Video Tipp
Aktuelle News
Weitere News
Vor-Ort-Reportagen
Verlagsprodukte
Service
Termine     [Weitere...]
RSS-Feed Aktuelle News
Multimedia
 
  







Veröffentlicht: 01.10.2017


Ein einheitlicher Medikationsplan, in dem die Medikation und die Einnahmehinweise für Patienten übersichtlich und verständlich dargestellt werden, soll für mehr Sicherheit im Umgang mit Arzneimitteln sorgen. Die Bilanz ein Jahr nach Einführung des Medikationsplans fällt ernüchternd aus.

Gesetzlich versicherte Patienten, die dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel parallel anwenden, haben seit dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf Erstellung und Aushändigung eines Medikationsplans in Papierform durch ihren Arzt. Laut Schätzungen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sind etwa fünf bis zehn Prozent aller Krankenhauseinweisungen Folge unerwünschter Nebenwirkungen von Arzneimitteln (UAW). Demnach sind zwischen 250.000 und einer halben Million Krankenhauseinweisungen jährlich vermeidbar.

Doch entgegen den Erwartungen fällt die Bilanz ein Jahr nach Einführung des Medikationsplans ernüchternd aus. Das ist das Ergebnis einer bundesweit einmaligen repräsentativen Studie der hkk Krankenkasse.

Vom Studienbetreiber Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung (BIAG) ist zu hören: „Das Ziel, die Arzneimitteltherapiesicherheit für multimorbide bzw. von Polypharmazie betroffene Patienten zu erhöhen, wurde nur für eine Minderheit erreicht. Um die mit dem gesetzlichen Anspruch auf einen schriftlichen Medikationsplan angestrebten Ziele der Vollständigkeit, Verständlichkeit und Steuerungsfähigkeit für möglichst viele Patienten mit Arzneimittelverordnungen und Selbstmedikation erreichen zu können, müssen zahlreiche konzeptionelle Mängel behoben werden.“

Missständen könnte ein Maßnahmenkatalog abhelfen sowie eine Reihe von Bestimmungen zu präzisieren und verpflichtend zu machen. Es müsse untersucht werden, welche Kriterien bei den Ärzten ‚angekommen‘ seien und wie sie die Entscheidung, ob ein Medikationsplan erstellt wird oder nicht, beeinflussten. Zudem gelte es, die für den Patienten relevanten Informationen verständlicher zu formulieren. Ein zu breiter Gestaltungsspielraum für Ärzte reduziere den Nutzen einer möglichst vollständigen Übersicht über eine rezeptpflichtige und eine rezeptfreie medikamentöse Behandlung. Es ist deshalb unumgänglich.

Gesundheitspolitische Herausforderungen

Um die mit dem gesetzlichen Anspruch auf einen schriftlichen Medikationsplan angestrebten Ziele der Vollständigkeit, Verständlichkeit und Steuerungsfähigkeit für möglichst viele Patienten mit Arzneimittelverordnungen und Selbstmedikation erreichen zu können, muss bei der Umsetzung deutlich nachgebessert werden. Dabei rückt auch das Datum 1. Januar 2019 in den Blick. Bis dahin sollen technische und datenschutzrechtliche Voraussetzungen geschaffen worden sein, um den schriftlichen um einen elektronischen Medikationsplan auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu ergänzen. Um den Patienten auch weiterhin die Transparenz über ihre Arzneimittelverordnungen und -einkäufe zu bieten, muss gewährleistet sein, dass die schriftliche Fassung des Medikationsplans sämtliche Informationen weiterhin aktuell enthält und dies nicht nur in der elektronischen Fassung der Fall ist.

Drucker geeignete Seite Sende diesen Artikel einem Freund


Aktuelle Ausgabe