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Veröffentlicht: 08.08.2018


Krankenhäuser als Ziel von
Cyberattacken

IT-Sicherheit in Krankenhäusern muss ernster
genommen werden

Jede vierte hessische Klinik von Cyberattacken betroffen - diese Meldung zeigt die Brisanz und Wichtigkeit des Themas IT-Sicherheit im Krankenhaus. Krankenhäusern bieten ein lukratives Ziel für die Angreifer und die Anforderungen an die IT sind gleichsam höher als in anderen Branchen. Die Frage ist, welche Bedrohungsszenarien gibt es und auf welche Technologien, Methoden und Verfahren sollten Krankenhäuser setzen? Welche Lösungen bietet der Healthcare-Markt? Die it-sa, als größte IT-Security Messe zeigt die aktuellen Sicherheitstrends auf. Wie sich das für den Bereich IT-Sicherheit im Krankenhaus darstellt, erläutert der Veranstaltungsleiter, Frank Venjakob, in einem Interview mit dem Krankenhaus-IT Journal.

Frank Venjakob, Veranstaltungsleiter der Sicherheitsmesse it-sa

Herr Venjakob, auf der it-sa treffen sich Entscheider und Experten aus den unterschiedlichsten Branchen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Bereich IT-Sicherheit auszutauschen. Welche Rolle spielt dabei die IT-Sicherheit im Krankenhaus?

Frank Venjakob:
In der medizinischen Notfallversorgung geht immer auch darum, Leben zu retten. Die Berichte über Krankenhäuser, die den IT-gestützen Betrieb nach erfolgreichen Ransomware-Attacken massiv einschränken mussten, haben deshalb über Fachkreise hinaus Aufsehen erregt. Die jüngsten Zahlen des Hessischen Sozialministeriums zeigen deutlich, wie sehr Krankenhäuser Angriffen ausgesetzt sind: Jede vierte hessische Klinik war demnach bereits von einem Cyberangriff betroffen. Ausfälle in Krankenhäusern haben eine besondere Tragweite — die aktuellen Zahlen jedoch sprechen dafür, dass das Schutzniveau den hohen Ansprüchen an die IT-Sicherheit in diesem sensiblen Bereich nicht immer genügt. Nicht zuletzt der Offenheit einzelner Krankenhausbetreiber ist es zu verdanken, dass das Thema mittlerweile in Fachkreisen mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Das merken wir auch auf der it-sa.

Gibt es auf der it-sa Anbieter, die spezielle Lösungen für die Anforderungen in Krankenhäusern anbieten?

Frank Venjakob:

Wir rechnen zur it-sa 2018 mit insgesamt rund 700 Ausstellern. Jeder zehnte wendet sich mit speziellen Lösungen und Dienstleistungen an Krankenhäuser und Organisationen im Gesundheitswesen. Zahlreiche weitere komplettieren das Angebot mit Produkten und Services, die auch im Gesundheitswesen eingesetzt werden können. Um den individuellen Anforderungen im Einzelfall gerecht zu werden, stehen oft unterschiedliche technische Ansätze und prozessorientierte Herangehensweisen zur Wahl. Die jeweils beste Lösung aus technischer Warte und Perspektive des Managements zu finden, bedeutet natürlich hohen Zeit- und Ressourcenaufwand. Die it-sa erleichtert die Suche: Sie ist die ideale Plattform für Beratung auf hohem fachlichem Niveau und bietet einen hervorragenden Überblick zur aktuellen Marktentwicklung. Mit ihrem ausgeprägten Schwerpunkt im Bereich Gesundheitswesen ist die it-sa auch das „Home of IT-Security“ für CIOs, CISOs und alle IT-Sicherheitsverantwortlichen im Gesundheitswesen!

Über welche Themen kann sich ein IT-Verantwortlicher aus dem Krankenhaus auf der it-sa informieren?


Frank Venjakob:
Die Bandbreite der auf der it-sa gezeigten Produkte reicht von A wie Awareness bis Z wie Zugriffsschutz. Ob Mitarbeiter geschult, durch die Simulation von Phishing für Gefahren sensibilisiert werden oder mit Identity Management der Zugriff auf vertrauliche Patientendaten gesichert werden soll: Auf der it-sa finden Sie die passende Lösung! Insbesondere gilt dies für die Frage, welche Maßnahmen Sie selbst verantworten müssen und welche Sie an spezialisierte Dienstleister übertragen können. Sie finden neben aktuellen Hard- und Softwarelösungen auch eine Vielzahl an Serviceanbietern, die sich um Ihre IT-Sicherheit kümmern. Wer sich um den Schutz seines eigenen Rechenzentrums kümmert, ist auf der it-sa genauso zuhause wie der, der einen zertifizierten Cloud-Dienstleister sucht.

