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Veröffentlicht: 24.04.2018


Freundliche, aber klare Worte zur

conhIT-Eröffnung



Gespannte Erwartung bei

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn



Der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat im Rahmen der conhIT-Eröffnung und beim DKG-Frühlingsempfang einige mit Spannung erwartete Signale ausgesendet.






Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Digitalisierung im sehr stark regulierten Gesundheitswesen ist mit Sicherheit einer seiner entscheidenden Schwerpunkte.


Herr Göke, CEO der Messe Berlin, wies in seiner kurzen Ansprache bereits darauf hin, dass die Digitalisierung inzwischen bei fast jeder Messe im Mittelpunkt steht. Auch Herr Naumann, Vorstandsvorsitzender des bvitg, schlug den Bogen von der Transformation zur Digitalisierung. Überaus freundlich begrüßte er den neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der den Ball gerne aufnahm und gut gelaunt vor vollem Saal ein Heimspiel begann.

Nach vielen Jahren als gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und einem kurzen Ausflug ins Finanzministerium fühlte sich Jens Spahn sichtlich wohl dabei, nicht mehr nur zu beobachten und indirekt zu gestalten, sondern nun mit vollem Recht selber das Heft in die Hand zu nehmen.

Der personelle Umbau im BMG weckt Hoffnungen auf Bewegung. Insbesondere die Schaffung einer neuen Abteilung Digitalisierung unter Führung von Herrn Ludewig spricht für Bewegung auch in dem seit Jahrzehnten sanft schlafenden eGK-Projekt. Sein Amtsvorgänger Gröhe hatte dem Projekt bereits über klare Vorgaben neues Leben eingehaucht – aber wie insbesondere bei deutschen Großprojekten üblich, wird hochprofessionell mit viel heißer Luft und großen Nebelkerzen das Hamsterrad emsig gedreht. Fortschritte, die für die Nutzer greifbar sind, werden nur unter größten Mühen erreicht.

Minister Spahn bekannte sich dazu, in den letzten 14 Jahren der eGK-Entwicklung doch auch manche Fehlentwicklung nicht verhindert zu haben. Und er betonte mehrfach, dass er weder in einem Jahr noch am Ende der Legislaturperiode vor seine Wähler treten will, um zu bekennen, dass auch unter seiner Führung nichts passiert ist.

Das eGK-Projekt und die gematik werden daher gründlich unter die Lupe genommen, Ergebnisse sind nach der Sommerpause zu erwarten. Wer sich hier ein „Aus“ für die eGK erwartet, wird vermutlich enttäuscht – realistisch sind Kurskorrekturen.

Von Jens Spahn ist man insbesondere in den letzten Wochen und Monaten markige Worte gewohnt. Seine Äußerungen zu seinen Plänen und ersten Maßnahmen waren dafür ungewohnt aber erfreulich differenziert.

Digitalisierung im sehr stark regulierten Gesundheitswesen ist mit Sicherheit einer seiner entscheidenden Schwerpunkte. Wie der Bundesgesundheitsminister die stark divergierenden Positionen der Gesellschafter der gematik in den Griff bekommen will, bleibt derzeit noch offen. Die ersten Signale deuten allerdings darauf hin, dass die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen konsequent an die Ziele des eGK-Projekts erinnert und an der Zielerreichung gemessen wird. Dass Minister Spahn dann auch - falls notwendig - zu Zwangsmaßnahmen greift, sofern die Player mauern, hat er sehr deutlich zu erkennen gegeben.

Dass die Krankenhausfinanzierung ein sehr kritischer Punkt ist, betonte Jens Spahn insbesondere beim abendlichen Frühlingsempfang der DKG. Immerhin bleibt er sich treu in der Kritik an der Investitionsfinanzierung aus den DRG-Erlösen. Der Druck auf die Länder, ihrer Verpflichtung in diesem Punkt nachzukommen, wird mit Sicherheit erheblich steigen. Trotzdem verbleibt gerade bei der Krankenhausfinanzierung das schale Gefühl, dass insbesondere die Krankenhaus-IT in dem Spannungsfeld zwischen unzureichenden Mitteln, Mangel an qualifiziertem Personal sowie der Abwesenheit von Visionen und Strategien zerrieben wird.

Fazit: Seinen Antritt im „Krankenhaus“ hat Minister Jens Spahn mit sichtlicher Freude an der Aufgabe gut bewältigt. Wenn er seine Pläne so konsequent umsetzt (umsetzen kann), wie er sie ankündigt, wäre das ein Hoffnungsschimmer am düsteren Himmel der eHealth im deutschen Krankenhaus.





Autor: Jürgen Flemming, Mitglied im Vorstand Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter (KH IT), Pressereferent

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