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Veröffentlicht: 18.06.2018


Kliniken machen sich fit für die

digitale Zukunft

IfK-Kongress als Digitaler Readiness Check für das

IT-Management


Kongress in Würzburg: Die Vernetzung der Partner im Gesundheitswesen ist ein weiterer Grund, eine digitale Infrastruktur in den Krankenhäusern auszubauen.

In der Veranstaltung „Das digitale und mobile Krankenhaus - die richtige Strategie und Lösung“ am 12. und 13. Juni 2018 in Würzburg statt zeigten Experten, worauf es bei der Digitalisierung von Krankenhäusern besonders ankommt. Die Teilnehmer aus dem Krankenhausmanagement diskutierten dazu die Hintergründe und Lösungsansätze für das digitale Krankenhaus der Zukunft. Veranstalter war Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Riedel, Institut für Krankenhauswesen.

„Digitalisierung wird die Kliniken von heute verändern! Aber wie und was ist dabei sinnvoll?“ Das gab Veranstalter Prof. Dr. Wolfgang Riedel, Institut für Krankenhauswesen – IfK, zum Auftakt den Klinikverantwortlichen zu bedenken. „Ein Krankenhaus bleibt ohne weitere Digitalisierung nicht wettbewerbsfähig.“


rechts: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Riedel, Institut für Krankenhauswesen: Grundsätze zur Digitalisierung im Klinikbereich; Der Digital Readiness Check (DRC) für Klinike. Bild links: Wolf-Dietrich Lorenz, Morderator und Chefredakteur Krankenhaus-IT Journal.


Wolf-Dietrich Lorenz, Morderator und Chefredakteur Krankenhaus-IT Journal.

Für das neue Paradigma gab diese Tagung Handlungsempfehlungen und Impulse: „Die neue Spielregel lautet: Weg von der gewohnten Zurückhaltung und Geheimhaltung von Daten, hin zu einer neuen Offenheit und einem Austausch von Daten. Mithilfe von Plattformen und Apps werden neue unternehmerische Einheiten geschaffen, um neben der Kostenersparnis weitere Synergien zu erschließen.“


(rechts) Prof. Dr. Thomas Jäschke: Chief Digital Officer (CDO) - strategische Bedeutung und operative Einordnung

Doch Kliniken hätten oft keine klare sowie umfassende IT-Strategie. Dazu mangelt es der Führungsspitze nicht selten an Kenntnisse über die digitale Transformation. Auch die IT-Verantwortlichen sehen in einem radikal gewandelten Kompetenzfeld einer Zukunft entgegen, die durch Software as a Service über Cloud geprägt ist. Ihnen entsteht eine neue interne Challange: der „Chief Digital Officer“ (CDO) mit übergreifendem technischen, strategischen und kommunikativen Skillset. Dessen strategische Bedeutung und operative Einordnung für die digitale Transformation stellte Medizin- und Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Thomas Jäschke vor.

(Hören Sie Meinungen zu der Perspektive des IT-Managers von Prof. Dr. Gerhard Stark, ärztlicher Direktor Barmherzige Brüder, Österreich, und Hans-Walter Schmittel, BBT-Gruppe Koblenz.)

Treibstoff für die Transformation

Zwei wesentliche Gründe werden für Krankenhäuser die Digitalisierung in den nächsten Jahren vorantreiben: der Personalmangel und der Kostendruck. Zusammen mit der Kapitalausstattung der Krankenhäuser stellt eine noch größere Herausforderung die abnehmende Zahl verfügbarer Fachkräfte dar, die zu einer Rationierung von Leistungen führen könnte. Arbeitssparende technische Innovationen werden immer wichtiger, um Ärzte und Pflegekräfte zu entlasten. Unter anderem Innovationen im Bereich der Digitalisierung könnten helfen, dem entgegenzuwirken. Dabei werden automatisierte Prozesse erst durch die Digitalisierung möglich. Der derzeitige Digitalisierungsgrad deutscher Krankenhäuser ist dabei noch äußerst verschieden. Spezialisierte, mit Portal-Kliniken vernetzte Kliniken prägen künftig die Krankenhauslandschaft – doch bis dahin ist es noch ein gutes Stück Strecke.

