NEUERSCHEINUNG
Druckfrisch erschienen -
jetzt sofort bestellen
Aktuelle News
Weitere News
Vor-Ort-Reportagen
Service
RSS-Feed Aktuelle News
Multimedia
 
  







Veröffentlicht: 24.03.2019


Pflege-Roboter: Kommt nach dem
Pflegenotstand der Beschaffungsnotstand?


Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser werden beim Einsatz von künstlicher Intelligenz und Robotik auf Outsourcing bauen müssen


In Deutschland werden 2030 rund 500.000 Pflegekräfte fehlen. Selbst wenn die pessimistischsten Prognosen nicht eintreffen sollten: Krankenhäuser, Pflegeheime und Pflegedienste müssen dieser Entwicklung möglichst früh entgegenwirken. Japan zeigt schon heute eine praktikable Lösung: Das Land setzt dort, wo Personal fehlt, auf Roboter. Anders kann der Pflegeaufwand nicht mehr gestemmt werden, denn 2018 ist bereits ein Viertel der japanischen Bevölkerung über 65 Jahre alt.

Christa Bischofberger ist Organisationsberaterin mit langjähriger Erfahrung in der Auslagerung von Fachanwendungen und von Geschäftsprozessen Aktuell befasst sie sich mit der digitalen Transformation von Unternehmen und der Frage, wie Outsourcing an Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich umgesetzt wird. Sie arbeitet für microfin, eine unabhängige Unternehmensberatung für Outsourcing, Cloud-Sourcing, Providermanagement und KI mit Sitz in Bad Homburg.

Deutschland steht mit der hohen Zahl zukünftiger Rentner aus der Babyboomer-Generation eine ähnliche Situation bevor. Um diese Herausforderung zu meistern, werden es deutsche Pflegeheime und Krankenhäuser den japanischen Einrichtungen gleichtun müssen und in den Markt der Pflege-Robotics einsteigen.

Fehlende Kapazitäten auch im Management und wenig Spezial-Know-how

An einer Tatsache kommen die meisten Einrichtungen auf absehbare Zeit nicht vorbei: Das Know-how für den Einsatz der Technologie fehlt. Die nahe liegende Lösung ist Outsourcing – also der Zukauf von Maschinen und Geräten samt dazugehörigen Leistungen für Auswahl, Einsatz und Wartung. Hierbei stellt sich die Frage, wer die besten Produkte, Lösungen und Verträge für den spezifischen Zweck anbietet, und – wenn diese Frage geklärt ist – wie eine Ausschreibung zu gestalten ist. Für die Beantwortung solcher Fragen und das adäquate Abschätzen der Tragweite dieser Entscheidungen gibt es im Kranken- und Pflegebereich häufig keine Kapazitäten und kein ausreichendes Vor- und Fachwissen. Schließlich gilt es nicht nur, die Funktionalität und damit die Effektivität zu beurteilen, sondern auch die Wirtschaftlichkeit und die langfristige Effizienz eines Robotereinsatzes. Entscheidungen ohne fundierte Grundlage bergen erhebliche Risiken, gerade, wenn es nicht nur um Investitionen, sondern um langfristige Vertragsbeziehungen mit Dienstleistern geht. Im schlimmsten Fall drohen Fehlkäufe oder teure Vertragsabschlüsse ohne Revisionsrecht. Deshalb bietet es sich an, nicht nur den Einsatz der Technologie auszulagern, sondern sich schon im Entscheidungsprozess Hilfe von unabhängigen Experten zu holen, die eine Ausschreibung mit entsprechendem Wissen unterstützen können.

Outsourcing: die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit

Bei der Planung von Investitionen im mehrstelligen Millionenbereich ist es sinnvoll, vor einem Vertragsabschluss die unterschiedlichen Leistungsumfänge und Vertragsbedingungen von verschiedenen Dienstleistern bewerten zu können. Während Krankenhäuser für akute Behandlungen schon über Erfahrung im Bereich Medizintechnik verfügen, ist das für Pflegeeinrichtungen noch Neuland. Gerade hier bietet sich externe Unterstützung bereits während des Entscheidungsprozesses an.

Zu Beginn definiert der Sourcing-Spezialist zusammen mit der Pflegeeinrichtung oder dem Krankenhaus das Sourcing-Zielbild. Es werden Sourcing-Leitlinien und -Modelle erarbeitet. Mittels Marktanalyse bzw. basierend auf der Erfahrung des Sourcing-Beraters werden infrage kommende Anbieter ermittelt. Deren Leistungsfähigkeit wird strukturiert abgefragt; dies ist für die Vergleichbarkeit wichtig – insbesondere in einer Zeit, in der sich die Angebote im Bereich Pflege-Robotics rasant weiterentwickeln. Dadurch wird die Entscheidung für eine Anschaffung fundiert vorbereitet. Zu klären ist auch, welche Steuerungsaufgaben im Falle einer Auslagerung bei der Einrichtung erforderlich sind, und wie sie umgesetzt werden.

Ausschreibung: Chance statt Kostenfalle

Ist die Investitionsentscheidung gefallen, stellt sich die Frage nach dem Auswahlprozess. Nicht immer ist eine Ausschreibung vorgeschrieben – und falls nicht, werden Institutionen oft davon absehen, weil sie darin zusätzlichen Aufwand sehen. Faktisch, so zeigt die Erfahrung, ist eine Ausschreibung allerdings mehr Chance als Last. Das gilt insbesondere bei großen Investitionsvolumen, weil ein Ausschreibungsverfahren die Verhandlungsposition der Institution hinsichtlich vertraglicher und kommerzieller Regelungen stärkt. Allerdings haben Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser oft wenig Erfahrung darin, wie ein IT-Ausschreibungsprozess aussehen muss, was es dabei zu beachten gibt und wie sich der Prozess beschleunigen lässt. Deshalb empfiehlt sich hier eine Begleitung durch einen Sourcing-Berater – zumal sich die Kosten dafür allein durch günstige Verhandlungsergebnisse oft mehr als amortisieren. So kümmern sich die Spezialisten beispielsweise um die Organisation der Ausschreibung, angefangen von der Planung bis hin zur Konzeption der Verträge und entlasten damit das interne Personal. Auch die Bewertung von Anbietern und ihren Konditionen gelingt Beratern mit entsprechenden Erfahrungen und Benchmarks oft leichter und treffsicherer. Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser profitieren von der Unterstützung. Denn sie bekommen mehr Qualität, beschleunigen die Ausschreibung und stärken ihre Position bei kaufmännischen Verhandlungen. Auch bei Change-Management-Prozessen nach der Vergabeentscheidung können Berater ihre Erfahrung einbringen.

Zweifellos bieten die neuen Technologien rund um künstliche Intelligenz und Robotik große Chancen im Pflegenotstand. Die Stärke von Pflegeeinrichtungen liegt im Dienst am Pflegebedürftigen und nicht im Betrieb einer Technologie-Infrastruktur. Diese können andere effizienter erreichen. Unterstützung von außen ist hier vernünftig. Denn wer sich bei Auswahl und Einführung helfen lässt, schont nicht nur die eigenen knappen Ressourcen, sondern löst das Problem auch wirtschaftlich sinnvoll.

Weitere Informationen unter www.microfin.de/beratung/ki-sourcing/

Drucker geeignete Seite Sende diesen Artikel einem Freund


Aktuelle Ausgabe


Diese Webseite verwendet Cookies. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.