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Veröffentlicht: 08.06.2018


Zum 21. Mal fand der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin statt. Auf dem renommierten Kongress für Gesundheitspolitik und trafen sich rund 8.400 Entscheidungsträger aus Politik, Kliniken, Gesundheitswirtschaft, Ärzteschaft, der medizinischen Forschung, Pflege und von Kostenträgern. Ihr Thema war „Digitalisierung und vernetzte Gesundheit“.
Die Zusage dürfte dem neuen Bundesgesundheitsminister nicht schwer gefallen sein: Jens Spahn eröffnet am 6. Juni in Berlin den Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit. Er warnte die Institutionen des Gesundheitswesens vor weiteren Verzögerungen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Bei der Eröffnung des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit in Berlin wies Spahn darauf hin, dass eHealth weltweit auf einem unaufhaltsamen Vormarsch sei. Sein Credo: Interoperabilität Schnittstellenoffenheit, Datenschutz und Datensicherheit.
Wir müssen die Digitalisierung gestalten
„Die Angebote sind da oder kommen. Amazon, Google, Dr. Ed, Sie können sie alle aufzählen. Und In China übrigens passiert noch viel, viel mehr, von dem wir hier gar nichts mitkriegen“, sagte Spahn und fügte hinzu: „Es ist die Frage: Gestalten wir das oder kommt das von außen?“
Spahn mahnte bezüglich digitaler Medizintechnologie, beispielsweise Apps, an, „dass wir auch vielleicht da noch einmal ein Stück schneller, als das bisher gelingt, Standards setzen für die Zulassung“. Interoperabilität müsse dabei ebenso gegeben sein wie Schnittstellenoffenheit, Datenschutz und Datensicherheit.“
Der Minister kritisierte, dass derzeit große Unternehmen aufgrund komplizierter und unklarer Regulierung im Vorteil seien: „Unternehmen, kleine wie große, Menschen die Ideen haben, sollen Angebote entwickeln.“ Schließlich sei die Erstattung im Rahmen des deutschen Gesundheitswesens ein Problem. Es gebe Digitalmedizinanbieter in Deutschland, deren größter Wachstumsmarkt im Moment in anderen Ländern liege, weil der Patient dort viel mehr gewohnt sei, auch mal selbst zehn oder zwanzig Euro für einen schnellen Befund zu zahlen. „Und soweit du in Deutschland nicht in der Erstattungsfähigkeit der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung bist, ist deine Chance, wirklich wachsen zu können, in diesem schönen Land nicht gegeben.“ Es werde daher im Moment bei der Bundesregierung überlegt, ob der Gemeinsame Bundesausschuss hier neue Aufgaben erhalten solle und wie ein zu schaffendes Datengesetz den Datenschutz reformieren könne, so dass die großen im Gesundheitswesen anfallenden Datenmengen besser genutzt werden könnten.
In den folgenden Tagen ging es in einer ganzen Reihe von Veranstaltungen auch um die Rahmenbedingungen in Deutschland, etwa um die Finanzierung digitaler Gesundheitsleistungen, um regulatorische Probleme, etwa bei der Zulassung und um den strengen Datenschutz, den zuletzt sogar der Deutsche Ethikrat kritisiert hat. Bei all dem steht im Zentrum, wie Deutschland im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz erringen kann, anstatt sich im Mittelfeld zu bewegen, wie derzeit.
Während des gesamten Kongresses waren Veranstaltungen zu den Themenbereichen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Deep Learning und Big Data sehr gut besucht. Dabei ging es beispielsweise um die Frage, ob zur Finanzierung digitaler Versorgungsleistungen neben den Budgets für den stationären und den ambulanten Sektor noch ein eigenes Digitalbudget erforderlich ist, wie Experten fordern. Es war auch Thema, wie die Digitalisierung den Praxisalltag niedergelassener Ärzte verändert und verändern wird. Ebenso waren neue, digitale Recruiting-Methoden zur Gewinnung von Arbeitskräften in den Mangelberufen der Pflege und bei Ärzten Gegenstand einer Session
Insolvenzgefahr und Fachkräftemangel
Auch wenn die Qualität des deutschen Gesundheitswesens weltweit anerkannt ist, gibt es das große Problem der Aufspaltung in Sektoren mit gravierenden Folgen für Patienten und Kostenträger. Zur Überwindung haben die Regierungsfraktionen in ihrem Koalitionsvertrag eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe vorgesehen. Es scheint, dass die Politik die sektorübergreifende Versorgung künftig wirklich zum Standard machen will. Das Thema war deshalb ebenfalls Schwerpunkt auf dem Hauptstadtkongress, ebenso wie die Pflege, der Morbi-RSA, qualitätsbasierte Vergütung, Patientensicherheit oder auch die Notfallversorgung.
Die aktuelle vierzehnte Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report“ war ein wichtiger Wegweiser auch für die Hauptstadtkongress-Teilnehmer. Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser war im Jahr 2016 besser als im Vorjahr. Nur 7 Prozent lagen im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr. Trotz guter Ertragslage bleibt die Kapitalausstattung der Krankenhäuser jedoch weiterhin unzureichend. Eine noch größere Herausforderung stellt die abnehmende Zahl verfügbarer Fachkräfte dar, die zu einer Rationierung von Leistungen führen könnte. Unter anderem Innovationen im Bereich der Digitalisierung und Robotik könnten helfen, dem entgegenzuwirken. Der „Krankenhaus Rating Report“ wurde vom RWI und der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit Deloitte erstellt.
Der Hauptstadtkongress versteht sich nicht als Ansammlung von Expertenzirkeln. Neben klassischen Veranstaltungsformaten gehörten Pro und Contra zum Thema "Der Patient ist digital: wo bleibt das Krankenhaus?" zum Programm. Zuschauer konnten Fragen per Twitter in eine Podiumsrunde einbringen. Eine vom IGES-Institut und dem US-amerikanischen Technologieunternehmen Cisco geplante Session erörterte Erfolgsfaktoren der Digitalisierung des Gesundheitswesens als Bühnenstück – mit Schauspielern, die sich unter das Publikum mischen.
Renommierte Manager als Referenten
In der Leitveranstaltung der Branche waren in mehr als 150 Einzelveranstaltungen rund 600 renommierten Referentinnen und Referenten aktiv. Unter dem Dach des Hauptstadtforums Gesundheitspolitik finden wie in jedem Jahr drei wichtige Fachkongresse statt, und zwar der Managementkongress Krankenhaus Klinik Rehabilitation, der Deutsche Pflegekongress und das Deutsche Ärzteforum. Sonderformate des Kongresses sind wieder der Tag der Versicherungen, der Fachärztetag und der Apothekertag.
Der nächste Hauptstadtkongress 2019 findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Berlin statt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Es ist die Frage: Gestalten wir das oder kommt das von außen?“

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