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Veröffentlicht: 16.04.2019



Neue DMEA zeigt Lust auf
Digitalisierung

Messe Berlin

Fast 11.000 Besucher, 570 Aussteller, über 350 Referenten und 8 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr – die Premiere der DMEA, Nachfolgerin der conhIT und Europas wichtigste Veranstaltung rund um das Thema „Digital Health“ kann als voller Erfolg gewertet werden. Der Wandel vom Branchentreff zur Kommunikationsplattform mit neuen interaktiven Formaten und einem breiteren Themenspektrum hat die Zielgruppe von der Industrie über Politik, Selbstverwaltung und Forschung bis hin zu Anwendern wie Pflege und Ärzte vergrößert und gezeigt, dass die digitale Gesundheitsversorgung ein weltweit relevantes Thema ist.


Politik betont rasche Digitalisierung

In der Eröffnungsrede appellierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass es „Lust an der Digitalisierung“ brauche - so wie das Ministerium auch „Lust darauf hat“. Es gelte die Entwicklung der digitalen Gesundheitsversorgung rasch voranzutreiben: „Die Frage ist nicht, ob die Digitalisierung stattfindet, sondern wie sie stattfindet. Es gilt, die Digitalisierung zu gestalten, nicht zu erleiden.“ Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern soll die Dinge im Alltag besser machen. Der richtige Zeitpunkt ist JETZT, zumal die Goldgräberstimmung die richtigen rechtlichen Rahmenbedingungen bekommen muss, so Spahn. Doch es gibt nicht nur ein Digitalisierungsgesetz für alles, sondern jeweils abgestimmt. Hinsichtlich der elektronischen Patientenakte sieht Spahn diese als „Teil des Berliner Flughafens für das Gesundheitswesen“. Und da es fünfzehn Jahre nicht geklappt hat, darf das Ministerium nun auch mal ran und die Mehrheit der gematik übernehmen, erläuterte Spahn. Auch wenn er betonte, dass „das nicht heißt, wir übernehmen den Laden.“

Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit Bundesministerium für Gesundheit
Bildquelle: DMEA

Auch Jens Naumann, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg e.V.) betonte: "Ziel ist es, den fachübergreifenden Austausch zu fördern und somit die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben.“ Die DMEA ist die Fortsetzung einer erfolgreichen Tradition, 2008 eröffnete die conhIT, die aus der damaligen ITeg weiterentwickelt worden war. Naumann erläuterte die inhaltliche Ausweitung und den Wandel hin zur Informations- und Kommunikationsplattform.

Jens Naumann, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e.V.)

Bildquelle: DMEA

Die Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär, forderte in ihrer Keynote auf, mehr Mut beim Thema Digital Health zu haben, denn die großen Chancen, die digitale Anwendungen in der Medizin bieten, müssen genutzt werden, um das Leben aller Menschen zu erleichtern. Hierbei sei der Datenschutz durchaus wichtig, dürfe aber nicht zum Hemmschuh werden.

Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung Bundeskanzleramt

Bildquelle: DMEA

Beim “eHealth Hot Seat“, einem neuen interaktiven Format der DMEA, stellte sich Dr. Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter der Abteilung 5 „Digitalisierung und Innovation“ im Bundesministerium für Gesundheit, verschiedenen Fragen von Patienten, Ärzten und Pflegern sowie Akteuren aus der Wirtschaft und Wissenschaft. Diese ihm unbekannten Fragen wurden direkt aus dem Publikum, durch Twitter sowie per Videobotschaften an ihn gerichtet. Dr. Ludewig kündigte das Digitalisierungsgesetz für das zweite Quartal 2019 an, stellte aber auch heraus, dass vielmehr in jedem Gesetz der Digitalisierungsaspekt mit eingebaut werden solle. Er sprach von „kleinen agilen Schritten“, um dem großen Nachholbedarf in Deutschland gerecht zu werden. Moderator Chris Berger, Referent Politik & Strategische Vernetzung im Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e. V.), zeigte sich sehr zufrieden und freute sich über die „vielen spannenden Fragen und sehr markanten Antworten.“

