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Veröffentlicht: 14.01.2019


Im Arztberuf IT-Expertise für das Patientenwohl einsetzen

Gesundheitswesen ist durch Digitalisierung breiter aufgestellt

Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen spielen wichtige Erfolgskriterien eine zentrale Rolle: Wandel im Arztberuf, Nutzen neuer Technik für den Patienten sowie eine moderne, den Anforderungen des Arztberufes entsprechende Technik. Prof. Dr. med. Anke Lesinski-Schiedat, Landesvorsitzende Niedersachsen Hartmannbund, Mitglied geschf. Bundesvorstand Hartmannbund, skizziert im Interview dazu Kernpunkte. Sie erörtert als Referentin der Veranstaltung „Digitalisierung der Krankenhäuser - der richtige Weg: was lohnt und was nicht?“ Details beim 14. Meeting-am-Meer am 14. und 15. März 2019 in Heiligendamm.


Prof. Dr. med. Anke Lesinski-Schiedat, Landesvorsitzende Niedersachsen Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands e.V., Mitglied geschf. Bundesvorstand Hartmannbund: „Risiken für die Ärzteschaft bestehen nur, wenn man sich der Digitalisierung verweigert.“

Was sollte eine Neuausrichtung des deutschen Gesundheitswesens in Zeiten der Digitalisierung vor allem kennzeichnen?

Prof. Lesinski-Schiedat: Grundsätzlich kennzeichnet die moderne digitale Kommunikation eine enorme Schnelligkeit und Flexibilität. Die Schnelligkeit verlangt eine unmittelbare Kommunikation und die Flexibilität fordert den Nutzer heraus, sich darauf jederzeit einzustellen.

Das deutsche Gesundheitswesen weist viele regulative Momente und das Nebeneinander von zwei Sektoren auf. Mit der Telemedizin wird ein weiterer Sektor - manche sprechen auch von „Welt“ – eingeführt. Es gilt alle – nun drei –Sektoren zu verbinden, welches in der Verantwortung und somit Gestaltung der ÄrztInnen liegen muss. Der Beruf der ÄrztInnen wird sich vom direkten Patientenkontakt hin zum Manager für den Patienten (Wissensbewertung und Datenverwaltung) erweitern. Die nachgeordneten medizinischen Fachberufe müssen ihre inhaltlichen Möglichkeiten mit der Telemedizin nutzen – auch dafür tragen die ÄrztInnen die wesentliche Verantwortung. Außerdem werden die ÄrztInnen innerhalb der Wissenschaft die Sammlung und Analyse der Daten als Basis für die Entwicklung und Anwendung der Künstliche medizinischen Intelligenz gestalten.

Dieses um Digitalisierung erweiterte Gesundheitswesen wird breiter aufgestellt sein. Die ärztliche Verantwortung ist es, den Patienten im Mittelpunkt zu halten, die Patienteninteressen zu verfolgen und die ökonomischen Rationalisierungseffekte durch die Digitalisierung für den Patienten einzusetzen. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens setzt die ÄrztInnen in eine zentrale und größere Verantwortung.

Welches Potential können die Kliniken hauptsächlich heben?

Prof. Lesinski-Schiedat: Sofern die Kliniken die Notwendigkeit der Investition in eine adäquate digitale Infrastruktur erkennen und die Fortbildung der Ärzte mit diesen Medien fördern und fordern, können die Klinikbetreiber im europäischen Wettbewerb bestehen. Wenn sie diese Notwendigkeit missachten, werden sie sehr gut ausgebildetes und motiviertes ärztliches Personal in das europäische Ausland, eventuell nach China verlieren. Auch ÄrztInnen haben ein hohes Maß an Mobilität. Medizin ist ein globales Produkt. Die Anforderungen an Kliniker sind global vergleichbar – das Angebot der Klinikbetreiber, Medizin für Patienten anzubieten, unterscheidet sich enorm.

Welche Chancen und Risiken bringt die Digitalisierung für den ärztlichen Beruf?

Prof. Lesinski-Schiedat: Risiken für die Ärzteschaft bestehen nur, wenn man sich der Digitalisierung verweigert. Es gilt sie zu gestalten, dann ist die Digitalisierung vergleichbar der Einführung der Endoskopie oder anderer instrumenteller neuer medizinischer Verfahren. Es gilt, die Expertise der Fachkräfte der IT-Branche an den ärztlichen Beruf zu binden, sich mit ihnen zu vernetzen, um die Strukturen mit zu gestalten, und die Anwendungsrisiken zu kennen und mit diesen umzugehen.

Wie beurteilt die Ärzteschaft Verlauf, Status und Perspektiven der Telematikinfrastruktur sowie Gesundheitskarte?

Prof. Lesinski-Schiedat: Nach der kompletten Ablehnung der Telematikinfrastruktur und der Gesundheitskarte kam es zu einer zunehmenden grundsätzlichen Akzeptanz durch die Ärzte. Jetzt wird realisiert, dass die zur Verfügung stehende Technik bereits veraltet ist – und die Regularien weiterhin so starr sind, dass man verzweifelt mit der Realität der Einführung hadert.

Zentrale Themen des Meeting-am-Meer 2019

„Digitalisierung der Krankenhäuser - der richtige Weg“: Dazu kommen IT-Management und Führungsspitzen im Gesundheitswesen mit renommierten Meinungsbildnern der Branche in einen intensiven Erfahrungsaustausch. Krankenhausverantwortliche erhalten innovative und zugleich umsetzbare Impulse über den zukunftsorientierten und wirtschaftlichen Technologieeinsatz auf der Veranstaltung dem 14. Meeting-am-Meer am 14. und 15. März 2019 in Heiligendamm.

  • Warum und wie Krankenhäuser mehr in Digitalisierung investieren müssen.
  • Wie sieht die digitale Zukunft für Kliniken in Deutschland aus?
  • Der digitale Patient: digitale Services rund um den Patienten.
  • Vernetzte Strukturen: aktuelle Strategien im Gesundheitswesen
  • Künstliche Intelligenz (KI): Was kommt schon jetzt auf Kliniken zu?
  • Welche technische Infrastruktur ist für die Digitalisierung geeignet?
  • Wie kann sich die IT in Kliniken für die Zukunft rüsten?
  • Wie verändert sich die Medizintechnik durch IT?
  • Wie beeinflusst digitale Kommunikation die klinischen Prozesse?

www.meeting-am-meer.de


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