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Veröffentlicht: 29.08.2019


KH-IT-Herbsttagung 2019: Framework zum Krankenhaus der Zukunft

IT-Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte, ganzheitliche Strategie

Zur Herbsttagung des Bundesverbandes KH-IT e.V. am 18. und 19. 9. 2019 treffen sich IT-Leiter und -Leiterinnen beim Gastgeber Universitätsklinikum Erlangen. Konzepte, Projekte und Lösungen für „Intelligenz im Raum“ und „Intelligenz in der Software“ stehen auf dem Programm. Ergebnisse einer Umfrage zum „Krankenhaus der Zukunft” zeigen die Richtung vorwärts. Referent Julian Schiele, Lehrstuhl für HealthcareOperations/ HealthInformation Management Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Augsburg, stellt Kernpunkte im Interview vor.

Julian Schiele, Lehrstuhl für HealthcareOperations/HealthInformation Management Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Augsburg

Welchem Wandel sind die deutschen Krankenhäuser ausgesetzt? Was ist unter dem Konzept Krankenhaus der Zukunft zu verstehen?

Unser Gesundheitssystem und insbesondere die Krankenhäuser stehen gesellschaftlichen, organisatorischen, medizinischen und finanziellen Herausforderungen gegenüber und müssen sich stetig den veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Neben dem demographischen Wandel und der damit verbundenen Multimorbidität zählen hierzu steigende Anforderungen an Qualität und Dokumentation, Ambulantisierung und Patientenerwartungen. Verschärft wird die Situation durch enormen Kostendruck und akuten Fachkräftemangel. Inspiriert vom Konzept Industrie 4.0 können technische Innovationen auch im Krankenhaus einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen leisten. Prozesse und Strukturen im Krankenhaus der Zukunft werden automatisiert, digitalisiert, integriert und vernetzt sein und Entscheidungen werden dezentralisiert und autonom getroffen. Da hierbei jedoch nicht ein Produktionsprozess, sondern ein Diagnose- und Therapieprozess im Mittelpunkt steht, wird die menschliche Kommunikation unerlässlich bleiben, die Innovationen vorrangig Supportprozesse wie beispielsweise die Wäscheversorgung betreffen und zumeist als Unterstützung – nicht als Ersatz – dienen. Das Krankenhaus der Zukunft wird sich durch höhere Versorgungssicherheit, bessere Behandlungsqualität, höhere Effizienz, geringere Kosten, höhere Planbarkeit und Zufriedenheit auszeichnen.

Welche Krankenhäuser und Personengruppen liegen der Umfrage zugrunde? Wo steht die Mehrzahl der Kliniken heute und was sind die wichtigsten Herausforderungen?

Das UNIKA-T hat eine Studie durchgeführt, um eine Vision für das Krankenhaus der Zukunft im Jahr 2040 zu erarbeiten. Die Erkenntnisse basieren auf einer Umfrage mit über 260 Teilnehmern aus unterschiedlichen Kliniken, vorwiegend in öffentlicher Trägerschaft (65%), Maximalversorger (58%), mit mehr als 1500 Betten (30%) und in Deutschland (95%). Bei den Teilnehmern handelt es sich zu je einem Drittel um Mediziner/innen, Manager/innen und IT-Fachkräfte. Der aktuelle Stand des Krankenhauses der Zukunft unterscheidet sich stark zwischen den einzelnen Kliniken, jedoch zeichnet sich überall ein großer Nachholbedarf ab. In einem durchschnittlichen Krankenhaus werden heutzutage 33% der Prozesse manuell, 53% IT-unterstützt (z.B. Excel) und 15% automatisiert durchgeführt. Die Umfrage offenbart große Ambitionen für die Zukunft: 93% der Teilnehmer sehen Vorteile und 85% planen eine zeitnahe Umsetzung des Konzepts, davon 40% bereits innerhalb der nächsten 12 Monate. Vielerorts wurden bereits erste Use Cases realisiert: zumeist die digitale Patientenakte, OP-Roboter und automatische Bilderkennungsverfahren. Als Herausforderungen werden der Fachkräftemangel, Überstunden, Finanzierungsprobleme und bürokratische Hürden gesehen.

Welche innovativen Anwendungsfälle charakterisieren das Krankenhaus der Zukunft? Was sind die wichtigsten Voraussetzungen zur erfolgreichen Umsetzung des Konzepts?