Dr. Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter der Abteilung 5 „Digitalisierung und Innovation“ Bundesministerium für Gesundheit, stellt sich unbekannten Fragen auf dem "eHealth Hot Seat"

Christian Luft, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hielt im Rahmen der Session „1. Jahr der Medizininformatik-Initiative: Ergebnisse und Perspektiven“ einen Vortrag zum Thema „Forschung und Versorgung vernetzen – die Innovationen schneller zu den Menschen bringen“

DMEA-Pressegespräch


Im DMEA-Pressegespräch, das erstmalig nicht als Frontal-Podiumsdiskussion, sondern eher als eine Art Stuhlkreis auf Polsterwürfeln stattfand, erläuterten Jens Naumann, Vorstandsvorsitzender, Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. und Jens Heithecker, Direktor, Messe Berlin GmbH das neue Konzept und die Highlights der DMEA.

v.li.: Jens Naumann, Vorstandsvorsitzender, Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e. V.); Britta Wolters, Teamleiterin & PR Managerin / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Messe Berlin GmbH; Jens Heithecker, Direktor, Messe Berlin GmbH

Der Wandel vom Branchentreff zur Kommunikationsplattform gelingt durch die vielen neuen interaktive Formate. „Vor 12 Jahren war Digital Health noch ein Nischenbegriff,“ erläutert Naumann. Doch seit ungefähr drei Jahren gäbe es keine Diskussion mehr darüber, ob IT denn Sinn mache, so Naumann weiter. „Eine Plattform lebt vom Erfolg seiner Partner“, zitiert er schließlich den Alibaba-Gründer Jack Ma. Die Frage ist, wie digitale Technologien helfen, die gesundheitliche Pflege effizienter und besser zu machen. Die neu aufgestellte DMEA soll hierfür wichtige Aspekte und Antworten liefern, mit Hilfe eines Mix aus Austausch, Thementracks und Messeführungen. Der Kongress und die Ausstellung spielen – wie zuvor bei der conhIT – eine wichtige Rolle, aber die Integration ist essentiell, führt Naumann aus. Für die Erweiterung der Zielgruppen sollen auch die niedergelassenen Ärzte und medizinische Fachleute angesprochen werden, nicht nur die Industrie und Verwaltung.
Heithecker bekräftigte: „Wir sind weit vorangekommen: Die Frage ist nicht mehr ob wir digitalisieren, sondern wie. Wir sehen, dass digitale Technologien essenziell im Gesundheitssystem geworden sind und das an allen Stellen – beim Patienten, beim Arzt, im Krankenhaus.“
Im zweiten Teil des Eröffnungs-Pressegesprächs zeigte Christoph Schmelter, Mitglied im Vorstand des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg e.V.), auf, wo die Branche aktuell steht und sprach über Chancen und Herausforderungen der Zukunft. Schmelter kritisierte, dass es noch zu viele Papierformate gebe und wir hinsichtlich Intersektoralität noch am Anfang stehen. Hierbei sei die Agenda 2021 als positiv zu bewerten, so Schmelter, muss aber mehr vorangetrieben werden. Die Stakeholder müssen motiviert werden, die Daten zu digitalisieren und dazu müssten Anreizsysteme erschaffen werden. „Die Gesundheits-IT muss gestärkt werden und es muss eine Motivation erzeugt werden“, appellierte Schmelter.

v.li.: Natalie Gladkov, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e.V.); Bernhard Breil, Professor für Gesundheitsinformatik
Hochschule Niederrhein , Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS); Britta Wolters, Teamleiterin & PR Managerin / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Messe Berlin GmbH;Jana Aulenkamp, Doktorandin Ruhr-Universität Bochum;Christoph Schmelter, Vorstand
Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e.V.)

