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Veröffentlicht: 23.09.2019


KI programmiert das "Geschäftsmodell Krankenhaus" neu

KH-IT-Herbsttagung 2019 skizziert eHealth-Lösungen für die Praxis


Die Topthemen „Intelligenz im Raum“ und „Intelligenz in der Software“ markierten die Herbsttagung des Bundesverbandes KH-IT e.V. am 18. und 19. 9. 2019. Rund 200 IT-Leiter und -Leiterinnen trafen sich beim Gastgeber Universitätsklinikum Erlangen. Besonders im Blick stand die Unterstützung durch intelligente Technik im Krankenhaus. Dabei gilt die IT als zentraler Schlüssel zum Erfolg, um die vernetzte Masse an Patientendaten und die Komplexität der Abhängigkeiten zu bewältigen. Beispiele stellten die Referenten der KH-IT-Herbsttagung vor.

Horst-Dieter Beha, Vorsitzender KH-IT e.V.
Eröffnung der KH-IT-Herbsttagung 2019

KI bedeutet verbesserte Workflows, Entscheidungsunterstützung, Kostenersparnis, Patienten-Empowerment, Mitarbeiter-Support und Bevölkerungsgesundheits-Management. Anreize genug, damit sich der europäische Gesundheitsmarkt innerhalb von fünf Jahren verfünffachen und auf 10 Milliarden bereits im Jahr 2020 wachsen soll.

„ImZusammenhang von KI und Digitalisierung bedeutet es, dass Mitarbeiter und Patienten dafür sensibilisiert werden müssen, wie man mit Daten umgeht und vor allem, was mit den Daten gemacht wird“, gab Dr. Nhiem Lu, zu bedenken. Er ist Vertretungsprofessor Informatik, Digitalisierung, Fachhochschule Dortmund, Geschäftsführender Gesellschafter DeVisIT Consulting & Solutions GmbH. „Ein brisantes ethisches Dilemma liegt in der Datenwertschöpfung: von den Daten anderer profitieren.“

Dr. Nhiem Lu, Vertretungsprofessor Informatik, Digitalisierung, Fachhochschule Dortmund, Geschäftsführender Gesellschafter DeVisIT Consulting & Solutions GmbH: "Wie KI und Digitalisierung den Krankenhausalltag verändern und einen neuen Umgang mit Digitaler Ethik fordern."

Die „Ethik-Ellipse“ der Universitätsmedizin Essen ist eine solche kritische ethische Reflexion. Sie bezieht verschiedene Perspektiven aus Wissenschaft und klinischer, aber auch industrieller Praxis ein. Mit dieser Zusammenschau soll eine stabile Entwicklung von Medizin, Ökonomie und Ethik sichergestellt sein, die zu allererst dem Ziel folgt: Die Bedürfnisse der Patienten bestmöglich zu erfüllen.

Radiologie 2030 – Computer als Chefarzt?

Die Digitalisierung und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz werden die Arbeit der Radiologen beeinflussen – aber nicht überflüssig machen, ist Dr. Thomas Görlitz, Oberarzt Radiologe, SRH Kliniken, überzeugt. Die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten sowie MTRAs/RTs in der Klinik und in der Praxis im Jahr 2030 könnte sich verändern. Gute Algorithmen könnten in Zukunft große Datenmengen, welche moderne CT- und MRT-Geräte liefern, sehr viel schneller auswerten helfen.

Dr. Thomas Görlitz, Oberarzt Radiologe SRH Kliniken: "Der Untergang des Radiologen!? – Wenn Radiologie auf Künstliche Intelligenz trifft."

