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Veröffentlicht: 09.09.2019


KH-IT-Herbsttagung 2019: Starke
Ideen für Digitalisierung im Neubau

Digitalisierungs-Strategie von IT, Architektur
und Gebäudeplaner


Zur Herbsttagung des Bundesverbandes KH-IT e.V. am 18. und 19. 9. 2019 treffen sich IT-Leiter und -Leiterinnen beim Gastgeber Universitätsklinikum Erlangen. Konzepte, Projekte und Lösungen für „Intelligenz im Raum“ und „Intelligenz in der Software“ stehen auf dem Programm. Wie Digitalisierung im Neubau das Innovationsmanagement und die strategische Planung einbezieht, stellt Referent Bernd Behrend vor, Universitätsmedizin Göttingen UMG, Leitung IT-Strategie Neubau Klinikum. Die Akteure können leicht an ihre Grenzen stoßen. Merke: Auf Basis einer früh erarbeiteten Digitalisierungs-Strategie sollten IT, Architektur und die Planer der technischen Gebäudeausstattung eng zusammenarbeiten.


Bernd Behrend, Universitätsmedizin Göttingen UMG, Leitung IT-Strategie Neubau Klinikum

Versorgungsmodelle der Zukunft wollen Prävention, ambulante und stationäre medizinische Behandlung, Rehabilitation, Gesundheitsförderung als Eckpfeiler aufstellen. Wie lässt sich ein solches Konzept zusammen mit einem Klinikneubau umzusetzen?

Bernd Behrend: Primär dient der Klinik-Neubau dem genannten Eckpfeiler der medizinischen Behandlung. Dort sollen innovative Technologien zur Unterstützung der ambulanten und stationären Behandlungsprozesse eingesetzt werden.
Zu der vorgelagerten Prävention, der nachgelagerten Rehabilitation und der generellen Gesundheitsförderung sind eher folgende Fragen maßgebend: Welche Dienstleistungen möchte eine Klinik hierzu anbieten und wie kann Digitalisierung dabei unterstützen?
Mit einem Klinikneubau eröffnet sich die Chance, Leistungsangebote und Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und neue Potenziale für eine Digitalisierungsstrategie auszuloten.
Mit neuen Anwendungen und Apps lassen sich Versorgungsangebote im Sinne einer umfassenden Betreuung der Patienten ausbauen und deren Realisierung mit dem Neubau verknüpfen. Dafür bietet das Zusammenspiel mit anderen Eckpfeilern der Gesundheitsversorgung neue Perspektiven:
Wie muss eine Patientenaufnahme in Zukunft gestaltet werden, wenn Patienten sich bereits über das Internet eingecheckt haben? Wie erfolgt die Erstdiagnostik, wenn der Patient selbst mit „Wearables“ erhobene Gesundheitsdaten mitbringt? Lassen sich neue digital gestützte Rehabilitationsmethoden bereits in den stationären Aufenthalt einbeziehen?
Wenn die Potenziale der Digitalisierung von Anbeginn an in die Planung eines Klinik-Neubaus im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung einbezogen werden, eröffnet das neue Möglichkeiten und Perspektiven für die Raumplanung und vermeidet teure Nachbesserungen.

Wo begegnen und beeinflussen sich bei einem Klinikneubau Innovationsmanagement und strategische Planung?