Treibstoff dafür hat Vordenker Karl-Heinz Land im „digitalen Darwinismus“ identifiziert. Der „digitale Darwinist“ sieht hohe Dynamik in der Vernetzung von Menschen, Dingen und Services, gravierende Innovationssprünge mit neuen Lösungskonzepten. Gleichzeitig weist er auf die die steigende Bedrohung „etablierter“ Handlungsmuster als Zeichen der digitalen Transformation hin. Die Zukunft des Krankenhauses ist digital - Denkanstöße für kreative Lösungsprozesse im Unternehmen stellte Marvin Vollbracht, Operations Manager aus der „Neuland“-Denkfabrik, vor.

Strategie und Lösung

Vor dem Ausbau sollten Krankenhäuser ihre IT-Strategie im Hinblick auf ein Zielkonzept definieren. Die IT-Architektur ist sowohl im Bereich der klassischen IT als auch der Medizintechnik ganzheitlich zu überprüfen, um die Ziele zu erreichen. Prof. Riedel gab zu bedenken: „Das Know-how der Führungspositionen im Krankenhausbereich für IT-Infrastruktur und digitale Ziele im Rahmen eines IT-Zielkonzeptes ist häufig nicht ausreichend, so dass hier entsprechende Fortbildung bzw. externes Know-how angesagt ist.“

Für die richtige Strategie zur Digitalisierung finden von "was ist möglich" bis zu "was ist sinnvoll" stellte Prof. Riedel die Methode zur Ermittlung des Digitalen Reifegrads einer Klinik vor und zeigte dazu Beispiele zur Prozessgestaltung. Die Ergebnisse können als Entscheidungsgrundlage für weitere konkrete Maßnahmen dienen, um die digitale Transformation ganzheitlich voranzutreiben.

Beispiele für lohnende Digitalisierung

Mit dem Ausbau der Digitalisierung lassen sich vereinfachte Arbeitsabläufe und individualisierte Medizin erreichen. Die Medizin der Zukunft wird stark auf die Daten des jeweiligen Einzelfalls eines Patienten abgestellt sein. Kliniken müssen daher ihre Daten und die externen Daten aus Datenbanken zur Beurteilung des jeweiligen Einzelfalls heranziehen, zum Wohle des Patienten.

Beispiele zur Prozessoptimierung und eine lohnende Digitalisierung waren die „Mobile IT in Medizin und Pflege“ der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft, wie sie der dortige IT-Leiter Matthias Lammers vorstellte.


Matthias Lammers, St. Bonifatius Hospitalgesellschaft: Mobile IT in Medizin und Pflege

Eine Komponente dabei sind mobile Visitenwagen (Alphtron Medical). Entscheidung und Auswahl traf eine interdisziplinäre Gruppe aus Pflegekräften, Ärzten und IT gemeinsam. Zu den Auswahlkriterien gehörten Ergonomie, Akku-Laufzeiten, Wartung und Service, Zukunftssicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Prozesse verbessern können auch Telemedizin-Videolösungen für Kliniken. Impulse für eine Vernetzung sind Fachkräftemangel und steigende Nachfrage nach medizinischen Leistungen ebenso wie effizienter Einsatz von personellen und zeitlichen Ressourcen sowie Verzahnung ambulant-stationärer Versorgungsbereiche. Mit der „Medizinischen Televisite Rheingau“ zeigte Jens Gabriel vernetzte Gesundheitsversorgung, zumal für Ältere, im Zeitalter der Digitalisierung.