Je mehr Vernetzung jedoch die klinischen Daten erfahren, umso mehr Einfallstore zur Manipulation werden sich bieten und die Sicherheit für Patienten und ärztliches Handeln gefährdet. „Hier besteht eine echte Herausforderung für die IT, da es immer mehr um Fragen des Vertrauens in die Daten gehen wird“, betonte Dr. Thomas Görlitz. Schon ein falscher „einfacher“ Datenimport könne die Datenbasis eines Patienten kompromittieren. Die erhobenen Datenmengen werden weiter anwachsen, ein Beispiel sind multiparametrische Studien. Dabei erhält die Datenkonsistenz höchste Bedeutung, wobei die Datenquellen immer mehr divergieren. Fehler des KI-Systems könnten schwieriger abzuschätzen und abzufangen sein. „Nur in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit von IT, Radiologie und Ärzteschaft können sich die Chancen von KI nutzbar machen lassen.“

Dass die Digitalisierung in den Krankenhäusern das wahre Potential kausal und nicht symptombezogen noch lange nicht ausgeschöpft hat, lassen Studien von McKinsey (1) und Roland Berger (2) wissen. Schon zeigt sich KI bereits im Klinik-Alltag. „Bessere Spracherkennungssysteme arbeiten mit KI, unsere Suchanfragen im Netz arbeiten mit KI“, meinte Dr. Thomas Görlitz. „Wir könnten keine komplexen Syndrome adäquat aktuell einordnen, wenn wir keinen Suchmaschinen-Zugang hätten.“ Übernimmt Kollege Computer endgültig die Diagnose? Lernende Computersysteme können den medizinischen Werkzeugkasten nicht nur erweitern, sondern die Möglichkeiten von Ärztinnen und Ärzten in einigen Bereichen wohl übertreffen. Wartezeiten für Patienten verkürzen und unnötige Behandlungen zu eliminieren, Routinearbeiten übernehmen, damit Ärzte mehr Zeit für Patienten aufwenden können, Veränderung der wissenschaftlichen Forschung und die Entwicklung neuer Medikamente - was eintreffen, wird hängt von vielen Faktoren und disruptiven Entwicklungen ab. Besondere Bedeutung erhält die Datenqualität.


Michael Rosenstock, SANA IT, München:"KI in der Onkologie – Erfahrungen aus einem Pilotprojekt bei der Sana."

Die Mitarbeiter mitnehmen

Ins Detail bei Nahtstellen ging Armin de Greiff, technischer Direktor Zentrale IT, Universitätsklinikum Essen: „Digitalisierung ist dort besonders erfolgreich, wo Standardisierung und Automatisierung bereits den Weg bereitet haben. Die Festlegung und Durchsetzung von Standards, wie z.B. der Telematik-Infrastruktur ist den Kinderschuhen immer noch nicht entwachsen. Damit auch kleinere Häuser die Herausforderungen meistern können, ist es wichtig, so früh wie möglich mit der Standardisierung der Dokumentation und der Schnittstellen zu beginnen. So können sie von neuen digitalen Diensten profitieren. App auf Rezept oder ‚Analytics as a Service‘ (AaaS) sind neue Geschäftsmodelle, die standardisierte Schnittstellen und strukturierte Daten erfordern. „Aus Dokumentationssysteme Informationssysteme machen“, gab Armin de Greiff die strategische Richtung des künftigen „Hoptimism“ vor. Ohne Investitionen in Schulungen und Fortbildung scheitere das Vorhaben leicht. „Wir müssen die Mitarbeiter mitnehmen.“


Armin de Greiff, technischer Direktor Zentrale IT, Universitätsklinikum Essen:"Data with Benefits"

Potenziale durch Sensorik

Steht die personalisierte und spezialisierte Medizin unter Umständen im Widerspruch zur Automatisierung, können Assistenzsysteme wertvolle Hilfe für Pflegebedürftige und ihr Umfeld leisten. Individuelle Bewegungs- und Handlungsprofile erheben und dadurch eine noch genauere Steuerung der Unterstützungsleistung ermöglichen soll etwa das KI-System IBM Watson, mit dem die Malteser Care arbeitet.

Uta Knöchel, CTO, SoCura, Malteser: "Elderly Care / Malteser Care Realität und Potential"

Uta Knöchel, CTO, SoCura, Malteser Service Center, sieht ergiebige Potenziale besonders durch neue Sensorik. „Die KI wird im Laufe der Zeit auch Veränderungen des Verhaltens erkennen, die auf bestimmte Krankheiten wie etwa Demenz hindeuten.“ Malteser Care kann für die Entlastung von Nutzern und Angehörigen sorgen. Dem Nutzen stehen jedoch Bedenken gegenüber. Sie betreffen nicht allein Datenschutzfragen. Wie empfinden die Patienten eine digitale „Überwachung“? Ist der zwischenmenschliche Kontakt gefährdet?

