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Veröffentlicht: 24.08.2018


„Der digitale Patient“:
anspruchsvoll und kritisch
Überraschende Umfrage-Ergebnisse zu
Anforderungen


Überraschende Ergebnisse erbrachte die Umfrage zum Thema „Der digitale Patient“. Digitale Patientenanforderungen zu Telefonie, TV, Internet und Servicedienste zeigen selbstbewusste Bürger und Partner. Die aktuelle Bewertung der Themen auf Basis von rund 100 Teilnehmern im August 2018 legt zugleich akuten Nachholbedarf bei Kliniken offen. Sie sollten sich bei ihren Investitionen darauf einstellen.


Telefonie:
Patiententelefonie wird zunehmend als nicht mehr so wichtig angesehen, sagen 81%. Dies sollte für die Krankenhäuser bedeuten, auf die bisher übliche flächendeckende Ausstattung mit Telefonen am Bett zu verzichten. Den restlichen Bedarf können oft Mobiltelefone der Klinik abdecken. Immer mehr nutzen die Patienten ihr eigenes Handy, so dass sich mit Telefonie auch keine Einnahmen mehr erzielen lassen.

Fernsehen:
Das klassische Fernsehen mit TV im Zimmer hat komplett an Bedeutung verloren. Selbst die modernen Bedside-Terminals werden nur von 45% der Umfrageteilnehmer befürwortet, bereits 52% befürworten das Tablet des Patienten als TV-Endgerät, mit Kopfhörer des Patienten.
Dies könnte für Kliniken eine neue Strategie bei der Ausstattung der Patientenzimmer bedeuten: keine flächendeckende Ausstattung mit Bedside-Terminals, stattdessen stärker die Einbindung mobiler und patienteneigener Geräte.
Dies zeigt sich auch im Trend der TV-Angebote, die Patienten künftig in Kliniken erwarten: Hier überwiegen noch klar die klassischen TV-Sender mit ihren seriellen Angeboten, aber bereits 61% der Teilnehmer erwarten Zugriff auf Filme der Mediatheken, 28% auf Kinofilme sowie 30% auf Sportangebote.
Überraschend fordern 51% kostenlose Angebote für klassisches TV. Dies bedeutet, dass für Kliniken die Einnahmen aus Telefonie und TV (z. B. Tagesgebühren) künftig wegfallen werden.

Neue Online-Angebote:
Die Patienten erwarten stattdessen neue online-Angebote am Bett: Zeitungen sowie Zeitschriften/Magazine erwarten jeweils 70%, online-Musik¬angebote 47%.

Ansonsten stehen Speisenangebote (88%), Wegweisung (80%) Terminkalender (76%) auf der Wunschliste.


Identifikation für Online-Angebote:
Auch die bisher von Kliniken favorisierten teuren Chipkartenlösungen verlieren an Akzeptanz (25%). Eindeutig gehört neuen Medien am Handy wie online-Payment (22%) und Kreditkarte/PIN 20% die Zukunft und erspart Kliniken teure Investitionen für Inkassolösungen.
Beim Inkasso liegt Mobile Payment mit über 60% Akzeptanz schon jetzt weit vorne, der bisher oft übliche Kassenautomat ist eindeutiger Verlierer (25%).

Infrastruktur für online-Dienste:
Immerhin haben 56% der Kliniken bereits ein flächendeckendes WLAN-Funknetz zum Streaming für Patienten. Ob allerdings überall genügend Bandbreite verfügbar ist darf bezweifelt werden. Digitalisierung der Kliniken muss hier beginnen.

Self-Services für Patienten:
Überraschend hohe Akzeptanz finden digitale Serviceangebote für Patienten (Self-Services). 77% halten diese Angebote für künftig sehr wichtig, so dass Kliniken sich bereits jetzt Gedanken machen sollten, wie sie dem entsprechen wollen.
Bei den online-Services für Patienten stehen im Vordergrund: Fragebögen (84%), Aufklärung (76%), Terminmanagement (73%).

Fazit der Umfrage:
Die klassischen Angebote von Telefonie, einfachem Fernsehen und Internet reichen für die Kliniken heute schon nicht mehr aus, die Patienten erwarten mehr. Dem Zusammenwirken von mobilen Geräten der Patienten in Verbindung mit neuen online-Diensten und Serviceangeboten der Kliniken gehört eindeutig die Zukunft.
Kliniken sollten sich bei ihren Investitionen bereits jetzt darauf einstellen.
Aber auch die Erwartung der Patienten an ein digitales Krankenhaus wird in den nächsten Jahren rasant zunehmen. Der Patient wird digitale Services im Krankenhaus erwarten, zum Beispiel für die Terminvereinbarung, Abrechnung, Reduzierung von Wartezeiten, Vorbereitung von Operationen, Aufklärung usw. Hier werden die online-Angebote sowie die bisher stark papierbasierten Prozesse und lange Wartezeiten in Kliniken für Patienten zunehmend ein Auswahlkriterium ihres Krankenhauses.

Informationen zu den Ergebnissen beim IfK (info@ifk-bs.de)


Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Riedel
IfK Institut für Krankenhauswesen, Braunschweig
www.IfK-bs.de


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