Jens Gabriel, St. Josefs Hospital Rheingau: Videolösungen für Kliniken

Daraus resultieren Mehrwerte, wie der Gesundheitsökonom und Klinikleiter im St. Josefs Hospital Rheingau bilanzieren kann: beispielsweise für Patienten eine Versorgung unabhängig von räumlicher Distanz, für Pflegekräfte und Ärzte Entlastung der Pflegekräfte und Ärzte durch effizienten Personaleinsatz im Praxisalltag.

Effizienter Einsatz wertvoller Ressourcen, geringe Wartezeiten für Patienten, schnelle personelle Reaktion auf nicht planbare Anforderungen und wirtschaftlicher Druck zusammen mit Leistungssteigerungen bei gleich bleibendem jährlichen Budget, zählen zu den Herausforderungen der OP-Planung. Dr. Martin Hoffmann, Business Develop Manager CGM Clinical Deutschland GmbH, setzt beim „OP-Management“ auf Digitalisierung. Sie kann etwa für vorausschauende, übergreifende zusammenhängende Betrachtung aller Planungsprozesse sorgen. Denn die OP-Planung beginnt schon vor der Aufnahme des Patienten.


Dr. Martin Hoffmann, Business Develop Manager CGM Clinical Deutschland GmbH: OP-Management und Digitalisierung

WifiMedia4Patients als flexibles Patientenunterhaltungssystem (BerLinux Solutions) läuft mobil auf dem eigenen Device des Patienten oder traditionell stationär über ein Patiententerminal am Bett. Birgit Murkowski stellte das System vor, das u.a. die Charité im Einsatz hat. Es enthält moderne Abrechnungsmöglichkeiten, eine webbasierte Administrationsoberfläche bietet standortübergreifendes und arbeitsplatzunabhängiges Arbeiten.

„Die Patientenreise wird künftig anders verlaufen“, proklamierte Christoph Becker mit Blick auf die neue Generation der prozessorientierten CGM-KIS-Suiten. Der Geschäftsführer, Geschäftsbereichsleiter CGM AKUT, skizzierte mit CGM Health Alliance einen umfassenden Lösungsansatz, der ein ganzes Gesundheits-Ökosystem integriert abdeckt. „Dabei steht der Patient im Mittelpunkt aller Behandlungsschritte.“


Christoph Becker, Geschäftsführer, Geschäftsbereichsleiter CGM AKUT: skizzierte die CGM Health Alliance

Der digitale Patient treibt die Klinik ebenso wie digitale und mobile Prozesse im Krankenhaus. Dafür müssen Verantwortliche gerüstet sein. Dabei verändert die Digitalisierung auch die Berufsbilder von Arzt und Pflegekraft. Digitale Lösungsansätze für Krankenhäuser zeigen auf, worauf Kliniken bei einem sinnvollen Vorgehen achten sollten.

Workshops - Brückenschlag zur Praxis

Workshops bildeten den Brückenschlag zur Praxis auf dem Weg zur Digitalisierung. Themenfeld 1 war Patientenakte und Prozessoptimierung mit Zusammenhängen zwischen Datenqualität und Wirtschaftlichkeit sowie Plattformstrategie: Integration, Daten, Prozesse. Moderator war Dipl.-Wirtsch.-Ing. Hendrik Riedel, the i-engineers AG.


Hendrik Riedel, iEngineers: Workshop Patientenakte und Prozessoptimierung

„In der Digitalisierung in der Pflege lässt sich der Fachpersonalmangel durch smarte IT-Lösungen für den Pflegeprozess mindern, mit Pflege- und Behandlungslogistik die knappen Ressourcen entlasten“, resümierte „Pflege“-Workshop-Leiter Guido Burkhardt, qhit healthcare consulting aus Basel.


Guido Burkhardt, qhit healthcare consulting: Workshop Digitalisierung in der Pflege

Workshop 3 untersuchte „Digitale Infrastruktur und Vernetzung“ mit Netzwerken, Datennetzen, Sprachnetzen Alarmierung und Funknetze sowie von ISDN zur IP-Kommunikation. Die Vernetzung der Partner im Gesundheitswesen ist ein weiterer Grund, eine digitale Infrastruktur in den Krankenhäusern auszubauen. Andreas Helling, Extreme Networks, erläuterte Perspektiven der Vernetzung im Workshop.

