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Veröffentlicht: 26.02.2019


AKG ist die neue Stimme in der
Berliner Gesundheitspolitik


Die Arbeitsgemeinschaft kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) ist seit diesem Wochenende auch offiziell in den gesundheitspolitischen Diskurs in Deutschland gestartet. Beim Gründungsdialog unter dem Motto „Ohne uns läuft´s nicht“ stellten sich der AKG Vorstand und die AKG Geschäftsführung den Fragen und der Diskussion mit Vertretern der Bundespolitik, mit Vertretern anderer Interessenverbände und natürlich mit Vertretern der Hauptstadtmedien.
In den Diskurs gingen die Vorstandsmitglieder Dirk Balster, Jutta Dernedde und Dr. Eibo Krahmer sowie der Vorstandsvorsitzende Dr. Matthias Bracht und der Geschäftsführer Helmut Schüttig. Terminbedingt konnte das Vorstandsmitglied Stefan Hahn, Sozialdezernent des Deutschen Städtetages, mit dem die AKG in enger Abstimmung steht, leider nicht teilnehmen.

Die Mitgliedshäuser der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) betreiben Maximalversorger mit weit über 1.000 Betten, auch im Verbund mit Häusern der Grund- und Regelversorgung in regionalen Versorgungsnetzwerken. „Durch unsere Größe und unsere Versorgungsangebote bilden wir eine wesentliche Säule der Krankenhausversorgung in Deutschland. Moderne und bedarfsorientierte Medizin ist spezialisiert und interdisziplinär. Diesem Anspruch können wir durch unser breites und differenziertes Fächerspektrum in besonderer Weise entsprechen.“ erläutert der AKG Vorstandsvorsitzende Dr. Matthias Bracht. „Gleichzeitig sind wir als kommunale Unternehmen dem Gemeinwohl verpflichtet. Wir dienen allein dem Bürger und den Patienten als unsere Eigentümer und keinen Partikularinteressen von Investoren oder Aktionären. Deshalb richten wir uns allein am Versorgungsbedarf der Patienten aus, denen wir auch langfristig entsprechen wollen. Daran lassen wir uns messen. Wie sich auch die Gesundheitspolitik daran messen lassen sollte, was am Ende beim Patienten ankommt.“

„Abgeleitet von unserer Versorgungsrolle und unserer alleinigen Verpflichtung gegenüber den Bürgern und Patienten müssen wir genuin bereits ausgleichen und mitdenken, was umsetzbar und notwendig ist,“ ergänzt AKG Geschäftsführer Helmut Schüttig. „Die Stimme der AKG ist deshalb eine Stimme der Vernunft und eine Stimme des Machbaren.“ Es werde sich lohnen, zeigte sich Schüttig überzeugt, auf sie zu hören.

Als zentraler Dreh- und Angelpunkt der medizinischen Versorgung in den mittleren und großen Ballungsgebieten des Landes treten die kommunalen Großkrankenhäuser auch dann für die Versorgung der Patienten ein, wenn andere Träger oder Einrichtungen aus wirtschaftlichen oder strategischen Überlegungen ihr Angebot spezialisieren oder ganz einstellen. Damit werden sie zu der nachhaltigen Stütze des erforderlichen Strukturwandels in der deutschen Krankenhauslandschaft. „Die angestoßenen Debatten und stetigen Vergleiche mit den stark zentralisierten Gesundheitssystemen der skandinavischen Länder zeigen deutlich“, so Dirk Balster, AKG Vorstandsmitglied, „dass unsere Gesellschaft nicht bereit und in der Lage sein wird, die bestehenden Strukturen auch zukünftig auskömmlich zu finanzieren.

Für diesen Strukturwandel stehen die kommunalen Großkrankenhäuser bereit. Ganz überwiegend haben sie schon in den vergangenen Jahren die betriebswirtschaftlichen und strukturellen Hausaufgaben gemacht. Heute bilden sie mit sektor- und trägerübergreifenden Kooperationen und Netzwerken bereits jene wünschenswerten Verbünde, die immer wieder durch Politik und Krankenkassen eingefordert werden. Jutta Dernedde, AKG Vorstandsmitglied: „Mit unseren großen interdisziplinären Strukturen, gerade im Bereich der onkologischen Zentren, den durch die große Anzahl von Patienten etablierten Prozessen und unsere Rolle als Ausbilder, weit über den eigenen Bedarf hinaus, gewährleisten die AKG-Häuser nachweisbar eine Versorgungsqualität am höchsten wissenschaftlichen Standard.“

„Wir unterstützen sämtliche Maßnahmen zur Stärkung einer qualitätsorientierten Krankenhausplanung in einem System aus aufeinander aufbauenden Versorgungsstufen“, fasst Vorstandsmitglied Dr. Eibo Krahmer zusammen. Klar definierte Versorgungsaufträge und transparente Strukturanforderungen seien der einzige Weg, einen ruinösen Wettbewerb unter den Krankenhäusern zu vermeiden, der letztendlich immer zu Lasten sowohl der Patientinnen und Patienten als auch unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgetragen werde. Die aktuellen Weichenstellungen in der Gesundheitspolitik ebnen den Weg für eine faire, kritische und zielführende Debatte über die Zukunft der stationären Versorgung in Deutschland. Hierbei stehen die kommunalen Großkrankenhäuser mit ihrer medizinischen Expertise und professionellen Managementressourcen für eine innovationsgetriebene Ausdifferenzierung der Versorgungsstrukturen als Treiber und Partner bereit.