Welche Informationsangebote können Sie besonders empfehlen?

Frank Venjakob:
Im Rahmenprogramm empfehle ich die Vortragsserie „it-sa insights“. In produktneutralen Vorträgen und Diskussionsrunden setzen sich Experten hier mit übergeordneten Themen der IT-Sicherheit auseinander. Zu Fragen der IT-Sicherheit im Krankenhaus empfehle ich den Vortrag „IT-Sicherheit im Krankenhaus“ am ersten Messetag um 17:00 Uhr. Ein Tipp: Auf der Webseite it-sa.de lassen sich in der Tagesansicht des Rahmenprogramms die einzelnen Programmpunkte filtern, die nach Auskunft der Referenten einzelne Branchen adressieren. Hier lässt sich bequem nach Themen aus dem Gesundheitswesen suchen.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Bedrohungen in Krankenhäusern?

Frank Venjakob:
In Krankenhäusern werden Anforderungen an die IT gestellt, die schwer mit anderen Branchen vergleichbar sind. Medizinische Geräte, die teilweise wenig kompatibel mit gängigen IT-Infrastrukturen sind, arbeiten über Jahre zuverlässig. Durch die immer engere Vernetzung und die Einbindung der Geräte in digitale Prozesse ergeben sich aber neue Einfallstore für Cyberkriminelle – und Herausforderungen für die IT-Abteilung. Im Fokus steht dabei natürlich der Schutz persönlicher Daten. Schließlich vertrauen Patienten darauf, dass Informationen über ihren Gesundheitszustand nicht in falsche Hände geraten. Ein enormes Bedrohungspotenzial ergibt sich vor allem aus der Tatsache, dass ein Krankenhaus keinen Ausfall verzeiht. Medizinische Maßnahmen dulden eben meistens keine Auszeit. Daher liegt die wohl größte Bedrohung in Ausfall der IT-Infrastruktur. Ein wetterbedingter Stromausfall lässt sich eine gewisse Zeit überbrücken. Wenn Ransomware Patientendaten verschlüsselt, kann der gesamte Krankenhausbetrieb lahmliegen. Im schlimmsten Fall muss nach einem Angriff die komplette IT vorübergehend vom Netz. Diesen Super-GAU gilt es zu verhindern. Doch nicht immer drohen die Gefahren von außen: Auch falsch konfigurierte Geräte oder Mitarbeiter, die Zugang zu sensiblen Informationen haben, können eine Gefahr darstellen. Stellen Sie sich vor, vertrauliche Daten werden auf einen USB-Stick kopiert, der verloren geht.

Welche aktuellen Sicherheitstrends sind die Schwerpunkte auf der it-sa 2018?

Frank Venjakob:
Im Allgemeinen sind klare Tendenzen zu mehr Beratung, Dienstleistung und Integration erkennbar. Schließlich wird die IT-Landschaft in allen Branchen durch die Einbindung neuer Geräte und Komponenten sowie wachsende Performance-Anforderungen auf die Probe gestellt. Mit dem immer schnelleren Wandel in Punkto Digitalisierung Schritt zu halten, ist auch für die Experten in den jeweiligen IT-Abteilungen eine Aufgabe, die enormes Wissen und auch personelle Ressourcen erfordert. Auch in der IT-Sicherheit halten deshalb maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz Einzug. Zahlreiche Aussteller präsentieren auf der it-sa Lösungen, die das verantwortliche Personal unterstützen. Nach wie vor sind es aber Menschen, die Verantwortung für IT-Sicherheitskonzepte tragen. Um im Katz-und-Maus-Spiel mit Angreifern einen Schritt voraus zu bleiben, ist aktuelles Fachwissen daher wichtiger denn je. Das Programm des begleitenden Kongresses zeigt, wie wichtig der Austausch unter Experten ist. Voneinander lernen, Vernetzung und Kooperation haben auf der it-sa schon immer eine besondere Bedeutung. Nicht umsonst heißt die it-sa in Branchenkreisen oft „das Klassentreffen“ der IT-Security.


Weitere Informationen zum Rahmenprogramm und Congress@it-sa:
www.it-sa.de/programm

Alle Aussteller und Produkte:
www.it-sa.de/aussteller-produkte

Lesen Sie dazu auch die Print-Ausgabe des Krankenhaus-IT Journals, Ausgabe 4/2018 (erscheint am 22.8.18).

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