NEUERSCHEINUNG
Druckfrisch erschienen -
jetzt sofort bestellen
Aktuelle News
Weitere News
Vor-Ort-Reportagen
Service
RSS-Feed Aktuelle News
Multimedia
 
  







Veröffentlicht: 26.08.2019


KH-IT-Herbsttagung 2019: Digitale Transformation erfordert Veränderungswillen

Zu Topics gehören Standardisierung, Automatisierung und Umdenken der Nutzer

Zur Herbsttagung des Bundesverbandes KH-IT e.V. am 18. und 19. 9. 2019 treffen sich IT-Leiter und -Leiterinnen beim Gastgeber Universitätsklinikum Erlangen. Konzepte, Projekte und Lösungen für „Intelligenz im Raum“ und „Intelligenz in der Software“ stehen auf dem Programm. Digitalisierung ist mehr als nur die Umstellung von Dokumenten und Prozessen auf IT-Systeme. Dazu zeigt Armin de Greiff daher „Data with Benefits“ auf. Dabei benennt der Technische Direktor Zentrale IT, Universitätsklinikum Essen (AöR), wichtigste Herausforderungen für Kliniken.

Dipl. Phys. Armin de Greiff, Technischer Direktor Zentrale IT, Universitätsklinikum Essen (AöR), ZIT - Zentrale Informationstechnik, Essen

Welche Strukturen, Technologien und Prozesse werden das Krankenhaus der Zukunft charakterisieren?

Armin de Greiff: Das Krankenhaus der Zukunft wird vom aktiv partizipierenden bis steuernden Patienten bestimmt sein, daher gewinnt Personalisierung und Patientenzentrierung immer mehr Bedeutung; zu Smart Hospital kommt Smart Hospitality. Der Patient wird auch der sein, der gar nicht mehr über Digitalisierung spricht, da seine Welt bereits digital ist. Das beginnt bereits mit dem Onboarding; er kommt mit einer persönlichen digitalen Akte und wird Medienbrüche nicht tolerieren.

Welches sind die wichtigsten Herausforderungen für Kliniken? Warum tun sich die Krankenhäuser mit der digitalen Transformation und dem Nutzen so schwer?

Armin de Greiff: Digitalisierung ist dort besonders erfolgreich, wo Standardisierung und Automatisierung bereits den Weg bereitet haben. Gerade die personalisierte und spezialisierte Medizin steht unter Umständen im Widerspruch zur Automatisierung. Die Festlegung und Durchsetzung von Standards, wie z.B. der Telematik-Infrastruktur ist den Kinderschuhen immer noch nicht entwachsen. Gleichzeitig sind die Umsetzungsverantwortlichen im Krankenhaus eher nicht die Profiteure der Digitalisierung; ein monetärer Ausgleich oder gar eine Incentivierung finden nicht statt.

In welche Richtung sollten Medizintechnik und IT das Change Management bei Organisationsstruktur, Technik und Management vorantreiben?

Armin de Greiff: Eine Medizintechnik ohne IT existiert, spätestens bei Beachtung der Medical Device Regulation und der KRITIS, faktisch nicht mehr. Informations-, Medizin- und Kommunikationstechnik müssen gemeinsam mit dem Management ein strategisches Netzwerk bilden; Inseldenken ist innovationsfeindlich. Eine strenge Trennung der Bereiche und rein hierarchische Führungsstrukturen haben sich überlebt.

Für die Mitarbeiter bedeutet der stetige Wandel eine große Bereitschaft zur Veränderung –auch zu Prozessveränderung. Die Digitalisierung erfordert eine breite Digitalkompetenz, die in den seltensten Fällen zur Ausbildung von Ärzten, Pflegern oder Verwaltungskräften gehört. Die digitale Transformation muss daher von einem breiten Spektrum an Fort- und Weiterbildungen unterstützt werden.

Welchen Mehrwert kann Big Data für Patientenversorgung sowie für Aufgaben klinischer Experten bringen? Wie sollten sich Kliniken für den Einsatz von Big Data rüsten?

Armin de Greiff: Nutzung und Nutzen von Big Data wird in mehreren Phasen entstehen, zunächst in der Forschung in großen Einrichtungen und Zentren, später für den individuellen Patienten. Auch wenn Onkologie und personalisierte Therapie häufig im Vordergrund stehen, spielen ebenso chronische Erkrankungen und Prävention eine große Rolle. Damit auch kleinere Häuser die Herausforderungen meistern können, ist es wichtig, so früh wie möglich mit der Standardisierung der Dokumentation und der Schnittstellen zu beginnen, denn nur dann werden sie von neuen Diensten profitieren können. App auf Rezept oder ‚Analytics as a Service‘ (AaaS) sind neue Geschäftsmodelle, die standardisierte Schnittstellen und strukturierte Daten erfordern.

