalstrategie, die dabei helfen soll, viele Prozesse schneller, effizienter und kostengünstiger zu gestalten. So konnte rund ein Drittel der Befragten dank digitaler Maßnahmen die Krankenhausergebnisse verbessern. "Das zeigt, dass die Krankenhäuser im Digitalbereich heute zielgerichteter investieren", erläutert Oliver Rong. "Sie nutzen ihre Erfahrungen aus den vergangenen Jahren, um genau in die Maßnahmen zu investieren, die die besten Ergebnisse mit sich bringen."

Doch mangelnde IT-Infrastrukturen und Fachpersonal führen nicht selten zu Sicherheitslücken. So gaben zwei Drittel der Befragten zu, Opfer von Cyber-Angriffen gewesen zu sein. "Das ist für die meisten Kliniken ein großes Dilemma: Denn für eine bessere und sichere IT-Infrastruktur benötigen Krankenhäuser weitere Investitionsmittel", erklärt Peter Magunia. "Eine optimale Digitalisierung können klinische Einrichtungen nur im Rahmen einer breiteren Geschäftsstrategie stemmen. Kosteneinsparungen und Investitionen in relevante Bereiche müssen Hand in Hand gehen, damit Krankenhäuser wirtschaftlich bleiben", rät Magunia.

Dilemma bei Investitionen

Die Experten von Roland Berger merken kritisch an: Die wirtschaftliche Lage der deutschen Kliniken hat sich im vergangenen Jahr erneut zugespitzt. Trotz steigender Umsätze konnten über 40 Prozent von ihnen keinen Überschuss erwirtschaften. Deshalb investieren fast 60 Prozent der Krankenhäuser zu wenig in moderne Infrastrukturen. Besonders deutlich wird dieses Defizit bei der Digitalisierung: Zwar sagen knapp 90 Prozent der Kliniken, dass sie bereits eine Digitalstrategie entwickelt haben, allerdings fehlt es ihnen an finanziellen Mitteln, um diese auch umzusetzen und die notwendigen IT-Kapazitäten aufzubauen. Das ist ein Ergebnis der "Krankenhausstudie 2017", für die die Experten von Roland Berger Vorstände und Geschäftsführer der 500 größten deutschen Krankenhäuser befragt haben.



Peter Magunia, Leiter der Roland Berger Healthcare Practice Deutschland: „Eine optimale Digitalisierung können klinische Einrichtungen nur im Rahmen einer breiteren Geschäftsstrategie stemmen.“

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