Workshop 4 erarbeitete „Der digitale Patient“ mit digitalen Services für Patienten, Patienten- Entertainment, smart Assistent und auch BYOD - Zugriff auf Selfservice via einer App. Über ein smart Device.


Jürgen Jöst, Avaya: Einführung eines Servicerufes 4.0 für Patienten

Lesen Sie hier den Beitrag von Avaya über das digitale Krankenhaus.

Digitalisierung und Wertschöpfungskette

Die Zukunft gehört Krankenhäusern, die sich durch einen hohen Digitalisierungsgrad der Wertschöpfungskette auszeichnen. „Finden Sie die richtige Strategie zur Digitalisierung Ihrer Klinik und zur Prozessunterstützung! Investieren Sie gezielt in die richtigen Bereiche.“ Darum ging es bei der Würzburger Veranstaltung. Sie lebte durch Anwenderberichte und Live-Vorführungen sowie intensiven Erfahrungsaustausch. Neutrale Grundsatzvorträge zur Digitalisierung im Krankenhausbereich standen ebenso im Fokus wie Diskussionen mit den Klinikteilnehmern über Fragen und Lösungsansätze rund um das Smart Hospital und die Digitalisierung. Im Nachgang sollen die Teilnehmer eine Zusammenfassung der Ergebnisse in einem Praxis-Leitfaden für Kliniken erhalten.

Investitionsfelder zur Digitalisierung von Kliniken

  • Datennetze (LAN, WLAN): Switches mit QoS, PoE, hohe Bandbreiten für Streaming
  • IP-Kommunikation (Telefonie –VoIP, Alarmierung, TV-Streaming, Entertainment), Sat vs. Kabel-TV
  • Pflegeruf digital
  • Das digitale Patientenzimmer: Strategie zur infrastrukturellen Ausstattung
  • IT-Sicherheit
  • Cloud-Anwendungen (wo ist die Cloud sicher und sinnvoll?)
  • Hardwarekonzepte: Virtuelle Server, Virtual-Storage, Virtual Clients
  • Geräte-Ausstattung: Mobile Clients, Sicherheit, Gerätemanagement

So kann die Digitalisierung Deutscher Kliniken gelingen

  • Intensive Ausbildung von Führungskräften (CEO, CIO)
  • Ausbildung von CDO (Chief Digital Officer)
  • Transformation von Beispielprojekten und deren (neutralen) Nutzen für das Krankenhaus
  • Start einer Digitalinitiative (Denkfabrik) zur Digitalisierung im Klinikbereich / Gesundheitswesen


Perspektiven des IT-Managers

IT-Verantwortliche müssen sich auf ein radikal gewandeltes Kompetenzfeld in der digitalen Transformation vorbereiten.


Im Interview ist Prof. Dr. Gerhard Stark, ärztlicher Direktor der Ordensprovinz, Barmherzige Brüder, Österreich: Interdisziplinäre IT als Herausforerung


Im Interview ist Hans-Walter Schmittel, BBT-Gruppe Koblenz: IT auf Augenhöhe mit dem Management


Weitere Referenten


Marvin Vollbracht, Neuland: Digitaler Darwinismus – wer zu spät kommt den bestraft die Digitale Transformation

Andreas Helling, Extreme Networks: Workshop 3 Digitale Infrastruktur und Vernetzung


Harald Trautwein, KraftCom: Patienten-Entertainment und Finanzierungsmodell für mobile Klinikprozesse



Birgit Murkowski, BerLinux Solutions: Moderne Patientenkommunikation


lorian Distler, KDD digital Healthcare: Softwarelösungen im Gesundheitswesen



Heinz Verspey, Logis.P, Niederlande: Self-Services und Hospitality-Lösungen



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