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Veröffentlicht: 18.02.2019


Sana: digital auf dem Weg zum Gesundheitskonzern

Vorstand setzt statt auf mehr Zement auf mehr IT


Krankenhäuser stehen aktuell vor riesigen Herausforderungen, deren Perspektiven noch über "Digitalisierung" hinausgehen. Im Health IT Talk Berlin-Brandenburg vom Februar 2019 skizzierte Bernd Christoph Meisheit, Geschäftsführer der Sana-Tochter Sana IT Services GmbH, den Weg des Sana-Konzerns zu einem modernen Gesundheitsdienstleister. Teilnehmer waren rund 50 Interessierte aus Krankenhausinformatik und IT im Gesundheitswesen.

„Richtig unterwegs sind Kliniken mit 8% IT-Budget vom Gesamtumsatz“, lautet der Wunsch des Sana IT Services-Geschäftsführers Meisheit. Geld in den Kliniken scheine mit Blick auf den Markt allgemein vorhanden, es werde nur nicht immer richtig intern verteilt. Sana setzt jedoch auf eine maßgeschneiderte Allokation. Widerstreitende Interessen in den Kliniken machen das nicht immer einfach. Sana hat das Thema Digitalisierung an die Spitze der Agenda gesetzt. Ein Vorstandsstatement weist offenbar die Richtung: „Statt mehr Zement mehr IT.“ Vom Unternehmensumsatz von 2,569 Milliarden Euro stehen 2,4 Prozent für die Finanzierung der Tochter Sana IT Services GmbH zur Verfügung. Hinzu kommen 1% für Ertüchtigung der IT Systeme, 2% für Digitalisierung und 0,5% für IT-Sicherheit.


Bernd Christoph Meisheit, Geschäftsführer der Sana-Tochter Sana IT Services GmbH: „Richtig unterwegs sind Kliniken mit 8% IT-Budget vom Gesamtumsatz.“

Die Sana Kliniken AG ist eine private Krankenhausgruppe von Akut-, Fach- und Rehabilitationskliniken und Altenheimen. 25 Unternehmen der privaten Krankenversicherungen (PKV) bilden als Aktionäre der Sana Kliniken AG den Kreis der Eigner.

Roadmap für digitale Transformation

Mit der veränderten Mediennutzung und den vielfältigen Möglichkeiten, die sich aus der digitalisierten Technik ergeben, hat sich auch der Digitalisierungsbegriff gewandelt. Sana versteht unter der Digitalisierung sowohl den Einsatz von modernen, digitalen Technologien und Techniken, die die Behandlung der Patientinnen und Patienten vereinfachen und verbessern, als auch die Nutzung moderner, zukunftsweisender und innovativer Möglichkeiten in vielen Bereichen.

Die Sana IT Services GmbH befasst sich mit zukunftsweisenden Themen. Sie hat eine "Roadmap" und Vorstellungen, wo es hingehen soll. Neben den aktuellen Herausforderungen wie KRITIS, eHealth-Gesetz, digitale Transformation, Entlass-Management und Verschmelzung der IT mit der Medizintechnik, beschäftig sich die Sana mit den ePAs dieser Welt als teils institutionsübergreifende Patientenakte. Auch die internen Patientenakten, wie z.B. die Pflegedokumentation kommen in den Betrachtungen vor. Schnittstellen und Standards bestimmen dabei IHE und FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources).

Heterogene IT-Landschaften erfordern besondere Maßnahmen. Zwischen Anwenderzufriedenheit, Sicherheitsbedürfnissen, Datenschutz und "die IT muss sich dem Nutzer anpassen, nicht umgekehrt" findet sich so alles, was das Leben für die IT schwierig, zugleich aber auch hoch interessant macht. Forderung nach Patienten-Portalen, Online-Konsultation und Online-Terminvergabe sind ebenfalls Aufgaben der Zeit. Und nicht zuletzt begrenzt das jährliche Budget die verbleibenden Möglichkeiten um den verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden oder gar „innovativ" und „disruptiv“ zu sein.

Darüber hinaus stehen für das Gesundheitswesen besondere Projekte an, wie eine hoch breitbandige Vernetzung der einzelnen Standorte.