Was möchten Sie an Ihre Kollegen aus der Krankenhaus-IT mitgeben?

Armin de Greiff: Die Botschaft: Digitalisierung braucht mehr als Infrastruktur und Software; es braucht den Willen der Stakeholder und eine breite Unterstützung der Mitarbeiter.

Aus der Praxis für die Praxis

Der Bundesverband veranstaltet jährlich zwei Tagungen für seine Mitglieder, eine Frühjahrstagung und eine Herbsttagung im September. Das Motto der Konzepte, Projekte und Lösungen lautet dabei: Aus der Praxis für die Praxis. Ausgewählte Industrieaussteller haben dabei die Gelegenheit, sie zum Wissenstransfer für Anwender zu begleiten.

Agenda-Verantwortliche der Herbsttagung 2019 sind Dietmar Zelinski und Andreas Lockau (dietmar.zelinski@kh-it.de, andreas.lockau@kh-it.de). Günter Gartner zeichnet für die Tagungsorganisation verantwortlich (gartner@kh-it.de).

www.kh-it.de

Anmeldung: https://www.kh-it.de/tagungen.html



Andreas Lockau, Vorstand KH-IT


Dietmar Zelinski, Mitglied KH-IT


Günter Gartner, Leiter des Veranstaltungsservice KH-IT

Blick auf Themen und Referenten


Wie KI und Digitalisierung den Krankenhausalltag verändern und einen neuen Umgang mit Digitaler Ethik fordern

Dr. Nhiem Lu, Fachhochschule Dortmund
Geschäftsführender Gesellschafter
DeVisIT Consulting & Solutions GmbH

Elderly Care / Malteser Care Realität und Potential

Uta Knöchel, CTO, SoCura; Bernd Falk, Bereichsleiter, Malteser Service Center

Sprachsteuerung kann mehr als nur das Wetter

Jan Schumann, Gründer Hospimatix
Florian Bechtel, Gesundheits- und Krankenpfleger

Digitalisierung im Neubau – Innovationsmanagement und strategische Planung

Bernd Behrend, Leitung IT-Strategie Neubau Universitätsmedizin Göttingen
Alexander Koch, Hospitaltechnik GmbH

Gastgebervortrag: Der Weg vom Status Quo zur intelligenten Unterstützung der AnwenderInnen

Herr Schneider, Geschäftsführer MIK Erlangen, Universitätsklinikum Erlangen

Data with Benefits

Armin de Greiff, techn Direktor Zentrale IT, Universitätsklinikum Essen

Der Untergang des Radiologen!? – Wenn Radiologie auf Künstliche Intelligenz trifft

Dr. Thomas Görlitz, Oberarzt in der Radiologe
SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen

KI in der Onkologie – Erfahrungen aus einem Pilotprojekt bei der Sana

Michael Rosenstock, Leiter SANA Digital, München

KH-IT Insider News

Chaos Telematikinfrastrukur

Prof. Dr. Martin Staemmler, Beirat KH-IT e.V.

Stand zu „UPKritis & DVG“

Thorsten Schütz und Lars Forchheim, KH-IT e.V.

"Krankenhaus der Zukunft" – Ergebnisse einer Umfrage

Julian Schiele, Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management,
Universitäres Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg

Einsatz des humanoiden Roboters Pepper für die Patientenaufklärung im GEWES Nina Rieger Projektleiterin und Pascal Dikmans Senior Sales Manager, CleverGuides GmbH Karlsruhe

Wird die IT arbeitslos? „Automatisierung und Einsatz in der IT“

Andreas Büscher, Sales Director DAMAVO Health Care

MDR – Medizinprodukte-Verordnung 2019: Was geht das die IT an?

Ulrich Wieland, Beirat KH-IT e.V.

Ausblick auf die Frühjahrstagung 2020

Reimar Engelhardt, Vorstand KH-IT e.V.
Prof. Martin Staemmler, Beirat KH-IT e.V.


von Wolf-Dietrich Lorenz

Drucker geeignete Seite Sende diesen Artikel einem Freund


Aktuelle Ausgabe


Diese Webseite verwendet Cookies. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.