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Veröffentlicht: 29.05.2018


Mit Krankenhausinformationssystemen (KIS) lassen sich die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht ausschöpfen. Kliniken könnten sich in Zeiten knapper finanzieller und personeller Ressourcen durch vernetzte Versorgung und digitale Prozesse zukunftsfähig aufstellen. Das macht eine Befragung von Philips und Deloitte zur aktuellen Situation auf dem deutschen Krankenhausinformationssystemmarkt und zur Zufriedenheit von Anwendern, Patienten und Angehörigen deutlich.

„KIS-Hersteller können bei der Weiterentwicklung ihrer Systeme vieles besser machen“, fasst Dr. Sebastian Krolop, Partner und Leiter Life Sciences & Health Care bei Deloitte, die Ergebnisse zusammen. „So gilt es im ersten Schritt, Daten fließen zu lassen, um die Chancen, die heute die schnelle und analytische Datenverarbeitung bietet, besser nutzen zu können. Zusätzlich müssen mehr Partizipationsmöglichkeiten für Patienten und Angehörige geschaffen werden“, so Krolop weiter. Die Ergebnisse zeigen allerdings, dass es aus Sicht des Krankenhauspersonals derzeit kaum Möglichkeiten gibt, Patienten mit Hilfe des KIS aktiv in die Ablaufplanung einzubeziehen.

Informationen zu Wartezeiten und Verhaltensempfehlungen für die Patienten

Das Informieren und Einbinden von Patienten sind wichtige Bestandteile einer erfolgreichen Diagnostik und Therapie. Digitale Prozesse können dabei helfen, Patienten schon vor der stationären Aufnahme zu involvieren und bis in die Nachsorge hinein zu begleiten, ohne die Klinik und das medizinische Personal zusätzlich zu belasten. Schaut man in die Umfrage, so lautet der mit 85 Prozent am häufigsten von Patienten und Angehörigen genannte Wunsch, über aktuelle Wartezeiten informiert zu werden. An zweiter Stelle werden Informationen und Verhaltensempfehlungen für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt genannt.

Das KIS als ökonomisches Steuerungsinstrument für das Krankenhaus

Krankenhausinformationssysteme, die integriert Echtzeitdaten konsolidieren und diese dann in sinnvoller Form ihren individuellen Nutzern bereitstellen, sind rar. Dies zeigt auch die Umfrage. Auf die Frage, wie zufriedenstellend das eingesetzte KIS beispielsweise eine optimale ökonomische Steuerung des Krankenhauses unterstützt, antworteten nur 10 Prozent der Befragten mit „gut“. Dem gegenüber steht der Wunsch nach einem KIS, das noch besser in die Automatisierung der Prozesse integriert werden kann und damit unter anderem das Krankenhauspersonal entlastet.

Cloud-Fähigkeit für die mobile Nutzung der Informationen

Die Vorzüge der Cloud sowie der mobilen KIS-Anwendung scheinen bei den Befragten der Studie angekommen zu sein. So bewerten 50 Prozent der Befragten die Cloud-Fähigkeit und die mobile Fähigkeit des KIS mit „wichtig“. Die Voraussetzung hierfür ist, dass das KIS auf mobilen Endgeräten möglichst herstellerneutral anwendbar ist.

„Die Daten zeigen, dass derzeit wichtige Chancen ungenutzt bleiben, mit denen sich Kliniken in Zeiten knapper finanzieller und personeller Ressourcen durch vernetzte Versorgung und digitale Prozesse zukunftsfähig aufstellen können“, erklärt Gerrit Schick, Business Group Manager Healthcare Informatics Solutions and Services Philips DACH. „Die IT ist das Bindeglied in einer bedarfsgerechten stationären Versorgung und kann den Informationsaustausch, das interdisziplinäre Arbeiten und die Vernetzung mit ambulanten Leistungserbringern wesentlich effizienter gestalten. Krankenhausinformationssystemen muss dabei zukünftig eine Schlüsselposition zukommen“, so Schick weiter.

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