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Veröffentlicht: 19.08.2019


KH-IT-Herbsttagung 2019: Umdenken beim Geschäftsmodell „Krankenhaus“

Kosten senken, Effizienzen schaffen, ethisch handeln

Zur Herbsttagung des Bundesverbandes KH-IT e.V. am 18. und 19. 9. 2019 treffen sich IT-Leiter und -Leiterinnen beim Gastgeber Universitätsklinikum Erlangen. Konzepte, Projekte und Lösungen für „Intelligenz im Raum“ und „Intelligenz in der Software“ stehen auf dem Programm. Wie KI und Digitalisierung den Krankenhausalltag verändern und einen neuen Umgang mit Digitaler Ethik fordern, ist Thema von Referent Dr. Nhiem Lu. Der Vertretungsprofessor Informatik, Digitalisierung, Fachhochschule Dortmund, Geschäftsführender Gesellschafter DeVisIT Consulting & Solutions GmbH, meint: Digitalisierung verlangt ein Umdenken beim Geschäftsmodell „Krankenhaus“.

Dr. Nhiem Lu, Vertretungsprofessor Informatik, Digitalisierung, Fachhochschule Dortmund
Geschäftsführender Gesellschafter DeVisIT Consulting & Solutions GmbH

Wie werden Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung das Krankenhaus für Kliniker und Patienten verändern?

Nhiem Lu: Die Digitalisierung steht in den Krankenhäusern immer noch in den Anfängen und das wahre Potential der Digitalen Transformation ist noch lange nicht ausgeschöpft, wie auch Studien von McKinsey und Roland Berger aus 2018 bestätigen. Die Anwendungsfelder von Digitalisierung und KI sind im Krankenhausumfeld, sehr groß seien es papierlose Daten, Diagnose- und Entscheidungsunterstützung, Prozessautomatisierung, Patienten-Selbstbehandlung oder Patienten-Self-Service. Zur Digitalisierung gehört jedoch ein Umdenken beim Geschäftsmodell dazu. Dies gilt auch für Krankenhäuser, um zukünftig bestehen zu können, Kosten zu senken und Effizienzen zu schaffen. KI und Digitalisierung werden den Krankenhausalltag genauso verändern, wie sie es in vielen anderen Bereichen unseres Lebens schon tun. Kliniker und Patienten werden neue Möglichkeiten der Behandlung erleben, und Daten rücken hierbei immer mehr in den Vordergrund, vor allem, wie wir mit den Daten auf ethische Weise verfahren. Dies bedeutet auch ein Umdenken von Klinikern und Patienten im Umgang mit Technologien.


Welche Strukturen, Technologien und Prozesse werden das Krankenhaus der Zukunft charakterisieren?

Nhiem Lu: Agile Arbeitsmethode und New Work-Konzepte finden immer mehr Einzug in Unternehmen. Auch im Krankenhaus der Zukunft werden diese Konzepte vorhanden sein. Kliniker können standortunabhängig ihre Arbeit dank Technologieeinsatz ausführen, zudem wird sich die Zusammenarbeit mit verschiedenen Krankenhäusern verstärken, besonders wenn ein einheitlicher Datenaustausch zwischen diesen ohne große Probleme möglich ist. Im Rahmen der Prozesse werden viele administrative Prozesse digitalisiert und automatisiert, um die händischen und papierlastigen Prozesse zu eliminieren. Dadurch können sich klinische und pflegerische Mitarbeiter auf die wesentlichen Tätigkeiten ihrer Arbeit konzentrieren. Der Einsatz von Internet of Things wird eine wichtige Rolle spielen. Wir werden von Smart Hospitals sprechen, die durch Technologie und clevere Workflows den Patienten eine umfassendere Behandlung und angenehmeren Aufenthalt ermöglichen werden. KI kann medizinische Vorhersagen für Kliniker und Patienten treffen, wobei wir uns daran gewöhnen müssen, mehr KI-unterstützende Technologien - Kameras, Sensoren, Mikrofone u.a. - in Krankenhäusern vorzufinden.


Welche Bedeutung hat Ethik bei KI und Digitalisierung für Kliniker und Patienten?