Bernd Behrend: Ein Neubau ist immer ein Projekt, bei dem zum einen alle Prozesse und die Betriebsorganisation hinterfragt werden und zum anderen viele neue Ideen zur Optimierung von Abläufen und zum Einsatz neuer Technologien diskutiert werden. Bei den meisten dieser Ideen und Optimierungen spielt die Digitalisierung heute eine dominierende Rolle. Hier ist die IT sowohl als Gestalter und Ermöglicher dieser Optimierungen gefragt als auch als kreativer Partner, der Potenziale durch Digitalisierung aufzeigt und bewertet. Durch ein strukturiertes Innovationsmanagement kann dann aus der Menge der Ideen das sinnvolle und machbare herausgefiltert werden. Die priorisierten Innovationsprojekte müssen dann ebenso in die strategische Planung eingeordnet werden, wie die konsequente Weiterentwicklung der bestehenden IT, um den neuen Anforderungen des Neubaus gerecht zu werden.
Im Rahmen der gravierenden Veränderungen, die mit der Digitalen Transformation auf uns zukommen, sind zwar nicht alle Entwicklungen absehbar, jedoch sollten generelle Grundlinien, die mit Innovationen einhergehen, möglichst gut berücksichtigt werden. Möchte man das papierlose Klinikum, benötigt man weniger Archiv-Flächen jedoch mehr IT-Equipment. Möchte man Mobility, braucht man eine WLAN-Ausstattung. Möchte man gar eine zuverlässige mobile Kommunikation wie VoWLAN (Voice over WLAN), benötigt man eine wesentlich performantere WLAN-Ausstattung. Alternativ dazu kann es sinnvoll sein, statt in die nächste WiFi-Generation 6 (IEEE 802.11ax-Standard) auf die nächste Mobilfunkgeneration 5G zu setzen. Dazu bedarf es strategischer Weichenstellungen, nachdem die Potenziale konkurrierender Technologien abgewogen wurden. Je nachdem, für welche Innovation man sich entscheidet, benötigt man unterschiedliche Infrastrukturen, die bereits bei der Gebäudestruktur und Verkabelung beginnen.

Welche Schnittstellen zwischen Architektur und IT sind beim Klinikneubau vorhanden und als Nahtstellen zu optimieren? Wie sind kurze Kommunikationswege und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit oder auch der Behandlungsprozess zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu vereinfachen und zu beschleunigen?

Bernd Behrend: Zunächst muss sich die IT auf die Architektur einstellen, aber auch die Architektur auf die IT. Für beide ist die Zusammenarbeit in einem solchen Planungsprozess heute noch meist neu bzw. noch nicht eingespielt. Die Schnittstellen bestehen auf drei Ebenen: erstens bei den Infrastrukturanforderungen der IKT (Strom, Klimatisierung, Datenkabel,etc), zweitens bei den baulichen Anforderungen wie Stellflächen, Decken- oder Wandeinbauten für z.B. Kiosk-Systeme, PCs, Drucker, Visitenwägen, Großbildschirme oder Beamer und drittens bei den prozessualen Anforderungen der Nutzer, bei denen die IKT eine wichtige Rolle spielt. Hier ist eine kontinuierliche Einbindung der IT und eine klare Aufteilung der Verantwortlichkeiten insbesondere zwischen TGA (Technische Gebäudeausrüstung) und IT sehr hilfreich
Zudem werden auch die Planungsprozesse selbst noch weiter digitalisiert. Nach CAD (Computer Aided Design) in 2D oder 3D haben umfassendere Methoden wie BIM (Building Information Modeling) und 4D Modelle Einzug gehalten. Wenn hier die Belange der IT nicht von Anfang an auf Augenhöhe in die Planung einbezogen und berücksichtigt werden, führt dies nicht nur zu teuren Nachbesserungen, sondern auch dazu, dass aktuelle Innovationen einfach nicht umsetzbar sind. Im Ergebnis kann daraus resultieren, dass Potenziale zur Vereinfachung und Beschleunigung klinischer Behandlungsprozesse nicht erschließbar sind. Beispiel: Papierloses Arbeiten ist nicht ohne Medienbrüche realisierbar, wenn das WLAN nicht eingeplant wurde.

Welche Aufgaben kommen bei den Schnittstellen zwischen Architektur und IT auf die IT-Verantwortlichen zu? Wie sollten sie sich für Lösungen am besten rüsten?

Bernd Behrend: Die zukünftige Digitalisierung der meisten technischen und medizintechnischen Einrichtungen in einem Neubau geht fachlich und organisatorisch weit über die Grenzen klassischer IT hinaus. Hier sind eine gute Kommunikation und ein Erlernen unterschiedlicher Vorgehensweisen und Informationsbedürfnisse bei der Planung erforderlich. Der IT-Verantwortliche muss sich mit der Vorgehensweise und der jeweiligen Planungsschärfe in den verschiedenen Bauphasen vertraut machen, damit er weiß, wann er was erwarten kann und liefern muss.
Auf Basis einer früh erarbeiteten Digitalisierungs-Strategie sollten IT, Architektur und die Planer der technischen Gebäudeausstattung eng zusammenarbeiten. Dabei sollten der oder die Mitarbeiter, die die IT in den Planungsteams vertreten, über ein breites Wissen der Prozesse im Krankenhaus wie auch der eingesetzten Hard- und Software verfügen. Hilfreich ist auch die gemeinsame Nutzung von Planungs-Methoden wie BIM sowie von agilen Methoden für das gemeinsame Projektmanagement.