Abb: Modell einer „Malteser Care“-Wohnung. Im Vordergrund die Basisstation, der Notruf-Button und ausgewählte Sensorik (Quelle: SoCura)

Sprachsteuerung mit Nettoeinsparpotenzial

Der Fachkräftemangel ist schon seit Jahren bekannt und nicht mehr zu leugnen. Wir haben viel zu viele Pflegebedürftige und einen deutlichen Mangel an Pflegenden. Die Prozesse im Krankenhausalltag nehmen für pflegefremde Tätigkeiten viel Zeit in Anspruch. Patienten sind in vielen Fällen aufgrund der hektischen und teils unpersönlichen Betreuung unzufrieden. Das Krankenhaus kann einige Verbesserungen gebrauchen, auch aus wirtschaftlicher Sicht. „Ein im Zimmer verbauter Sprachassistent, der mit IoT Geräten kommuniziert, ermöglicht es den Patienten das Zimmer zu steuern - auch bei Bewegungsunfähigkeit“, sagten Jan Schumann, Gründer Hospimatix, und Florian Bechtel, Gesundheits- und Krankenpfleger. Sie meinten zu ihrer Software für digitale Unterstützung und Automatisierung von Pflege-Abläufen: „Sprachsteuerung kann mehr als nur das Wetter.“ Und legten nach: „Wir erreichen ein Nettoeinsparpotenzial pro Zimmer pro Jahr von 8.140 Euro.“



v.li.: Jan Schumann, Gründer Hospimatix; Florian Bechtel, Gesundheits- und Krankenpfleger:"Sprachsteuerung kann mehr als nur das Wetter."

IT als Innovator

Versorgungsmodelle der Zukunft wollen Prävention, ambulante und stationäre medizinische Behandlung, Rehabilitation, Gesundheitsförderung als Eckpfeiler aufstellen. Die Use Cases im Krankenhaus der Zukunft führen zu einer Verbesserung hinsichtlich Struktur, Digitalisierung oder Prozessen. Autonomer Patiententransport und modulares Gebäude-Design sind Beispiele.

Wie sich ein solches Konzept zusammen mit einem Klinikneubau umsetzen lässt, skizzierten Bernd Behrend und Alexander Koch, Hospitaltechnik.

(rechts) Bernd Behrend, Universitätsmedizin Göttingen, Leitung IT-Strategie Neubau, Universitätsmedizin Göttingen; (links) Alexander Koch, Hospitaltechnik,Digitalisierung im Neubau – Innovationsmanagement und strategische Planung

„Technologievernetzung heißt zunächst miteinander im Team über künftige Arbeit und Prozesse zu sprechen“, erfuhr der Leiter IT-Strategie Neubau Klinikum Behrend, Universitätsmedizin Göttingen UMG. „Hier kann die IT als Innovator aktiv werden.“ Gefragt ist ein sowohl agiles wie klassisches Projektmanagement. Es muss in Prozessen gedacht werden, statt in Funktionen und Produkten. Ebenso darf der unternehmerische Gesichtspunkt nicht aus den Augen verloren werden.

Mit einem Klinikneubau eröffnet sich die Chance, Leistungsangebote und Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und neue Potenziale für eine Digitalisierungsstrategie auszuloten.
Mit neuen Anwendungen und Apps lassen sich Versorgungsangebote im Sinne einer umfassenden Betreuung der Patienten ausbauen und deren Realisierung mit dem Neubau verknüpfen. Dazu stellten Bernd Behrend und Alexander Koch heraus: „Wenn die Potenziale der Digitalisierung von Beginn an in die Planung eines Klinik-Neubaus im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung einbezogen werden, eröffnet das neue Möglichkeiten und Perspektiven für die Raumplanung und vermeidet teure Nachbesserungen.“