Nhiem Lu: Die digitale Ethik umfasst die Wertesysteme und moralischen Prinzipien für die Durchführung elektronischer Interaktionen zwischen Menschen, Organisationen und Dingen. Im Zusammenhang von KI und Digitalisierung bedeutet es, dass Mitarbeiter und Patienten dafür sensibilisiert werden müssen, wie man mit Daten umgeht und vor allem, was mit den Daten gemacht wird. Insbesondere in dem sensiblen Umfeld eines Krankenhauses ist es für alle Beteiligten wichtig, ein sicheres Gefühl über den Umgang mit den gesammelten Daten mit Blick auf Ethik zu besitzen. Zudem erhält die Frage erhöhte Bedeutung, wem welche Daten gehören, die in einem Krankenhausumfeld gesammelt werden. Für Krankenhäuser stellen sich im Zusammenhang mit neuen Geschäftsmodellen ethische und rechtliche Fragen: Wie könnten sie von Daten, die sie sammeln, profitieren und diese z. B. anonymisiert an Dritte weiterverkaufen?

Die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung und KI führen somit dazu, dass wir uns mit einer Vielzahl von Themen im Bereich der Digitalen Ethik beschäftigen müssen. Unternehmen und Organisationen, die dies frühzeitig bemerken und aktiv mit den Kunden und Patienten darüber sprechen, werden in Zukunft langfristig Erfolg und Nachhaltigkeit finden, da sie die notwendige Transparenz darüber schaffen, was mit den Daten wirklich passiert.


Aus der Praxis für die Praxis

Der Bundesverband veranstaltet jährlich zwei Tagungen für seine Mitglieder, eine Frühjahrstagung und eine Herbsttagung im September. Das Motto der Konzepte, Projekte und Lösungen lautet dabei: Aus der Praxis für die Praxis. Ausgewählte Industrieaussteller haben dabei die Gelegenheit, sie zum Wissenstransfer für Anwender zu begleiten.

Agenda-Verantwortliche der Herbsttagung 2019 sind Dietmar Zelinski und Andreas Lockau (dietmar.zelinski@kh-it.de, andreas.lockau@kh-it.de). Günter Gartner zeichnet für die Tagungsorganisation verantwortlich (gartner@kh-it.de).

www.kh-it.de

Anmeldung: https://www.kh-it.de/tagungen.html



Andreas Lockau, Vorstand KH-IT


Dietmar Zelinski, Mitglied KH-IT


Günter Gartner, Leiter des Veranstaltungsservice KH-IT

Blick auf Themen und Referenten

Intelligenz im Raum

Wie KI und Digitalisierung den Krankenhausalltag verändern und einen neuen Umgang mit Digitaler Ethik fordern
Dr. Nhiem Lu, Fachhochschule Dortmund, Geschäftsführender Gesellschafter
DeVisIT Consulting & Solutions GmbH

Elderly Care / Malteser Care Realität und Potential
Uta Knöchel, CTO, SoCura; Bernd Falk, Bereichsleiter, Malteser Service Center

Sprachsteuerung kann mehr als nur das Wetter
Jan Schumann, Gründer Hospimatix
Florian Bechtel, Gesundheits- und Krankenpfleger

Digitalisierung im Neubau – Innovationsmanagement und strategische Planung
Bernd Behrend, Leitung IT-Strategie Neubau Universitätsmedizin Göttingen
Alexander Koch, Hospitaltechnik GmbH

Abendveranstaltung

Intelligenz in der Software

Der Weg vom Status Quo zur intelligenten Unterstützung der AnwenderInnen

Martin Schneider, Geschäftsführer MIK Erlangen

Data with Benefits
Armin de Greiff, techn.
Direktor Zentrale IT, Universitätsklinikum Essen

Der Untergang des Radiologen!? – Wenn Radiologie auf Künstliche Intelligenz trifft.
Dr. Thomas Görlitz, Oberarzt in der Radiologe
SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen

KI in der Onkologie – Erfahrungen aus einem Pilotprojekt bei der Sana
Michael Rosenstock, Leiter SANA Digital, München

KH-IT Insider News

Chaos Telematikinfrastrukur
Prof. Dr. Martin Staemmler, Beirat KH-IT e.V.

Stand zu „UPKritis & DVG“
Thorsten Schütz und Lars Forchheim, KH-IT e.V.

Umfrage zum "Krankenhaus der Zukunft"
Julian Schiele, Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management,
Universitäres Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg

Einsatz des humanoiden Roboters Pepper für die Patientenaufklärung im GEWES

Nina Rieger Projektleiterin und Pascal Dikmans Senior Sales Manager, CleverGuides GmbH Karlsruhe

Wird die IT arbeitslos? „Automatisierung und Einsatz von Bots in der IT“
Andreas Büscher, Sales Director DAMAVO Health Care

MDR – Medizinprodukte-Verordnung 2019: Was geht das die IT an?
Ulrich Wieland, Beirat KH-IT e.V.

Ausblick auf die Frühjahrstagung 2020
Reimar Engelhardt, Vorstand KH-IT e.V.
Prof. Martin Staemmler, Beirat KH-IT e.V.


von Wolf-Dietrich Lorenz

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