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Veröffentlicht: 07.12.2018


„Wir können das: Die Akteure gestalten lassen“

KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel betonte in seiner Rede vor der heutigen Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin die Vorarbeit der KBV in den Bereichen Qualität, Digitalisierung und Telematik-Infrastruktur.


Dr. Thomas Kriedel, Diplom-Volkswirt, Mitglied des Vorstands

„Wir, die Akteure im Gesundheitswesen, können die Digitalisierung am besten gestalten“, meinte Kriedel und verwies damit auf einen Erfolg bei der elektronischen Patienentakte (ePA): In einem Letter of Intent von KBV, Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband wurde der KBV die Verantwortung für die medizinischen Standards in der ePA übertragen. „Hier verfügt die KBV über Erfahrung und wird sich an internationalen Standards orientieren. Bei der KBV spielen außerdem wirtschaftliche Interessen keine Rolle, uns geht es um die Versorgung und vernünftige Anwendungen“, wies Kriedel Kritik an dieser Aufgabenverteilung von sich. Eine Aufteilung der Zuständigkeiten zum jetzigen Zeitpunkt sei sinnvoll: „Die gematik war vor allem notwendig für den Start und Aufbau der Infrastruktur im deutschen Gesundheitswesen. Jetzt kommt es auf die sinnvolle Arbeitsteilung zwischen denjenigen Akteuren an, die von den Konsequenzen betroffen sind. Sie sollten die Kriterien für Anwendungen in ihrem Bereich festlegen. Dann geht die Digitalisierung schneller voran.“ Als Beispiel für eine konkrete Anwendung nannte Kriedel das eRezept. Er begrüßte, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hier nicht die gematik, sondern die Betroffenen, also Ärzte, Apotheker und Krankenkassen, in der Verantwortung sieht.
Als eine Stelle, an der eine sinnvolle Verwendung von digitalen Anwendungen helfen könnte, nannte Kriedel die Bürokratie. Diese bezeichneten Ärzte und Psychotherapeuten als „eines der größten Ärgernisse für die Praxen“ im Bürokratieindex 2018. „Die Umfrage zeigt, dass Praxen 60 Arbeitstage im Jahr durch Dokumentationspflichten verlieren, das entspricht fast einem Tag pro Woche. Wir brauchen ein verbindliches Abbauziel von 25 Prozent – dann hätten Ärzte 13 Millionen Stunden pro Jahr mehr Zeit für ihre Patienten. Zeit, die zusätzlich für die Versorgung der Patienten zur Verfügung steht. Letztlich wäre dies gleichzusetzen mit einem Plus von mehr als 4.000 Ärzten“, so Kriedel.

Deutlich Stellung bezog das KBV-Vorstandsmitglied auch beim Thema Qualitätssicherung. Es ging um eine neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die ab 2019 die datengestützte einrichtungsübergreifende Qualitätssicherung und auch die Rechte und Pflichten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) dabei regelt. „Wir verstehen Qualitätssicherung als Möglichkeit, die Versorgung zu verbessern“, machte Kriedel klar, „doch man muss uns lassen.“ Die G-BA-Richtlinie sieht zwei Eskalationsstufen vor, wenn die Daten Auffälligkeiten zeigen: In einer ersten Stufe werden die Praxen beraten und dabei unterstützt, die Ursachen zu beheben – beispielsweise durch die verpflichtende Teilnahme an Qualitätszirkeln. KVen sollen dann erst in der zweiten Stufe aktiv werden, in der „Position eines bloßen Gerichtsvollziehers“, kritisierte Kriedel. „Gegen diese Aufteilung protestieren wir vehement. Die KVen sind nah dran an den Praxen, sie kennen die Abläufe. Sie sind ideal, um die Ärzte von Beginn an bei der Qualitätssicherung zu begleiten und zu unterstützen. Hierfür brauchen wir allerdings in der Richtlinie klare Zuständigkeiten: Beides, Verbesserungsvorschläge und Maßnahmen, gehört in eine Hand – in die der KV!“ Eine Präzisierung der Richtlinie in diesem Sinne sei daher dringend notwendig.

Verantwortung übernehme die KBV außerdem mit der technischen Ausgestaltung der 116117, der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der KVen. „Die Vorarbeiten an diesem Projekt sind schon gut fortgeschritten“, berichtete Kriedel. Mit dem derzeit viel diskutierten Terminservice- und Versorgungsgesetz werde die KBV voraussichtlich die Kompetenz erhalten, die Bereitschaftsdienstnummer bundesweit einheitlich zu regeln. „Die 116117 ist die Fortführung des Sicherstellungsauftrages in der digitalen Welt. Uns ist daher wichtig, dass dieses Instrument stabil funktioniert“, machte Kriedel deutlich.

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