Für Jana Aulenkamp, Doktorandin an der Ruhr-Universität Bochum, ist die Digitalisierung noch „ein schwerer Ast“, zumal diese momentan eher Ärger als Zufriedenheit erzeuge. Aulenkamp gab zu bedenken, dass die personelle Power nicht für die Umsetzung reiche und dass viele Ärzte eben doch noch Vorbehalte hegten. Vieles wird als fachfremd angesehen und muss erst erlernt werden. Für Aulenkamp ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter miteinbezogen werden, so dass die Vorteile der Digitalisierung deutlich werden, z.B. die Früherkennung von Krankheiten durch Künstliche Intelligenz (KI). Bernhard Breil, Professor für Gesundheitsinformatik an der Hochschule Niederrhein, erklärte wie junge Leute angesichts des Fachkräftemangels in der Branche für die Gesundheits-IT gewonnen werden können. Voraussetzung sei neben Interesse, auch der Spaß an Neuem, da die Branche sich ständig ändere, so Breil. Man muss offen sein für neue Themen und Veränderungen und eine gewisse technische Affinität haben. Für Breil betonte, dass alle die Chance haben mitzugestalten.


Gemeinschaftslounge mit dem Bundesverband KH IT


Das Krankenhaus-IT Journal erwies sich durch den geräumigen Gemeinschaftsstand mit dem Bundesverband der KH-IT Leiterinnen/ Leiter e.V. (KH-IT) auch auf der DMEA als Magnet für den fachlichen Austausch mit Experten.

Gemeinschaftsstand KH IT e.v. und Antares Computer Verlag GmbH

Der Antares Computer Verlag stellte wieder die neuesten Publikationen dem Fachpublikum vor, besonders das umfangreiche Werk „Die Geschichte der Health-IT“ stieß auf allgemeines Interesse und bot genügend Gesprächsstoff über den Wandel der Zeit . Bei einer täglichen Verlosung erhielten jeweils 5 glückliche Gewinner ein Exemplar. Geschätzt wurde auch die Gelegenheit, direkt vor Ort mit Vertretern des Bundesverbandes intensive Fachgespräche zu führen oder sich auch einfach umfassend zu informieren. Ebenso wurden mit namhaften Experten Interviews und Gespräche über die aktuellen Themen der Gesundheitswirtschaft geführt (in Kürze hier verfügbar).

v.li.: Reimar Engelhardt, Stellvertretender Vorsitzender KH-IT, Hospital Service & Catering GmbH c/o Stiftung Hospital Zum Heiligen Geist; Anett Müller,DMI GmbH & Co. KG, Münster, Bereichsleitung und Produktmanagement – Fachdienste Medizinische Dokumentation;Helmut Schlegel, Beisitzer KH-IT, Klinikum Nürnberg.

Auf der DMEA wurde ein Kooperationsvertrag zwischen dem Bundesverband der Krankenhaus- IT-Leiterinnen/Leiter e.V. (KH-IT) und dem Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin e.V. (DVMD) geschlossen. Dieser 1972 gegründete Fachverband ist die Interessenvertretung für alle Berufsgruppen in der Dokumentation und im Informationsmanagement in der Medizin.

Entscheiderfabrik auf der DMEA

Die Entscheiderfabrik hat seit 2006 das Ziel, die Krankenhaus-Entscheider an die Chancen der digitalen Transformation heranzuführen. Dieses Ziel wird unterstützt von 34 Verbänden, über 800 Betriebsstätten von Kliniken, über 130 Industrie-Unternehmen und von den Verbänden gewählten Beratungshäusern.

v.li.: S. Wieser, F. Obermayer, J. Rexin, Dr. A. Zimolong, A. Holthaus, S. Saboor, H. Zehrer, M. Kuper, Dr. P.-M. Meier, C. Weiergräber, L. Zwack, M. Eusterholz und L. Motzo - Ergebnisse der 5 Digitalisierungsthemen 2018
Bildquelle: Entscheiderfabrik