Digitale Realität in Klinik und Forschung

Inspiriert vom Konzept Industrie 4.0 können technische Innovationen auch im Krankenhaus einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung akuter und kommender Herausforderungen leisten. Prozesse und Strukturen im Krankenhaus der Zukunft werden automatisiert, digitalisiert, integriert und vernetzt sein und Entscheidungen werden dezentralisiert und autonom getroffen. „Damit die Vision Realität werden kann, müssen insbesondere drei Voraussetzungen gegeben sein: IT Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte und eine ganzheitliche Strategie“, markierte Julian Schiele, Lehrstuhl für HealthcareOperations/HealthInformation Management Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Augsburg akute Herausforderungen.

Julian Schiele, Lehrstuhl für HealthcareOperations/HealthInformation Management Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Augsburg:"Umfrage zum 'Krankenhaus der Zukunft'."

Roboter Pepper

Roboter Pepper (oben), Nina Rieger, Projektleiterin, Pascal Dikmans, Senior Sales Manager, CleverGuides GmbH Karlsruhe:"Einsatz des humanoiden Roboters Pepper für die Patientenaufklärung im GEWES."

(von rechts) Andreas Büscher, Peter Hönneckes, Gary Silver, DAMAVO Health Care: Wird die IT arbeitslos? „Automatisierung und Einsatz in der IT“

In Erlangen-Nürnberg ist die Kliniklandschaft im Umbau. Das betrifft etwa das breite Themenfeld der Dokumentation. „Wir produzieren jährlich ein Papieraufkommen, das 10,5 mal höher als der Eifelturm ist“, pointierte Martin Schneider, Geschäftsführer MIK Erlangen, Universitätsklinikum Erlangen. Ein neues Klinisches Arbeitsplatzsystem „KAS Pro“ ist im Entstehen. Dazu zählt die Umstellung von der Papierakte auf eine digitale Akte. „Vereinheitlichung und Standardisierung von Prozessen, wo möglich, und Modularisierung und spezielle Funktionen, wo nötig.“ Dies stellt die Basis dar für gesteigerte Produktivität, Behandlungsqualität und Patientensicherheit. Der Weg vom Status Quo zur intelligenten Unterstützung der AnwenderInnen soll von starren Abläufen hin zu intelligenten, lernenden Systemen führen. Ein Testlauf mit einem System für Entscheidungsunterstützung ist angelaufen. Zum Fundament gehören ein neues KIS (von Soarian zu Meona) und PACS (Synedra).

Martin Schneider, Geschäftsführer MIK Erlangen, Universitätsklinikum Erlangen:"Der Weg vom Status Quo zur intelligenten Unterstützung der AnwenderInnen."

Das „Konsortium Medizininformatik in Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin“ MIRACUM vereint zehn Universitätsklinika, zwei Hochschulen und einen Industriepartner aus sieben deutschen Bundesländern. Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch, Leiter des Konsortialführers Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Medizinische Fakultät, Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, Lehrstuhl für Medizinische Informatik, erklärte: „Ziel ist es, klinische Daten, Bilddaten und Daten aus molekularen/genomischen Untersuchungen nutzbar zu machen. Das soll sowohl standortbezogen als auch standortübergreifend über modular aufgebaute, skalierbare und föderierte Datenintegrationszentren für innovative Forschungsprojekte geschehen.“ Neben der - mit solchen Datenintegrationszentren grundsätzlichen – Möglichkeit, Machbarkeitsstudien, Beobachtungsstudien durchzuführen und „Real World Pathways“ in großem Maßstab zu untersuchen, wird MIRACUM die Rekrutierung von Patienten für klinische Studien, die Entwicklung von Prädiktionsmodellen und die Präzisionsmedizin unterstützen.

Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch, Leiter des Konsortialführers Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Medizinische Fakultät, Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, Lehrstuhl für Medizinische Informatik

Update zur Telematikinfrastrukur

Ein Update zur Telematikinfrastrukur gab Prof. Dr. Martin Staemmler vom Vorstand KH-IT. Thema dabei war auch die gematik. Sie versteht sich selbst als Kompetenzzentrum und Dienstleistungsunternehmen für das Gesundheitswesen. Dabei setzt sie den konzeptionellen Rahmen für die Telematikinfrastruktur als übergreifendes und sicheres Netz, koordiniert deren verlässlichen Betrieb sowie den marktgerechten Aufbau. In diesem Zusammenhang übernimmt die gematik drei zentrale Aufgaben: Spezifikation, Zulassung und Betriebskoordination. Zu bemerken sei, so merkte Prof. Staemmler an, ein stärkerer Anwender- und Anwendungsbezug bei Konzeption und Erstellung von Spezifikationen für Anwendungen sowie ein stärkere Ausrichtung an internationalen Standards.


Prof. Dr. Martin Staemmler, Beirat KH-IT e.V.:"Update Telematikinfrastrukur"
(Hören Sie hier in Kürze das Interview)

Wissen über UP Kritis

Mit dem geplanten IT-Sicherheitsgesetz 2.0 und veränderten Schwellenwerten soll der Anwendungsbereich „kritische Infrastrukturen“ um erweitert werden. Spätestens zwei Jahre nach Inkrafttreten der BSI-KritisV (Rechtsverordnung nach § 10 BSIG) müssen Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS-Betreiber) ihre Vorkehrungen (siehe § 8a (1) BSIG) nach Stand der Technik zur Vermeidung von Störungen gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nachweisen. Der Termin zur Abgabe der Unterlagen über die Umsetzung von angemessenen organisatorischen und technischen Maßnahmen war 30.6.2019. Um dies in Breite nachzuprüfen, fehlen allerdings die nötigen Prüfer mit entsprechender Prüfverfahrens-Kompetenz für § 8a BSIG. „Bei aktuellem Wissen und Erfahrungsaustausch mit ganz vorn sein können übrigen Mitglieder des Branchenarbeitskreises UP KRITIS“, gaben die KH-IT-Vorstände Thorsten Schütz und Lars Forchheim als Tipp. (Mehr dazu von Lars Forchheim im Interview.)


Thorsten Schütz, Lars Forchheim, KH-IT e.V.: Stand zu „UP Kritis & DVG“
(Hören Sie hier in Kürze das Interview)

Damoklesschwert über dem KIS

Hersteller von Medizinprodukten (MP) müssen in Kürze mit größeren Änderungen durch die Medizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation, MDR) rechnen.

Ob das KIS als ein MP gilt, lautet eine wiederkehrende Frage. Es geht wie immer um die Zweckbestimmung: „Nein“ ist die Antwort, wenn rein zu Dokumentations- und Archivierungszwecken im Einsatz. Anders sieht es aus, wenn das System aus gegebenen Werten Diagnose- oder Therapieempfehlungen ableitet, z. B. bei Medikamentenwechselwirkungen.

Damit hängt das Damoklesschwert über dem KIS. Da auf Dauer kein KIS-Hersteller überleben wird, dessen Systeme nichts anderes können, als eingegebene Daten wieder anzuzeigen, werden mittelfristig alle KIS zum Medizinprodukt werden. Ulrich Wieland, Beirat für Konvergenz Medizintechnik und IT Bundesverband KH-IT, mahnte eindringlich: „Das will nur keiner hören, besonders nicht die Betreiber, die Krankenhäuser.“


Ulrich Wieland, Beirat für Konvergenz Medizintechnik und IT Im Bundesverband KH-IT Beirat KH-IT e.V.: MDR – Medizinprodukte-Verordnung 2019: Was geht das die IT an?

