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Veröffentlicht: 17.08.2017


KH-IT-Herbsttagung 2017:

Herausforderungen an den Grenzen

des Systems


Impulse für Planung und Management

klinischer „KAS“


Welche IT-Unterstützung wird künftig auf Station benötigt? Dieser Frage ist die diesjährige Herbsttagung des KH-IT e.V. – übrigens die 50. Tagung des KH-IT e.V. – mit dem Tagungstitel „Klinische Arbeitsplatz-Systeme auf Station. Wohin geht die Reise?“ am 20. und 21.9.2017 an der Uniklinik Mainz gewidmet. Programmverantwortlicher Bernd Behrend, IT-Beratung im Gesundheitswesen, und Ehrenmitglied im KH-IT, gibt fachliche Einweisung und Orientierung.




Bernd Behrend, IT-Beratung im Gesundheitswesen, Ehrenmitglied im KH-IT (Behrend@ITBiG.de): „Im Spannungsfeld zwischen Vision und Realität bringen die Referenten unterschiedliche Sichtweisen auf die klinischen Prozesse ein – für den ärztlichen Direktor einer Uni-Klinik bis hin zu IT-Hersteller.“



Was ist so wichtig beim Thema „Arbeitsplatzsysteme“? Was bieten die am Markt befindlichen Systeme (nicht)?


Bernd Behrend: IT sollte die Kernprozesse der klinischen Behandlung unterstützen, d.h. für die jeweiligen Arbeitsabläufe werden optimale klinische Arbeitsplatz-Systeme „KAS“ benötigt.
Dort sollten alle für die Behandlung und Entscheidungsfindung relevanten Informationen verfügbar sein und optimal aufbereitet werden. Wichtig ist zugleich die Abstimmung der Behandlungsabläufe mit Aufträgen und Terminen. Auch die Kommunikation zur Ver- und Entsorgung wie z.B. mit Arzneimitteln sollte nahtlos in den Arbeitsablauf eingebunden werden.
Der Markt bietet eine Vielzahl spezialisierter Systeme, die einzelne Arbeitsabläufe für spezielle Arbeitsplätze optimal unterstützen.
Faktisch ist jeder klinische Arbeitsplatz in den gesamten klinischen Behandlungsablauf eingebunden, d.h. er benötigt sowohl Informationen über den Patienten und dessen Erkrankung als auch über dessen weitere Abläufe.
Setzt man spezialisierte Systeme ein, sollte man vorher klären, welche Medienbrüche vom Nutzer akzeptiert werden und welche Schnittstellen in welcher Qualität realisierbar sind.
Zunehmend mehr bieten auch KIS-Anbieter Funktionalitäten zur Unterstützung klinischer Arbeitsplätze. Der damit verbundene Vorteil, dass wesentliche Informationen und Dispositions-Funktionalitäten aus dem Behandlungsablauf bereits verfügbar sind, steht im Spannungsfeld beim Bedarf an Spezialsystemen, durch deren Funktionalitäten viele Anwender ihren Bedarf eher erfüllt sehen.


Was erwarten die Anwender? Auf welche Anforderungen müssen sie sich vorbereiten?


Bernd Behrend: Oft hört man die Forderung, keine „wertvolle Arzt-Arbeitszeit“ zu verschwenden. Jede Berufsgruppe hat den Anspruch, effizient zu arbeiten und das bedeutet auch: mit optimalen IT-Werkzeugen ausgestattet zu sein – und diese optimal nutzen zu können.
Als „Best of Breed“ werden eher spezialisierte Arbeitsplatz-Systeme gewertet und selten Funktionalitäten eines monolithischen KIS.
Folgt man diesem Konzept, muss die IT umfassende Interoperabilität bereitstellen und die Klinik-Leitung ist gefordert, die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen dafür aufzubringen.
Daher sollte man im Vorfeld Klarheit darüber schaffen, mit welchem Aufwand welche Schnittstellen in welcher Qualität realisierbar sind und welche Systembrüche dennoch verbleiben, zumal diese letztendlich zusätzlichen Aufwand verursachen.



Wie weit sind die Krankenhäuser für das „KAS der nächsten Generation“ in Planung, Organisation und Know-how gerüstet?


Bernd Behrend: Ein weiteres KAS zu installieren gehört eher zu den leichteren Aufgaben: Beschaffung und Projekt-Organisation zählen zu den Alltagsaufgaben jedes IT-Leiters; nicht zu vergessen sind die Aufwände für die zusätzliche System-Betreuung sowie für den Life-Cycle und weiteren Ausbau des Systems.
Die Herausforderungen liegen eher an den Grenzen des Systems: Wie soll es in die Behandlungsabläufe integriert werden? Welche Schnittstellen können realisiert werden – welche nicht? Welche Finanzierung und Manpower stehen dafür bereit?
Im Zeitalter der digitalen Transformation bekommt auch die Einbindung der Medizingeräte am klinischen Arbeitsplatz einen zunehmenden Stellenwert: Können – im Sinne des „InterNet of Things“ (IoT) alle relevanten diagnostischen Informationen aus den Geräten übernommen werden?
Was ist zu beachten, wenn das KAS gar die angeschlossenen Medizingeräte steuert?
Aus der Vernetzung der Systeme und Geräte resultieren zusätzliche Anforderungen an die IT-Sicherheit, wie z.B. den Schutz vor Cyber-Risiken, der für jedes angeschlossene System eigens eingerichtet und gepflegt werden muss.
Neben der mit einem neuen KAS erreichbaren Qualität müssen verstärkt auch die Risiken berücksichtigt werden: Ist es tolerierbar, wenn eine CAVE-Informationen wie z.B. Medikamenten-Unverträglichkeiten, die im KIS dokumentiert sind, in diesem System nicht aufblinken?
Letztendlich müssen neue Schnittstellen betrachtet werden:
Nutzt das System mobile Geräte? Werden externe Ressourcen aus der „Cloud“ eingebunden?
Ist es sinnvoll, neue Interoperabilitäts-Konzepte wie z.B. den neuen HL7-Standard „FHIR“ einzusetzen?



Was sollen die Teilnehmer von der Herbsttagung des KH-IT vor allem mitnehmen?


Bernd Behrend: Die Diskussion aller Aspekte klinischer Arbeitsplatzsysteme sprengt den Rahmen einer Tagung bei Weitem. Daher haben wir als Organisatoren uns entschieden, den Fokus auf wenige Kernprozesse zu setzen, nämlich die Arbeitsabläufe auf Station.
Im Spannungsfeld zwischen Vision und gefühlter Realität bringen die Referenten unterschiedliche Sichtweisen auf die klinischen Prozesse ein – vom ärztlichen Direktor einer Uni-Klinik bis zum Vertreter der IT-Hersteller.
Unter dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“ sind auch alle Teilnehmer aufgefordert, ihre Erwartungen an künftige KAS in eine am zweiten Tag geplante Teilnehmer-Diskussion einzubringen.
Sowohl durch ausgewählte Beiträge exzellenter Referenten als auch durch die Diskussion, sollte es allen teilnehmenden IT-Experten gelingen, aus der KH-IT-Tagung im Sinne von „kollaborativen“ Erkenntnissen eine Vielzahl guter Impulse für Planung und Management klinischer Arbeitsplatzsysteme mitzunehmen.



www.kh-it.de

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