Auf der DMEA bestimmte die Entscheiderfabrik das Messegeschehen mit und informierte die Besucher auf verschiedenen Veranstaltungen und Sessions. Am Vortag zur DMEA richtete die Entscheiderfabrik zusammen mit den BVMI e.V. das Satellitensymposium aus. Das Motto dieser Veranstaltung lautete: „Informations-Management in Zeiten digitaler Transformation - der Hype um digitale medizinische Angebote“. Die Vorträge der einzelnen Referenten setzten sich mit der Frage auseinander, wie sich Wege für neue Geschäfts- und Versorgungsmodelle eröffnen und wie die Gesundheitsdienstleister mit den Akten und GesundheitsApps der Krankenkassen umgehen. Auch die Frage wie sich das IT-Management im Kontext mit diesen neuen Herausforderungen gestaltet, wurde eingehend erörtert. Am zweiten Messetag wurden die Digitalisierungsthemen der Gesundheitswirtschaft 2018 vorgestellt und die bisherigen Ergebnisse erläutert. Am Abend veranstaltete die Entscheiderfabrik ein Come Together am Stand der Firma Magrathea Informatik, die mit Gerd Dreske den Feedbackgeber des neuen Zyklus stellt. Der Abend erwies sich als unterhaltsames Event mit vielen originellen Ideen. Am dritten und letzten Messetag wurde es mittags wieder international mit der Veranstaltung „Why invest in the German Health IT Market?“, bei der unter Leitung von Dr. Marcus Schmidt, Director Chemicals & Healthcare, GTAI, sowie Dr. Pierre-Michael Meier, Sprecher fördernde Verbände & Geschäftsführer, über den Eintritt in den deutschen Healthcare-IT Markt diskutiert wurde.

Messe, Kongress, Akademie, Workshops und Networking

Das Gesamtprogramm der DMEA war so vielfältig und umfangreich, die übersichtliche DMEA-App bot dabei eine gute Möglichkeit zur besseren Planung. Der interessierte Besucher konnte unter spannenden Veranstaltungen wählen und durch zeitliche Überschneidungen wurde die Wahl nicht immer ganz einfach gemacht.

v.li.: Dr. Ralf Brandner, Vorstand, InterComponentWare AG (ICW); Prof. Dr. Paul Schmücker, Vertreter, Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS); Prof. Dr. Wolfgang Giere, Emeritus, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Um die viel diskutierte Patientenakte ging es beim Workshop „50 Jahre Elektronische Patientenakte“, moderiert von Prof. Dr. Paul Schmücker, Vertreter, Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS). Als Referent konnte der Pionier der Patientenakte, Prof. Dr. Wolfgang Giere, Emeritus, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, mit seinem fundierten Wissen aus erster Hand über die Anfänge der elektronischen Arztbrief- und Befundberichtschreibung sowie der Elektronischen Patientenakten den Zuhörern berichten. Dr. Ralf Brandner, Vorstand, InterComponentWare AG (ICW), erläuterte die Frage, ob die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens wesentlich weiter wäre, wenn die früheren Konzepte und Lösungen weiterentwickelt worden wären.

DMEA als Erfolgskonzept

Die neue DMEA hat die Feuertaufe durchaus mit Bravour bestanden. Auch wenn es noch den einen oder anderen Aspekt zu verfeinern gilt, so hat der Wandel vom Branchentreff hin zur Kommunikationsplattform funktioniert. Die neuen interaktiven Formate wurden vom Publikum begrüßt und als integrierte Gesamtveranstaltung mit Messe, Kongress, Akademie und Networking, hat die DMEA den Akteuren des Gesundheitswesens vielfältige Möglichkeiten geboten, sich umfassend über aktuelle Entwicklungen und die neuesten Produkte der digitalen Versorgung zu informieren. Der Veranstalter der DMEA, der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e.V), und auch der Organisator, Messe Berlin, zeigten sich zum Abschluss der Veranstaltung zufrieden und auch erleichtert, dass der Übergang von conhIT zur DMEA erfolgreich verlief.
Auch wenn der Begriff DMEA laut des Organisators keine Abkürzung, sondern ein Eigenname sein soll, der Raum für eigene Interpretation lässt, hat sich die allgemeine Definition durchgesetzt:
"Digital Medical Expertise & Applications“.

Die DMEA 2020 findet vom 21.-23.4.2020 statt.

von Dagmar Finlayson

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