Für Meisheit gilt die Pflege und Betreuung der Patienten als dynamisches Topic. Es hat sich digital etwas getan: So konnte die Pflegeeinordnung von Patienten von 45,5 Minuten auf 5 Minuten herunter geschraubt werden. Das bedeute mehr Zeit für Patienten, eine Personalrationalisierung sei nicht vorgesehen.

Digitalisierung als Notwendigkeit

Zur aktiven Rolle von Sana gehören auch neue Wachstumsfelder. Das Unternehmen bietet sowohl innovativen Startups als auch etablierten Firmen eine gemeinsame Plattform zum Austausch von Ideen und zur Vernetzung im Bereich des digitalisierten Gesundheitswesens. Flying Health berät Sana in Fragen rund um die Digitalisierung und stellt darüber hinaus Kontakte zu geeigneten Unternehmen her.

Sana kooperiert seit dem Spätsommer 2016 mit Flying Health (FH) in Berlin. Hierfür steht die Zusammenarbeit mit Start-ups, die für neue Use Cases identifiziert wurden. Bestes Beispiel ist der Flying Health Incubator in Berlin. Dies brachte zahlreiche Pilotprojekte in den Sana-Häusern hervor, aus denen inzwischen wichtige Erkenntnisse gewonnen wurden. Sana verfolgt Digitalisierungsthemen auf der Grundlage einer Drei-Säulen-Strategie:

  • Trägt eine neue digitale Anwendung zur Verbesserung der Bindung von Medizin / Pflege und Patient bei?
  • Unterstützt sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrer (administrativen) Arbeit?
  • Oder hilft sie bei der Erweiterung des klassischen Geschäftsfeldes der Sana Kliniken?

Dabei stehen auch in Zukunft vor allem disruptive Technologien und innovative Geschäftsmodelle im Vordergrund. Motto: Eine „Digitalisierung um jeden Preis“ soll es bei Sana nicht geben, aber eine passgenaue Einführung jener Technologien und Prozesse, die positive Effekte auf Effizienz, Wachstum und Wertschöpfung haben. Sana will zu einem patientenzentrierten und integrierten Gesundheitsdienstleister werden, der für die Herausforderungen der intersektoralen Versorgung die richtigen digitalen Lösungen bereithält.

Zur Versorgung der Zukunft gehört für Sana, dass in Bereichen der Medizin wie der Pathologie oder der Radiologie eine Zusammenarbeit vieler Häuser und Akteure Vorteile bietet. Deshalb setzt Sana auf Bildung und Erweiterung von Netzwerken.

Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

Fachkräftemangel belastet alle Branchen, auch das Gesundheitswesen. In einzelnen Regionen ist ein massiver Wettbewerb um die vorhandenen Ressourcen ausgebrochen; im ländlichen Raum, weil dort kein Personal mehr zu finden ist, in den Ballungszentren, weil die Pflegekräfte die Qual der Wahl haben und längst ein Arbeitnehmermarkt entstanden ist. Sana hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 als attraktiver Arbeitgeber im Markt etabliert zu sein. Für neues Wissen setzt Sana auch auf interne Ausbildung. Aktuell werden über 60 Mitarbeiter gesucht.

Health-IT-Talk in Berlin-Brandenburg

Gesundheitswirtschaft und Health-IT stellen den größten Wirtschaftsfaktor in der Bundesrepublik dar. Im Schmelztiegel Berlin-Brandenburg mit einer engmaschigen Klinik-Landschaft, Forschungsinstitutionen, Startups, Pharma, IT- und Medizintechnik-Industrie in Verbindung zur nahen Gesundheitspolitik und –wirtschaft, kommt es zu einem fruchtbaren Austausch zwischen Industrie, medizinischem Personal, Ingenieuren und den Multiplikatoren in die Health 2.0-Welt.

Um den Veranstaltungskalender der Region zu entlasten und mehr Qualität zu präsentieren arbeiten die Netzwerke von BVMI, KHIT und SIBB zusammen. 10 bis 12 hochwertige Veranstaltungen werden pro Jahr angeboten. Die Reihe wird von der TMF unterstützt.

www.health-it-talk.de. Informationen gibt Programmrat Michael Thoss (Pressearbeit, thoss@health-it-talk.com).

von Wolf-Dietrich Lorenz


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