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Veröffentlicht: 09.08.2018


Medizin 2030 - Google, Apple, Facebook und Amazon warten nicht auf uns

KH-IT-Herbsttagung in Lübeck vom 19. bis 20. September 2018

Der KH-IT-Bundesverband bietet mit der Herbsttagung in Lübeck vom 19. bis 20. September 2018 ein breites Themenspektrum an und schlägt dabei den Bogen von aktuellen Themen bis zu Perspektiven der Zukunft. In der Zeit der Digitalisierung steht eine Neuausrichtung des deutschen Gesundheitswesens an. Keynote-Speaker Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstand des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, nimmt Innovationsgeist und betriebswirtschaftliches Handeln, aber auch Patienten und Ärzteschaft in den Blick – mit Perspektive auf eine Medizin 2030.


Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstand des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Vorstandsvorsitzender, Vorstand für Krankenversorgung: „Unser Ziel ist das tastaturlose Krankenhaus um Mitarbeiter wie Patienten von Bürokratie zu entlasten und Medizin schneller und wirksamer zu machen sowie mehr Zeit für die wirkliche Beziehung Arzt/ Patient zu gewinnen.“

Was sollte eine Neuausrichtung des deutschen Gesundheitswesens in Zeiten der Digitalisierung vor allem kennzeichnen?

Prof. Scholz: Digitalisierung schließt die strategischen Lücken zwischen Grundlagen- und Therapieforschung durch neue Konzepte, wie künstlicher Intelligenz, Big Data der Diagnostik und Intervention. Der Weg führt zu Plattformtechnologien und Netzwerkökonomie. Also werden künftig diejenigen profitieren, die z.B. die meisten Datensampels validiert haben und dem Netzwerk als digitale Leistung anbieten. Das UKSH trägt zum Gelingen bei, indem es den Zugang für Patienten und Partner so einfach wie möglich und die digitale Medizin so personalisiert wie möglich macht. Dazu gehören medizinische Innovationen wie Precision Health unseres Excellenzclusters als Blaupause translationaler Medizin für alle Fachrichtungen genauso wie sozio-ökonomische Perspektiven. Mit neuen Einheiten, wie unser „UKSH Innovation Hub“ mit IBM oder unser „Kurt-Semm-Zentrum für laparoskopische und roboterassistierte Chirurgie“ gehen wir die Herausforderungen der Medizin des 21. Jahrhunderts konkret an. Wir verfolgen dabei eine Digitalisierungsstrategie des „First Movements“. Unser Ziel ist das tastaturlose Krankenhaus um Mitarbeiter wie Patienten von Bürokratie zu entlasten und Medizin schneller und wirksamer zu machen sowie mehr Zeit für die wirkliche Beziehung Arzt/ Patient zu gewinnen.

Wie lassen sich Innovationsgeist und betriebswirtschaftliches Handeln vereinbaren?

Prof. Scholz: Betriebswirtschaftliches Denken kann in der Disruption blockieren: Die deutsche Medizin verpasst gerade den Anschluss in der Digitalisierung. Dies ist umso bitterer, weil wir das bereits in der Pharmabranche erlebt haben: Wer heute dort forschen will, geht in die USA. Deja vu: Künstliche Intelligenz, Big Data und Robotik revolutionieren die Medizin. Google, Apple, Facebook und Amazon warten aber nicht auf uns, sondern bieten digitale Gesundheitslösungen erfolgreich an. Deshalb entwickelt das UKSH zusätzlich Plattformen, die aktuelle Strömungen, neue Kreativität und aufkeimenden Innovationsgeist aufnimmt. Unser Healthcare-Hackathon in Kiel ist wie ein Labor, in dem junge Talente auf namhafte Wissenschaftler, Meinungsführer im Gesundheitswesen und technologische Weltmarktführer treffen. So entwickeln wir neue Geschäftsmodelle.

Wie wird sich voraussichtlich die Position der Patienten verändern und wie sollte sich die Ärzteschaft sich darauf einstellen?

Prof. Scholz: Die nächste Patientengeneration ist per Social Media mit der ganzen Welt vernetzt und wird nicht auf einen Arzttermin warten, sondern sich die Sprechstunde sofort von irgendwoher auf das Smartphone holen. Diese Ansprüche müssen wir schon heute einberechnen und Antworten finden, z.B. indem wir Apps zur Diagnostik, Avatare, elektronische Gesundheitsakten uvm. bereitstellen. Unser Ziel ist deshalb, die Gesundheitsversorgung mit bestehenden Technologien und Ansprüchen schnell und nachhaltig zu verbessern.

Und, die Hierarchie Arzt/Patient ändert sich: Früher hatte der eine den Kittel an, und der andere den Schlafanzug. Die neue Patientengeneration lässt sich das aber – auch dank Dr. Google – nicht mehr gefallen. Das UKSH meint es deshalb mit seinem Sonderprojekt des Innovationsfonds „Shared Decision Making“ ernst, mit der partnerschaftlichen Beziehung zu seinen Patienten. Wir werden die gemeinsame Therapieentscheidung von Arzt und Patient als Standardverfahren definieren, indem wir neueste medizinischen Erkenntnisse einerseits und die Präferenzen des Patienten andererseits in einem strukturierten Prozess zusammenzuführen. Wir wollen zeigen, dass wir die am besten passende Behandlung dann die identifizieren, wenn Patienten aktiv mitentscheiden.

Für Rückfragen zur Tagungsagenda stehen die Agenda-Verantwortlichen aus dem KH-IT-Vorstand Stefan Smers (smers@kh-it.de) und Reimar Engelhardt (engelhardt@kh-it.de) gern zur Verfügung.

Herbsttagung im UKSH - Campus Lübeck, 19.09.2018–20.09.2018

Tagungsthema: Automatisierung und Compliance – Herausforderungen für die Krankenhaus-IT

www.kh-it.de/anmeldung-tagung.html

www.kh-it.de


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