Digitale Transformation – aus der Praxis für die Praxis

KI verändert das Geschäftsmodell „Krankenhaus“: Dazu gab die Herbsttagung 2019 des Bundesverbandes KH-IT e.V. den Teilnehmern Handlungsempfehlungen mit, die Referenten teilten ihre Erfahrungen aus der Krankenhauspraxis zur digitalen Transformation. Aus IT-Sicht soll der Betrieb einfacher, stabiler und transparenter werden. Damit daraus Realität und Nutzen werden können, müssen drei Voraussetzungen gegeben sein: IT Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte und eine ganzheitliche Strategie. Armin de Greiff brachte es auf den Punkt: „Digitalisierung braucht mehr als Infrastruktur und Software; es braucht den Willen der Stakeholder und eine breite Unterstützung der Mitarbeiter.“

KH-IT-Frühjahrstagung 2020: Wo die Reise hingeht

Am 18. und 19.3. 2020 findet die KH-IT-Frühjahrstagung 2020 im Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ Heidelberg statt. Perspektiven und aktueller Stand von Healthcare sind Schwerpunkte der Agenda: Wohin geht die Reise? Von der Datensammlung zur Datennutzung? Aspekte sind Rahmenrichtlinien und Gesetze, regionale Vernetzung mit / ohne Akten, Anwendungen und Dienste sowie semantische Auszeichnung.

v.li.: Reimar Engelhardt, Prof. Dr. Martin Staemmler

Günter Gartner

Die Programmgestalter sind Prof. Dr. Martin Staemmler und Reimar Engelhardt, Günter Gartner übernimmt als Leiter des Veranstaltungsservice KH-IT die Organisation

(staemmler@kh-it.de; engelhardt@kh-it.de; gartner@kh-it.de).

(1) McKinsey & Company: Disruptive forces in the industrial sectors, 2018

(2) Roland Berger GmbH: The digital transformation industry, 2018

Bei der Abendveranstaltung war entspanntes Networking angesagt. Dazu gehörten eine Keller-Höhlen-Führung und kulinarische Köstlichkeiten aus der Region.


Interviews

  • Perspektiven beim KH-IT

Im Gespräch: Horst-Dieter Beha, Vorstandsvorsitzender KH-IT, Klinikum Konstanz, Konstanz

Aufgaben für den Vorsitzenden, Rolle des KH-IT für IT-Verantwortliche, Angebote des Verbandes

  • Telematikinfrastruktur, gematik und die Krankenhäuser

Im Gespräch: Prof. Dr. Martin Staemmler, Vorstand KHIT, Fachhochschule Stralsund, Stralsund

staemmler@kh-it.de

Wandel bei der gematik und Auswirkungen für Krankenhäuser

  • KRITIS für Krankenhäuser

Im Gespräch: Thorsten Schütz, Vorstand KH-IT, Klinikum Itzehoe, Leiter IT, Medizinische Informatik, Itzehoe

Im Gespräch: Lars Forchheim, Vorstand KH-IT, Abteilungsleiter Informationstechnik, MSG Management- und Servicegesellschaft für soziale Einrichtungen mbH, ein Unternehmen der edia.con-Gruppe, Chemnitz

Blick auf die Umsetzung bei den 120 KRITIS-Krankenhäusern


Aus der Praxis für die Praxis

Der Bundesverband veranstaltet jährlich zwei Tagungen für seine Mitglieder, eine Frühjahrstagung und eine Herbsttagung im September. Das Motto der Konzepte, Projekte und Lösungen lautet dabei: Aus der Praxis für die Praxis. Ausgewählte Industrieaussteller haben dabei die Gelegenheit, sie zum Wissenstransfer für Anwender zu begleiten.

Der Bundesverband der Krankenhaus IT-Leiterinnen/Leiter e.V. blickt auf eine über 20-jährige Geschichte zurück. In dieser Zeit hat er viele Informationen gesammelt, die IT-Verantwortliche abrufen können. Zusätzlich finden sie auf der Homepage eine Übersicht zu Inhalten der Tagungen und Seminare, die vom KH-IT regelmäßig an verschiedenen Orten in Deutschland angeboten werden. Zweck des Bundesverbandes ist, den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern zu fördern, die Informationssammlung, die Interessenvertretung und die Empfehlungen für das Gebiet der Informationsverarbeitung im Krankenhaus zu erarbeiten.

www.kh-it.de

Text: Wolf-Dietrich Lorenz

Fotos: Jürgen Flemming, Vorstand KH-IT, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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