Alexander Koch, Hospitaltechnik Planungsgesellschaft mbH

Aus der Praxis für die Praxis

Der Bundesverband veranstaltet jährlich zwei Tagungen für seine Mitglieder, eine Frühjahrstagung und eine Herbsttagung im September. Das Motto der Konzepte, Projekte und Lösungen lautet dabei: Aus der Praxis für die Praxis. Ausgewählte Industrieaussteller haben dabei die Gelegenheit, sie zum Wissenstransfer für Anwender zu begleiten.

Agenda-Verantwortliche der Herbsttagung 2019 sind Dietmar Zelinski und Andreas Lockau (dietmar.zelinski@kh-it.de, andreas.lockau@kh-it.de). Günter Gartner zeichnet für die Tagungsorganisation verantwortlich (gartner@kh-it.de).

www.kh-it.de

Anmeldung: https://www.kh-it.de/tagungen.html



Andreas Lockau, Vorstand KH-IT


Dietmar Zelinski, Mitglied KH-IT


Günter Gartner, Leiter des Veranstaltungsservice KH-IT

Blick auf Themen und Referenten

Intelligenz im Raum

Wie KI und Digitalisierung den Krankenhausalltag verändern und einen neuen Umgang mit Digitaler Ethik fordern
Dr. Nhiem Lu, Fachhochschule Dortmund, Geschäftsführender Gesellschafter
DeVisIT Consulting & Solutions GmbH

Elderly Care / Malteser Care Realität und Potential
Uta Knöchel, CTO, SoCura; Bernd Falk, Bereichsleiter, Malteser Service Center

Sprachsteuerung kann mehr als nur das Wetter
Jan Schumann, Gründer Hospimatix
Florian Bechtel, Gesundheits- und Krankenpfleger

Digitalisierung im Neubau – Innovationsmanagement und strategische Planung
Bernd Behrend, Leitung IT-Strategie Neubau Universitätsmedizin Göttingen
Alexander Koch, Hospitaltechnik GmbH

Abendveranstaltung

Intelligenz in der Software

Der Weg vom Status Quo zur intelligenten Unterstützung der AnwenderInnen

Martin Schneider, Geschäftsführer MIK Erlangen

Data with Benefits
Armin de Greiff, techn.
Direktor Zentrale IT, Universitätsklinikum Essen

Der Untergang des Radiologen!? – Wenn Radiologie auf Künstliche Intelligenz trifft.
Dr. Thomas Görlitz, Oberarzt in der Radiologe
SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen

KI in der Onkologie – Erfahrungen aus einem Pilotprojekt bei der Sana
Michael Rosenstock, Leiter SANA Digital, München

KH-IT Insider News

Chaos Telematikinfrastrukur
Prof. Dr. Martin Staemmler, Beirat KH-IT e.V.

Stand zu „UPKritis & DVG“
Thorsten Schütz und Lars Forchheim, KH-IT e.V.

Umfrage zum "Krankenhaus der Zukunft"
Julian Schiele, Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management,
Universitäres Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg

Einsatz des humanoiden Roboters Pepper für die Patientenaufklärung im GEWES

Nina Rieger Projektleiterin und Pascal Dikmans Senior Sales Manager, CleverGuides GmbH Karlsruhe

Wird die IT arbeitslos? „Automatisierung und Einsatz von Bots in der IT“
Andreas Büscher, Sales Director DAMAVO Health Care

MDR – Medizinprodukte-Verordnung 2019: Was geht das die IT an?
Ulrich Wieland, Beirat KH-IT e.V.

Ausblick auf die Frühjahrstagung 2020
Reimar Engelhardt, Vorstand KH-IT e.V.
Prof. Martin Staemmler, Beirat KH-IT e.V.


von Wolf-Dietrich Lorenz

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