Die Use Cases im Krankenhaus der Zukunft führen zu einer Verbesserung hinsichtlich Struktur, Digitalisierung oder Prozessen. Autonomer Patiententransport und modulares Gebäude-Design sind Beispiele für strukturelle Use Cases. Zur Digitalisierung zählen die digitale Patientenakte, automatische Materialerfassung, Ortung von Objekten, Telemedizin, smarte Medizintechnik-Produkte, 3D-Druck und Augmented Reality. Value-based Healthcare und Integration inner- sowie außerhalb der Klinik verbessern die Prozesse. Die höchste Relevanz werden der digitalen Patientenakte, Unterstützungs-Tools für die OP-Planung und Großdaten-Analysen, z.B. Predictive Maintenance, beigemessen. Die höchste Reife weisen Use Cases wie die digitale Patientenakte, Methoden zur kontinuierlichen Verbesserung, zentrale Steuerung der OP-Säle sowie nachhaltiger Betrieb auf. Damit die Vision Realität werden kann, müssen insbesondere drei Voraussetzungen gegeben sein: IT Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte und eine ganzheitliche Strategie. In unserer Studie präsentieren wir ein Framework, mit welchem sich Kliniken selbst einschätzen und die nächsten Schritte systematisch angehen können.

UNIKA-T im Profil

Das Universitäre Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg (UNIKA-T) ist ein vom Universitätsklinikum Augsburg, der Universität Augsburg, der Technischen Universität München und der Ludwig-Maximilians-Universität München gemeinsam getragener Forschungsverbund mit Sitz in Augsburg. Der Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management von Prof. Jens O. Brunner befasst sich schwerpunktmäßig mit der Planung und Analyse von strategischen und operativen Dienstleistungsprozessen im Gesundheitssektor, vor allem in Krankenhäusern.

Aus der Praxis für die Praxis

Der Bundesverband veranstaltet jährlich zwei Tagungen für seine Mitglieder, eine Frühjahrstagung und eine Herbsttagung im September. Das Motto der Konzepte, Projekte und Lösungen lautet dabei: Aus der Praxis für die Praxis. Ausgewählte Industrieaussteller haben dabei die Gelegenheit, sie zum Wissenstransfer für Anwender zu begleiten.

Agenda-Verantwortliche der Herbsttagung 2019 sind Dietmar Zelinski und Andreas Lockau (dietmar.zelinski@kh-it.de, andreas.lockau@kh-it.de). Günter Gartner zeichnet für die Tagungsorganisation verantwortlich (gartner@kh-it.de).

www.kh-it.de

Anmeldung: https://www.kh-it.de/tagungen.html



Andreas Lockau, Vorstand KH-IT


Dietmar Zelinski, Mitglied KH-IT


Günter Gartner, Leiter des Veranstaltungsservice KH-IT

Blick auf Themen und Referenten


Wie KI und Digitalisierung den Krankenhausalltag verändern und einen neuen Umgang mit Digitaler Ethik fordern

Dr. Nhiem Lu, Fachhochschule Dortmund
Geschäftsführender Gesellschafter
DeVisIT Consulting & Solutions GmbH

Elderly Care / Malteser Care Realität und Potential

Uta Knöchel, CTO, SoCura; Bernd Falk, Bereichsleiter, Malteser Service Center

Sprachsteuerung kann mehr als nur das Wetter

Jan Schumann, Gründer Hospimatix
Florian Bechtel, Gesundheits- und Krankenpfleger

Digitalisierung im Neubau – Innovationsmanagement und strategische Planung

Bernd Behrend, Leitung IT-Strategie Neubau Universitätsmedizin Göttingen
Alexander Koch, Hospitaltechnik GmbH

Gastgebervortrag: Der Weg vom Status Quo zur intelligenten Unterstützung der AnwenderInnen

Herr Schneider, Geschäftsführer MIK Erlangen, Universitätsklinikum Erlangen

Data with Benefits

Armin de Greiff, techn Direktor Zentrale IT, Universitätsklinikum Essen

Der Untergang des Radiologen!? – Wenn Radiologie auf Künstliche Intelligenz trifft

Dr. Thomas Görlitz, Oberarzt in der Radiologe
SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen

KI in der Onkologie – Erfahrungen aus einem Pilotprojekt bei der Sana

Michael Rosenstock, Leiter SANA Digital, München

KH-IT Insider News

Chaos Telematikinfrastrukur

Prof. Dr. Martin Staemmler, Beirat KH-IT e.V.

Stand zu „UPKritis & DVG“

Thorsten Schütz und Lars Forchheim, KH-IT e.V.

"Krankenhaus der Zukunft" – Ergebnisse einer Umfrage

Julian Schiele, Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management,
Universitäres Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg

Einsatz des humanoiden Roboters Pepper für die Patientenaufklärung im GEWES Nina Rieger Projektleiterin und Pascal Dikmans Senior Sales Manager, CleverGuides GmbH Karlsruhe

Wird die IT arbeitslos? „Automatisierung und Einsatz in der IT“

Andreas Büscher, Sales Director DAMAVO Health Care

MDR – Medizinprodukte-Verordnung 2019: Was geht das die IT an?

Ulrich Wieland, Beirat KH-IT e.V.

Ausblick auf die Frühjahrstagung 2020

Reimar Engelhardt, Vorstand KH-IT e.V.
Prof. Martin Staemmler, Beirat KH-IT e.V.


von Wolf-Dietrich Lorenz


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