Die aktuellen Themen erfordern eine an Vernunft und Machbarkeit orientierte Auseinandersetzung, um die bestmögliche Krankenhausversorgung der Zukunft:

Nach der jahrelangen Hängepartie innerhalb der Selbstverwaltung kommt derzeit dem G-BA bei der Definition der besonderen Aufgaben eines Zentrums eine richtungsweisende Rolle zu. Neben einer fachlich fundierten und funktionalen Definition der Anforderungen bedarf es eines grundlegend neuen Systems zur Auswahl, Akkreditierung und Finanzierung von Zentren. Für eine nachhaltige Entwicklung interdisziplinärer Versorgungsstrukturen brauchen die Leistungserbringer eine zielgerichtete Bedarfsplanung und langfristige Planungssicherheit. Nur so ist auch eine auskömmliche Finanzierung gesellschaftlich tragbar. Dabei muss allen Patientinnen und Patienten eine regional verankerte Versorgung mit hochspezialisierten Leistungen ermöglicht werden.

Mit der Einführung von klar definierten Notfallstufen haben wir in diesem Bereich einen wertvollen Schritt in eine sinnvolle Krankenhausstrukturplanung gewagt. Bei der weiteren Ausgestaltung wird der Gesetzgeber nicht umhinkommen, den Leistungsbereich der ambulanten Notfallversorgung grundlegend neu zu definieren und abzugrenzen. Nur mit einem klaren Leistungsbereich in der ambulanten Notfallversorgung, transparenten Zulassungskriterien und einem klar adressierten Sicherstellungsauftrag wird eine unabhängige Patientensteuerung an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung gelingen. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen zu oft, dass die regionalen Vertragspartner durch rechtliche Unschärfen und politische Unsicherheit an der Entwicklung sinnvoller Versorgungskonzepte scheitern.

Auch die Eskalation des Streits um fehlerhafte Krankenhausabrechnungen aus dem Herbst des letzten Jahres zeigt, wie weit wir in diesem Bereich von verlässlichen und transparenten Strukturen für eine nachhaltige Versorgung der Patienten entfernt sind. Viele Krankenhäuser sehen sich einem Komplex aus interpretationswürdigen Vorschriften, länderspezifischen Prüfverfahren und misstrauischen Vertragspartnern hilflos ausgesetzt. Während es bei der Kodierung medizinischer Leistungen im Krankenhaus bundeseinheitlich detaillierte Vorschriften gibt, beruhen viele Verfahren in der Auseinandersetzung mit dem MDK auf individuellen Vorstellungen der handelnden Personen und damit einer inakzeptablen Beliebigkeit. Auf dem Weg zu einem vertrauensvollen Umgang der Selbstverwaltungspartner bedarf es auch hier verlässlicher bundeseinheitlicher Vorgaben und einer echten unabhängigen Prüfinstanz. Mit der Ablösung der Einzelfallprüfung zu Gunsten eines transparenten Akkreditierungsverfahren mit anschließender Stichprobenprüfung könnten gerade im Bereich der Komplex-Codes alle Seiten wertvolle Ressourcen einsparen, die unmittelbar einer Verbesserung der Patientenversorgung zu Gute kommen.

Ein verantwortungsvoller Ressourceneinsatz und die Entwicklung von innovativen Strukturen erfordert Transparenz und Planungssicherheit für alle Vertragspartner. In den vergangenen Jahren konnte die gemeinsame Selbstverwaltung diese Erwartung immer seltener erfüllen. Mit der Kenntnis des Machbaren und der Vernunft der Verantwortung wird sich die AKG auch hier im Sinne Ihrer Eigentümer, den Patientinnen und Patienten, zielgerichtet einbringen. Der Vorstandsvorsitzende Bracht versuchte die Positionen der AKG in einem Satz so auf den Punkt zu bringen: „Wir stehen in der Verantwortung, eine hochwertige Versorgung unserer Patientinnen und Patienten auch in Zukunft sicher zu stellen. Deshalb sollten wir auch gemeinsam anfangen, in Prozessen und Wirkungen für den Patienten zu denken, und weniger in bestehenden Institutionen. Denn am Ende zählt, was beim Patienten ankommt.“

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